Serpentia

Der Turm der Raben

Sommer 1197

Andrew, Hélène, Alen, Hugo

Mitte Frühling hat Andrew einen Brief von seinem alten Bekannten Geraint erhalten, dem er zuvor wegen dem Herrn der Raben geschrieben hatte. Geraint berichtet von einer alten Legende: Vor vielen Jahren wurde ein Druide von Ordensmagiern in den Tower von London gesperrt. Die Raben des Druiden folgten ihm und ließen sich ebenfalls dort nieder. Der Gefangene verhängte einen Fluch: Wenn er stirbt, werden die Raben den Tower verlassen, und an diesem Tag wird London untergehen. Als der Druide jedoch ein Jahr nach seiner Gefangennahme starb, gelang es einem hermetischen Magier, die Raben an sich zu binden, sodaß sie nicht fortflogen. Von da ab konnte er den Tower nicht mehr verlassen. Ihm wurde der Titel „Herr der Raben“ verliehen, ein Titel, den nach ihm noch mehrere andere Magier trugen. Geraint berichtet auch von einer kleinen Gruppe innerhalb des hermetischen Ordens, die sich darum kümmert, daß es immer einen Herrn der Raben gibt.
Andrew beschließt nun, selber nach London zu reisen, um dort nach diesem Herrn der Raben zu suchen. Außerdem scheint ja Timothy, der ebenfalls mit dieser Sache zu tun hat, auch aus London zu stammen. Vielleicht läßt sich ja eine Spur von ihm dort finden. Hélène, Hugo und Alen werden den Magier begleiten.
Die Reise selbst führt durch ein paar Hermesportale, sodaß Andrew, Alen, Hugo und Hélène auch in Durenmar vorbeikommen. Dort lebt Karl, Alocars letzter Lehrling. Als Andrew ihn nach Timothy of London oder den Herrn der Raben fragt, erinnert sich Karl, daß Alocar einmal Besuch von jemandem erhielt, der sich „Herr der Raben“ nannte. Die beiden sprachen über ein Siegel, für das ein Schlüssel gebraucht würde. Worum es genau ging, kann Karl nicht sagen, aber er hatte das Gefühl, daß es um ein magisches, nicht physisch vorhandenes Siegel ging.
Ein Portal später treffen Andrew und die drei anderen in Prunellier ein, einem Bund ganz in der Nähe von London. Sie werden von Isabeau de Girardin, einer Jerbiton, sehr frostig empfangen, da sie sich nicht angemeldet hatten. Andrew klärt sie über seinen Doppelgänger auf; um zu beweisen, daß er der echte Magier sei, fordert er sie zum Certamen. Da sie deutlich älter ist als er, gewinnt sie mühelos. Ihren freien Spruch, der ihr nach ihrem Sieg zusteht, verwendet sie darauf, einen Intellego Vim auf Andrew zu sprechen.
Schon bei der Ankunft in Prunellier war Zaphirael, Hélènes Schutzengel, unruhig, aber als Isabeau de Girardin das Zimmer betritt, fordert er seinen Schützling auf, den Bund so schnell wie möglich zu verlassen – er spürt dunkle Mächte hier. So verlassen Hélène und Alen den Bund sofort nach Andrews Certamen. Der bewußtlose Magier wird von Alen getragen.
In London angekommen nehmen sich die vier erst einmal ein Zimmer. Da sie angeblich hier sind, um nach einem Buch zu suchen, machen sie sich als erstes auf den Weg zu diversen Buchhändlern. Dabei entdeckt Andrew tatsächlich ein interessantes Werk – „Flüche in allen Lebenslagen“ – , das er erwirbt.
Am Abend begeben er und Hélène sich zum Tower von London, um dort mit den Raben zu sprechen. Um nicht aufzufallen, fliegen die beiden dorthin. Als sie den Tower schon fast erreicht haben, fällt Andrew auf, daß um das Gebäude herum eine Aegis errichtet worden ist. Da in diesem Fall seine Sprüche nicht wirken werden, entfernen er und Hélène sich wieder ein Stück. Glücklicherweise fliegen die Raben in der ganzen Umgebung des Towers herum, sodaß sich Hélène auch außerhalb der Aegis mit einem von ihnen unterhalten kann. Sie erfährt, daß im Tower ein alter Mann lebt, der die Raben immer füttert.
Noch während dieses Gesprächs beginnt im oberen Drittel des Towers eine Mauer zu schimmern und zu verschwimmen. Zwar können Andrew und Hélène nicht erkennen, was dahinter ist, aber es scheint sich um eine Einladung zu handeln. Als beide den Stein berühren, finden sie sich in einem großen, gemütlichen Labor wieder. Dort werden sie von einem alten Mann begrüßt, der sich als „Herr der Raben“ vorstellt. Allerdings handelt es sich bei ihm nicht um den Feind, den die Serpentianer kennen – er hat den Tower schon seit mehreren Jahrzehnten nicht verlassen. Im weiteren Gespräch erfahren Andrew und Hélène, daß sein Daniel aus dem Haus Bonisagus ist, und daß Geraint recht gehabt hat – es gibt mehrere Magier, die sich um den Tower und seinen Insassen kümmern. Dazu gehört auch Isabeau de Girardin aus Prunellier.
Als Andrew seinen Lehrmeister Alocar erwähnt, stellt sich heraus, daß Daniel ihn gut gekannt hat. Um das Ganze genauer zu erklären, muß der alte Mann weiter ausholen: Vor vielen Jahren versuchte ein mächtiger Druide aus dem hohen Norden, mithilfe des Königs der Drachen die Länder im Süden zu überrennen und zu beherrschen. Im stellten sich etliche Magier vom Orden des Hermes entgegen, die schließlich auch besiegten. Der König der Drachen wurde gebannt und sein Gefängnis mittels eines magischen Siegels verschlossen. Einer der Magier, die an dem Sieg beteiligt gewesen waren, wurde zum Schlüssel für dieses Siegel gemacht. Er war ein direkter Vorfahre Alocars, und der Schlüssel wurde in seiner Familie weitergegeben, bis er schließlich bei Andrews Lehrmeister landete. Die Magier, die über den Herrn der Raben Bescheid wußten, wollten Alocar gerne in ihrer Nähe haben – um ihn besser vor Gefahren schützen zu können, wie Daniel behauptet. Alocar jedoch weigerte sich, Südfrankreich zu verlassen, hauptsächlich wegen seiner Frau Michelle. Andrea, eine gute Freundin der beiden, gehörte zu dem Rabenkreis und sollte versuchen, Alocar im Sinne dieser Magier zu beeinflußen. Wie die Geschichte aber genau ausging, kann Daniel nicht sagen – allzu viel erfährt er in seinem Turm nicht. Andrew kann ihm von der Korruption und Hinrichtung seines Meisters erzählen, und auch von dem Gespräch, daß Alocar laut Karl mit dem falschen Herrn der Raben geführt hat. Offenbar hat er sich beständig geweigert, den Schlüssel an ihn oder Timothy of London weiterzugeben. Als Daniel erwähnt, daß der Magier, der den Schlüssel in sich trägt, einen Teil seiner Gabe dafür beschädigen muß, kommt Andrew der Verdacht, daß Alocar den Schlüssel an ihn weitergegeben haben könnte. Mit einem kurzen Intellego Vim bestätigt Daniel dies.
Das erklärt immerhin das Interesse des falschen Herrn der Raben an Andrew und seiner Familie. Auch der Siegeszauber von Isabeau de Girardin erscheint jetzt in einem neuen Licht. Als Andrew und Hélène Daniel verlassen, nennt er ihnen noch den Namen einer weiteren Magierin, die von der ganzen Rabengeschichte weiß: Agnes Ex Miscellania, die in London lebt.
Am nächsten Tag setzt Andrew den nächsten Teil seines Plans in die Tat um: In der Gestalt von Timothy of London durchstreift er die Stadt. Er hofft, daß jemand das Gesicht erkennt und er so an weitere Informationen über seinen geheimnisvollen Feind kommen kann. Tatsächlich reagiert jemand: Ein alter Bettler erstarrt zunächst vor Entsetzen, bevor er panisch davonläuft. Zwar verlieren Hélène und Alen ihn zunächst in der Menge, aber ein paar andere Bettler kennen ihn und können den beiden sagen, wo er sich üblicherweise aufhält.
Als Andrew, Alen und Hélène dem alten Michael – so der Name des Bettlers – daraufhin einen Besuch abstatten, ist dieser allerdings so verängstigt, daß sie beschließen, zunächst zu versuchen, auf andere Art und Weise an Informationen zu kommen. Als sie Michaels Unterkunft verlassen, warnt Zaphirael sie, daß sie von einem Dämon verfolgt werden.
Das infernale Wesen weicht ihnen während der nächsten paar Tage nicht von der Seite, versucht aber auch nicht, sie irgendwie zu behindern. Ihre weiteren Nachforschungen ergeben nichts neues, sodaß sie doch wieder auf Michael zurückkommen müssen. Bei dem folgenden Gespräch finden sie heraus, daß die Gestalt des Timothy of London schon immer eine Illusion gewesen ist, die von einer weiblichen Person benutzt wurde, um ihr wahres Aussehen zu verschleiern. Während dieses Gespräch kommt der Dämon immer näher, wird dabei aber von Zaphirael erwischt und zurück in die Hölle geschickt.
Da sie Michael nicht noch weiter verängstigen wollen, verzichtet Andrew darauf, mittels Magie in dem Geist des Bettlers nachzuforschen. Nachdem sie den alten Mann verlassen haben, beraten Andrew, Alen und Hélène noch ein wenig. Dabei kommt der Magier auf die Idee, es hier in London noch einmal mit Andreas Gestalt zu versuchen: Irgendwo muß die Frau schließlich zwischen ihrem Verschwinden in Vista Maris und ihrem Auftauchen in Serpentia gewesen sein.
Als er am nächsten Tag mit Andreas Aussehen über den Markt geht, trifft Andrew auch Michael. Als der alte Bettler „Andrea“ sieht, bricht er mit einem Ausdruck grenzenlosen Entsetzens in sich zusammen. Auch Hélène kann ihm nicht mehr helfen – die Angst hat ihn umgebracht.
Nachdem sie den armen alten Mann in eine Kirche gebracht haben, wo ihm hoffentlich ein angemessenes Begräbnis zukommen wird, begeben sich Andrew, Hélène und Alen noch einmal zu Agnes Ex Miscellania. Dort fragt Andrew nach Andreas Siegel und ist nicht sonderlich überrascht, als er erfährt, daß es sich um einen kalten Schauer über den Rücken handelt. Offenbar war Andreas Gedächtnisverlust nur vorgetäuscht, genau wie ihre Entführung durch den Herrn der Raben. Sie war diejenige, die Richard Greys Kehle durchgeschnitten hat, und wahrscheinlich handelt es sich sowohl bei Timothy of London als auch bei dem Herrn der Raben um diese Frau! Bevor sie gehen, bittet Andrew Agnes noch, ein Auge auf seine Familie in Gloucester zu halten – sie könnten durch Andrea in großer Gefahr sein.
Danach verlassen die vier Serpentianer London, um quer durch England nach Wales zu reisen. Vom dortigen Bund Cad Gadu aus kehren sie schnell nach Serpentia zurück. Dort sucht Andrew nach den Juwelen, die beim ersten Auftauchen des Herrn der Raben benutzt wurden, um ihm und anderen eine Falle zu stellen. Als er sie gefunden hat, bittet er Rhys, sie auf ein magisches Siegel hin zu untersuchen. Tatsächlich handelt es sich um den schon bekannten kalten Schauder, der in den Juwelen beinhaltet ist….

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Marganma

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