Serpentia

Der getäuschte Richter

Herbst 1211

Der getäuschte Richter

Lacus, Frederik, Jochen, Ludwig, Samed, Deborah, Mohammed, Hamid

Ein Brief trifft in Serpentia ein: In Damaskus fragt jemand nach Hamid, wohl ein Händler aus der Familie Alessi. Nach etwas Chaos und einer Bundsitzung brechen diverse Leute nach Damaskus auf.

In Damaskus erzählt ihnen Leonie, dass ein gewisser Battista Alessi nach Hamid gefragt hat. Er ist wohl Händler und Kapitän aus Italien, begleitet von einigen Matrosen und einer merkwürdigen Gestalt. Offenbar will er etwas von Hamid über einen bestimmten Vorfall wissen.

Es herrscht außerdem einige Aufregung in der Stadt: Vor ca. einem Monat sind die Leichen von 13 Kindern gefunden worden, schrecklich zugerichtet und mißbraucht. Eigentlich wäre das auch nicht weiter aufgefallen, da es sich um Sklavenkinder oder Waisen gehandelt hat, aber eines der Sklavenkinder hat Gilad al-Usami gehört, und der hat massiv Stunk gemacht und dafür gesorgt, dass die Angelegenheit untersucht wird.

Von Leonie erfahren Frederik und Lacus, dass der Schuldige bereits erwischt wurde: Kadi Nasr at-Tafiri, der als gerechter Mann gilt, hat Umar al-Azaed aufgrund verschiedener Zeugenaussagen verurteilt. Frederik erkennt den Namen: Das ist einer seiner Neffen.

Am nächsten Tag stattet Frederik seinen Verwandten einen Besuch ab. Farid kann sich nicht vorstellen, dass Umar die Kinder getötet haben soll – er vermutet eine Intrige oder etwas ähnliches. Möglicherweise ist auch der Richter in irgendeiner Weise beeinflusst worden. Hamid erkennt den Namen eines Zeugen: Mukhtab abd al-Sata ist ein Tripolitaner, von dem er gehört hat, als er gerade einen Skandal um ein Bordell untersucht hat. Das war derselbe Fall, bei dem er den Ifrit Shirach verhaftet hat – der ist allerdings entkommen und hat Hamids Familie ermordet. Aber als er Hamid umbringen wollte, ging etwas schief, und Shirach hat sich selbst vernichtet. Dabei ist er selbst schwer verletzt worden, und hat schwere Narben übrig behalten.
Noch ist Umar nicht hingerichtet, weil vermutet wird, dass er noch einige Spießgesellen gehabt hat. Daher können die al-Azaed vermutlich morgen noch mal mit ihm reden.

Danach suchen sie Battista Alessi auf. Das ist ein relativ freundlicher Mensch, der von Hamid wissen will, ob der weiß, was mit Shirach passiert ist. Er hatte wohl einen Handel mit dem Ifrit, der ihm helfen wollte, ein bestimmtes Pech zu erhitzen. Das hat er irgendwo gefunden und will jetzt sein Schiff damit kalfatern. Er ist etwas enttäuscht, dass es Shirach nicht mehr gibt, aber Frederik bietet ihm an, ihn mit ein paar Djinnbeschwörern bekannt zu machen. Er scheint sich selbst auch mit Magie auszukennen, aber nicht unbedingt mit Ignem.

Als nächstes geht es zum Nordviertel, wo die Kinder gefunden wurden. Sie treffen dort zunächst Fatima, die Puffmutter eines heruntergekommenen Bordells – das ist aber immerhin diejenige, die Gilad informiert hat, dass eins der gefundenen Kinder sein Sklave war. Sie hat ein Holzbein.
Ein Kind namens Nin führt sie dann zu dem Grab. Dort entdeckt Mohammed ein Symbol, das Frederik schon aus dem Hexenhügel kennt. Ein Geist erzählt Lacus, dass eines Nachts drei Männer in schwarzen Kutten kamen, die hier die Kinderleichen abgeladen haben. Offenbar sind die Kinder woanders getötet worden.
Hassan Bey, der auch im Nordviertel lebt, wird auch besucht: Er hat nicht viel davon mitbekommen, aber sein Aura-Akkumulator zeigt an, dass die infernalen Kräfte im Nordviertel signifikant angestiegen sind.

Am Tor erfahren sie noch von den Torwachen, dass die drei Männer in den Kutten hier durchgekommen sind, einen damaszenischen Dialekt gesprochen haben.

Die Nacht vergeht ruhig. Am nächsten Morgen können sie Umar besuchen. Der ist sehr verängstigt und versichert unter Tränen, dass er nichts mit dem Tod der Kinder zu tun hat. Er weiß gar nicht, wie die Zeugen darauf kommen und was der Kadi gegen ihn hat.
Allerdings gibt es da möglicherweise eine Sache, die er aufgespürt hat: Der jüngere Bruder seine Freundes Asif al-Athiri war unlängst in einer Klinik, die schwierige Kinder behandelt, weil er viele Probleme gemacht hat. Nach diesem Aufenthalt war er sehr brav und gehorsam, aber auch zutiefst verängstigt. Umar und Asif haben herumgefragt und wollten sich auch die Klinik einmal ansehen, aber vorher ist Umar bereits verhaftet worden. Diese merkwürdige Klinik wird von einem tripolitanischen Arzt namens Ibn Barka geleitet. Hamid hat schon von ihm gehört, aber eigentlich nur, dass er mal Kontakt zu den Alchemisten hatte – über seine medizinischen Fähigkeiten ist nicht viel gesprochen worden.
Dann müssen sie gehen und Umar allein lassen. Frederik versichert seinem Verwandten, dass er alles versuchen wird, um ihm zu helfen.

Danach trennen sich die Wege: Frederik, Lacus, Deborah und die Grogs besuchen Gilad, während Mohammed und Samed zu dem Kadi Nasr at-Tafiri gehen, um mit ihm zu reden.
Bei Gilad erfahren sie, dass der ermordete Kleine der Sohn der Sklavin Atira war und dass ihn Fatima über seinen Tod informiert hat. Die Sache hat ihn ziemlich aufgeregt.
Immerhin fällt in seinem Haus auf, dass der Prunk tatsächlich etwas abgenommen hat. Sogar den Panther hat er freigelassen. Bruno hatte ihm gesagt, dass das Tier in dem Käfig nicht recht glücklich ist.

Mohammed trifft seinen alten Freund Nasr. Ihm fällt auch, dass der Kadi ein Augenglas an seiner Schärpe hängen hat, das er immer wieder anfasst. Beim Gespräch erfährt er, dass Nasr sein Urteil über Umar recht schnell und entschlossen gefällt hat, weil der junge Mann ein „abscheuliches Monster“ wäre. Dann greift er kurz nach seinem Augenglas und schaut hindurch. Dazu murmelt er einen kurzen Spruch.
Bei Mohammed scheint ihm nichts aufzufallen, aber als er später Samed anschaut, verzieht sich sein Gesicht kurz. Unter vier Augen warnt er Mohammed, Samed nicht zu trauen, der wäre „böse“.
Außerdem kündigt er an, sich in den nächsten Tagen die Familie al-Azaed mal anschauen zu werden.

Sie treffen sich alle im Stadthaus wieder. Frederik erkennt die Sprache, in der Nasr die Formel für das Augenglas gesprochen hat: Die hat er im Hexenhügel schon mal gehört. Offenbar handelt es sich bei dem Augenglas um ein infernales Artefakt, das ihn zu falschen Urteilen treibt.

Jetzt haben sie zwei Probleme: Die Kinderklinik und das Augenglas.

Zunächst wollen sie sich um das Augenglas kümmern, weil sich Frederik um seine Familie Sorgen macht. Nach kurzer Debatte mit Mohammed verspricht Samed ihm, den Richter nicht zu bestehlen, und bricht dann mit den anderen auf, um das Augenglas zu klauen.
Sie versuchen, ihn auf dem Heimweg abzufangen, aber er ist zu aufmerksam – Samed wagt es nicht, ihn zu bestehlen. Unterwegs verliert dann auch noch Deborah ihren Geldbeutel (oder er wird gestohlen).

Immerhin bemerkt Ludwig, dass sie verfolgt werden, und zwar von einem Seemann. Hamid fängt den Mann ab, der behauptet, er hätte nur die Große Moschee sehen wollen. Er versucht auch, Hamid zu einem Tee einzuladen, aber das lehnt der ab.

Am nächsten Tag sprechen Mohammed und Samed mit den Schülern des Kadi. Die sind zwar eigentlich schon überzeugt von seinen Urteilen, aber es gibt auch bei einigen Zweifel, weil der Urteilsspruch recht schnell gefällt wurde. Auch ein anderes Urteil in den letzten Tagen erschien recht willkürlich.
Das Augenglas wurde dem Kadi bei einer Feier von Ibn Barka geschenkt, als Anerkennung, weil er ja nicht mehr so gut lesen kann.

In der Zwischenzeit unterhalten sich Frederik, Lacus und Hamid mit der Schwester von Asif, Umars Freund. Die erzählt, dass Umar und Asif sich Sorgen gemacht haben wegen den Kindern, die in der Klinik waren. Die meisten Eltern sind ganz zufrieden, aber sie kennt zumindest eine al-Usami, die nicht so glücklich damit ist, was ihrer Nichte da passiert ist. Umars Freund Asif hat sich bereits auf den Weg zur Klinik gemacht, ist aber schon zwei Tage weg.

Frederik und die anderen treffen sich mit dieser Frau, Chada al-Usami. Die kennt sich gut mit Kräutern aus, erzählt aber, dass ihre Nichte Süleyma schwere Alpträume hat, gegen die auch starke Kräutertees nicht helfen. Sie kennt übrigens Battista Alessi.

Bei dem Gespräch mit dem Mädchen finden sie heraus, dass die Kleine Berührungen scheut und vollkommen verängstigt ist. Frederik befragt sie mit Magie und findet heraus, dass das Mädchen in dieser Kinderklinik von einem oder mehreren Erwachsenen mißbraucht wurde.

Alle treffen sich wieder und beschließen, sich diese Klinik anzusehen. Sie beobachten sie eine Nacht lang, können aber nichts weiter feststellen. Allerdings beobachten sie zwei Männer, die früh am Morgen von der Klinik wegreisen. Mohammed sieht das Gesicht des jüngeren Mannes (ausgerechnet ein Verwandter der al-Azaeds), und Samed gelingt es, vom Pferd des anderen eine Verbindung zu bekommen.

In Damaskus stellen sie den jungen al-Azaed zur Rede. Er versucht zwar, zu fliehen, wird aber von seinen Verwandten aufgehalten. Nach kurzer Befragung gesteht er, dass die Kinderklinik eine Art Bordell für Personen mit „besonderem Geschmack“ ist. Von dämonistischen Umtrieben hat er nicht viel mitbekommen, aber es gibt einen Raum im Keller, in den man ihn nicht gelassen hat. Er kann außerdem die Namen einiger anderer Besucher nennen.

Während Hassan al-Azaed losgeht, um den Sultan von diesem Umtrieben in Kenntnis zu setzen, wollen sich Lacus, Frederik und die anderen um den Kadi kümmern. Der ist schon seit zwei Wochen nicht mehr zum Freitagsgebet in der Omayyaden-Moschee erschienen – zweimal wegen dummer Zufälle. Allerdings dürfte ein infernales Artefakt den Aufenthalt in der Moschee vermutlich nicht überstehen.

Auf dem Weg zum Kadi stellen die Serpentianer fest, dass es in der Stadt zu ungewöhnlich vielen Unglücksfällen kommt. Ganz verschiedene Leute scheinen ungewöhnlich viel Pech zu haben.

Nach kurzem Gespräch überredet Mohammed den Kadi, mit in die Moschee zu kommen. Es passieren zwar unterwegs noch ein paar Mißgeschicke, die Nasr fast abgelenkt hätten, aber sie können ihn schließlich hineinbringen. Dort zerspringt das Augenglas, als Mohammed ein Gebet anstimmt, und ein faulig riechender Dampf steigt auf. Der Kadi ist entsetzt, dass er sich von so einem Artefakt hat täuschen lassen – denn er hat Umar nur so rasch verurteilt, weil er durch das Glas geschaut und ein Monster gesehen hat.

Die al-Azaeds versammeln ihre Kräfte und beschließen, nicht abzuwarten, bis der Sultan einen Einsatztrupp schickt, sondern die Klinik noch am Abend anzugreifen. Immerhin ist die Nichte eines al-Azaeds dort untergebracht. Frederik und die anderen kommen selbstvertständlich mit.

Mohammed, Lacus und die anderen sind die ersten, die in dem Haus in den Keller stürmen. Dabei kommt es zum Kampf mit einem Dämon mit extrem scharfen Fingernägeln. Hinter diesem Dämon ist ein Ritualraum, in dem sieben Männer mit Kapuzen hinter sieben Kindern knien und ihnen ein Messer an die Kehle halten. Ganz vorn ist ein Altar, auf den ein junger Mann (vermutlich Asif) gefesselt ist. Hinter ihm steht der Ritualführer, vermutlich Ibn Barka selbst.

Im Kampf mit dem Dämon fällt Mohammed, aber während er die Kreatur aufhält, können die anderen die Ritualführer angreifen. Diese sind völlig in das Ritual vertieft und wehren sich nicht, als Hamid und Samed die Kinder von ihnen wegziehen, auch dann nicht, als sie selbst getötet werden.
Ibn Barka hingegen stärkt sich mit der Lebenskraft von Asif, daher machen ihm die Pfeile, die Deborah auf ihn abschießt, nicht viel aus. Das ändert sich, als Samed kurzerhand Asif die Kehle durchschneidet und Ibn Barka so seiner Kraftquelle beraubt. Der Dämonist versucht, zu fliehen, wird aber gestellt und getötet.

Die Entdeckung, was in der Klinik passiert ist, versetzt viele der Eltern in großes Entsetzen. Die Einrichtung wird sofort geschlossen, und wenn auch die meisten Eltern wütend auf die Täter sind, gibt es auch einige, die ihre Kinder verstoßen, weil sie nicht mehr unberührt sind. Kadi Nasr legt sein Amt nieder, weil er sich nach der infernalen Täuschung nicht mehr würdig fühlt, und nimmt sich der verstoßenen Kinder an.

Viele der „Kunden“ der Klinik werden festgenommen. Dabei kommt auch heraus, dass die Morde an den 13 Kindern aus dem Nordviertel auf Ibn Barkas Konto gehen. Umar wird umgehend freigelassen.

Allerdings hat sich in der Nacht, als die Klinik befreit wurde, noch etwas ereignet: Battista Alessi hat an einem Platz in Damaskus eine merkwürdige Beschwörung durchgeführt. Welchen Zweck sie hatte, ist nicht klar, aber alle Häuser und der Boden an diesem Platz sind mit inferrnalen Pech überzogen. Alessi selbst hat nach dieser Sache Damaskus verlassen.

Frederik und Lacus hatten vor dem Angriff auf die Klinik schon im Bund über die dämonistischen Umtriebe Bescheid gegeben, daher sind Andrew und Rhys auch in die Stadt geeilt. Die beiden kommen zwar zu spät, aber sie können bei der Reinigung des Platzes vom Pech helfen.

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Marganma

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