Serpentia

Das Herz der Finsternis

Herbst 1188

Nakatia, Athanasius, Bernward, Colleen, Sir Lucien, Sir Quintus, Alenka, Isabelle

Da Anfang Herbst eine Einladung zum Erntedankfest aus Vezay eintrifft, machen sich Nakatia und Bernward in Begleitung der Ritter Sir Quintus, Sir Lucien und Lady Colleen auf, um diesem Dorf wieder einmal einen Besuch abzustatten.
Als sie aber dort ankommen, finden sie am Wegesrand zwei schwer verletzte Männer vor, die sich diese Wunden offenbar im Duell um ein Kästchen gegenseitig zugefügt haben. Während sie die beiden versorgen, kommt eine alte Bekannte des Wegs: Isabelle de Carason, jene Heilerin, die mit Serpentias Hilfe ihren Mann Jean-Claude aus der Sklaverei befreien konnte. Er ist mittlerweile der Ritter des Dorfes.
Während der Begrüßung spürt Isabelle etwas Böses von dem Kästchen ausgehen, daher wird es vergraben. Die Verwundeten werden nach Vezay gebracht, damit sie sich dort von ihren Verletzungen erholen können. Dabei stellt Isabelle fest, daß die beiden keine Menschen sind, sondern dem Feenvolk angehören.
Schon am nächsten Morgen hat sich der blonde Verletzte völlig erholt und verlangt voller Arroganz das Kästchen. Als sich ihm aber nach einer erregten Debatte mit Sir Lucien auch die Magier entgegenstellen, zieht sich Prinz Tibor – so sein Name – mit wilden Verwünschungen zurück.
Auch der andere, schwarzhaarige Kämpfer ist mittlerweile fast ganz genesen und stellt sich als Alessandro vor. Er behauptet, das Kästchen im Auftrag der Prinzessin der Schwarzen Rose an jemanden überbringen zu müssen. Da die Prinzessin eine alte Freundin von Colleen ist, überlassen die Gefährten ihm den Gegenstand. Dafür verspricht er ihnen, daß er Hilfe gegen Prinz Tibor schicken wird.
Am nächsten Tag taucht ein weiterer Suchender nach der kleinen Kiste auf: Er nennt sich Roland d´Arbonniere aus dem Hause Jerbiton und behauptet, in dem Kästchen befände sich sein Talisman, an dem er schon lange gearbeitet hätte und der kurz vor seiner Vollendung von einer Fee gestohlen wurde – Alessandro. Mit recht gemischten Gefühlen schicken Nakatia und Bernward ihn weiter. Dabei erfahren sie, daß er den ungefähren Aufenthaltsort des Steins, der sich in der Kiste befindet, spüren kann.
Etwas später dann machen sich die Gefährten auf, um den Hebammen im Wald, die verschwunden sein sollen, einen Besuch abzustatten. Dabei werden sie von Tibors Kreaturen, belebten Bäumen, angegriffen. In diesen Kampf greifen schließlich drei Kriegerinnen ein, die Alessandro geschickt hat: Evelina, Mirella und Violetta.
Die drei Damen erweisen sich als recht forsch und sehr freizügig, sodaß es ihnen gelingt, Alenka, Athanasius und Bernward zu überreden, mit ihnen das Lager zu teilen.
Schließlich kommt das Erntedankfest heran. Die Feier wird immer zügelloser, bis schließlich Männer und Frauen ungehemmt und rücksichtslos auf jede eheliche Bindung übereinander herfallen. Nur wenige bleiben von diesem Fieber verschont, darunter die Magier, Sir Quintus und Vater Durand, der Priester des Dorfes, den diese Exzesse allerdings böse schockieren. Später stellt sich dann heraus, daß jede der drei Kriegerinnen eine Dosis Feenwein unter die Getränke gemischt hat…
Am dritten Tag des Erntedankfests taucht Alessandro bei Colleen auf. Er hat das Kästchen immer noch bei sich, da derjenige, dem er es überbringen sollte, leider verstorben war. Auf Rolands Geschichte angesprochen, gibt er zu, den Stein genommen zu haben, aber nur, da der Jerbiton nicht sein rechtmäßiger Besitzer sei, sondern ihn seinerseits von einer Erdfee gestohlen habe. Da sein nächster Auftrag mit großen Gefahren verbunden ist, bittet er Colleen, bis zur Gründungsfeier von Vezay in etwa drei Tagen auf die kleine Kiste aufzupassen, was diese ihm auch verspricht.
Der Nachhall des ausschweifenden Festes ist nicht sonderlich positiv: Ehegatten, deren Leidenschaft sie in die Arme anderer geführt hat, machen sich gegenseitig bittere Vorwürfe; es kommt sogar zu einem Mord, und ein anderer kann nur knapp verhindert werden. Tatsächlich macht sich wieder eine infernale Aura bemerkbar…
Schließlich taucht am Abend vor der Gründungsfeier Roland d´Arbonniere wieder auf. Um ihn in die Irre zu führen, wird das Kästchen von Sir Quintus und den Kriegerinnen in den Wald gebracht, und Nakatia und Bernward behaupten, Tibor habe es gestohlen. Erbost begibt sich Roland zu dem Feenprinzen, um sein Eigentum zurückzuholen, und in der Nacht hallt ein entsetzlicher Schrei durch den Wald und alle Bäume erzittern: Offenbar hat der Jerbiton nicht lange gefackelt und den Feenprinzen ausgelöscht.
Am nächsten Tag erscheint er wieder in Vezay und fordert sein Kästchen. Als er es nicht bekommt, beginnt er mit einem Angriff und zündet die Häuser der Dorfbewohner an. Jedoch gelingt es Athanasius, ihn zu erschlagen, obwohl er selbst tiefe Wunden dabei davonträgt.
Dennoch wirkt Rolands unselige Magie weiter: Aus den brennenden Häusern wanken die Leichen der Erschlagenen hervor und beginnen, die Lebenden zu bekämpfen. Außerdem fliegen drei riesige Dämonenvögel über das Dorf und lassen große Steine auf die Flüchtenden herab regnen. Schließlich steht sogar Rolands Leichnam wieder auf und verlacht seine Gegner höhnisch. Ein zweites Mal kann er erschlagen werden, diesmal jedoch trennt Nakatia seinen Kopf von den Schultern und nimmt ihn mit sich.
Die überlebenden Dorfbewohner haben sich in den Wald geflüchtet, der kurz darauf jedoch auch zu brennen beginnt. Die letzte Fluchtmöglichkeit führt sie schließlich in Richtung Fluß, wo es zu einer großen Schlacht gegen die Untoten kommt, die aus den Reihen der erschlagenen Vezayer selbst stammen. Dabei wird Vater Durand, dessen Glaube neben Nakatias Bannmagie eine der stärksten Waffen gegen die teuflischen Gegner ist, getötet.
Schließlich jedoch stellt Colleen fest, daß das umkämpfte Kästchen von innen heraus leuchtet, und Isabelle kann die Aura des Bösen immer noch wahrnehmen. So wird schließlich die mysteriöse Kiste endlich geöffnet und der darinnen liegende, grell leuchtende Stein durch einen Dämonenbannspruch vernichtet.
Damit zerfällt auch der Kopf Rolands, und die Untoten sinken entseelt darnieder. Doch der Preis war hoch: Über die Hälfte der Dorfbewohner ist gefallen, Vezay und die umliegenden Wälder liegen in Schutt und Asche. Die Einladung, mit nach St. Blasius zu kommen, nehmen die jetzt Heimatlosen gerne an: Keiner möchte hier wohnen bleiben.
Schließlich erinnert sich Nakatia, was dieser Stein gewesen sein könnte: Sie hat schon von Dämonisten gehört, die ihr Herz aus ihrem Körper in einen Stein verlagert haben sollen. Offenbar besaß der angebliche Roland d´Arbonniere diese Fähigkeit…
Als Alessandro von der Zerstörung des Herzens erfährt, ist er sehr mitfühlend und verständnisvoll und scheidet in Freundschaft von Colleen. Dennoch sind die Magier mißtrauisch geworden: Das Verhalten der Kriegerinnen hätte auch zu Dämonen gepaßt. Tatsächlich kann Isabelle an den Resten des angeblichen „Feenweins“ auch eine üble Ausstrahlung feststellen. Auch von Alessandro hat im Feenreich noch nie jemand etwas gehört, Fionnuala hält es für unwahrscheinlich, daß er ein Diener der Prinzessin der Schwarzen Rose ist…
Da die drei Kriegerinnen möglicherweise Succubi waren, bekommen Bernward und Athanasius für die nächsten neun Monate Bundarrest erteilt, da man nach der Julius-Affäre keine weiteren Inkubi brauchen kann…

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Marganma

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