Serpentia

Aladin und die vierzig Dämonen

Sommer 1194

Padraig, Gwyn, Benara, Mesinga, Colleen, Taricles, Mateen

Ende Sommer haben Padraig und Gwyn geplant, eine Exkursion in die Wüste zu unternehmen. Sie wollen dort ein wenig über die Kunst des Überlebens lernen: Wie man eine Richtung findet, wie man die Plätze erkennt, an denen sich Wasser sammelt, und ähnliche Dinge. Auch Padraigs Schwester Sine schließt sich an. Um auf die drei jungen Leute aufzupassen und ihre Fragen zu beantworten, werden Mesinga und Taricles mitgeschickt. Außerdem kommt ein Großteil der Zweiten Bogenkompanie mit: Baudouin, Acelin, Adila, Echive, Mateen, Nikolaos und Zafer. Und auch Colleen schließt sich an.
Die Exkursion geht zunächst in den Süden, dann um die Ausläufer des Anti-Libanon herum nach Osten und schließlich wieder grob in nordöstlicher Richtung. Am Abend des sechsten Tages kommt ein Fremder auf das Lager zu: Ein hochgewachsener schwarzhäutiger Mann, verschleiert und in ein Beduinengewand gehüllt. Als er jedoch seinen Schleier senkt, erkennen Colleen und die anderen ihn: Es ist Benara, Aladins ehemaliger Leibwächter, der sich immer noch auf der Suche nach seinem früheren Herrn befindet.
Benara ist erfreut, die anderen zu treffen, denn er hat eine Spur von Aladin gefunden: Der ausgestoßene Bjornaer ist ganz in der Nähe von einer Karawane gesehen worden. Zusammen mit mehreren Dutzend anderen Gestalten soll er sich in der Nähe des Geisterfelsens aufgehalten haben. Der Geisterfelsen ist, wie Colleen weiß, einer der Punkte, an dem sich das Rudel der Geisterwölfe öfters trifft. Sie beschließt, Benara bei seiner Suche zu helfen, und auch andere wollen sich anschließen. Das Angebot von Padraig und Gwyn, ebenfalls zu helfen, wird allerdings abgelehnt: Die Lehrlinge sollen nicht in Gefahr geraten. Statt dessen ist geplant, sie am nächsten Tag mit einem Großteil der Bogenschützen zurückzuschicken. Baudouin, der sich am besten auskennt, bricht sofort auf, um im Bund Bescheid zu geben – er wird das Gebirge zu Fuß durchqueren, während die anderen mit den Pferden zurückkehren werden. In der Nacht sieht Mesinga auf Wache noch einen seltsamen Schatten, der um das Lager schleicht, aber bei einer genauen Suche werden keine Spuren gefunden. Der Schleicher scheint spurlos verschwunden zu sein.
Am nächsten Morgen jedoch werden die Pläne der Serpentianer durchkreuzt: Gwyn und Padraig brechen mit heftigen Bauchkrämpfen zusammen, und sie sind nur die ersten. Auch bei allen anderen treten üble Schmerzen auf. So sind sie nicht in der Lage, sich zu wehren, als acht dunkel gekleidete Bewaffnete sich mit Bögen ihrem Lager nähern und sie auffordern, sich zu ergeben. Ihre Waffen werden ihnen abgenommen, und sie werden alle gefesselt und über ihre Pferde gelegt. Dann machen sich die acht Bewaffneten mit ihnen zu einem unbekannten Ziel in die Berge auf.
Der Weg ist für die Gefesselten und immer noch Kranken sehr beschwerlich, zumal sie bäuchlings über ihren Pferden liegen und ihnen dadurch noch schlechter wird. Zu trinken erhalten sie nur einmal am diesem Tag: Brackiges Wasser, dem eine Droge beigemischt ist, die sie passiv und schläfrig macht.
Endlich machen die Bewaffneten am Abend Rast. Der Lagerplatz liegt schon im Gebirge, er ist schotterig und karg. Ein wenig auf der Seite liegt ein riesiger, alter Brunnenschacht mit einem Durchmesser von vielleicht drei Metern. Bei diesem Schacht wartet eine seltsame Gestalt auf die Bewaffneten: Sie trägt eine schwarze Robe, die das Licht der Umgebung aufzusaugen scheint und nichts davon zurückwirft. Sie hat keinen Schatten und kein Gesicht, auch Hände oder Füße sind nicht zu erkennen: Nur die Robe. Mit einem trockenen, rauhen Flüstern läßt die Gestalt Padraig, Gwyn und nach kurzer Überlegung auch Sine zu dem Brunnen bringen und im Dreieck um den Schacht legen. Dann bewegt sie sich selbst in die Mitte zwischen den dreien, wobei sie in der Luft zu stehen scheint. Aus ihrer eigenen Substanz bilden sich auf einmal düstere Tentakel, die über die drei Kinder hinwegfließen, als würden diese an einem sonnigen Tag von Schatten eingehüllt. Kurz liegt der ganze Brunnen in dieser unnatürlichen Dunkelheit. Als er sich wieder aufhellt, sind alle verschwunden.
Die anderen Gefangenen erhalten auch jetzt am Abend keine Nahrung oder Wasser. Dennoch sammelt Benara seine Kräfte, um sich vollends von den Fesseln zu befreien, die er während des Tages schon gelockert hat. Auch andere planen ihre Flucht: Weder Collen, noch Mesinga, Taricles oder Mateen sind so fest gebunden, wie die Wächter annehmen. Mesinga ist die erste, die handelt: Nachdem sie ihre Fesseln endlich an einem scharfen Stein durchgerieben hat, springt sie in einem unvermuteten Moment auf und rennt los, wobei sie schnell ihre Tarnkappe aufsetzt und unsichtbar wird.
Die Verwirrung über ihre Flucht will nun Benara ausnutzen, um seinerseits zu entkommen. Er wird allerdings schnell bemerkt und von mehreren Wachen überwältigt. Jetzt aber springen auch die anderen auf, die sich mehr oder weniger von ihren Fesseln befreien konnten und greifen an. Als das Chaos im Lager jedoch zu groß wird, greift der Anführer der Wachen zu einer Art Talisman und ruft die Gestalt in der schattigen Robe zurück. Dies beendet den Kampf schnell: Benara und Colleen werden wieder gefangengenommen, aber Taricles und Mateen gelingt die Flucht in die Nacht. Jedem der beiden werden allerdings zwei mit Bögen und Schwertern bewaffnete Männer nachgeschickt.
Die Gestalt in der Robe ist wenig beeindruckt von der Fähigkeit des Anführers der Wachen, ein paar gefesselte Gefangene zu bewachen. Zur Strafe umhüllt er den Mann mit seiner schattenhaften Substanz. Nach ein paar mitleiderregenden Schreien bleiben von dem Wächter nur ein paar kleine Knochen zurück. Dieselbe Behandlung erhält auch einer der Gefangenen: Willkürlich wählt die Gestalt Zafer aus und verschlingt den unglücklichen Grog mit ihrem Schatten. Die anderen Gefangenen werden zum Brunnenschacht gebracht und in einem Kreis darumgelegt. Wie schon zuvor tritt die Gestalt in die Luft in der Mitte des Brunnen und schickt Schattenbänder aus, die die Liegenden verschlingen und mit sich reißen. Die letzten drei Wachen bleiben allein zurück.
Mesinga, Taricles und Mateen treffen schon bald wieder zusammen, nachdem sie ihren Verfolgern aufgelauert und sie getötet haben. Sie beschließen, sofort zum Lager zurückzukehren, um zu sehen, ob sie den anderen helfen können. Dort jedoch finden sie nur die drei Wächter vor. Zwei von ihnen werden sofort mit Pfeilen getötet, der letzte wird verletzt und gefangengenommen. Viel erfahren sie von ihm nicht -er bestätigt nur, was sie sich schon gedacht haben: Die Wachen stehen in den Diensten von Aladin. Da die drei Grogs sehr erschöpft sind, beschließen sie, eine genaue Befragung auf den nächsten Tag zu verschieben. Sie fesseln ihren Gefangenen und legen sich schlafen. Am nächsten Morgen müssen sie dann aber feststellen, daß der Mann noch während der Nacht geflohen ist. Immerhin hat er eine Weile lang eine Spur hinterlassen, der sie folgen können. Nach einiger Beratung beschließen sie, hinterher zu gehen und nicht auf Verstärkung zu warten.
Gegen frühen Nachmittag finden sie heraus, wohin die Spur führte: Sie erreichen eine größere Straße, auf der sich leicht auch ein breiter Wagen fahren läßt. In der Entfernung können sie erkennen, daß die Straße zu einem Talkessel führt – möglicherweise ein Steinbruch? Um den Wachen Aladins nicht direkt in die Arme zu laufen, entscheiden sich Mesinga, Taricles und Mateen, einen Umweg durchs Gebirge zu machen, um dann oben am Rand des Talkessels anzukommen. Nach einer harten Wanderung sind sie schließlich vor Einbruch der Dunkelheit da.
In der Zwischenzeit sind Padraig, Gwyn und Sine irgendwann in der letzten Nacht in einer kleinen, türlosen Zelle wieder zu sich gekommen. Sie sind angekettet und werden von fürchterlichem Durst geplagt. Schließlich, am nächsten Morgen, öffnet sich die Wand und sechs Wachen treten hindurch. Sie lösen die Ketten der Kinder. Dann führen sie sie durch einen kurzen Höhlengang hinaus in einen weiten Talkessel. Dort befindet sich an der Nordseite ein großes Gerüst, an dem halbnackte Sklaven Steine aus der Felswand schlagen. Sie werden von mehreren Aufsehern und Wächtern überwacht. Der Eingang zum Gefängnistrakt liegt auf der Südseite, wie auch noch zwei weitere Felsengänge. Der eine wird von zwei großen Eunuchen streng bewacht und führt in den Harem, der andere scheint der Zugang zu den Quartieren der Wachen zu sein. Außerdem gibt es in der Nordseite ebenfalls einen Felsgang. Er scheint zu Minen zu führen, und man kann dort Sklaven kommen und gehen sehen. Ein Stück vor diesem Eingang steht eine große Hütte, in der die Sklaven untergebracht sind. Der Talkessel ist an der Westseite durch eine breite Straße zugänglich, und an der Ostseite ist ein riesiges, prunkvolles Portal in die Wand eingelassen. Während Sine nun von zwei Wachen in den Harem geführt wird, bringen die anderen vier Padraig und Gwyn durch das große Portal.
Dahinter befindet sich zunächst eine riesige Halle. Von mächtigen Säulen gesäumt und goldenen Kohlebecken erleuchtet führt der Weg direkt auf eine erhöhte Plattform zu. Darauf steht ein prunkvoller Thron aus schwarzem Marmor mit Goldverzierungen. Auf dem Thron sitzt Aladin, prächtig gewandet und reich mit Juwelen geschmückt. Zu seinen Füßen liegen zwei Pantherweibchen mit weißem Fell und rotfunkelnden Augen, in denen sich beunruhigende Intelligenz spiegelt. Hinter dem Thron stehen über zwei Dutzend der Kuttengestalten schweigend und bedrückend wie Schatten. Aber einige von ihnen scheinen schwächer zu sein als andere: Während die, die dem Thron am nächsten stehen, das Licht aufsaugen und fast realer wirken als alles andere, sind die weiter entfernten durchscheinend und substanzloser.
Der Mann auf dem Thron hat seine gesamte Aufmerksamkeit auf Padraig und Gwyn gerichtet. Als die beiden vor ihm stehen, ist ihm der Triumph deutlich anzumerken. Er erklärt ihnen, daß er beabsichtigt, sie gegen seine Töchter Alta und Sheherazade auszutauschen. Als er noch in Damaskus lebte, waren die beiden seine Lehrlinge, und er möchte sie zurückhaben. Padraig macht einen seltsam zurückhaltenden und geschlagenen Eindruck, aber Gwyn widerspricht Aladin heftig und fordert dessen Zorn geradezu heraus. Der Bjornaer reagiert entsprechend: Er läßt den Jungen von einigen seiner Diener aus dem Raum führen. Er wolle ihn schon Disziplin lehren, verkündet er. Beide Lehrlinge sollen sich nach seinem Willen nützlich machen, aber da er ihnen nicht traut, wird er sie nicht in sein Labor lassen. Statt dessen sollen sie magische Texte für ihn kopieren.
So wird Padraig zunächst allein in ein weiträumiges Kopierzimmer gebracht und an einen Stuhl gekettet. Eine der Wachen, die bei ihm bleibt, weist ihm ein Buch zu, das er abschreiben soll. Nach einiger Zeit wird auch Gwyn in den Raum gebracht. Er ist ziemlich blaß und macht einen sehr mitgenommenen und verstörten Eindruck. Aber als die Wache die Aufmerksamkeit von ihm abwendet, grinst er Padraig zu – ein wenig zittrig, aber entschlossen. Den Rest des Tages verbringen die beiden Jungen damit, die vorgelegten Texte abzuschreiben – eine Aufgabe, die bei Padraig schon immer etwas länger gedauert hat. Als Aladin am Abend kommt, um ihre Fortschritte zu überprüfen, ist er nicht zufrieden, und so erhält Padraig eine böse Tracht Prügel mit einer Lederpeitsche. Danach werden die sehr zahm wirkenden Lehrlinge in einen luxuriösen Raum gebracht, wo sie schlafen sollen.
Da Gwyn während seiner „Disziplinierung“ die Haare ein gutes Stück gestutzt wurden, gehen die beiden Jungen davon aus, daß sie belauscht werden. So beginnen sie einen Dialog, in dem sie widerstrebende Bewunderung für Aladin und seinen Reichtum durchklingen lassen. Vor allem zeigen sie sich interessiert daran, dessen Labor zu sehen, da es wohl nicht so „langweilig“ sein dürfte wie das ihres Lehrmeisters…
Im Harem ist einstweilen Sine wieder mit Colleen zusammengetroffen, die nach ihrem Transport letzte Nacht dorthin gebracht wurde. Auch die hübsche Groga Echive ist bei ihnen. Von der Sklavin Nadira, die schon länger hier ist, erfahren sie, daß Aladin einen teilweise sehr „exzentrischen“ Geschmack hat, wenn es um das Liebesspiel geht. Auf der anderen Seite jedoch sorgt er dafür, daß es seinen Gespielinnen an nichts fehlt. Innerhalb des Harems dürfen sich keine Männer aufhalten, nur ausgesuchte Eunuchen haben Zutritt. Damit die Mädchen auch etwas frische Luft haben, gibt es allerdings mehrere Fenster in den Hof hinaus. Als Colleen schaut, was dort vorgeht, ist sie etwas erstaunt, als sie Benara in der Uniform der Wachen sieht. Er scheint über einige Autorität zu verfügen. Trotz der Zweifel an seiner Loyalität beschließen Colleen und Sine, ihm eine schriftliche Nachricht zu übermitteln. Einer der Eunuchen stimmt auch zu, sie weiterzugeben, aber für den Rest des Tages sendet Benara keine Antwort zurück.
Der Äthiopier war am Morgen zusammen mit Adila, Acelin und Nicolaos zu den Sklaven gebracht worden. Von einem gutgelaunten Aufseher erfahren sie, daß sie die Ehre haben, nun für Aladin in den Bergen nach leuchtenden blauen Steinen zu graben. Wenn sie keinen Ärger machen, sollen sie nicht schlecht behandelt werden. Gibt es Schwierigkeiten, so winkt eine Auspeitschung nach Arbeitsende.
Nach diesem Vortrag gibt sich Benara dem Aufseher als Aladins früherer Leibwächter zu erkennen. Sofort wird er von den anderen weggeführt und zu dem Herrn des Tals gebracht. Der ist überaus erfreut, seinen alten Leibwächter wiederzuhaben. Als er erfährt, daß dieser fast als Sklave in den Minen gelandet wäre, läßt er den Aufseher von seinen Schatten töten und bietet Benara dessen Position an. Der Äthiopier akzeptiert. Daraufhin bekommt er frische Kleidung und ein kleines, aber luxuriöses Quartier im Wachentrakt.
Als erste Amtshandlung läßt er die Sklaven antreten und erklärt ihnen, daß Unruhestifter in Zukunft nicht mehr die Peitsche zu erwarten hätten, sondern einen Zweikampf mit ihm. Ansonsten soll alles so weiterlaufen wie bisher. Nach seiner Ansprache kommt der Kommandant der Wachen zu ihm und fragt, ob man Leute am oberen Rand des Talkessels aufstellen solle. Schließlich wären ja einige der Gefangenen letzte Nacht entkommen. Benara stimmt zu, und so werden vier Leute nach oben geschickt. Kurz darauf erhält er zwar Colleens Botschaft, kann sie aber nicht lesen.
Benara hat eigene Pläne: Nachdem der Abend herangebrochen ist und die Sklaven alle wieder in die Hütte gebracht wurden, fordert er, daß die Arbeit auch nachts fortgesetzt wird. Dazu wählt er zunächst drei Leute aus: Adila, Acelin und Nikolaos. Da eine Wache bei ihnen bleibt, kann er zunächst nicht frei sprechen, aber dann gelingt es ihm, diese unter einem Vorwand wegzuschicken. So gibt er den drei Grogs zu verstehen, daß er immer noch auf ihrer Seite steht. Sie sollen versuchen, die anderen Sklaven zum Aufstand anzustacheln, und auf sein Zeichen warten.
Nachdem die Wache zurückgekommen ist, läßt er die drei noch ein wenig weiterarbeiten. Dabei aber stößt Acelin auf einen seltsam leuchtenden blauen Stein. Die Wache wird erneut losgeschickt, um Aladin zu verständigen.
Während sie auf den Magier warten, erfährt Benara von Acelin, daß jedesmal, wenn so ein Stein aufgetaucht ist, etliche Sklaven verschwunden und nicht wieder aufgetaucht sind. Zwar teilt der Ähtiopier die Sorge des Grogs, kann ihm jetzt aber auch nicht helfen. So wird Acelin, als Aladin mit der Wache und seinen Pantherweibchen auftaucht, von dem Bjornaer mitgenommen. Der Magier ist sehr zufrieden und erklärt Benara, daß ihm jetzt nur noch zwei Steine fehlen würden. Als Belohnung für den Fund erbittet der Äthiopier eine Frau aus Aladins Harem für die Nacht, was ihm auch gewährt wird.
Mittlerweile haben Mesinga, Taricles und Mateen die vier Wachen oben am Talkessel entdeckt, ohne von ihnen bemerkt zu werden. Nach kurzer Planung gelingt es ihnen, alle vier auszuschalten, ohne daß ein Alarm ausgelöst wird. Dann verkleiden sich Mateen und Taricles als Wachen, Mesinga bleibt unsichtbar. Gemeinsam schleichen sie hinunter. Nachdem sie festgestellt haben, wo sich die Sklaven befinden, gehen die beiden vermeintlichen Wachen zu der Hütte und holen Adila und Nikolaos – die gerade erst aus der Mine zurückgekommen sind – heraus. Gemeinsam kehren sie in den Schacht zurück. Von dort aus beobachten sie, wie Benara ungeduldig vor dem Eingang zum Harem wartet, bis Colleen herausgebracht und ihm übergeben wird. Mesinga schleicht den beiden hinterher, und auch Taricles folgt nach kurzer Zeit. Mateen und die beiden anderen werden sehen, daß sie möglichst viele kampfkräftige Leute in die Mine bekommen und dort bewaffnen.
In Benaras Zimmer treffen er und Colleen dann mit Mesinga und Taricles zusammen. Sie beginnen, einen Plan aufzustellen, wie sie Aladin und seine Wachen überwältigen können.
In der Zwischenzeit sind Padraig und Gwyn noch nicht einmal richtig eingeschlafen, als schon zwei Wachen kommen, um sie erneut zu Aladin zu bringen. Der erwartet sie in einem langgestreckten Saal, der sich an die Eingangshalle anschließt. Dort stehen auf jeder Seite zwanzig hölzerne Ständer, auf denen jeweils eine leuchtende blaue Kugel liegt. Aber das Leuchten wird von schwarzen Schlieren durchzogen, die sich langsam durch das helle Licht bewegen. Einige der Kugeln werfen Schatten auf die Wand, ohne das eine Lichtquelle erkennbar wäre. Auch diese Schatten bewegen sich – es sind die Kuttengestalten, die Aladin zu dienen scheinen. Nicht alle Ständer sind besetzt: Am hinteren Ende des Saals sind drei von ihnen noch leer. Am Kopf dieser Reihe befindet sich eine Art Altar, auf dem eine weitere Kugel liegt. Diese ist noch nicht mit schwarzen Schlieren durchzogen. Bei dem Altar stehen Aladin und Acelin. Der Grog scheint nicht mehr Herr seiner Sinne zu sein und glotzt nur dumpf vor sich hin. Dafür aber ist Aladin sehr lebhaft und eröffnet den Lehrlingen, er wolle ihnen sein neuestes Projekt zeigen: Aus den blauen Kugeln kann er die Steinschatten – wie er die Kuttengestalten nennt – herausbeschwören. Wenn er alle vierzig von ihnen zusammen gesammelt hat, will er in die Hölle selbst vordringen, um dort Charnas zu töten. Der Dämon hat seine Frau umgebracht, und das will er jetzt rächen.
Außerdem, erklärt er Padraig und Gwyn, kann er ein wenig Hilfe im Labor gut brauchen. Bevor er sie jedoch dorthin führt, fügt er Acelin noch einen oberflächlichen Schitt am Arm zu und läßt dessen Blut auf die Kugel tropfen. Die beiden Jungen sehen, wie das Blut verschwindet, kaum das es die Oberfläche berührt. Dafür bilden sich tief im Innern jetzt schwache schwarze Schlieren. Aladin spricht ein paar zungenbrecherische Worte über der Kugel und nickt dann zufrieden. Gemeinsam mit Gwyn und Padraig geht er dann zu seinem Labor, das sich direkt an den Saal anschließt.
Das Labor ist sehr prächtig und kostspielig eingerichtet, was Andrews Lehrlinge auch stark zu beeindrucken scheint. Aladin ist von ihrer großäugigen Reaktion hocherfreut und erklärt ihnen diverse Gegenstände, bevor er von einer seiner Wachen unterbrochen wird: Draußen geht irgend etwas vor, um das sich der Magier besser persönlich kümmern sollte. Er gibt den Lehrlingen noch den Auftrag, einige Gegenstände zu putzen, dann geht er. Eines der weißen Pantherweibchen bleibt jedoch im Labor zurück und beobachtet die Jungen mißtrauisch.
Während Padraig und Gwyn verschiedene Geräte reinigen, sehen sie sich gründlich um. Schon nach kurzer Zeit haben sie mehrere nützliche Dinge entdeckt: Einen großen gläsernen Kessel, in dem eine ätzende grüne Flüssigkeit brodelt, und eine kleine Phiole, in der träge Nebel herumwirbeln. Letzteres scheint ihnen etwas mit Schlaf zu tun zu haben. Kurz entschlossen handeln sie: Während Padraig das Pantherweibchen kurz ablenkt, wirft Gwyn die Phiole nach ihr. Er trifft, und das große Tier bricht bewegungslos zusammen.
Eilig verlassen die beiden Jungen Aladins Labor und kommen wieder in den Saal mit den leuchtenden Kugeln, die fein säuberlich hintereinander aufgereiht stehen. Die beiden schauen sich kurz an und fangen an zu grinsen: Sie haben beide dieselbe Idee. Padraig nimmt die rechte Seite, Gwyn die linke, und gleichzeitig werfen sie jeweils die erste Kugel um. Der kippende Ständer reißt den nächsten mit sich, und dieser wieder den nächsten, bis schließlich auch der letzte fällt und alle Kugeln mit ohrenbetäubendem Klirren zerspringen.
In der Zwischenzeit sind mehrere Wachen zu Benara gekommen und haben ihm mitgeteilt, daß Aladin ihn und alle anderen, die sich in dem Zimmer aufhalten, sprechen will. So werden Benara, Colleen und Taricles in die Thronhalle gebracht. Mesinga folgt ihnen unsichtbar.
Aladin hat offensichtlich Mißtrauen geschöpft und will nun von Benara wissen, was eigentlich vorgeht und wer Taricles ist. Während der Äthiopier noch versucht, das Mißtrauen zu zerstreuen und plausible Erklärungen zu finden, ertönt plötzlich aus dem benachbarten Saal das Klirren der zerberstenden Kugeln. Blitzschnell nimmt Aladin Panthergestalt an und rast in Richtung seines Labors. Dorthin haben sich Gwyn und Padraig bereits zurückgezogen und die Tür verriegelt. Das allerdings kann Aladin nicht aufhalten: Kaum haben sie sich verbarrikadiert, hören die beiden draußen schon die Worte eines Zaubers, der die Tür zerstören wird. Schnell schleppen sie die riesige Glaskugel mit der grünen Flüssigkeit herbei und heben sie hoch über die Tür. Als Aladins Spruch nun Wirkung zeigt und er in das Labor hineinkommt, lassen Padraig und Gwyn das Gefäß und seinen Inhalt auf seinen Rücken niederkrachen. Dann fliehen sie durch den Saal in die Thronhalle, während hinter ihnen der verletzte Panther wütend faucht und sich wälzt, um die Säure loszuwerden.
Im Thronsaal ist mittlerweile auch ein Kampf entbrannt. Benara, Mesinga, Colleen und Taricles schlagen sich mit dem zweiten Pantherweibchen und ein paar von Aladins Wachen herum. Auch Gwyn und Padraig kommen nun hinzu. Sie haben Acelin und die letzte noch intakte Kugel bei sich. In alter Knappentradition rettet Gwyn Colleen vor einer der Wachen, indem er den Mann von hinten niederstreckt. Benara und Mesinga gelingt es schließlich, den weißen Panther zu töten, während Taricles von einer Wache schwer verletzt wird. Aber es gelingt ihm dennoch, seinen Gegner auszuschalten. Gerade jedoch, als sich das Blatt zugunsten der Serpentianer zu wenden scheint, kehrt Aladin in den Thronsaal zurück. Er hat immer noch seine Panthergestalt, ist aber mittlerweile so groß wie ein kleines Haus.
Teilweise verletzt fliehen die Gefährten in den Hof hinaus. Auch dort tobt der Kampf: Es ist Adila, Nikolaos und Mateen gelungen, die Sklaven zum Aufstand zu bringen. Als jedoch der riesige Panther aus dem Thronsaal kommt, beginnt eine allgemeine Flucht – Wärter und Sklaven gleichermaßen.
Mit einem wohlgezielten Pfeil kann Mateen Aladin zwar am Auge verwunden, aber den wütenden Panther scheint nichts aufhalten zu können. Um die Flucht der anderen zu decken, stellt sich Benara schließlich dem Zweikampf. Mit seinem ersten Schlag fügt er Aladin eine schwere Wunde zu, wird dann aber mit einem mächtigen Tatzenhieb gegen die Felswand geschmettert. Noch einmal kämpft er sich mühsam auf die Füße und hebt sein Schwert. Aber die riesige Katze ist in ihrer Raserei nicht aufzuhalten: Ihr zweiter Schlag fegt Benara erneut von den Füßen und bringt ihn zu Fall. Dann stürzt sich Aladin auf den Mann, der einst sein Leibwächter war, und beginnt, seine Leiche in wahnsinnigem Zorn zu zerfetzen.
Alle anderen haben währenddessen genug Zeit, aus dem Talkessel zu entkommen und in die Berge zu flüchten. Dort werden die Verwundeten zunächst notdürftig verbunden, bevor man sich auf den Weg zum nahen Geisterfelsen macht.
Die Geisterwölfe, Hüter jenes Felsens, heißen die Flüchtlinge willkommen. Sie helfen dabei, die Verletzten zu versorgen, und allen Unterkunft und Nahrung zu geben.
Am nächsten Tag kehren einige von ihnen zu dem Talkessel zurück, berichten aber bei ihrer Rückkehr, daß dort kein lebendes Wesen außer den Geiern mehr ist. Benaras sterbliche Überreste haben sie gefunden und mitgebracht, sodaß er mit allen Ehren bestattet werden kann.
Schließlich kommen zwei Tage später Dáirine, Bernward und Alkmene mit etlichen Grogs beim Geisterfelsen an. Sie sind von Baudoin verständigt worden und sofort aufgebrochen. Nachdem sie sich versichert haben, daß es den beiden Lehrlingen und Sine gut geht, kümmern sie sich um Acelin: Der Grog war auch nach der Flucht noch völlig teilnahmslos – wie es scheint, befindet sich ein Teil von ihm in der blau leuchtenden Kugel. Mit etlichen Sprüchen jedoch können die Magier seinen Geist wieder befreien und ihm zurückgeben. Zwar wird er noch lange unter bösen Alpträumen leiden, aber er scheint ansonsten derselbe zu sein wie zuvor. Mit der Befreiung des Geistes verschwinden die Schlieren aus der Kugel. Sie wird mit in den Bund genommen, da die Magier sie noch genauer untersuchen wollen.
Nach nur kurzem Aufenthalt bei den Geisterwölfen kehren alle nach Serpentia zurück. Nur Sine möchte noch ein wenig bleiben – sie fühlt sich bei den Wölfen sehr wohl. Erst vier Wochen später kehrt sie wieder nach Serpentia zurück.

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Marganma

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