Serpentia

Der Blütenmarkt

Frühling 1199

Der Blütenmarkt

Rhys, Karl, Tina, Mehmet, Dáirine, Olf, Ramitep, Ludwig, Colleen

Nachdem die Angelegenheit mit Aladin nun endlich geklärt ist, will Rhys sich um seine beiden im Feenwald verlorenen Söhne kümmern. Da Andrew Aischa bei der ihrer Rettung im vergangenen Herbst aufgefordert hat, mit Steven und seinem Bruder dem Schneemarkt einen Besuch abzustatten, hofft Rhys, sie dort zu erwischen. Da er sich mit Feen nicht sehr gut auskennt, werden Dáirine und Colleen ihn begleiten. Auch Tina will es sich nicht nehmen lassen, dabeizusein – schließlich geht es auch um ihre Söhne. Ramitep schließt sich ebenfalls an, dazu kommen dann noch die Grogs Karl, Olf, Ludwig und Mehmet.
Mit warmer Kleidung ausgestattet begibt sich die Gruppe auf die Reise. Um zum Schneemarkt zu kommen, machen sie zunächst im Goldenen Frühlingswald Station, wo Ramitep von der Fee Lucrezia in die Feinheiten des Tanzvergnügens eingeführt wird. Sehr zu ihrer Überraschung treffen sie dort auch eine Gesandschaft des Rosenprinzen, die aus zwei Stahldornenelfen, einem Blutrosenelf und einer Abendlichtrosenelfe besteht. Die vier sind unterwegs, um die Königin der Rosen zu finden. Sie und ihr Reich der Goldenen Rose gelten schon lange als verschwunden. Der Rosenprinz möchte sie finden, um ihr persönlich die Treue zu schwören – behauptet zumindest die Gesandtschaft.
Nach dem abendlichen Fest fahren sie mit dem Wagenhaus weiter, wo sie mit einer fremdländischen Köstlichkeit namens „Schokolade“ in Kontakt kommen. Zwar kann man Ramitep und Dáirine, die besonderen Gefallen daran gefunden haben, den Herkunftsort nicht nennen, aber die beiden beschließen, sich auf dem Schneemarkt danach umzuhören.
Dort haben sie tatsächlich Glück: Sie treffen auf eine sehr merkwürdige Fee mit einem Adlerkopf, die behauptet, ein unwichtiger Gott mit Namen Oyoatl zu sein. Dieser Oyoatl kennt Schokolade tatsächlich und erklärt, daß sie aus den Bohnen der Kakaopflanze gewonnen wird. Diese Pflanze wächst in der Nähe eines Ortes namens Tenochtitlan – wo das auch immer sein mag. Ramitep beschließt, irgendwann eine Reise dorthin zu unternehmen. Immerhin können sie sich von Oyoatl sechs Tafeln gepresste Schokolade ertauschen.
Währenddessen erfahren Rhys und Tina, daß Aischa schon hier war, offenbar mit einem halben Heer von Stahldornenelfen. Allerdings sind sie genau deswegen sehr schnell wieder vom Schneemarkt verwiesen worden – der Rat der Schatten mag keine fremden Heere in seiner Stadt. Während Rhys und Tina versuchen, im Silberglanz genauere Informationen zu bekommen, treffen Colleen und Dáirine einen alten Bekannten: Sir Richard, der Ritter der Grenzen, hält sich zur Zeit gerade auf dem Schneemarkt auf. Interessiert hört er alle Neuigkeiten aus Serpentia und verspricht, zu der Hochzeit seines Bruders Gwyn im Sommer zu kommen. Er kann auch bei der Suche nach Aischa weiterhelfen: Soweit er weiß, hält sie sich häufiger auf dem Markt der Blüten auf. Bei ihren Besuchen dort hat sie üblicherweise auch ihre beiden Pagen dabei.
Da es keine anderen Spuren auf dem Schneemarkt gibt, reisen die Serpentianer weiter zum Markt der Blüten. Glücklicherweise gibt es über einen der Kräuterhändler eine direkte Verbindung dorthin.
Der Blütenmarkt ist ein wenig größer als der Schneemarkt, allerdings gibt es hier weniger feste Gebäude. Statt dessen stehen überall Zelte, teilweise sehr prächtig. Das Wetter ist mild, nicht zu warm und nicht zu kalt. Von Richard haben Colleen und Dáirine erfahren, daß es auf dem Blütenmarkt weniger gesetzlos zugeht als auf dem Schneemarkt. Es gibt sogar eine Marktwache und eine Marktverwaltung.
Schnell finden sie heraus, daß Aischa immer in Krone und Kelch, der besten Herberge des Blütenmarkts, absteigt. Daraufhin nehmen auch sie dort Zimmer. Aber schon nach der ersten Nacht wechseln sie in den gemütlicheren Gasthof Zur Weißen Linde, da sie in den Leuten in Krone und Kelch wohl nicht vornehm genug waren.
Bei der weiteren Erkundung des Blütenmarkts trifft Colleen den Maskenritter – eben jenen Ritter, der sie selbst ausgebildet hat. Von ihm erfährt sie, daß sich im Moment etliche Rosenelfen auf dem Blütenmarkt aufhalten – Unzufriedene, die einen Aufstand gegen den Rosenprinzen planen. Auch eine Elfe von der Schwarzen Rose ist da: Soweit der Maskenritter weiß, hält sie sich in der etwas rauheren Schenke Schwert auf.
Da Aischa noch nicht eingetroffen ist, beschließen die Gefährten, sich mit der Elfe der Schwarzen Rose zu unterhalten. Ihr Name ist Morag, und von ihr erfahren sie, daß sich tatsächlich gerade eine Allianz gegen den Rosenprinzen bildet. Im Augenblick sind daran außer ihr noch etliche Unzufriedene aus den Fünf Reichen (hauptsächlich Reifrosenelfen) und die Tochter des letzten Königs der Stahldornenelfen beteiligt. Aber sie sind aktiv auf der Suche nach weiteren Verbündeten, mit denen sie sich demnächst treffen wollen.
Rhys und die anderen wollen sich zunächst nicht in die Sache einmischen, aber dann fällt ihnen auf, daß Aischa und ihre beiden Pagen bei ihrem nächsten Besuch ein willkommenes Ziel für die Verschwörer abgeben könnten. Um für die Sicherheit der beiden Jungen zu garantieren, treffen die Magier ein Abkommen mit den Verschwörern: Sie werden ihre Sache unterstützen, und dafür werden die Elfen den Kindern und Aischa kein Haar krümmen.
Die Mitglieder der Allianz möchten, daß die Serpentianer die Silberrosenelfen um ihre Hilfe bitten. Diese sind bekannt für ihren Stolz und vor allem für ihre guten Duellisten. Außerdem haben sie ihren Treueeid dem Herrn des Silbermeeres und nicht der Königin der Rosen geschworen. Möglicherweise könnte die Neuigkeit, daß der Rosenprinz auf der Suche nach ihr ist, sie zu seinen Gegnern machen. Während die Serpentianer unterwegs sind, werden die auf dem Blütenmarkt verbliebenen Elfen der Allianz Ausschau nach Aischa und ihren Pagen halten und sie – wenn nötig – daran hindern, den Markt wieder zu verlassen. Auch Tina wird hierbleiben: Zum einen sollte jemand ein Auge auf die neuen Verbündeten haben, und zum anderen will sie noch ein wenig einkaufen… Mehmet, der Grog, der so gerne schwere Sachen hochhebt, wird bei ihr bleiben, der Rest bricht noch am selben Tag auf.
Nach einer kurzen Reise – das Reich der Silberrosenelfen hat einen direkten Zugang zum Blütenmarkt – treffen die Serpentianer an ihrem Ziel ein. Als Botschafter der Allianz werden sie von dem Fürst und der Fürstin freundlich aufgenommen, wenn sie auch feststellen müssen, daß der Hof hier sehr förmlich ist. Vor allem Colleen liegt das gar nicht.
Als sie am Tag nach ihrer Ankunft zu einer Audienz mit den Herrschern gebeten werden, ist noch eine zweite Gruppe Abgesandter da: Botschafter des Rosenprinzen selbst. Diese Gruppe besteht aus drei Stahldornenelfen – eine davon eine Ritterin, Sir Karakiria -, einer Blutrosenelfe namens Tijelle und dem Reifrosenelf Iavarre. Sehr schnell stellt sich heraus, daß Iavarre mit seiner arroganten Art und seinem herrischen Gehabe die Verhandlungen eher zu Gunsten von Rhys und seinen Gefährten beeinflußt.
Nach dem Gespräch der beiden Parteien mit den Silberrosenherrschern ziehen sich die beiden zur Beratung zurück. Schließlich verkünden sie, daß sie sich weder für die eine noch für die andere Gruppe entscheiden können – so sollen drei Wettkämpfe Klarheit bringen. Der erste Wettkampf ist ein Jagdwettstreit: Wer als erstes den Kopf eines Eiborons zum Schloß bringt, der hat ihn gewonnen. Danach folgt ein Dichterwettbewerb, in dem die Taten bei der Erlegung des Eiborons besungen werden müssen, und zu guter Letzt werden Fürst und Fürstin jeder Gruppe ein Rätsel stellen – Sieger ist der, der seines zuerst gelöst hat.
Nachdem Rhys und die anderen herausgefunden haben, daß es sich bei einem Eiboron um eine Art riesenhaftes Wildschwein handelt, das zudem auch noch Blitze verschleudert, treffen sie die nötigen Vorbereitungen: Rhys macht die Kämpfer immun gegen Blitzschläge, Dáirine härtet ihre Haut, sodaß sie die Angriffe des Eiborons besser aushalten, und schärft die Waffen.
Am nächsten Morgen geht es los: Beide Gruppen brechen in Richtung der Berge, wo die Eiborons leben, auf. Dort gelingt es Rhys, mit einigen Blitzen ein gigantisches Eiboron anzulocken, das Dank der guten Vorbereitung auch ohne größere Probleme erschlagen wird. Doch als sich die Gefährten wieder dem Schloß der Silberrosenelfen nähern, müssen sie feststellen, daß auch die andere Gruppe erfolgreich war. Im Gegensatz zu ihnen selber verfügen die Rosenelfen jedoch über Pferde, sodaß es zunächst scheint, als würden sie diesen Wettstreit verlieren. Da jedoch ruft Colleen ihr Wappentier, ein goldenes Roß, aus ihrem Schild hervor. Auf diesem Wundertier kann sie die andere Gruppe leicht überholen – der erste Wettbewerb geht an die Serpentianer.
An diesem Abend erklären der Fürst und die Fürstin, daß die beiden Gruppen nun den nächsten Tag Zeit für ihr Gedicht hätten. Am Morgen danach sollen sie es vortragen. Inzwischen haben die Serpentianer jedoch erfahren, daß es durchaus zulässig ist, einen Barden mit der Kompostion zu beauftragen, und so bitten sie Aimas, einen sehr beliebten Lautenspieler, um Hilfe. Zusammen mit Olf und Dáirine kann der Elfenbarde dann auch ein recht hübsches Lied über die Lady Colleen und die Jagd nach dem Eiboron erdichten.
Am Morgen danach werden beide Lieder vorgetragen. Fürst und Fürstin fällen keine unmittelbare Entscheidung, sondern wollen sich zur Beratung zurückziehen. Vorher jedoch erhalten beide Gruppen ihre Rätsel – wer seins zuerst lösen kann, hat diesen Wettstreit gewonnen. Nach einigem Nachdenken fällt Rhys die Antwort ziemlich schnell ein, und so haben die Serpentianer nun auch den zweiten Wettstreit für sich entschieden. Da macht es dann auch nichts mehr, daß die beiden Herrscher verkünden, daß der Sieg im Dichterwettbewerb an die Silberrosenelfen geht.
Nach einer kurzen Beratung, bei der die Gefährten den Silberrosenelfen mitteilen, wann und wo sich die Gegner des Rosenprinzen treffen wollen, brechen die Serpentianer wieder auf. Vor allem Colleen hat sich bei den steifen, förmlichen Silberrosenelfen nicht sonderlich wohl gefühlt. Ihre Rückreise zum Blütenmarkt verläuft schnell und ohne weitere Zwischenfälle.
Dort angekommen, stellen sie fest, daß sich Aischa, Adrien und Steven bereits in der Stadt befinden. Allerdings haben die verbündeten Feen unter der Führung von Estavor, einem Stahldornenelfen, ihren Rückweg durch das direkte Tor mit Heckenschützen blockiert. So halten sich Aischa, die beiden Jungen und ihre Gefolgschaft immer noch in der Herberge Krone und Kelch auf.
Tina und Mehmet haben noch nichts weiteres unternommen, was auch daran liegen mag, daß sich Tina eine schwere Grippe eingefangen hat und außer krächzen und husten nicht viel tun kann. Unglücklicherweise steckt sich Ramitep noch am Tag ihrer Rückkehr bei ihr an.
Gegen Abend kommt ein Bote zur Weißen Linde, der eine Nachricht für Rhys und die anderen hat: „Sie wissen, wer Ihr seid. Sie wissen, wo Ihr seid. Nehmt Euch in Acht. Ein Freund.“ Rhys analysiert zunächt die Handschrift dieser Nachricht mit Magie und stellt erfreut fest, daß sie wohl von Steven verfaßt wurde. Längere Zeit diskutieren die Serpentianer nun die Bedeutung der Botschaft, bis sie bemerken, daß sich der Feind schon im Haus befindet. Im darauffolgenden Handgemenge werden alle gefangengenommen, außer Karl – der von Dáirine unsichtbar gemacht wurde – und Colleen, die sich gar nicht in der Herberge aufgehalten hat. Außerdem geht die Weiße Linde bei der Suche nach den Fehlenden in Flammen auf, und mit ihr auch ein Teil der Besitztümer der Gruppe.
Die Serpentianer werden nun zum Schwert gebracht, das von Aischa und ihren Untergebenen gemietet wurde, da man in Krone und Kelch schlecht Gefangene unterbringen kann. Dort wird Rhys von den anderen getrennt und in ein separates Zimmer gebracht. Dort wird er gefesselt, geknebelt und geschlagen. Zwei Bewacher verbleiben in dem Zimmer, um ihm jegliche Chance zur Flucht zu nehmen. Der Rest wird in einen fensterlosen Keller gebracht und ebenfalls gefesselt.
Karl gelingt es, Colleen zu finden. Gemeinsam verständigen sie zunächst Estavor von der neuen Entwicklung, der verspricht, ihnen bei der Rettung ihrer Gefährten zu helfen. Karl, der immer noch unsichtbar ist, schleicht sich in das Schwert und schaut sich um. Dabei findet er heraus, daß es sehr schwierig werden wird, Ramitep, Tina und die anderen ohne einen Magier aus dem Keller zu befreien. Bei Rhys sieht die Sache schon anders aus: Das Zimmer, in dem er gefangen gehalten wird, hat ein Fenster, durch das man eindringen könnte.
Während Colleen, Karl und Estavor noch planen, kommt Steven bei den Gefangenen im Keller vorbei, scheinbar, um sie zu verhöhnen. Dabei spielt er jedoch Ludwig heimlich einen Dolch zu. Nachdem der Junge wieder gegangen ist, befreien sich Ludwig, Olf, Mehmet und Dáirine vorsichtig von ihren Fesseln. Nach einem harten Kampf gelingt es ihnen, die drei Stahldornenelfen, die man als Wächter bei ihnen gelassen hatte, auszuschalten. Dabei findet allerdings Mehmet den Tod, und Ludwig wird schwer verletzt. Da sie nicht in der Verfassung sind, noch einen Kampf zu überstehen, höhlt der kranke Ramitep einen Ausgang aus dem Keller, durch den sie entkommen. Draußen werden sie schnell von Colleen und den anderen entdeckt, die sie in den Plan zu Rhys´ Befreiung einweihen. Aber Dáirine und Ramitep sind zu erschöpft, um sich daran noch zu beteiligen. So bleibt das Ganze Colleen, Karl und Estavor überlassen.
Es gelingt ihnen tatsächlich, an der Wand der Herberge bis zum Fenster zu klettern und einzudringen. Während zwei von Estavors Untergebenen die Wächter beschäftigen, befreit Karl Rhys von seinen Fesseln. Augenblicklich fliehen die beiden aus dem Zimmer, wo der Kampf immer noch tobt. Später stellt sich heraus, daß die beiden Wächter noch Verstärkung bekommen haben – von den verbündeten Stahldornenelfen überlebt allein Estavor, der ebenfalls rechtzeitig fliehen kann.
In der Herberge Lavendelhauch treffen die beiden Gruppen wieder aufeinander. Zwar sind alle sehr zornig auf Aischa, die möglicherweise etwas mit der Gefangennahme der Gefährten zu tun hatte, aber größtenteils sind sie erleichtert, daß alle außer dem armen Mehmet die Angelegenheit überlebt haben, wenn auch ein Großteil ihrer Besitztümer entweder verbrannt oder von Aischa „beschlagnahmt“ worden ist. Immerhin hat Ramitep seine Klumpen Schokolade noch – offenbar konnte sie mit dem Zeug nichts anfangen.
Rhys ist mit dem Ausgang der Sache nicht unzufrieden: Wie es scheint, ist Steven von dem Haß, den ihm sowohl der Rosenprinz als auch sein Zwilling einimpfen wollen, weitgehend verschont geblieben. Das beruhigt den Magier und seine Ehefrau doch ein wenig.
Am nächsten Tag stellt sich heraus, daß Aischa und Adrien den Blütenmarkt verlassen haben: Estavor war nach dem verlustreichen Kampf nicht mehr in der Lage, das Tor ins Reich der Fünf Rosen ausreichend zu bewachen. So beschließen auch die Serpentianer, wieder abzureisen, denn sie haben hier getan, was sie tun wollten.
Auch auf dem Rückweg können sie das Wagenhaus zum Goldenen Frühlingswald nehmen. So erreichen sie Serpentia einige Wochen, nachdem sie aufgebrochen sind, unbehelligt wieder.

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Marganma

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