Serpentia

Das Wunder am Loch Ness

Herbst 1197

Andrew, Frederik, Hélène, Sheila, Alen, Pierre

Im Herbst wird Sines Hochzeit mit Cedric, dem Sohn des Schmiedes, groß gefeiert. Nachdem sich Andrew und Frederik von den Nachwirkungen des Festes erholt haben, brechen sie nach Schottland auf: Dort will sich Frederik mit Liber Petri unterhalten und erfahren, was die kryptischen Äußerungen in dessen Brief zu bedeuten haben.
Die beiden Magier werden von ihren Leibgrogs Sheila und Alen begleitet, außerdem kommen auch noch Hélène und der junge Pierre mit.
Sie gehen zunächst durch das Hermesportal nach Solis Defectio. Dort erfahren sie, daß Liber Petris Bund, Dun na Suaine, sich auf der Insel Coll befindet. Diese liegt auf der anderen Seite Schottlands. Nach einer kurzen Diskussion beschließen die Magier, zunächst nach Aberdeen zu reisen, um von dort aus ein Schiff nach Coll zu nehmen.
In der Stadt angekommen, finden sie tatsächlich recht schnell jemanden, der nach Coll fährt: Kapitän Björn Baldersen von der Krake, der in zwei Tagen ablegen will. Nach einer kleinen Kneipenschlägerei, die die Serpentianer für sich entscheiden können, verabschieden sie sich von dem schwarzbärtigen Wikinger. Auf dem Weg zurück zu ihrer Gaststätte warnt Zaphirael, Hélènes Schutzengel, daß sie von einem Dämon verfolgt würden. Nach einiger Beratung beschließen die Magier, nicht mit der Krake zu segeln, da sie befürchten, daß der Kapitän etwas mit dem plötzlichen Auftauchen des Dämons zu tun hat. Statt dessen wollen sie Schottland zu Fuß bis zur Westküste durchqueren und dort mit einem Fischerboot nach Coll fahren.
Aber schon nach dem ersten Tag der Reise wird klar, daß der Dämon sie immer noch verfolgt. Er kommt jedoch zunächst nicht näher. Unterwegs sehen die Magier und ihre Begleiter immer wieder Spuren von der traditionellen schottischen Sitte des Viehdiebstahls, die allerdings mehr den Eindruck von Raubüberfällen erwecken. Oftmals sind auch die Überlebenden solcher Überfälle dem Tode geweiht, denn ohne ihr Vieh werden sie im Winter einfach verhungern.
Nach etwa vier Tagen Reise nähern sich die sechs Serpentianer dem Loch Ness. Dort soll es einen Bund geben, Inbhir Nis, in dem Andrew und Frederik zunächst Station machen wollen. Aber als sie gegen Abend am einem steilen Hügelkamm oberhalb des Sees ankommen, stellen sie fest, daß aus ihrem einen dämonischen Verfolger auf einmal eine ganze Meute geworden ist, die versucht, sie zum See zu drängen. Zunächst versuchen sie, sich zum Bund zu retten, aber Hélène erhält von ihrem Schutzengel eine eindringliche Warnung, nicht dorthin zu gehen. So fliehen die beiden Magier mit ihren Begleitern zunächst am Ufer des Sees entlang. Als sie sehen, daß sie den Dämonen nicht entkommen können, versuchen sie, sich wieder zur Hügelkuppe durchzuschlagen, treffen dabei aber auf entschiedenen Widerstand. Bei dem Versuch werden beide Magier verletzt.
Schließlich flüchten sie sich in eine magisch erschaffene Erdhöhle in der Seite des Hügels. Um die Dämonen abzuhalten, kniet sich Hélène in den Eingang und beginnt, intensiv zu beten. Da erscheint um sie herum ein helles, reines Licht, das die Dämonen zurücktreibt und so lange von den anderen fernhält, bis endlich die Sonne aufgeht und die infernalen Kreaturen verschwinden. Hélène fällt in einen tiefen, friedlichen Schlummer, aus dem sie zunächst nicht zu wecken ist.
Die Grogs bringen sie und die verletzten Magier in ein nahes Kloster, wo man sich um die Verwundeten kümmert. Hélène erwacht erst am Abend wieder von Gesang der Mönche. Die Serpentianer bleiben noch einen weiteren Tag in dem Kloster und brechen dann wieder auf. Durch die gute Pflege und die Betreuung durch Hélène sind die beiden Magier in der Lage, die Reise ohne große Schwierigkeiten fortzusetzen.
In der Nähe eines kleinen schottischen Dorfes bemerkt Andrew plötzlich, daß in regelmäßigen Abständen etwas gegen seine Parma prallt. Vorsichtig schaltet er seinen magischen Schutz nach vorheriger Beratung mit Frederik und den anderen ab. Daraufhin hat er eine Art Vision: Aus einem Turm, der inmitten einer kargen, kalten Landschaft steht, steigt in regelmäßigen Abständen eine Rauchfahne auf – wie der Atem eines großen Tieres, möglicherweise der eines Drachen. Die Vision dauert nicht lange. Andrew vermutet, daß sie etwas mit der Geschichte um den Herrn der Raben und den König der Drachen zu tun hat. Da er aber die Landschaft, die den Turm umgibt, nicht kennt, kann er zu keinen weiteren Aufschlüssen gelangen, und so setzen die Gefährten die Reise fort.
Noch einmal gibt es einen Zwischenfall: Die Gruppe wird von einem Dutzend Krieger aus dem Clan der Sinclairs überfallen. Dank der beiden Magier ist es jedoch kein Problem, diesen Angriff abzuwehren und die Feinde zu erschlagen. Offenbar wurden sie von den Dämonen zu dem Überfall angestachelt, nachdem diese sich nicht mehr selbst trauten, etwas gegen die Gefährten zu unternehmen.
Nach einem kurzen Besuch in Dun an Orain, einem schottischen Clansbund der MacLeods, treffen die Serpentianer endlich an der Westküste ein. Dort wartet schon ein Schiff von Dun na Suaine auf sie: Liber Petri hat seine Mitbrüder und -schwestern von dem bevorstehenden Besuch berichtet.
Dun na Suaine liegt auf der Insel Coll in der Nähe eines nebelverhangenen Sees. Die Bundgebäude sind um diesen See herum verteilt. Obwohl sie nicht häufig Besuch erhalten, empfangen die Magier des Bundes Frederik und Andrew freundlich. Allerdings ist Liber Petri zur Zeit nicht ansprechbar – er ist in seinem Labor schwer beschäftigt. Aber während Frederik und Andrew mit einigen Magiern zu Abend essen, kommt ein aufgeregter Diener in den Speisesaal gelaufen und erklärt, daß „es“ wieder losginge.
Augurius, der Princeps des Bundes, lädt Frederik und Andrew ein, ihn zu begleiten, da diese Sache Liber Petri betrifft und für sie interessant sein könnte. Gemeinsam gehen die Magier zum Labor des Criamon, einen kreisrunden Raum, dessen Wände über und über mit Schrift bedeckt sind. Die Einrichtung befindet sich dagegen in der Mitte.
An einer der Wände steht Liber Petri. Er ist damit beschäftigt, einzelne Worte aus dem an der Wand stehenden Text zu unterstreichen. Jedes markierte Wort wird von einer lauten, unsichtbaren Stimme vorgelesen, sodaß sich langsam eine Geschichte entwickelt. In der Mitte des Raums schwebt eine große Illusion, die die Geschichte in beweglichen Bildern zeigt.
Es geht um Sarah, Liber Petris verschollenen Lehrling, die einen Einbrecher auf frischer Tat überrascht. Dabei fällt eine Lampe zu Boden, der sich rasend schnell entzündet. Die Geschichte endet damit, daß Sarah qualvoll verbrennt. Liber Petri bricht zusammen und wird von einigen Grogs aus dem Raum geführt.
Augurius erzählt Andrew und Frederik, daß diese Geschichte schon die dritte ist, die Liber Petri auf diese Weise erzählt. Auch die beiden anderen endeten damit, daß Sarah verbrannte. Die erste dieser Episoden spielte sich ungefähr zu dem Zeitpunkt ab, als der Aufstand in Famagusta stattfand.
Um mehr über Liber Petri und seine Visionen zu erfahren, schauen sich Andrew und Frederik dessen Labor mit Augurius´ Erlaubnis noch einmal genauer an. Sie stellen fest, daß an den Wänden eine Geschichte in zwölf Kapitel auf 365 Seiten erzählt wird. Es geht um ein Ehepaar, daß sich im ersten Viertel kennen und lieben lernt, dann glücklich zusammen lebt, im dritten Viertel Streit bekommt, und im letzten Viertel langsam wieder zueinander findet. Merkwürdigerweise endet die Geschichte mit dem Satz: „… und dann brachten sie sich gegenseitig um.“. Ansonsten hätte man wieder von vorne anfangen können. Mit Hilfe dieses „Buches“ ist Liber Petri in der Lage, in die Zukunft zu sehen, indem er einzelne Worte unterstreicht und so neue Sätze bildet.
Frederik und Andrew diskutieren einige Thesen, was hinter den Visionen und Liber Petris Brief stecken könnte, kommen aber zu keinem näheren Ergebnis. Da es nicht möglich ist, mit dem Criamon ein sinnvolles Gespräch zu führen, brechen die beiden Magier schon bald wieder nach Hause auf – diesmal allerdings mit einem Schiff.

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Marganma

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