Serpentia

Der Fall von Jerusalem

Herbst 1187

Nakatia, Athanasius, Frederik, Alen, Llwellyn, Henry, Julius, Ali der Riese

Sir Quintus, Colleen, Alenka, Nicodemus, Antonicella, Brendan, Olivier

Als Aladin erfährt, daß die anderen Magi bei ihren Versuchen, Dux Bellum zu erwischen, keinen Erfolg hatten, überstellt er ihnen eine kleine, aber hervorragende Söldnergruppe, die sie ein wenig unterstützen soll. Zur allgemeinen Überraschung handelt es sich bei dem Anführer der Söldner um jenen Ali den Riesen, der Llwellyn schon aus Damaskus bekannt ist. Auf seinen Vorschlag hin sichern sie die Zelte der Emire, die möglicherweise immer noch durch Dux Bellum bedroht sind, mit kleinen Glöckchen.
Da das Heer schon am Tag nach der Schlacht nach Acre weiterzieht, kehrt Cyriano in den Bund zurück, damit dieser nicht allzu lange ohne Magier ist. Vor den Mauern der Stadt angekommen, errichtet das Heer jetzt ein relativ permanentes Lager. Während Saladin mit den Stadtherren über die Übernahmebedingungen verhandelt, ziehen die Magier einen Schutzkreis um ihr Lager, der anzeigt, wenn etwas Magisches durch die Barriere tritt. Dieser Schutzkreis führt in der Nacht noch zu einiger Verwirrung, als Frederiks Sperling ihn besuchen kommen möchte, aber bei dem allgemeinen Aufruhr doch lieber beschließt, sich zunächst zu verstecken… Immerhin wird so eindeutig festgestellt, daß der kleine Vogel, der behauptet, einer der zwei Sperlinge von der Arche gewesen zu sein, wirklich magisch ist.
Ansonsten bleiben weitere Versuche, Dux Bellum zu finden, fruchtlos. Zwar gelingt es Nakatia, die Geister von Sebastiano und José zu beschwören, aber die beiden wissen auch nicht viel mehr über den Tremere als die Serpentianer.
Die Kundschafterin Selma ist schon etwas erfolgreicher: Sie hat herausbekommen, daß sich ein Doppelgänger von Aladin bei den Männern von Saladins Neffen Taki ed-Din herumgetrieben hat. Offenbar hat er ihnen große Beute bei der Übernahme von Acre, die morgen stattfinden soll, versprochen. Außerdem hat er Gerüchte gestreut, die von einem großen Schatz in der Zuckerfabrik im Osten der Stadt sprechen.
Da die Magier nicht genau wissen, was sie mit diesen Informationen anfangen sollen, beschließen sie, Taki und seine Männer in die Stadt zu begleiten, um eventuell eingreifen zu können. Dies erweist sich als eine gute Idee: Denn gegen Saladins Befehl entschließt sich der junge Emir, die Zuckerfabrik zu plündern. Im Innenhof des Gebäudes jedoch wird er mit nur wenigen seiner Getreuen, darunter auch den Serpentianern, eingeschlossen und von den wartenden christlichen Verteidigern angegriffen und unter Beschuß genommen. Es gelingt Ali und seinen Männern, das Dach von Bogenschützen zu säubern, allerdings nicht, bevor ein verirrter Pfeil Nakatia getroffen und verwundet hat. Während des heftigen Kampfes erhebt sich Frederik einmal mehr unsichtbar mit dem Fluggürtel in die Luft, und tatsächlich sieht er, wie einer der Leibwachen Takis sich von hinten mit stoßbereitem Dolch auf den jungen Emir zubewegt. Es gelingt ihm jedoch, einen der anderen Krieger darauf aufmerksam zu machen. Dieser erschlägt den hinterhältigen Attentäter, bevor der zum Zustoßen kommt.
Nachdem Ali das Dach eingenommen hat, gelingt es den anderen Kämpfern der Araber, die Christen zurückzudrängen und zu erschlagen. Die Magier ziehen sich nach der blutigen Auseinandersetzung schnell ins Lager zurück, um die Verwundeten zu verbinden, nehmen allerdings den Leichnam des verhinderten Meuchelmörders mit. Von ihm, der gar kein Araber ist, sondern ein getarnter Grog von Crux Liberandi namens Gilbert, erfahren sie, daß Dux Bellum ihm diesen Mordauftrag gab. Der Geist des Erschlagenen scheint recht umgänglich zu sein und bittet die Magier, im Gegenzug zu Informationen über Crux um Hilfe für seine schwangere Geliebte Marie, was diese zusagen. Dadurch erfahren sie, daß Dux Bellum immer einen Helm trägt, weil er so unerträglich häßlich ist. Außerdem kann ihnen Gilbert eine recht genaue Vorstellung von den Bauten von Crux Liberandi vermitteln.
Nach dem Triumphzug Saladins durch Acre kommt ein Bote des Sultans zu den Magiern: Der arabische Herrscher würde sie gern sprechen. Bei dieser Unterhaltung erfahren Frederik und Llwellyn, daß Saladin wohl sein angeblich magischer und mächtiger Säbel gestohlen wurde. Da sie die Wahrheit hinter dieser Legende kennen – nur ein Ablenkungmanöver – können sie sich freuen: Offenbar hat Dux Bellum auch einmal einen Fehler gemacht…
Nach der Übernahme von Acre beginnt Saladin seinen Siegeszug durch die Küstengebiete, und eine Stadt nach der anderen ergibt sich oder wird erobert. Während dieser für die Gefährten recht langweiligen Reise beginnen die Magier, sich mit dem Spiel Schach zu beschäftigen und so von ihrer tristen Umgebung abzulenken. So wie es aussieht, wird ihre Hilfe erst wieder vor Jerusalem benötigt, wo es wohl zum letzten Kampf mit den Zauberern von Crux Liberandi kommen wird. Immerhin taucht während der langen Reise Cavallo einmal auf und bringt die gute Nachricht, daß Honoria den Iter Magorum gegen die feindlichen Magier bestätigt hat…
*
Während die meisten Städte Saladin bei seinem Siegeszug in die Hände fallen, ist Tyros, in das sich Terminus und seine Gruppe geflüchtet haben, unter dem Kommando von Konrad von Montferrat noch in christlicher Hand. So haben die Gefährten wenigstens nicht zu fürchten, daß sie sich plötzlich zwischen den Seiten befinden. Aber etwas anderes erweist sich als besorgniserregend: Terminus hat sich in seinem entkräfteten Zustand ein böses, in heftigen Schüben immer wiederkehrendes Fieber eingefangen. Um ihm die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen, kehren er, Theobald und auch Domenico mit Cavallos Hilfe nach Serpentia zurück. Die anderen bleiben bei Balian in Tyros, in der Hoffnung, daß Faisal seinen Plan nicht aufgegeben hat und sie ihn doch noch finden können.
Darauf müssen sie allerdings recht lange warten. Doch schließlich, nach einigen Wochen, die sie in der Burg von Tyros im Gefolge des Herrn Balian verbringen, ereignet sich etwas sehr seltsames in der Stadt: Im italienischen Viertel brennt ein Haus nieder, aber die Flammen sind nicht etwa von einem normalen gelb-orange, sondern lodern in scharlachfarbenen, dunklen Zungen um das Gebäude. Als sich Sir Quintus und die anderen dorthin begeben, treffen sie Antonicella, eine sehr hübsche Frau, klein und etwas rundlich. Sie ist eine Magierin aus dem Haus Flambeau, die für ihren Meister eine seltsame, runenbedeckte Kugel, die dieser studiert hatte, zurück nach Tempestaria bringen sollte. Sie gibt sich den Gefährten nicht zu erkennen, schließt sich ihnen aber dennoch an, da sie nirgendwo anders hingehen kann: Das brennende Gebäude war ihre Herberge, und alles, was sie besaß, ist den Flammen zum Opfer gefallen. Sir Quintus gefällt das gar nicht, er hält sie für die Art Frau, die sich gerne von Männern aushalten läßt, und dazu hat er keine Lust. Aber Alenka und Colleen mögen die kleine Italienerin, und so kommt sie zunächst mit in eine Schenke, bis das Feuer heruntergebrannt ist.
Gegen Abend kehren Antonicella, Sir Quintus und die anderen noch einmal zurück, um zu schauen, was hier eigentlich passiert ist. Dabei stellt die Flambeau fest, daß ihre Kugel nicht mehr aufzufinden ist: Offenbar ist sie gestohlen worden. Quintus entdeckt im Keller einen Geheimgang, der in einen naheliegenden Stall führt, und außerdem einige Zeichen, die darauf hinweisen, daß der Inhaber der Herberge nicht nur legale Geschäfte getätigt hat. Außerdem werden im Keller noch mehrere Weinfässer gefunden, von denen Alenka und Antonicella eines mitnehmen, um sich einen netten Abend zu machen. Im Gespräch mit der Stadtwache kommt heraus, daß der Händler Luca und sein Knecht Giuseppe in den Feuer umgekommen sind, der zweite Knecht Luigi jedoch vermißt wird.
Nach Einbruch der Dunkelheit kehrt Sir Quintus, der keine Lust hat, sich mit den Frauen dem Wein hinzugeben, noch einmal zu dem Haus zurück. Während er sich gerade im Keller aufhält, kann er ein Gespräch zwischen zwei Luftdjinns belauschen, die offensichtlich Antonicellas Kugel suchen. Faisal – wenn er der Herr dieser Djinns ist – hat wohl ein Interesse an dem seltsamen Artefakt. Auf dem Rückweg wird Sir Quintus in der Burg wegen Herumschleichens verhaftet und entgeht am nächsten Tag nur durch Balians Eingreifen einer Tracht Stockschläge.
Als sich an diesem Morgen alle treffen und beraten, wie sie weiter vorgehen sollen, entdeckt Alenka, daß sich auf der Karte, die Nicodemus von der Stadt gezeichnet hat, in der Nähe der niedergebrannten Herberge ein Pentagramm befindet. Nach dem Grund dafür befragt, erklärt der mysteriöse Bulgare nur, sie müßten jetzt zu diesem Haus gehen. Da niemand einen besseren Vorschlag hat, brechen die Gefährten nach dem Frühstück auf.
Das Viertel, in dem das Haus liegt, ist eines der schlechteren, man sieht hauptsächlich Bettler und irgendwelches Lumpengesindel auf den Straßen. Das Gebäude, das sie suchen, ist ein relativ kleines Haus direkt an der Stadtmauer, die Fenster und auch die Tür sind mit Brettern verrammelt und vernagelt. Als Quintus versucht, mehr darüber herauszufinden, stellen sich die Einwohner taub und stumm. Offenbar hat das Gebäude einen schlechten Ruf.
Als Nicodemus den Eingang genauer in Augenschein nimmt, entdeckt er an den Türpfosten je eine Zeichnung, mit Blut angefertigt, von einer sich windenden, schlangenähnlichen Gestalt. Trotz dieser seltsamen Symbole beschließen alle, das Haus zu betreten. Dabei geschieht allerdings etwas sehr seltsames: Alle außer Colleen befinden sich, nachdem sie die Schwelle überschritten haben, in einer riesigen, dunklen Höhle. Sie stehen auf einer Art Pfad aus schwach leuchtendem, wie gewoben erscheinenden Material, der sich in beide Richtungen ohne sichtbares Ziel erstreckt und an den Rändern in einen lichtlosen Abgrund zu fallen scheint. Nachdem Antonicella für etwas mehr Licht gesorgt hat, können Sir Quintus und sie in der Ferne noch mehr solcher Pfade entdecken, und langsam kommt ihnen eine böse Ahnung: Sie scheinen sich in einem riesigen Spinnennetz zu befinden! Als sie schließlich noch eine Art Kokon mit einem toten Menschen darin finden, haben sie keine Zweifel mehr daran – aber wie sollen sie aus dem Netz entkommen? Erschwerend kommt zu der Situation hinzu, daß sich Alenka vor Spinnen entsetzlich ekelt und fürchtet und daher besser gar nicht merken sollte, was eigentlich los ist. Nach einigem Umsehen kann Quintus entdecken, daß sie sich im oberen Teil des Netzes befinden und die Spinne unter ihnen lauert, also beschließt er, sich zunächst nach oben zu bewegen. Dabei stoßen die Gefährten auf einen weiteren Kokon, aber als sie diesen aufmachen, ist kein Mensch darin, sondern die Jungen der Spinne! Zwar kann den immerhin katzengroßen Geschöpfen recht schnell der Garaus gemacht werden, aber dies zieht die Aufmerksamkeit der Netzweberin auf sich, sodaß die Gefährten schnellstens flüchten müssen, wobei Alenka sie mit ihrer Panik noch zusätzlich behindert.
Colleen findet sich nach dem Übertreten der Schwelle in einem ganz gewöhnlichen Wohnraum im Inneren des Hauses wieder – ganz allein. Da sie sich das Verschwinden ihrer Begleiter nicht erklären kann, beginnt sie, zunächst die oberen Räume des Gebäudes zu untersuchen, allerdings ohne viel Erfolg. Als sie wieder herunterkommt, merkt sie, daß sie von draußen durch die Fensterschlitze beobachtet wird. Sie geht auf den Fremden zu, aber es ist nur ein Kind, das sofort davonläuft, als es bemerkt, daß es entdeckt worden ist. Colleen beschließt, sich nicht weiter darum zu kümmern und setzt ihre Suche im Keller fort. In dem hallenartigen Raum, der größer ist als die Grundfläche des Hauses, wuchern giftig aussehende Pilze und Flechten auf dem Boden, nur ein schmaler Pfad führt durch die Gewächse zu dem hinteren Teil des Raumes. Dort hängt ein riesiges Spinnennetz, das vom Boden bis zur Decke reicht. Als Colleen den Pfad betritt, der zu diesem Netz führt, stellt sie fest, daß sie mit jedem Schritt, den sie tut, etwas kleiner wird. Bis sie das Netz erreicht, wird sie wahrscheinlich nur noch die Größe einer Fliege haben. Glücklicherweise hebt sich der Effekt auf, als sie umdreht und den Pfad zurückgeht. Danach versucht die irische Ritterin, ein paar der fleischigen Pilze zu verbrennen, um sich vielleicht so einen Weg zu schaffen, aber der Rauch, der von dem nur träge vor sich hin schwelenden Gewächs aufsteigt, ist so widerwärtig und ekelerregend, daß Colleen den Raum verlassen muß. Da sie der Meinung ist, daß diese seltsamen Effekte auf den Einfluß des Infernalen zurückzuführen wären, beschließt sie, zunächst einen Priester dazuzuholen, der ihr hier vielleicht helfen kann.
In der Zwischenzeit haben die anderen festgestellt, daß es nicht viel bringt, in Richtung der Decke zu gehen, da sie dort nur festsitzen würden. Um aber zum Boden zu gelangen, müssen sie recht dicht an der riesigen Spinne vorbei, die jetzt mißtrauisch geworden ist. Nicodemus gelingt es, Alenka soweit zu beruhigen, daß er sie tatsächlich an dem Ungeheuer vorbeiführen kann. Sie haben Glück: Das Tier scheint sie nicht zu bemerken, und sie können ihren langen Abstieg antreten.
Währenddessen hat Colleen in einer nahen Kirche tatsächlich einen Priester gefunden, der bereit ist, ihr zu helfen und sie mit Weihwasser, Gebeten und einem Kreuz mit eingearbeiteter Reliquie zu unterstützen. Leider fällt Vater Adhémar schon bald aus, denn als er die Zeichen an der Tür entdeckt und segnet, verwandeln sie sich in eine kleine blutigrote Spinne, die dem Priester ihr Gift ins Bein spritzen kann, bevor sie zertreten wird. Zwar kann Adhémar die Wunde mit Weihwasser reinigen, ist aber nicht in der Lage, weiterzugehen. So überläßt er Colleen seine Ausrüstung und hinkt zurück zu seiner Kirche.
Mit dem Weihwasser gelingt es der Ritterin tatsächlich, sich einen Weg durch das Pilzgeflecht zu bahnen und dem Netz näher zu kommen, ohne selbst kleiner zu werden. Dabei fallen ihr zwei Dinge auf: Zum einen befindet sich in der Mitte des Netzes eine Art Fenster, hinter dem ein braungoldener Schimmer wie von Sonnenlicht auf Holz zu erkennen ist; zum anderen kann sie eine Gruppe etwa insektengroßer Wesen entdecken, die sich in dem Netz bewegen und über denen sich eine winzige, bläuliche Leuchtkugel befindet. Es sind vier Gestalten, und Colleen glaubt, endlich ihre Gefährten gefunden zu haben.
Im Netz haben Sir Quintus und Antonicella das seltsame Fenster auch bemerkt. Sie können erkennen, was sich dahinter befindet: Ein ganz normaler Raum, in den durch eine offenstehende Tür helles Tageslicht fällt. Vielleicht der Eingangsraum des Hauses, in den sie schließlich nie gelangt sind? Jedenfalls erscheint es ihnen der beste Weg heraus, den sie bisher gefunden haben. Es gibt nur ein Problem: Die Spinne hat sich etwas beruhigt und sitzt jetzt wieder wie eine grausige Wächterin genau neben dem Ausgang! Dennoch beschließen die Gefährten, das Wagnis einzugehen. Mit geworfenen Messern und Speeren versuchen Quintus und Nicodemus, das Ungeheuer von den Bewegungen der Gruppe abzulenken, was ihnen allerdings nicht so ganz gelingt: Die Spinne schiebt sich langsam in ihre Richtung! Sir Quintus treibt die Frauen zu größter Eile an, entschlossen, sich selbst zu opfern, wenn es denn sein muß.
Da aber greift Colleen, die ihre Gefährten von außerhalb beobachtet, ein: Zuerst wirft sie ein kleines Stück Holz in einen anderen Teil des Netzes und lenkt so die Spinne von ihren Freunden ab, dann fegt sie das eklige Tier mit demselben Span aus ihrem Netz und zertritt es.
Als die anderen vier durch den Durchgang gehen, finden sie sich tatsächlich in dem Eingangsraum des Hauses wieder, und von unten kommt ihnen auch schon Colleen entgegen. Zusammen machen sie sich an die Untersuchung des Hauses. Dabei entdecken sie, daß sich der Kellerraum hinter dem Spinnennetz weiter fortsetzt und schließlich in einer natürlichen Höhle mündet. Das Zentrum des relativ großen Raumes nimmt ein Altar aus dunklem, fleckigen Holz ein, in sieben Felsnischen stehen menschliche Schädel, in die dicke schwarze Kerzen eingelassen sind, und über allem liegt ein schwerer Geruch nach Blut und Tod. Offensichtlich wurden hier Satansbeschwörungen durchgeführt. Die bedrückende Aura der Höhle weißt eindeutig auf infernalen Einfluß hin.
Um die Macht des Teufels zu brechen, nehmen Sir Quintus und Colleen das letzte noch verbliebene Weihwasser an sich, während Nicodemus sich das Kreuz mit der Reliquie greift. Offenbar erhofft sich der Bulgare dadurch einen gewissen Schutz vor den unheimlichen Ratten, die die Aktivitäten der Gefährten aus seltsam rötlich glühenden Augen verfolgen. Nachdem Sir Quintus drei der Schädel mit dem Weihwasser zerstört hat, verschwinden sie zwar, aber dennoch klammert sich Nicodemus weiterhin an das heilige Kreuz. Während der Zerstörung der Schädel hat es begonnen, in einem sanften weißen Licht zu strahlen, das die ganze Kaverne erleuchtet. Da vier der unheimlichen Totenschädel immer noch intakt sind, führen Alenka und Quintus den regungslosen und vor Schrecken – oder etwas anderem? – starren Nicodemus zu den Gebeinen, die bei der Berührung mit dem Kreuz zu fahlem Staub zerfallen.
Während dieser weiteren Schwächung des infernalen Einflusses hat auch der Altar in der Mitte des Raumes begonnen zu leuchten – ein unheilvolles, dumpfes rotes Glühen, das sich in das strahlend weiße Licht mischt und mit kränklichen Schlieren versieht. Wie von unsichtbaren Fäden gezogen bewegt sich Nicodemus, der das Kreuz noch immer umklammert wie ein Ertrinkender, auf den immer stärker leuchtenden Altar zu. Schließlich preßt er mit einem wilden Aufschrei das Kreuz auf den befleckten Holzblock, es gibt eine blendend helle Explosion, von einem leisen Knacken begleitet, dann bricht der unheilige Altar in sich zusammen, und auch Nicodemus stürzt halb von Sinnen zu Boden.
Als sich die Augen der Gefährten wieder von dem hellen Blitz erholt haben, sehen sie, daß zwar der teuflische Opferblock zerstört ist, aber daß dieser Sieg einen hohen Preis gefordert hat: Der kleine Knochen, die Reliquie des Heiligen, ist in der Mitte auseinandergebrochen. Außerdem behauptet Nicodemus, nichts mehr sehen zu können, obwohl seine Augen unversehrt sind. Offenbar hat sich die Entladung der entgegengesetzten Kräfte ungünstig auf seine eigene seltsame Gabe, mehr zu sehen als gewöhnliche Menschen, ausgewirkt.
Während Alenka und Antonicella den Erblindeten zurück zur Burg bringen, schauen sich Sir Quintus und Colleen noch weiter um. Dabei entdecken sie einen kleinen Tunnel, der in einem geheimen Ausgang außerhalb der Stadtmauern auf einem verfallenen Friedhof mündet. Quintus ist über die Geschehnisse recht aufgebracht und beschließt, sofort einen Priester hinzuziehen, der den Keller und den Friedhof durch Segnungen von dem bösen Einfluß reinigt.
Colleen führt den Ritter zu der kleinen Kirche, in der sie Adhémar getroffen hat, aber dort fühlt sich der zweite Priester, Vater Bertulf, nicht zuständig, und Adhémar selbst kann nur knapp aus den Händen des Metzgers gerettet werden, der sich Bader schimpft und seine Wunde behandeln sollte. Erbost über soviel Gleichgültigkeit und Inkompetenz begibt sich Quintus zum Bischof der Stadt selbst, bekommt dort aber zu hören, daß der Würdenträger ein vielbeschäftigter Mann sei, und frühestens am Mittwoch – also in zwei Tagen – für ihn da sein könnte.
Schließlich erinnert sich der Ritter der zwei Salomoniter, die sich in ihrer Begleitung befinden, und geht zur Burg zurück, um Olivier und Brendan zu holen. Die beiden erweisen sich als durchaus kompetent: Nicht nur, daß sie die notwendige Segnung vornehmen, sondern einer von ihnen, Brendan, findet auch noch eine Geheimtür in der Wand des Opferraumes. Dahinter verbirgt sich eine kleine, aber komplette Schmiede, in der offenbar die Kontrollringe eines Djinnbeschwörers hergestellt wurden – es ist wahrscheinlich, daß es sich um den Arbeitsplatz von Faisal Ibn Usama handelt. Endlich haben die Serpentianer eine Spur dieses Mannes gefunden.
Bei der Rückkehr zu ihren Gemächern in der Burg treffen die beiden Salomoniter zum ersten Mal mit Antonicella zusammen, die sofort beginnt, mit dem recht jungen, gutaussehenden Brendan zu flirten. Dieser geht ein wenig auf sie ein, was allerdings Alenka ein wenig verärgert – nie hat sie Glück bei den Männern!
Frustriert streicht sie durch die Burg, was letzten Endes dazu führt, daß sie mit einem übelriechenden deutschen Söldner namens Markus in einem Wassertrog landet und so die Nacht verbringt…
Am nächsten Morgen macht sich Quintus auf die Suche nach dem verschwundenen Knecht Luigi. Er findet ihn schneller als erwartet: Der Italiener hat den Brand nicht allzu lange überlebt und ist am letzten Abend in jenem Stall gefunden worden, zu dem der Geheimgang aus der Herberge geführt hat. Das Merkwürdige an der ganzen Sache ist, daß er offenbar ertrunken sein soll, und tatsächlich weist seine Leiche entsprechende Merkmale auf. Von den Bekannten Luigis erfährt Sir Quintus wenig mehr: Der Verstorbene gehörte offenbar zu einer Art Diebesgilde und war mit Tonino, dem zweiten Mann dieser Vereinigung, befreundet. Außerdem hat er seiner Freundin von einer interessanten Kugel erzählt, die ein Gast bei sich geführt haben soll – dabei handelt es sich wohl um Antonicellas verschwundenes magisches Artefakt. Hat Luigi die Kugel gestohlen? Und wenn ja – wo ist sie dann jetzt?
Während sich Sir Quintus in die Stadt begibt, trifft Colleen Alenkas Bekanntschaft von letzter Nacht und seinen besten Freund Bernd beim Frühstück. Nach einer recht freundlichen Unterhaltung verläßt die Irin die beiden Söldner jedoch, da sie ihrem Pferd ein wenig Bewegung zukommen lassen will. Kaum hat sie die Burg jedoch verlassen, bemerkt sie, daß sie verfolgt wird – und zwar von demselben Kind, das sie schon gestern in dem unheimlichen Haus beobachtet hat. Es gelingt der Ritterin, das schmutzstarrende, halb verhungerte Geschöpf anzusprechen und zu überzeugen, mit ihr in die Burg zu kommen. Auf dem Weg erfährt sie, daß die Kleine Ann heißt und daß ihr älterer Bruder Olivier vor einiger Zeit in das Haus gegangen und nicht wieder herausgekommen ist.
Antonicella und Alenka sind bei dem immer noch blinden Nicodemus in der Burg geblieben. Beide, vor allem die Magierin, sind ganz entzückt von dem kleinen Mädchen und lassen ihr sofort saubere Kleidung und ein Bad beschaffen. Als sie die Kleine dann nach Sir Quintus´ Rückkehr über die Geschehnisse um das verwunschene Haus ausfragen, erfahren sie, daß dort niemand hineingeht, außer einem seltsamen und unheimlichen Araber – nach der Beschreibung handelt es sich dabei wirklich um Faisal Ibn Usama!
Da sich Antonicella noch einmal in dem jetzt gereinigten Keller nach Spuren des Djinnbeschwörers umsehen will, brechen die Gefährten noch einmal in jenes Viertel auf. Die kleine Ann nehmen sie kurzerhand mit. Daß dies eine gute Idee war, zeigt sich in dem Beschwörungsraum, in dem früher der Blutaltar stand: Plötzlich scheint das Mädchen in eine Art Trance zu fallen und spricht von Tod und Blutvergießen, daß hier stattgefunden haben soll. Voller Angst bittet sie darum, diesen Ort zu verlassen, und gibt draußen zu, daß sie schon öfter solche Visionen hatte. Tatsächlich kann Antonicella feststellen, daß die Kleine irgendeine magische Begabung hat. Als sie sie nach näheren Details der Vision befragt, kann Ann berichten, daß sie vier Männer gesehen hat, die in dem Keller Menschenopfer dargebracht haben: Faisal, der mittlerweile ertrunkene Luigi, Tonino von der Diebesgilde und den Stallknecht Bardolo.
Da die Kleine sich sehr zu fürchten scheint, verlassen die Gefährten den immer noch unheimlichen Ort wieder und kehren zur Burg zurück. Dort treffen sie wieder mit Quintus zusammen und besprechen mit ihm während einer kleinen Mahlzeit ihr weiteres Vorgehen. Noch bevor sie sich einigen können, kommt ein junger Page zu ihnen, der behauptet, von Balian geschickt worden zu sein. Er berichtet, daß Faisal dabei beobachtet worden sein soll, wie er in das verfluchte Haus beim Italienerviertel gegangen ist.
Voller Aufregung brechen die Gefährten sofort auf, um den schurkischen Araber endlich zu erwischen. Kaum sind sie jedoch in der Nähe des Hauses angelangt, als sie feststellen müssen, daß es sich bei der Botschaft um ein Ablenkungsmanöver gehandelt haben muß: Denn als sich Antonicella einmal zufällig zur Burg umwendet, sieht sie aus dem Nordflügel, in dem unter anderem Balian untergebracht ist, grüne und scharlachfarbene Flammen schlagen. Sofort machen alle kehrt und eilen zurück zu der brennenden Festung. Doch als sie sie endlich erreichen, ist schon alles vorbei: Das unnatürliche Feuer wurde mit Hilfe der Salomoniter gelöscht, und Herr Balian ist zwar verletzt, aber noch am Leben. Allerdings wurde ihm ein bestimmter Gegenstand gestohlen… Offensichtlich hat Faisal sein Ziel trotz der Anwesenheit der Serpentianer erreicht.
Dennoch hofft Sir Quintus, daß noch nicht alles verloren ist: Zum einen haben sie ja einige Spuren, die zu dem Ibn Usama führen, und zum anderen hat der Satansdiener nur eine Kopie des Amuletts entwenden können. Da die Zeit nun jedoch drängen könnte, wird beschlossen, den Stallknecht Bardolo, der offenbar irgendeine Verbindung zu dem Araber hat, noch heute Nacht zu befragen.
Es gelingt Sir Quintus und Antonicella tatsächlich, den Italiener allein zu erwischen und dingfest zu machen. Zunächst weigert er sich zu sprechen, aber durch eine geschickte Verhörtechnik bringen die beiden, die plötzlich wie ein lange eingespieltes Team arbeiten, den Widerspenstigen schnell zum Reden. Bardolo war tatsächlich einer der vier Teufelsanbeter, die ihre Riten unter der Leitung von Faisal Ibn Usama in dem unterirdischen Altarraum feierten. Zwar kann auch er nicht genau sagen, wo sich der Araber jetzt aufhält, aber er erinnert sich, einmal gesehen zu haben, wie dieser aus der Richtung eines kleinen Waldes außerhalb der Stadtmauern kam. Leidlich zufrieden mit dieser Auskunft übergeben Antonicella und Sir Quintus den geständigen Stallknecht den Wachen der Burg. Obwohl er zur weiteren Befragung in eine streng bewachte Einzelzelle gesperrt wird, findet ihn der Kerkermeister am nächsten Morgen tot vor. Seiner grauenverzerrten und entstellten Miene nach ist er an bloßem Entsetzen gestorben – der Lohn des Verrats.
Das jedoch kann die Gefährten nicht aufhalten – sie haben ja bereits erfahren, was sie wissen wollten. Und so haben sie schon am vergangenen Abend geplant, diesem kleinen Wald einen Besuch abzustatten. Vorher jedoch werden sie am Morgen zu Balian gerufen, der seinen Astrologen wegen der Sonnenfinsternis befragt hat. Von dem alten, etwas senilen Gelehrten erfahren sie, daß es schon morgen um die Mittagsstunde soweit sein wird. Bis dahin ist also noch viel zu tun…
Da sie sich mit Colleen und Alenka während des letzten Abends noch etwas näher angefreundet haben und die beiden Frauen ein wenig beeindrucken wollen, bieten die Söldner Markus und Bernd an, in den Wald mitzukommen, was auch gerne akzeptiert wird. Auch die beiden Salomoniter Olivier und Brendan sind dabei.
So zieht dann eine recht große und wehrhafte Gruppe am späten Vormittag in das kleine Wäldchen ein. Nach einiger Suche entdecken sie schon bald, daß sich das Vorkommen von Spinnweben in eine Richtung drastisch vermehrt, und sehr zu Alenkas Mißfallen wird beschlossen, genau in diese Richtung weiter vorzudringen. Diese Entscheidung erweist sich als richtig: Immer dichter werden die feinen Netze, bis die Gefährten schließlich vor einer undurchdringlich scheinenden, fast drei Meter hohen Wand aus Spinnweben stehen. Während Sir Quintus noch vergeblich versucht, die Fäden mit seinem Schwert zu durchtrennen, erweist sich Antonicella als echte Flambeau: Mit einer Flammenlanze brennt sie einfach ein Loch in die seltsame Mauer, groß genug für einen Mann, um sich durchzuquetschen.
Natürlich ist Sir Quintus der erste, und so sieht er den hochgewachsenen Araber noch, der ohne sonderliche Hast auf ein edles Pferd steigt und davonreitet. Auch Colleen, die sich als zweite durch die Wand wagt, kann mit ihrem Bogen nicht verhindern, daß der Teufelsdiener entkommt. Dafür gibt es auf der Lichtung, die sich hinter der Mauer aus Spinnenseide verborgen hat, ein ganz anderes Problem: Faisal – denn um ihn hat es sich bei dem Fliehenden gehandelt – hat drei Erdelementare in der Form von steinernen Spinnen zurückgelassen, die die Gefährten nun angreifen. Außerdem beginnen viele kleinere und größere Spinnen, aus der Wand zu kriechen und sich auch in Richtung der Menschen zu bewegen.
Als Alenka dieses schauerliche Bild sieht, fällt sie zunächst in Ohnmacht, was der Söldner Markus mit einiger Überraschung und Verachtung registriert. Um ihr zu helfen, wendet sich Olivier den kleineren Spinnen zu, um sie zu zertreten und von denen fernzuhalten, die mit den Elementaren kämpfen müssen. So nehmen sich dann Brendan und Markus eines der steinernen Wesen vor, Sir Quintus und der mittlerweile wieder sehende Nicodemus das zweite und Colleen und der sie immer noch verehrende Bernd das dritte. Antonicella beobachtet den Kampf und wartet ab, ob sie irgendwie eingreifen kann.
Weder Brendan und Markus noch Sir Quintus und Nicodemus haben größere Schwierigkeiten dabei, „ihre“ Spinnen zu besiegen. Auch Bernds Hauptproblem ist nicht das Erdwesen: Colleen erweist sich heute im Nahkampf als dermaßen unkonzentriert, daß sie den Söldner nicht nur einmal oder zweimal, nein sogar dreimal mit ihrem Schwert unglücklich streift und ihm beim dritten Mal eine so schwere Wunde zufügt, daß er zu Boden geht. Glücklicherweise waren Quintus und Nicodemus recht schnell und schaffen es mit vereinten Kräften, auch diese letzte Spinne zu Staub werden zu lassen. Nach diesem Kampf revanchiert sich der ziemlich angeschlagene Bernd mit einer kräftigen Ohrfeige bei Colleen, die diesen Schlag auch schuldbewußt hinnimmt. Damit steht die Meinung der beiden deutschen Söldner über weibliche Kämpfer allerdings fest: Entweder feige oder unfähig…
Etwas frustriert kehren die Gefährten nach Tyros zurück. Immerhin haben sie Faisal jetzt nach dem Haus ein weiteres Refugium genommen, aber dennoch ist ihnen der Araber schon wieder entkommen. Da er aber für ein irgendwie infernal geartetes Ritual keine christliche Aura gebrauchen kann, schränkt das die Möglichkeiten des Dämonisten doch etwas ein: Wahrscheinlich wird die Zeremonie irgendwo in dem Viertel stattfinden müssen, in dem sich das Haus befindet…
An diesem Abend hat Sir Quintus seinen Termin beim Bischof der Stadt, den er auch wahrnimmt. Der recht beschäftigte ältere Mann, dem der Ritter die ganze Geschichte erzählt, ist allerdings der Meinung, daß die ganze Angelegenheit bei ihm und den Salomonitern wohl recht gut aufgehoben sei und das sie wie bisher fortfahren sollten. Ganz offensichtlich ist der kirchliche Würdenträger jetzt, da die Existenz des christlichen Königreichs von Jerusalem in Frage steht, nicht sonderlich an den Umtrieben von ein paar Teufelsanbetern interessiert. Immerhin sichert er Sir Quintus die Unterstützung von zehn Stadtgardisten zu, die den Gefährten am morgigen Tag zur Verfügung stehen sollen.
Schließlich kommt der nächste Morgen, und schon früh brechen Nicodemus und Quintus in das verdächtige Viertel auf, da sie stark vermuten, nur bis gegen Mittag Zeit zu haben. Dort stellen sie schnell fest, daß das ehemals verwunschene Haus verriegelt und sogar ein wenig verbarrikadiert zu sein scheint. Schnell holen sie Alenka, Colleen, Antonicella und die Stadtgarde herbei, um das Gebäude zu stürmen, müssen dabei aber feststellen, daß diejenigen, die sich drinnen aufhalten, auf die umliegenden Dächer einige Leute mit schweren Steinen verteilt haben, die diese nach Bedarf auf die Gefährten herunterwerfen.
Da ein Sturm auf das Haus recht verlustreich werden könnte, beschließen Sir Quintus, Nicodemus und Antonicella, durch den Geheimgang von außerhalb der Stadtmauern einzudringen. Als sie jedoch, um Zeit zu sparen, über eben diese Mauer klettern (wobei Antonicella natürlich ihre Magie zur Hilfe nimmt), passiert ein Unglück: Quintus verliert beim Abstieg den Halt, stürzt und bricht sich den Fuß.
Währenddessen hat innerhalb die Stadtgarde unter Alenkas Anleitung begonnen, das verriegelte Haus auszuräuchern. Schon nach kurzer Zeit zeigt diese Strategie Erfolg: Die drei, die sich außerhalb aufhalten, hören Geräusche aus dem Geheimgang. Nachdem sie festgestellt haben, daß es sich nur um zwei Menschen handelt, nehmen sie die beiden kurzerhand gefangen. Dabei müssen sie erfahren, daß es sich bei der auffälligen Verbarrikadierung des Hauses wohl nur um ein Ablenkungsmanöver gehandelt hat: Wo die Zeremonie wirklich stattfinden soll, wissen die zwei Männer auch nicht. Sie haben ihre Befehle von Tonino, mittlerweile Haupt der Diebesgilde, erhalten. Nach einigen Drohungen lassen sie sich überzeugen, die Gefährten zu dem Treffpunkt der Diebe zu führen, wo sie Tonino vielleicht antreffen können.
Bis Sir Quintus, Antonicella und Nicodemus jedoch wieder in der Stadt sind, vergeht einige Zeit, da der verletzte Ritter nicht noch einmal über die Mauer klettern kann und sie so bis zum nächsten Stadttor und wieder zum Haus zurück laufen müssen. So ist es schon kurz vor Mittag, als alle an dem Treffpunkt der Diebe, einer großen Lagerhalle im italienischen Viertel, ankommen. Aber dort ist kein Mensch, offenbar ist das Herannahen der Stadtwache bemerkt worden und die Vögel sind ausgeflogen. Jetzt bleibt als letzter Ansatzpunkt nur noch jener Stall, in dem Bardolo gearbeitet hat und zu dem der Geheimgang aus Lucas Herberge führt. Aber die Zeit drängt: Schon schiebt sich das erste Stückchen Schatten vor die Sonne, als sich die sieben Gefährten in Begleitung eines Stadtgardisten auf den Weg machen.
Als sie am Stall ankommen, stellen sie sofort fest, daß sie hier richtig sind: Das große Tor ist verriegelt, und vom Innenhof dringt ein leiser, dumpfer und doch beschwörender Gesang auf die Straße. Und noch während die Sonne ganz von dem Schatten verschlungen wird, schlüpfen Antonicella, Alenka und Colleen durch den Geheimgang in den Stall, während die Männer ihr Glück am Tor probieren. Tatsächlich gelingt es der riesenhaften Stadtwache nach ein paar Versuchen, den Riegel aufzusprengen.
Im Hof bietet sich ein erschreckendes Bild: In der Mitte eines grünlich leuchtenden Kreises steht Faisal Ibn Usama und reckt mit beschwörenden Worten Balians Amulett dem sonnenverschlingenden Schatten entgegen, während um ihn herum vier Luft- und vier Feuerelementare wirbeln. Als er die Eindringlinge bemerkt, schickt er mit einer knappen Geste die vier Flammenwesen los, sie aufzuhalten, während er selbst mit der Zeremonie fortfährt. Es gelingt den Gefährten, sich die Kreaturen recht gut vom Hals zu halten, Nicodemus kann sogar einen Versuch wagen, Faisal zu stören. Dieser allerdings wird von einem der Luftelementare verhindert, und schließlich begreift der Dämonist, daß er getäuscht worden ist: Als er versucht, das Amulett zu öffnen, ist dies nicht möglich, und Faisal versteht, daß es sich nur um eine Fälschung handelt. Voller Wut und Enttäuschung läßt er sich von den drei ihm noch verbliebenen Luftelementaren davontragen, wobei er von einer von Antonicella geworfenen Feuerlanze verwundet wird. Dennoch gelingt ihm die Flucht; aber diesmal hat er eine sehr empfindliche Niederlage ertragen müssen….
Nachdem mit Faisal auch der Schatten, der die Sonne verdeckt hat, geflohen ist, kehren die Gefährten zur Festung zurück, um ihre Verwundeten verbinden zu lassen. Während des Kampfes haben die beiden Salomoniter empfindliche Brandwunden davongetragen, vor allem Brendan geht es relativ schlecht. Außerdem wollen sich Sir Quintus und Antonicella mit Balian über das weitere Vorgehen beraten.
Der Adlige befürchtet – wahrscheinlich zu Recht – das Faisal das wahre Amulett da suchen wird, wo er es das letzte Mal gesehen hat, nämlich bei Balians Familie in Jerusalem – wo es sich auch tatsächlich in der Obhut seiner Frau befindet. In diese Stadt zu gelangen dürfte aber nicht ganz einfach sein, da sie gerade von Saladin belagert wird…
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Saladins Feldzug die Küste entlang hat sich als voller Erfolg erwiesen und gegen Ende September beherrscht er Nablus, Sidon, Beirut, Gaza, Jaffa und noch einiges mehr. Entlang dieses Küstenstreifens hat er nur Tyros noch nicht genommen. Askalon soll sich zwar auf Anordnung des Königs Guy ergeben, aber die Bürger weigern sich, kampflos aufzugeben. Schließlich werden sie nach hartem Kampf aber doch besiegt, und an dem Tag der Sonnenfinsternis, dem vierten September 1187, findet die Übernahme durch Saladins Heer statt.
Etwa zwei Wochen später steht Saladin vor Jerusalem. Die Stadt hat beschlossen, sich nicht zu ergeben, sondern zu kämpfen. Während sich alle auf eine Belagerung einstellen, trifft bei Nakatia, Llwellyn und Frederik eine Nachricht von Ardor Sanctis ein: Der Flambeau möchte sich mit den Serpentianern unterhalten und nach einer friedlichen Lösung suchen. Da Llwellyn ihm einigermaßen vertraut, geht er darauf ein.
Bei dem Gespräch, das in geringer Entfernung vor den Toren der Festung Crux Liberandi stattfindet, erfährt Ardor Sanctis zum ersten Mal von dem vollen Ausmaß der Codexbrüche seiner Mitmagier. Da er während einer Schlacht immer in eine Art Kampfrausch verfällt, hat er davon bisher nicht viel mitbekommen. Da nun die Itineris Magorum gegen seine Bundgenossen ausgerufen sind, möchte er mit der ganzen Angelegenheit nichts mehr zu tun haben und will sich aus Crux Liberandi zurückziehen.
Auch was Gilbert, dessen Geist die Magier während des Siegeszuges begleitet hat, angeht, kann er helfen: Dessen Geliebte Marie wurde aus dem Bund geworfen, als Corazon feststellte, daß die Magd zwar schwanger, aber nicht verheiratet war. Sie muß sich irgendwo in Jerusalem aufhalten.
Noch während dieses friedfertigen Gesprächs taucht plötzlich Corazon auf den Zinnen des Bundes auf. Sie schleudert Llwellyn ein paar Beleidigungen entgegen und wirft schließlich eine Flammenlanze nach ihm, trifft aber nicht. Ardor Sanctis ist über dieses Verhalten so entsetzt, daß er beschließt, nicht mehr zurückzukehren und den drei Magiern von Serpentia sogar noch weitergehend zu helfen: So berichtet er ihnen von einem Geheimgang, der in eine der Vorratskammer des Bundes, wenn auch nicht ins Haupthaus führt und überreicht jedem von ihnen ein kleines Unterpfand, wobei er sie ausdrücklich in die Aegis hinein einlädt. Dann verabschiedet er sich mit der Erklärung, er müsse zum wahren Weg Gottes zurückfinden – vielleicht werde man sich irgendwann wiedersehen.
Mit den Unterpfändern, die vor den negativen Auswirkungen einer fremden Aegis schützen und dem Wissen um den Geheimgang beginnen die Magier, einen Angriffsplan zu entwerfen, der hauptsächlich auf dem Faktor der Überraschung basiert. So brechen sie schließlich am 24. September mit Alis Söldnern und 30 ihrer eigenen Grogs auf, um Crux Liberandi zu erobern.
Als sie jedoch in die Vorratskammer eintreten, müssen sie feststellen, daß nicht sie, sondern die anderen das Überraschungsmoment auf ihrer Seite haben: Irgendwoher haben Dux Bellum und Corazon gewußt, was passieren würde, und an den Wänden des großen Raumes ihre Bogenschützen aufgestellt. Der Rückweg wird den Serpentianern schnell durch eine magisch erschaffene Steinmauer versperrt, und dann beginnt eine chaotische Schlacht in der zwar großen, aber doch recht vollen Kammer. Schließlich, als klar wird, daß die Grogs von Crux Liberandi durch die zahlenmäßige Überlegenheit der Serpentianer im Nachteil sind, ziehen Dux Bellum und Corazon ihre Leute mit minimalen Verlusten ab und lassen dann die Decke des Vorratsraumes einstürzen. Zwar kann ein Großteil der Lawine entgehen, aber es hat fast ein ganzes Dutzend Tote gegeben. Aus dem zusammenstürzenden Gebäude fliehen die Serpentianer über den Innenhof in den am weitesten vom Haupttrakt entfernten Stall. Von dort aus, so wissen sie, gibt es einen Geheimgang in den eigentlichen Bund hinein, wie es ihn auch von dem zerstörten Lagerhaus aus gab.
Im Stall angekommen beratschlagen sich Nakatia, Frederik und Llwellyn zunächst einmal. Der Geheimgang hier ist eingestürzt, offenbar Corazons Werk. Noch während der Beratung, die in dem kleinen Kellerraum unter dem eigentlichen Stall stattfindet, entzünden die Magier von Crux Liberandi im Heu, das in dem Gebäude gelagert wird, einen Funken, woraufhin das ganze Haus zu brennen beginnt. Dies kann die Serpentianer allerdings nicht sehr stören, da sie sich das Feuer magisch vom Leib halten können. Was sie viel mehr beunruhigt ist die Art und Weise, wie die Gegenseite jede ihrer Strategien zu kennen scheint.
Noch während dieses Gesprächs fällt Frederik auf, daß eine sehr schwache Aura der Magie auf Alen zu liegen scheint, die aber sofort erlischt, als er darauf hinweist. Jetzt fällt es Llwellyn wie Schuppen von den Augen: Dux Bellum hat Alen damals bei Hattin nicht getötet, weil er eine arkane Verbindung von ihm genommen hatte. Offenbar hat der Tremere die ganze Zeit über durch die Augen des Grogs gesehen und durch seine Ohren gehört! Nachdem Nakatia dies weiß, ist es ihr zwar ein leichtes, diese Verbindung zu zerstören, aber ein großer Teil des Schadens ist schon angerichtet.
Immerhin gibt es einen kleinen Lichtblick: Der ziemlich lange Gang zum Hauptgebäude ist nicht auf der ganzen Strecke, sondern nur am Anfang und am Ende zerstört. Offenbar hat Corazon in ihrer typischen Ungeduld etwas schlampig gearbeitet. So fällt es Llwellyn nicht sonderlich schwer, den Gang wieder zu öffnen. Nachdem einige Pläne gemacht und wieder verworfen worden sind (zum Beispiel das Eindringen durch die Senkgrube) entschließen sich die Magier, die den Bauplan des Gebäudes durch Gilbert genau im Kopf haben, in einer der Zellen, die sich im Keller befinden, herauszukommen.
Auch hier werden sie recht schnell wieder mit größter Härte und Brutalität angegriffen, aber diesmal setzt sich die zahlenmäßige Überlegenheit und die größeren Vismengen der Serpentianer durch. So gelingt es Llwellyn in diesem gnadenlosen Kampf in der Enge des Kellers dann endlich, den Geist seiner Feindin Corazon mit einem mächtigen Spruch zu zerstören. Kurz darauf wird sie von dem Grog Niccolo endgültig darniedergestreckt.
Schließlich kommt es soweit, daß sich das letzte halbe Dutzend der Kämpfer von Crux Liberandi zusammen mit dem immer noch unsichtbaren Dux Bellum in der Eingangshalle des Bundes den verbliebenen 18 Grogs von Serpentia stellt. Um den gegnerischen Magier doch noch zu erwischen, wirkt Nakatia einen Spruch, der einen Körper förmlich auseinanderreißt, und zwar nicht auf nur eine Person, sondern auf eine ganze Gruppe. Dabei erwischt sie zwar Dux Bellum nicht, aber nach diesem Zauber hat der Tremere keine Krieger mehr an seiner Seite.
Plötzlich wird er in einiger Entfernung sichtbar, läßt ganz offensichtlich seine Parma fallen und ruft: „Crux Liberandi auf ewig !“ Nur Julius und Frederik begreifen, daß er hier einen gespeicherten Spruch hervorruft – doch es ist zu spät, um die anderen zu warnen. Dort, wo die Grogs stehen, bricht ein wahres Inferno los. Nur Ali der Riese, Tabea, Manus Ardens und der junge Balthasar entkommen den hungrigen Flammen. Ali und Tabea sind schwer verletzt, Manus Ardens wurde durch seine magische Rüstung geschützt und Balthasar ist ebenfalls nur ein wenig angesengt. Die Magi und ihre Grogs, die sich nur in den Ausläufern des mächtigen Spruches befunden haben, kommen nicht ohne einige Verbrennungen davon. Von Dux Bellum, der sich mitten in den Flammen befunden hat, bleibt nichts als Asche.
Aber mit dem Inferno ist der Vergeltungsschlag von Crux Liberandi noch nicht vorbei: Der Boden beginnt zu erzittern, und überall schießen kleinere und größere Flammenzungen hervor. Verletzt und erschöpft gelingt es Llwellyn, Nakatia, Frederik und ihren verbliebenen Grogs, aus der untergehenden Burg zu entkommen, bevor schließlich die Höhlen unter der Festung explodieren und der Berg, auf dem der Bund erbaut worden war, in einer riesigen Kugel aus Feuer und Staub endgültig vergeht.
Saladin ist sehr zufrieden und bietet den Magiern eine hohe Belohnung an. Nakatia jedoch, des Krieges müde, bittet nur um eines: Aus jenem Vertrag entlassen zu werden, der Serpentia zwingt, gegen codexbrüchige Magi des Ordens vorzugehen. Zwar würde der Bund dem Fürsten in einer solchen Situation gern mit gutem Rat zur Seite stehen, aber sie wären der Kämpfe müde. Saladin gewährt Nakatia diesen Gefallen – Serpentia hat genug Opfer gebracht.
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Während dieser dramatischen Ereignisse befinden sich Quintus und die anderen schon längst in Jerusalem. Balian hat Saladin einfach gebeten, in die Heilige Stadt reisen zu dürfen, um seine Frau und seine Kinder in Sicherheit zu bringen. Der Araberfürst erteilt ihm diese Erlaubnis auch, allerdings unter der Bedingung, daß Balian ihm einen Eid schwört, daß er mit seiner Familie die Stadt wieder verlassen wird, worauf der sich gerne einläßt.
Als der Adlige aber – zusammen mit Sir Quintus, Alenka, Antonicella, Colleen, Nicodemus und Olivier – in Jerusalem ankommt, wird er von den Stadtherrn aufs innigste angefleht, doch zu bleiben und sie durch die Belagerung zu führen, da sie keinen anderen kompetenten Anführer hätten, denn auf den Patriarchen könne man ja bekanntlich nicht zählen…
Balian ist hin und her gerissen zwischen seinem Eid und seiner Pflicht seinen christlichen Mitmenschen gegenüber. Schließlich wendet er sich an Saladin selbst, der ihn großzügig aus seinem Eid entläßt und seiner Familie sogar noch freies Geleit gibt. Immerhin ist der Araberfürst auch an einem vernünftigen Gesprächspartner auf der anderen Seite interessiert…
Kurz nach ihrer Ankunft in der Stadt untersuchen Balian, Sir Quintus und die anderen das Originalamulett. Dabei stellen sie fest, daß es sich tatsächlich öffnen läßt. In seinem Inneren befindet sich ein kleiner Kieselstein, der mit einem Hexagramm versehen ist. Nicodemus kennt dieses Zeichen: Es ist das Siegel Salomos. Dieser weise Mann hat viele Dämonen gebannt, und manche von ihnen auch in Steine. Möglicherweise ist dies hier einer davon, und Faisal versucht jetzt, den Dämon wieder zu befreien. Um sicherzugehen, daß dies nie geschehen kann, wird der Kiesel zu Gerbert von Köln, der sich in der Stadt aufhält, gebracht. Dieser bestätigt Nicodemus´ Vermutung und verspricht, sich darum zu kümmern.
Um mehr über Faisals Aufenthaltsort zu erfahren, nimmt Quintus Kontakt zu James, dem jungen Anführer der Jerusalemer Schurken, auf. Da die beiden sich recht gut verstehen, erfährt der Ritter schon bald, daß der Araber tatsächlich aufgetaucht ist und zwei Diebe angeheuert hat, die das Amulett stehlen sollen. Sir Quintus entwickelt den Plan, dem Ibn Usama eine Falle zu stellen, und James stimmt nach kurzem Überlegen zu.
So gelingt es den Dieben problemlos, das Amulett tatsächlich zu stehlen. Am Übergabeort jedoch haben sich Sir Quintus und die anderen versteckt, und es gelingt ihnen schließlich, ihren lange gejagten Feind dort zu stellen. Da dieser offensichtlich über keine Djinns mehr verfügt, denen er befehlen könnte, und sich seine angeheuerten Leibwachen als keine ernsthaften Gegner für Colleen und Alenka erweisen, hat Faisal Ibn Usama dieses Mal keine Chance mehr, zu entkommen: Mit einem satten Krachen fährt Nicodemus´ Kampfstab auf den Kopf des Dämonisten nieder und tötet ihn auf der Stelle. Der Körper wird von Antonicella nach einer kurzen Durchsuchung, die tatsächlich die gestohlene Kugel aus Tempestaria zu Tage fördert, sofort verbrannt. So endet der Weg dieses Sohnes von Abbas Ibn Usama, und der Auftrag Gerberts von Köln ist nach fast einem halben Jahr Kriegswirren endlich ausgeführt.
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Am 30. September handelt Balian mit Saladin die Übergabebedingungen für die Heilige Stadt Jerusalem aus, die recht milde ausfallen. So hat jeder Christ die Möglichkeit, sich aus der Stadt freizukaufen, dennoch bleiben einige Tausend Arme, die auch die recht geringen Summen nicht aufbringen können. Ein Teil von ihnen wird aus der Stadtkasse freigekauft, der Rest in die Sklaverei geführt.
Bemerkenswert ist, daß der Patriarch, der mit dem goldenen Kirchenschatz die Stadt verläßt, nur für eine einzige Person das Lösegeld zahlt – für sich selbst…
Am zweiten Oktober 1187 zieht Saladin in Jerusalem ein. Die heiligste Stadt dreier Religionen befindet sich nun, nach 88 Jahren christlicher Herrschaft, wieder in moslemischer Hand.
Außerhalb der Tore treffen sich die verschiedenen Serpentianer schließlich wieder. Dabei können sie dann auch herausfinden, was aus Marie, Gilberts schwangerer Geliebter geworden ist. Als sich herausstellt, daß sie als Dienstmagd eine gute Stellung hat und mit der Familie ihres Herrn nach Antiochia ziehen wird, findet der Geist des ehemaligen Grogs seine Ruhe.
Unter den Serpentianern besteht einstweilen eine gewisse Uneinigkeit über den Rückweg: Einige von ihnen wollen über Vezay heim ziehen, andere möchten noch nach Tripolis, da Raimond vor seinem Aufbruch aus Tyros noch eine ganz spezielle Bitte an Sir Quintus geäußert hat, für deren Erfüllung allerdings Nakatia gebraucht wird… Schließlich wird beschlossen, zunächst nach Vezay und dann nach Tripolis zu reisen.
In Vezay warten traurige Neuigkeiten auf Julius: Als er nämlich geht, um seiner Tochter Juliana einen Besuch abzustatten, weist die Mutter nur auf ein neues kleines Grab – die Kleine ist beim Spielen in den Fluß gefallen und ertrunken. Aber ihr Geist ist noch da und begrüßt ihren Vater freudig. Gemeinsam werden die beiden nun auf eine große Reise in den Süden gehen, um dort vielleicht noch ein paar der Geheimnisse der Traummagier zu lernen. So verläßt Julius die Serpentianer, und wer weiß, wann oder ob man ihn je wiedersieht?
Und schließlich kommen die Magier und ihre Gefährten und Grogs in Tripolis an. Dort wiederholt Raimond seine Bitte noch einmal: Er hat von der Politik, von Kriegen und vom Regieren überhaupt die Nase voll. Er möchte sich zu seinen kultivierten, gelehrten Freunden auf der arabischen Seite in Damaskus zurückziehen und seinen Lebensabend mit dem Studium alter Schriften zubringen. Da er aber nur ungern unklare Erbverhältnisse hinterläßt, ist es unabdingbar, daß er „stirbt“. Was er nun von Nakatia braucht, ist eine Leiche, die man beerdigen kann.
Nach einem längeren Gespräch mit dem Herrn von Tripolis erklärt sich die Magierin einverstanden, ihm zu helfen. So erliegt Raimond, Graf von Tripolis und Herr von Galiläa, Ende Herbst einer bösen Brustfellentzündung und wird mit allen Ehren bestattet, während ein gewisser Ramir al-Cordoba ein kleines Haus in Damaskus bezieht und der Einfachheit halber gleich noch zum Islam übertritt.
In Tripolis verabschiedet sich Antonicella von den anderen, da sie immer noch die Kugel nach Tempestaria bringen möchte. Sie verspricht aber, sich zu melden oder vielleicht sogar einmal vorbeizukommen. Ann, das kleine Mädchen mit den beunruhigenden Visionen, wird sie begleiten und vielleicht sogar von ihr ausgebildet werden.
Schließlich kehren Nakatia, Sir Quintus und die anderen endlich wieder nach Serpentia zurück. So erleben sie gerade noch das Ende jener Fieberepidemie, die Terminus eingeschleppt hat und die das Leben zweier Kinder gefordert hat – das des neugeborenen Leander und das von Andrews und Auricas Sohn Lucas. Immerhin hat sich durch das wütende Fieber herausgestellt, daß Melisende über magische Heilfähigkeiten verfügt, was einigen der anderen Kinder das Leben gerettet hat – und nicht zuletzt ihr selbst, denn sonst hätte sie die schwierige Geburt ihrer Tochter Kathleen Marie wohl kaum überlebt.
Alen wird bei seiner Rückkehr von einer überglücklichen Daphne empfangen, und endlich, nach vielen Jahren, verloben sich die beiden. Die Hochzeit soll im nächsten Sommer stattfinden.

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Während der Abwesenheit der Magier hat sich der junge Lucien, Andrews Knappe, ganz besonders hervorgetan: Zunächst hat er eine Gruppe Flüchtlinge vor einem Höllenhund gerettet, als in der Nähe der Dunkle Tempel wieder aufgetaucht ist; danach hat er einen Räuberhauptmann in einem Duell geschlagen und dem Rest der Bande so eindringlich ins Gewissen geredet, daß diese wieder zu ehrbaren Menschen geworden sind.
Offenbar hatte er gar nicht vor, irgendwelche Heldentaten zu begehen – er ist selbst am meisten erstaunt, daß die kleinen Gefallen, die er ein paar hilfesuchenden Dörflern tun wollte, sich so ausgeweitet haben, und daß er bei seinen Handlungen solche Erfolge erzielt hat ….

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Marganma

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