Serpentia

Am Großen Salzsee

Herbst 1197

Sir Quintus, Patrick, Nakatia, Isabelle Villon, Dáirine, Karl, Lin Chou Yüan, Sheila, Pierre, Frederik

Nachdem sie auf dem Fest der Djinnbeschwörer eine Spur in Richtung Aladin gefunden haben, wollen sich Nakatia, Frederik und Dáirine aufmachen, um ihn zu suchen. Dabei werden sie von den Leibgrogs Patrick, Karl und Sheila begleitet. Außerdem kommen auch noch Sir Quintus, Lin Chou Yüan und der sprachgewandte Pierre mit.
Da das erste Ziel Tarsus am Fuß des Taurusgebirges liegt, durchschreiten die Magier zunächst das Hermesportal nach Al-Arama. Dieser Bund liegt an der Kilikischen Pforte, dem Durchgang zwischen Tarsus an der Küste und Anatolien im Landesinneren. In Al-Arama trifft Pierre eine alte Bekannte, die früher mit ihm in derselben Schaustellertruppe durch die Gegend gezogen ist: Die junge Isabelle Villon. Sie ist bei der Reise durch das Gebirge von den Magiern aus Al-Arama vor einigen Räubern gerettet worden und hat sich bisher im Bund von dem Überfall erholt. Jetzt aber ist sie wieder gesund und will die Serpentianer nach Tarsus begleiten. Diese nehmen sie gerne mit, zumal sich herausstellt, daß sie den größten Tierhändler der Stadt, einen gewissen Jandar Prasad, gut kennt und schon für ihn gearbeitet hat.
In Tarsus angekommen, versuchen die Magier zunächst, ein Gefühl für die Stadt zu bekommen. Dabei erfahren sie, daß der große seldschukische Sultan Kilidsch Arslan vor einigen Jahren gestorben ist und sich seine zehn Söhne seither um das Erbe streiten. Vor kurzem hat die Macht in der Stadt wieder gewechselt. Die Einheimischen scheinen sich schon an die Unsicherheit gewöhnt zu haben – zwar sind die Leute vorsichtig, aber nicht paranoid oder sonderlich aufgeregt.
Isabelle und Pierre erfahren bei einem Besuch bei Prasad, daß dieser von den Unruhen nicht betroffen ist. Im Gegenteil, das Geschäft geht sehr gut. Vor kurzem erst hat der Händler in der Stadt zwei weiße Schlangen gefunden, eine mit roten, die andere mit leuchtend blauen Augen. Da Isabelle und Pierre davon ausgehen, daß die Magier an den Schlangen interessiert sind, arrangieren sie ein Abendessen mit dem Händler. Von Angestellten erfahren sie überdies, daß Mahandra Shivana (Aladins Deckname) durchaus bekannt ist. Er soll mit „den Leuten vom Salzsee“ zu tun haben, einigen Tierzüchtern, die im Landesinneren in Anatolien leben. Er genießt einen recht guten Ruf: Niemand traut ihm zu, ein krankes Tier verkauft zu haben. Das ist der vorgebliche Grund, warum die Serpentianer Shivana suchen: Angeblich hat er ihnen einen kranken Panther angedreht.
Die Unruhe in der Stadt hat am nächsten Tag zur Folge, daß Lin, der auf Nakatias Geheiß hin die magischen Kraftlinien vermißt, wegen seines verdächtigen Verhaltens verhaftet wird. Zwar kann Nakatia den Verantwortlichen klar machen, daß Lin nur ihr verrückter Vetter ist (glücklicherweise sind alle mit Illusionen getarnt unterwegs), aber der Chinese wird bis zur Abreise der Gruppe in Gewahrsam behalten.
Am nächsten Morgen begleiten Frederik und Sheila Isabelle erneut zu dem Tierhändler, obwohl das gemeinsame Essen erst am Abend stattfinden soll. Der Magier hofft, schon jetzt einen Blick auf die Schlangen erhaschen zu können. Das gelingt ihm auch, und er stellt fest, daß beide Tiere stark magisch sind. Als er und Isabelle zu den anderen zurückkehren, ist Sheila jedoch nicht mehr bei ihnen: Wie vom Erdboden scheint sie verschluckt worden zu sein. Auch mit einem Spruch ist sie nicht aufzufinden.
Am Abend schließlich treffen sich Frederik, Isabelle und Sir Quintus mit Jandar Prasad. Er kennt Mahandra Shivana recht gut und verweist die Gefährten erneut auf die Tierhändler, die am Großen Salzsee ihr Lager haben. Einige seine Leute werden in einigen Tagen dorthin aufbrechen. Die beiden Schlangen werden sie mitnehmen: Sie sind für Petru, einen der Tierzüchter, bestimmt. Er bietet an, daß die Serpentianer mit seinen Leuten durchs Gebirge nach Anatolien reisen könnten. Nach einiger Überlegung nimmt Frederik das Angebot an.
Vor dem Aufbruch wird in Serpentia eine Nachricht hinterlassen, damit jemand kommt und sich darum kümmert, weiterhin nach Sheila zu suchen, die immer noch nicht aufgetaucht ist. Lin wird rechtzeitig zum Aufbruch aus dem Gefängnis entlassen.
Die Reise durch den Taurus verläuft ereignislos. Auf der anderen Seite des Gebirges trennen sich Prasads Boten von den Serpentianern, da sie über Pferde verfügen und so schneller vorankommen. Zwar haben Nakatia und Frederik in Tarsus zwei Pferde besorgt, aber nicht die ganze Gruppe ist beritten. Von Prasads Leuten kennt die Gruppe den Weg zum Großen Salzsee: Durch das Tal von Ihlara nach Koloneia, dann weiter durch die Salzwüste.
Im Tal von Ihlara kommt es zu einem Zwischenfall: In die hohen Wände des Tals sind immer wieder kleine Felsenklöster geschnitten. Von einem türkischen Viehhirten werden die Gefährten gewarnt, in der Nähe eines dieser Klöster, das angeblich von Templern unterhalten wird, zu nächtigen. Neugierig geworden, schleichen sich Isabelle und Sir Quintus unsichtbar dorthin. Sie entdecken, daß mit dem Kloster tatsächlich etwas nicht stimmt: Von einem bestimmten Winkel aus gesehen ergeben die Fenstermosaike das Bild eines riesigen Ziegenkopfes, und in einer Truhe findet Isabelle ein Templergewand – aber das rote Kreuz ist umgedreht und mit Blut gezeichnet. Hastig verlassen die beiden das Kloster wieder. Einen Menschen bekommen sie nicht zu Gesicht.
Kurz bevor die Gefährten das Tal wieder verlassen, holt Sheila sie ein. Sie ist in Tarsus niedergeschlagen und etliche Tage gefangengehalten worden, kann aber nicht sagen, von wem.
Als die Serpentianer endlich nach längerer Reise am Ufer des Großen Salzsees ankommen, stellen sie fest, daß die Tierhändler außer ihnen noch andere Gäste haben: Zwei verschiedene türkische Gruppen, einige Griechen, eine Abordnung Templer und ein einzelnes, kleines Zelt. Es gehört zwei Dämonenjägern, von denen Gerbert von Köln Henry und Llwellyn vor einiger Zeit berichtet hatte: Freder von St.Vredelin und Georg von Schwarzenbruck. Beide sind auf der Suche nach dem gefährlichen Dämonischten Frederik von Nürnberg. Tatsächlich wuchsen Freder und Frederik gemeinsam in einem Kloster auf, bis Gerbert von Köln dort auftauchte und den magischen begabten Jungen entdeckte. Wie der Kirchenmann berichtete, sucht Freder schon eine Weile nach Frederik – die Spur hat ihn zunächst nach Schwarzenbruck geführt, wo er mehrere Jahre lang ein Gefangener im Hexenhügel (einer lokalen infernalen Regio) war, bis Georg ihm zur Flucht verhalf. Die beiden kamen in die Levante, weil sie gehört hatten, daß Gerbert den gesuchten Dämonisten dort gesehen habe.
Frederik ist nicht sonderlich begeistert, die beiden hier zu sehen. Noch weniger begeistert ist er, als er erfährt, daß sie auf der Suche nach „Mahandra Shivana“ sind, da sie den Verdacht haben, dieser könne ein Diener von dunklen Mächten sein. Am allerwenigsten begeistert ist er, als klar wird, daß Freder und Georg möglicherweise mit den Templern zusammenarbeiten wollen.
Auch ansonsten sind die Erkundigungen bei den Tierhändlern weniger erfreulich: Mahandra Shivana ist nicht anwesend, aber durchaus bekannt. Die Leute hier scheinen ihn alle zu schätzen, niemand verliert ein böses Wort über ihn. Einige von ihnen scheinen ebenfalls Gestaltwandler zu sein.
Wie sich erneut zeigt, ist es gut, daß die Gefährten mit Illusionen unterwegs sind: So können sie vorgeben, arabische Dämonenjäger zu sein, die sich mit Freder und Georg verbünden wollen. Die beiden haben jemanden gefunden, der bereit ist, sie zu Aladins Unterschlupf in der Nähe von Malakopea zu führen, und wollen nun dorthin aufbrechen. Auch sieben der zwölf Templer werden sie begleiten. Die Serpentianer schließen sich an. Nakatia und Isabelle, die krank geworden sind, werden im Lager der Tierhändler zurückbleiben, ebenso Karl, der als Nakatias Leibgrog fungiert. Der Rest bricht am nächsten Morgen auf.
Der Führer Jeno ist ein noch ein halber Junge, aber er scheint zu wissen, wo er hinmuß. Aber schon am ersten Abend endet die Reise: Die sieben Templer zeigen ihr wahres Gesicht als Diener des Satans und greifen die Gefährten, Freder und Georg an. Nach einem heftigen Kampf unterliegen sie endlich – nur einer von ihnen überlebt, und der hat nach einem Spruch Dáirines den Verstand verloren. Patrick, Sheila, Frederik und Freder sind ernsthaft verletzt worden, daher beschließt der Rest, zunächst umzukehren. Jeno ist glücklicherweise nichts passiert, und auch Georg ist unverletzt.
Die Rückreise verläuft deutlich langsamer als die Hinreise. Glücklicherweise werden die Gefährten auf dem Weg nach al-Arama nicht noch einmal angegriffen, und so erreichen sie Serpentia schließlich Anfang Winter unverrichteter Dinge….

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Marganma

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