Serpentia

Der Ghoul von St Lazar

Sommer 1179

Julius, Andrew, Quintus, Sir Garth, Petrus, Myra

Da nun in Jerusalem nichts mehr zu tun ist, brechen Julius, Sir Garth und die anderen wieder in Richtung Heimat auf. Andrew bittet, sich ihnen anschließen zu dürfen, da er immer noch keinem Bund angehört und nicht nach England zurückkehren möchte. Julius hat nichts dagegen, zumal der Jerbiton sich in Damaskus recht gut mit Terminus verstanden hat.
Auf dem Rückweg muß die Reisegruppe auch den Jordan überqueren. Aber als sie an seinem Ufer rasten, entdeckt der Grog Sergej etwas sehr Erschreckendes: In einem Gestrüpp am Flußrand hat sich die Leiche eines jungen Mädchens verfangen. Als Andrew und Sir Garth den Körper bergen, können sie feststellen, daß die junge Frau an einer Krankheit, möglicherweise den Pocken, starb. Aber das allein wäre nicht auffällig gewesen: Das Eigenartige an dieser Leiche sind die tiefen Einschnitte im Bauch- und Brustbereich, zumal sie erst nach dem Tod angebracht worden zu sein scheinen. Offenbar hat wohl jemand die Leiche viviseziert. Als Julius versucht, den Geist des Mädchens zu rufen, erhält er keine Antwort. Da hier irgend etwas nicht stimmen kann, beschließen Andrew, Sir Garth und Quintus, der Sache auf den Grund zu gehen. Die anderen schließen sich an, außer Sergej, dem die Leiche tiefe Angst eingejagt hat. Sir Garth läßt ihn dann schon vor in Richtung Serpentia gehen.
Auf der Suche nach dem Herkunftsort der Toten kommen die Reisenden ein paar Meilen flußaufwärts in das Dorf Vezay, das hauptsächlich von eingewanderten Franzosen besiedelt ist.
Dort wenden sie sich zunächst der für so eine kleine Siedlung recht prächtigen Kirche zu. Der Priester Tanchus heißt sie freundlich willkommen und erzählt ihnen auch gern, daß das Gotteshaus von einem frommen Kreuzritter gestiftet wurde und ihm zu Ehren nun St. Lazar heißt. Während der Unterhaltung können sie auch erfahren, daß das Dorf tatsächlich von einer Seuche heimgesucht wurde. Bisher gab es allerdings nur eine Tote: Ein junges Mädchen namens Helene. Der Beschreibung nach könnte sie sehr wohl die gefundene Flußleiche sein. Allerdings hat Tanchus sie ordnungsgemäß auf dem Friedhof beerdigt.
Als sich die Besucher noch mit dem Priester unterhalten, kommt eine groteske Gestalt in die Kirche: Ein entstellter und verkrüppelter Mann, der auch noch blöde zu sein scheint. Vater Tanchus stellt ihn als Noilis, seinen Gehilfen, vor.
Die Reisenden beschließen, noch eine Weile in Vezay zu bleiben, um festzustellen, wie Helenes Leiche in den Fluß kam. Dabei schließen sie Freundschaft mit einigen Dörflern, darunter mit Martina, Helenes jüngerer Schwester, einem aufgeweckten kleinen Mädchen, das ihnen gern das Grab ihrer Schwester zeigt. Bei einer genaueren Untersuchung erweist es sich als leer. Die anderen an der Seuche Erkrankten sind schon auf dem Weg der Besserung; die Krankheit war ohnehin nicht sehr verbreitet.
Bei einem seiner Gespräche mit Martina erfährt Julius, daß sich der Gehilfe des Priesters, Noilis, nachts öfter auf dem Friedhof herumtreibt. Auch kurz nach Helenes Tod war er wohl dort. Julius und die anderen beschließen – da es relativ sinnlos ist, mit dem Krüppel zu reden – ihn einfach nachts zu beobachten. Allerdings gehen sie dabei nicht sehr geschickt vor: Noilis bemerkt sie und läuft davon. Da er einen großen Sack auf der Schulter hat, verfolgen ihn die nächtlichen Spione. Dabei gibt es einen tragischen Unfall: In seiner Eile achtet der Krüppel nicht auf den Weg, rutscht auf einem Frosch aus und stürzt eine steile Böschung hinunter. Als seine Verfolger bei ihm ankommen, können sie nur noch feststellen, daß er tot ist. In dem geheimnisvollen Sack waren ein paar Wurzeln und etwas Mehl.
Am nächsten Tag erhält Noilis ein christliches Begräbnis. Etwas frustriert setzen die Besucher ihre Untersuchungen fort, ohne aber auf etwas Entscheidendes zu stoßen. Gerade als ein Großteil von ihnen bei Tanchus in der Kirche ist, geschieht etwas Furchtbares im Dorf: Eine groteske Gestalt, durch Waffen nicht zu verwunden und von übermenschlicher Stärke, geht in das Haus der beiden noch an der Seuche Leidenden und tötet die zwei kranken Frauen. Nichts, was die Dörfler oder die hinzukommenden Serpentianer versuchen, kann dieses Monster aufhalten. Immerhin fällt Julius bei dem Kampf auf, daß die Gestalt starke Ähnlichkeit mit Noilis hat: Offenbar ist aus dem Kirchenhelfer ein grausiger Untoter geworden!
Da große Sorge um die Sicherheit der Dörfler besteht, werden diese erst einmal in die Kirche gebracht. Tanchus ist über die Entwicklung sehr aufgeregt und besorgt und zieht sich zunächst zurück.
Petrus hat ein sehr seltsames Gefühl: Tanchus verbirgt etwas. Als er dem Priester folgt, findet er ihn mitten in einer Zeremonie, die zwar nach außen hin christlich wirken mag, die er aber sofort als von dämonischen Ursprung erkennt. Er ruft ein wenig Hilfe, und es gelingt tatsächlich, Tanchus aufzuhalten. Dieser hat das Ritual aus einem Buch gelernt und hält es für sehr gottgefällig und richtig. Als Petrus gerade versucht, ihm seinen Irrtum klar zu machen, taucht vor der Kirche der Ghoul auf.
Dort machen sich Sir Garth, Myra und Andrew auf eine größere Schlacht gefaßt. Auch Quintus möchte helfen, aber er wird als Knappe zurückgeschickt, um den Dörflern zu helfen, zumal er bei dem letzten Kampf gegen den Ghoul schon verletzt worden war. Schließlich kommt auch Petrus aus der Kirche und ruft die Macht des Höchsten an.
Innerhalb von St. Lazar geschehen derweil schreckliche Dinge: Die Christusfigur am Kreuz beginnt zunächst zu bluten, fängt dann mit einem lauten Knall Feuer und fällt zu Boden, wo sie zu schwarzer Asche verbrennt. Währenddessen wird der Boden der Kirche immer heißer, sodaß die Dörfler das Gebäude notgedrungen verlassen müssen.
Durch diese Entwicklung erst wird Tanchus klar, was er getan hat, und voller Reue hilft er den verängstigten Menschen zu fliehen. Quintus hat in der Zwischenzeit sein Schwert mit Weihwasser benetzt und schleicht sich, Sir Garths Befehl ignorierend, um die Kirche in den Rücken des Ghouls.
Der Kampf draußen tobt mit unverminderter Heftigkeit: Zwar hält der starke Glaube von Vater Petrus den Untoten im Zaum, zwar konnte Sir Garth ihm gleich zu Beginn einen Arm abschlagen, aber dennoch sind die Kämpfer angeschlagen, denn Myra kann nicht alle mit ihrem Schild decken.
Jetzt aber schlägt Quintus´ große Stunde: Unbemerkt von dem Ghoul kann er in dessen Rücken gelangen. Mit seinem mit Weihwasser getränkten Schwert schlägt er zu und tatsächlich: Das Schwert durchschneidet das Fleisch des Untoten, der wankt und fällt schließlich leblos zu Boden. Der Kampf ist beendet.
Die Dörfler können in ihre Häuser zurückkehren. Tanchus ist immer noch völlig entsetzt von dem, was er in der besten Absicht getan hat. Um herauszufinden, was es denn eigentlich mit diesem Ritual auf sich hatte, liest Vater Petrus das Buch. Einige Stunden, nachdem er mit ihm verschwunden ist, kommt er sehr erschöpft wieder zurück. Das Buch ist ein Verführer zu ketzerischen Gedanken, und ein sehr überzeugender obendrein. Wenn der Leser nur einen Moment in seinem wahren Glauben wankt, wird er schließlich überzeugt, daß auch Dämonen Gottes Werke tun und man sie dabei unterstützen muß. Dabei hilft das in dem Buch beschriebene Ritual, das die Kräfte der christlichen in die der infernalen Aura verwandelt. Desweiteren hat Petrus herausgefunden, daß der Friedhof neu geweiht werden muß, denn sonst verwandelt sich in Zukunft jeder dort Begrabene in einen solchen Ghoul wie Noilis.
Obwohl es Andrew und Julius leid tut, Wissen zu vernichten, sind sie sich einig: Ohne einen Blick hineinzuwerfen, verbrennen sie das Buch.
Der Priester Tanchus ist von Reue über seine Taten ergriffen. Da er sich nicht mehr in der Lage fühlt, über das Dorf zu wachen, verläßt er Vezay mit unbekanntem Ziel – Gott werde ihm seine Buße schon zuteil werden lassen.
Bevor auch die Magi und ihre Gefährten das Dorf verlassen, stellen sie sicher, daß ein Bote zum Patriarchen geschickt wird. Der soll dem Kirchenmann von den Ereignissen berichten und bitten, daß der Boden der Kirche neu geweiht wird.

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Marganma

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