Serpentia

Das Grab des Heiligen Zebedäus

Sommer 1179

Theobald, Julius, Aladin, Mikula, Sergej, Quintus, Hugo, Sir Garth, Andrew

Während Aladin mit solchen mundanen Verwicklungen beschäftigt ist, sind andere auch nicht untätig. Andrew versucht, über eine Locke, die er noch von ihr hat, seine Frau zu finden. Er kann zwar feststellen, daß sie in Jerusalem ist, aber kaum hat er den Spruch gesprochen, geht die Locke in Flammen auf. Da auch Terminus, Sir Garth und die anderen in die Heilige Stadt reisen, schließt er sich ihnen an.
In Jerusalem kommen sie bei einigen Verwandten des Jerbiton, den Glansdales, unter. Sir William Glansdale ist Jasmins Bruder, seine Frau Isabelle Andrews Stieftochter aus erster Ehe.
An dem Tag ihrer Ankunft gehen Sir Garth, Terminus und Quintus als erstes in die Grabeskirche. Es ist sehr voll, da an demselben Tag eine Pilgergruppe aus St. Cebedeo in Italien angekommen ist und jetzt hier am Schrein ihres Heiligen betet. Nach anfangs vergeblicher Suche drängen sich die drei dann doch durch die frommen Pilger und siehe da: Der Knochenschlüssel befindet sich tatsächlich bei den Gebeinen des Heiligen Zebedäus. Auf die Frage hin, was das denn wohl sei, bekommen sie zur Antwort, man wisse es nicht genau, aber möglicherweise wäre es eine Art gefangener Dämon. Eine andere These sagt, es sei der Schlüssel zum Himmelreich, was aber nicht so anerkannt ist. Jedenfalls ist das Reliquiar verschlossen und kann nicht so einfach geöffnet werden. Außerhalb der Kirche überlegt Quintus, ob man den Schlüssel stehlen könne. Sir Garth ermahnt ihn und schlägt seinerseits vor, doch zunächst mit dem Patriarchen zu sprechen. Terminus ist einverstanden, fragt sich aber, wie man an so eine Audienz kommt.
Wieder bei den Glansdales angekommen, begeben sich alle zu Bett. Mitten in der Nacht jedoch wachen Hugo und Quintus auf. Als sie den Raum verlassen, um nachzuschauen, was sie geweckt hat, sehen sie ein bläuliches Leuchten aus einem der Zimmer kommen. Als sie eintreten, sehen sie auf dem Bett die Leiche von Jasmin liegen. Andrew ist schon da und kniet fassungslos neben der Toten, einen Brief in der Hand. In ihm steht, Andrew solle nie wieder wagen, Abbas Ibn Usamas Kreise zu stören, sonst würde es ihm ebenso ergehen. Quintus bleibt bei ihm, während Hugo sofort den Hausherrn holt. Als dieser seine tote Schwester sieht, verliert er völlig die Fassung: Er beschuldigt seinen Schwager, die junge Frau umgebracht zu haben. Nur mühsam läßt er sich von Quintus und Hugo wieder beruhigen.
Unglücklicherweise haben einige schwatzhafte Diener einen Teil der Anschuldigungen gehört und verbreiten nun das Gerücht, der Herzog von Gloucester habe seine eigene Frau ermordet. Die Klatschbasen der Stadt sind nur zu glücklich über so viel Skandal, sodaß die ganze Affäre bis zum übernächsten Nachmittag auch bis zum König gedrungen ist. Dieser möchte den Dingen natürlich auf den Grund gehen und läßt die Glansdales und die anderen zu sich rufen.
An dem Morgen nach der Auffindung der Toten hat sich William wieder gefaßt und bittet für seine haltlosen Anschuldigungen um Nachsicht. Zu der Beerdigung an diesem Nachmittag geht die Familie wieder vereint. Auch die anderen Serpentianer sind dabei. Während der Trauerrede am Grab fällt Quintus eine Gestalt auf, die sich am Rande des Friedhofs herumdrückt. Als nach dem Begräbnis alle den Gottesacker verlassen, bleibt der Knappe zurück, um herauszufinden, um wen es sich da handelt. Als der Mann sich schließlich dem Grab nähert, erkennt Quintus dessen riesenhafte Gestalt sofort: Der Kerl ist der oberste Sklavenaufseher von Abbas Ibn Usama! Dennoch kniet er an der letzten Ruhestätte von Jasmin nieder, legt ein paar Blumen darauf und weint wie ein Kind. Als er endlich wieder geht, folgt ihm Quintus. Bald gelangen sie in einem unangenehmeren Teil der Stadt, und schließlich verschwindet der Aufseher im Keller eines baufälligen Hauses. Der ehemalige Dieb merkt sich dieses Haus und geht dann zurück, um den anderen von seiner Entdeckung zu berichten.
Mittlerweile aber ist die Einladung zum König bei Glansdales angekommen, also wird Abbas warten müssen. Außer William und Isabelle Glansdale und Andrew sind auch Sir Garth und Quintus dabei.
König Baudouin IV. von Jerusalem ist zwar ein junger Mann, aber dennoch ein sehr erwachsener. Damit mag seine schon in seiner Kindheit erfolgte Ansteckung mit Lepra verantwortlich sein, und jetzt, nach vielen Jahren der Krankheit, ist sein Körper zerfressen und entstellt. Dennoch wirkt er nicht abstoßend, als er die Adligen empfängt, und auch nicht mitleiderregend, sondern vielmehr respekteinflößend. Überlegt hört er sich den merkwürdigen Fall an und entscheidet, daß manche Leute – er wirft dabei einigen Templern und anderen Adligen einen Blick zu – besser aufpassen sollten, auf welche Gerüchte sie hören, und läßt die Trauernden nach Hause gehen. Von soviel Weisheit beeindruckt, bittet Sir Garth den König, für ihn eine Audienz beim Patriarchen zu erwirken. Nach einem kurzen Gespräch ist Baudouin überzeugt, daß es um nichts Triviales geht, und erklärt, er werde tun, was er könne.
Bereits am nächsten Tag erhält Sir Garth die Einladung für eine Audienz beim Patriarchen. Dort angekommen, ist er viel zu nervös, um die Verhandlungen zu führen, also muß Quintus als sein Knappe für ihn sprechen. Der Patriarch Amalrich ist ein großzügiger und aufgeschlossener Mann und hört sich Quintus´ Argumente ruhig an. Tatsächlich weiß er, daß niemand den kleinen Drachen bei den Gebeinen anfassen kann, und außer ihm vielleicht noch eine Handvoll anderer, aber von denen kann Quintus es kaum erfahren haben. Also entschließt sich der alte Patriarch, die Probe zu machen: Wenn Sir Garth den Schlüssel berühren kann und die Geschichte stimmt, kann der Schlüssel wohl auch nichts Heiliges sein. In diesem Fall können sie ihn gerne mitnehmen.
Natürlich gelingt es dem alten Ritter, den Schlüssel aufzunehmen, also darf er ihn auch behalten. Wieder ist einer der sieben Schlüssel in den Besitz der neuen Bewohner gekommen.
Endlich ist nun auch Zeit, sich um Abbas Ibn Usama, den Mörder von Jasmin, zu kümmern. Eine größere Gruppe bricht in Richtung des Hauses auf und kann den Schwarzkünstler auch aufstöbern. Es gibt einen verbissenen Kampf zwischen den Magi und Grogs von Serpentia auf der einen und Abbas´ Dienern auf der anderen Seite. Als der Ibn Usama aber merkt, daß es schlecht für ihn steht, flieht er. Dabei muß er allerdings seinen Enkel Kasar zurücklassen, der prompt fast verbrannt wäre, da er nicht mal richtig laufen kann. Quintus rettet ihn und beschließt, das verwöhnte Balg zu einem anständigen Menschen zu erziehen. Er hat Glück: Kasar ist Abbas´ jüngster und freundlichster Enkel, auch wenn der Knappe das am Anfang wohl kaum glauben mag.

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Marganma

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