Serpentia

Der Tod eines Clowns

Herbst 1182

Julius, Terminus, Llwellyn, Aladin, Henry, Lionel, Nakatia

Eines Nachts in diesem Herbst ist es soweit: Der Inkubus von Julius wird geboren. Die nach ihrer Geburt noch völlig formlose Gestalt begibt sich sofort auf die Suche nach ihrem Vater, der ihr als einziger eine Form und einen Geist geben kann – zum Preis seines eigenen Lebens. Das teuflische Wesen findet Julius recht schnell, sein angeborener Instinkt hilft ihm dabei. Der Magier hat es sich, wie schon so oft, in dem kleinen Garten auf der zweiten Etage des Bundes in einer Hängematte gemütlich gemacht und schläft. Leise tritt der Inkubus zu ihm und nimmt sich zunächst eine Mundvoll vom Atem des Magiers. Dies gibt ihm seine Form: Aus dem grauen Etwas wird eine perfekte Kopie von Julius, vom eingewachsenen Zehennagel bis zu den Lachfältchen im Gesicht. Danach ritzt er vorsichtig die Haut seines schlafenden Vaters und trinkt einen kleinen Schluck Blut, was seinen Geist zu einem Ebenbild von dem des Ex Miscellania macht – wenn man von der Kleinigkeit absieht, daß er natürlich immer noch ein Diener Charnas´ ist.
Von dem Schmerz an seinem Arm erwacht Julius und schaut entsetzt in sein eigenes Gesicht. Er hat den Inkubus erwartet, aber doch noch nicht jetzt! Der halbfertige Dämon zögert nicht lange: Mit dem Dolch, den ihm seine Mutter gegeben hat, greift er seinen schreckensstarren Vater an. Diese Attacke löst allerdings Julius aus seiner Lähmung, er beginnt zu schreien und weicht dem Angriff aus – schließlich will er nicht auch sein Herz und damit all seine Fähigkeiten und Erinnerungen an sein teuflisches Kind verlieren.
Als Leben und Bewegung in die Magieretage kommt, flieht der Inkubus, nicht ohne eine Spur von Verwirrung hinter sich zu lassen. Er geht nicht alleine: Lionel, der Leibgrog von Julius, folgt ihm in der Annahme, daß der Teufel sein Magus sei. Keine dumme Strategie, denn schließlich ist Lionel der Fluchtspezialist des Bundes….
Als die anderen Magier zu Julius kommen, muß dieser ihnen geknickt von seinem fehlgeschlagenen Versuch, allein mit dem Inkubus fertig zu werden, berichten. Terminus ist sich daraufhin nicht einmal sicher, ob der Mann, mit dem er gerade spricht, wirklich sein alter Gefährte oder nicht vielleicht doch dessen infernaler Sohn ist. Dennoch zögern die Magi von Serpentia nicht lange und gehen auf die Suche nach dem flüchtigen Paar. Zunächst versuchen sie, die beiden über die arkane Verbindung zu Lionel zu finden. Kaum haben sie allerdings herausgefunden, daß sich der walisische Grog in St. Corona befindet, schwindet die Macht der Verbindung – irgend etwas hat sie unterbrochen.
Sofort brechen Terminus, Julius, Llwellyn, Nakatia und Aladin mit ihren jeweiligen Leibgrogs auf, um die Spur der beiden in dem Nachbardorf aufzunehmen. Dort angekommen, sehen sie sich zunächst einer äußerst mißtrauischen Menschenmenge gegenüber. Offenbar hat der Inkubus Vater Taddeo erzählt, alle Magi des Bundes wären von Dämonen korrumpiert und er selbst hätte gerade so noch entkommen können. Daraufhin hat Taddeo ihn gesegnet und Lionel getauft, sodaß die beiden nunmehr nicht durch arkane Verbindungen gefunden werden können. Mit einiger Mühe gelingt es Terminus, den Priester und die Dörfler von der Wahrheit zu überzeugen. Viel weiterhelfen können die ihnen allerdings auch nicht, aber Taddeo nimmt an, daß die beiden sich in Richtung Damaskus gewandt haben. Also reisen auch die Serpentianer in diese Richtung.
In der Stadt angekommen, stehen sie erst einmal vor dem Problem, wie man hier jemanden finden soll, der nicht gefunden werden will. Zunächst klappern sie also die Mietställe und Karawansereien ab, wobei sie immerhin die Pferde von Lionel und dem Inkubus finden. Allerdings scheint niemand vorzuhaben, sie abzuholen, da sie schon zwei Tage dort stehen. Die Magi beginnen nun, die Gaststuben abzusuchen. Dabei stoßen sie zwar tatsächlich auf den flüchtigen Grog, der aber kann ihnen in den schmalen Gassen der Stadt entkommen. Schließlich wird er bei seiner Rückkehr in den Mietstall von Ephangelia eingefangen und zu Aladins Haus gebracht.
Als er wieder zu Bewußtsein kommt, weigert sich Lionel, den Magiern irgend etwas über den Verbleib von Julius´ verunglücktem Sohn zu erzählen, da er ihnen nicht traut. Auch ihm hat der Inkubus eingeredet, die anderen Magi wären alle Dämonisten und der echte Julius eine dämonische Kopie seiner selbst. Schließlich ist Llwellyn die „Wer-ist-der- Böse“ – Debatte leid und fordert Lionel in einem Anfall geistiger Umnachtung zu einem Faustkampf Mann gegen Mann. Der Grog ist gerne dazu bereit, da er hier eine Chance zur Flucht sieht. Seine Rechnung geht auf: Der Magier ist kein echter Gegner für den ausgebildeten Kämpfer und wird von ihm recht schnell besiegt und als Geisel genommen.
Da die anderen Lionel nicht weglassen wollen, fühlt der sich sogar noch gezwungen, Llwellyn einen recht tiefen Schnitt im Gesicht zu verpassen, als Zeichen, daß er es tödlich ernst meint. Notgedrungen lassen die Magi den Grog noch einmal entkommen, nehmen allerdings eine arkane Verbindung zu dessen Pferd.
Auch das führt sie zunächst in eine Sackgasse, da Lionel nicht dieses Pferd für seine Flucht benutzt. Schließlich reicht es Aladin und er beginnt, dem Grog in seiner Pantherform nachzuspüren. Er und Henry finden den Waliser dann auch endlich und können ihn wieder gefangennehmen. Um sich weitere Probleme mit dem Mann zu ersparen, nimmt Aladin ihm die Erinnerungen an den ganzen Vorfall. Mittlerweile ist ohnehin allen klar, daß der Inkubus sich schon in St. Corona von Lionel getrennt haben muß.
So kommt es, daß der Waliser für die tiefe Narbe in Llwellyns Gesicht nicht zur Verantwortung gezogen werden kann, denn schließlich weiß er ja gar nicht mehr, daß er sie ihm beigebracht hat.
Da der Inkubus nun wohl endgültig entkommen zu sein scheint, bleibt Terminus nichts anderes übrig, als einen Quaesitor von den Vorfällen zu berichten. Gemeinsam reisen die Magi also nach Sol Noctis, um sich mit Honoria zu unterhalten. Die ist von der ganzen Sache recht entsetzt: Schließlich kann niemand Julius und seinen Sohn auseinanderhalten. Damit besteht, wenn der Ex Miscellania seinen Status als Ordensmitglied behält, die Gefahr, daß sich der Inkubus unter dem Namen seines Vaters in andere Bünde einschleicht. Honoria warnt Julius, daß er das nächste Tribunal wahrscheinlich kaum überleben dürfte.
Beunruhigt und unentschlossen wendet sich die Quaesitorin dann an den Hopliten Dux Severus aus dem Haus Tremere. Der löst das Problem auf eine ganz einfache Art und Weise: Er ruft einen Iter Magorum gegen Julius Ex Miscellania aus und, als ihm niemand wirklich widerspricht, vollstreckt er dieses Urteil. Kurz hintereinander treffen drei Blitzschläge den ausgestoßenen Magus und verwandeln dessen Körper innerhalb von Sekunden in einen kleinen, rauchenden Aschehaufen.
Die Magi von Serpentia sind zwar entsetzt, können aber der Logik des Tremere nichts entgegensetzen. Als sie um die Asche des Getöteten bitten, dürfen sie sie mitnehmen, um sie in Serpentia beizusetzen.
Wieder im Bund gibt es zwar ein Begräbnis, aber Nakatia hat einiges der Asche bei sich behalten. Damit beschwört sie Julius´ Geist, der dann beschließt, noch eine Weile im Bund zu bleiben und dort umherzuspuken.
Bei den Nachforschungen nach dem Inkubus haben die Magier noch etwas Seltsames festgestellt: Irgendwo in der Nähe von Vezay muß sich noch eine Tochter von Julius befinden. Der allerdings kann sich nicht erinnern, dort mit einer Frau geschlafen zu haben und beschließt, bei Gelegenheit einmal nach dem Kind zu sehen.

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Marganma

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