Serpentia

Der Zoo von Tajar

Frühling 1184

Terminus, Llwellyn, Henry, Theobald, Athanasius, Ulf Ulrich

Da Andrew sich schon seit einer Weile auf der Reise und entfernt von Bund befindet, benutzt Terminus nun die Haarlocke von dessen Frau als arkane Verbindung, um deren Aufenthaltsort zu finden. Dabei landet er an einem Ort mitten in der Wüste. Als er aber den Karawanenführer Kerim danach fragt, kann der ihm sagen, daß sich dort in der Nähe der Zoo von Tajar befinden muß.
Da dieser Zoo nun schon des öfteren für Schwierigkeiten gesorgt hat, schlägt Terminus vor, endlich etwas gegen ihn zu unternehmen. Llwellyn, der schon eigene leidvolle Erfahrungen gemacht hat, ist sofort dafür, sodaß die beiden Magier schon bald mit ihren Leibgrogs, Athanasius und Ulf Ulrich aufbrechen. Woher Terminus allerdings so genau weiß, wo sich der Zoo befindet, sagt er nicht.
Zunächst reist die schlagkräftige Gruppe in Richtung der Oase, wo damals Llwellyn und die anderen von der Schwarzen Karawane gefangengenommen wurden. Unterwegs hat Terminus die Gelegenheit, die fünfeckige Stele aus schwarzem Stein genauer anzusehen. Er kann keine Magie an ihr feststellen, obwohl sie selbst zur heißesten Mittagszeit kühl anzufassen ist.
Als sie an der Stele Rast machen, berichtet Ladyhawke, daß in einiger Entfernung auch ein Stamm Beduinen lagert. Daher stehen in dieser Nacht die Grogs Wache. Dennoch bemerken sie die herannahenden Araber nicht: Als Henry am Morgen einmal wieder zu den Dünen um ihr Lager aufschaut, stehen sie plötzlich da: Über ein Dutzend schweigende Reiter, die mit ihren Pferden wie aus dem Boden gewachsen scheinen.
Erst als Terminus sie anspricht, kommt Bewegung in die Beduinen, und ein hochgewachsener Mann, dessen Augen trotz seines hohen Alters noch scharf und klar sind, tritt hervor. Nachdem der Tytalus erklärt hat, wer sie sind und was sie wollen, erfährt er, daß es sich bei dem Stamm um die Beni Razal handelt. Der Scheich der Beduinen lädt die Gefährten dann ein, bei seinen Zelten zu speisen, was Terminus auch annimmt. Aus der Reaktion des Anführers auf Tajars Namen konnte er nämlich erkennen, daß auch die Beni Razal nicht allzu gut auf den Zoobesitzer zu sprechen sind.
Nach dem reichhaltigen Gastmahl erzählt der Scheich, daß sich sein Stamm schon lange in einer Fehde mit dem Zoo befindet. Schon der Vater des jetzigen Führers hatte vor vielen Jahren einen Angriff auf die Oase, an der dieser Hort des Bösen liegt, befohlen, nur um von der starken Erdmagie Tajars empfindlich zurückgeschlagen zu werden. Einige Jahre später haben er und sein ältester Sohn es noch einmal versucht: Während der Jüngere innerhalb des Zoos Tajar so ablenken wollte, daß dieser seine Magie nicht wirken konnte, sollte sein Vater den Stamm zur Attacke führen. Aber offenbar wurde der Bruder des jetzigen Scheichs an der Tätowierung erkannt, die jeder Beni Razal nur wenige Tage nach seiner Geburt erhält: Wieder wurde der Angriff unter vielen Verlusten für die Beduinen abgewehrt. Aber jetzt fühlt sich der Scheich trotz dieser Geschichte von Niederlagen erneut verpflichtet, den Zoo zu stürmen: Vor wenigen Tagen wurde seine schöne Tochter, die Weiße Mirameh, von der Schwarzen Karawane entführt. Jetzt will er sie aus den Händen der Sklavenhalter retten.
Da Terminus und die anderen die Tätowierungen nicht besitzen, die einen Beni Razal sofort verraten würden, erklären sie sich bereit, für die Ablenkung innerhalb des Zoos zu sorgen. Dazu wollen sie sich an der Oase gefangennehmen und von der Schwarzen Karawane dorthin bringen lassen – als Sklaven oder Ausstellungsstücke. Einmal im Zoo angekommen, haben sie drei Wochen bis zum nächsten Vollmond Zeit, um einen Plan zu schmieden – denn dann werden die Beni Razal angreifen und hoffen, daß die Spione Erfolg hatten.
An der Oase begegnen die zwei Magier tatsächlich wieder der Schwarzen Karawane, und wie letztes Mal werden die Gefährten wieder von deren Führer zum Essen eingeladen. Auch diesmal ist eine Droge in der Mahlzeit enthalten, die alle in einen tiefen Schlaf versetzt, aus dem sie, wie geplant, als Gefangene erwachen. Da sich auch Llwellyn und Henry hüten, irgendwelchen Ärger zu veranstalten, kommen die Wagen der Karawane schon nach wenigen Tagen an einer kleinen Barackensiedlung an, die man die Zwischenstation nennt. Hier sollen die Gefangenen auf das Leben im Zoo vorbereitet werden. Dazu bekommen sie eine Ausbilderin zugeteilt: Um die Gefährten wird sich eine Frau namens Penthesilea kümmern.
Diese trennt die sechs Männer zunächst in drei Gruppen auf: Athanasius und Henry werden den Arbeitern zugeteilt, Ulf Ulrich und Theobald will sie persönlich „verwenden“ und die beiden Magier läßt sie in ein separates Gebäude bringen.
Nun versucht sie, die zwei Mitglieder einer Gruppe gegeneinander aufzuhetzen: Athanasius und Henry bekommen soviel Arbeit aufgelastet, bis sie erschöpft zusammenbrechen; dann bietet sie ihnen an, ihre Anstrengung zu mindern – auf die Kosten des jeweils anderen. Die beiden Grogs erweisen sich jedoch als moralisch eisern: Selbst mit Tod und Folter bedroht lassen sie einander nicht im Stich. Schließlich wird Henry zu schwerster Wüstenarbeit verdammt, bei der er fast zu Tode erschöpft endlich zusammenbricht, während Athanasius an ein Gerüst gebunden der gnadenlosen Sonne ausgesetzt wird, bis auch ihm die Sinne schwinden.
Ulf Ulrich und Theobald erweisen sich als wesentlich einfachere Ziele: Beide umwerben die ebenso schöne wie grausame Penthesilea und sind nicht darüber erhaben, ihrem Konkurrenten die übelsten Strafen aufzuerlegen und sich sogar gegenseitig blutig zu schlagen. Schließlich wird Theobald auf Ulf Ulrichs Vorschlag hin in der Abwassergrube angekettet und kann zusehen, wie die ekelhafte Flüssigkeit ansteigt, bis sie schließlich seinen Mund und seine Nase erreicht und er die Besinnung verliert. Auch Ulf Ulrich geht es nicht viel besser: Da seine Liebeskünste Penthesilea enttäuschen, wird er von ihren neuen Liebhaber solange geprügelt, bis er endlich ohnmächtig zusammenbricht.
Llwellyn und Terminus werden nebeneinander in zwei Gitterzellen gesperrt, sodaß sie sich sehen können. Jeder von ihnen bekommt ein Tischchen mit Folterwerkzeugen zur Seite gestellt, und Penthesilea fordert sie auf, sich etwas auszudenken, was sie mit dem jeweils anderen anstellen solle. Wenn ihnen nichts einfällt, würde sie sich die Folter ausdenken. Daraufhin entwickeln die Magier einen erstaunlichen Einfallsreichtum: Llwellyn läßt Terminus das Fleisch mit einem Löffel von den Rippen schaben, während der recht mollige Schotte etwas umständlicher wird: Zunächst soll dem Iren ein nettes Schnittmuster in den Rücken geschnitten werden, diese Wunden sind dann mit Salz einzureiben und schließlich mit heißem Wachs zu bedecken. Wenn man das Wachs nun wieder abzieht, so Terminus, hat man doch einen netten Wandschmuck… So geschieht es dann auch. Als die beiden Magier diese Torturen überstanden haben, werden sie beide mitgenommen und jeder von ihnen einer seltsamen, düsteren Zeremonie unterzogen. Dabei fühlen sie, wie sie etwas ins Ohr gesetzt bekommen, das kurz darauf einen reißenden Schmerz in ihrem Schädel erzeugt, von dem jeder der beiden bald schon die Besinnung verliert.
Schließlich wachen alle in weichen, hellen Betten wieder auf. Jeder von ihnen liegt in einem luftigen Zimmer, das mit Blumen geschmückt ist. Von draußen hallt Vogelgesang und das fröhliche Lachen unbeschwerter Menschen in die Räume. Ihre Wunden sind verbunden worden und schmerzen kaum noch. Neben ihren Betten finden sie Schalen mit erlesenen Früchten, außerdem Wein zum Trinken und mit Rosenöl versetztes Wasser zum Waschen. Als sie sich erheben, stellen sie fest, daß sie neu eingekleidet worden sind: Athanasius, Henry und Terminus tragen einen einfachen, aber sauberen Lendenschurz, Theobald eine weiße Tunika und Ulf Ulrich und Llwellyn helle, pastellfarbene Gewänder. Später erfahren sie dann, daß sie so als Arbeitssklaven, Haussklave und Hausgäste gekennzeichnet sind.
Als sie versuchen, die Gästezimmer zu verlassen, gelingt ihnen das ohne Schwierigkeiten. Da sie allerdings Neulinge sind, werden sie recht schnell eingesammelt und zum Herrn des Zoos, Tajar, gebracht. Dieser scheint ein schlanker, schöner Araberjüngling zu sein, der sie alle freundlich willkommen heißt und sich für die Grausamkeiten, die in der Zwischenstation geschehen sind, wortreich entschuldigt. Er hofft, daß sie sich in dem Zoo wohl fühlen würden. Damit sie sich etwas besser zurechtfinden, haben sie die Erlaubnis, sich die ersten drei Tage frei umzusehen, bevor sie mit ihrer Arbeit beginnen. Die Pflichten der Arbeitssklaven umfassen grobe Arbeit wie Putzen, Kochen und ähnliche Dinge, Haussklaven sind zum Bedienen in jeglicher Hinsicht da, und Hausgäste sollen nur hin und wieder durch ihre besonderen Fähigkeiten unterhalten.
Tajar stellt ihnen für die ersten drei Tage eine Führerin zur Verfügung, eine junge Französin namens Sylvaine. Da Theobald sich nicht für einen idealen Haussklaven hält, bittet er um die Erlaubnis, eine Wache werden zu dürfen, die ihm Tajar auch erteilt. Nebenher erfahren sie, daß eine Flucht nicht möglich ist, da außerhalb des Zoos nur Wüste ist. Die magischen Kräfte der „Gäste“ werden durch einen Zauberegel abgesaugt und sollten deshalb besser nicht angewandt werden. Dieser Egel war es, den Terminus und Llwellyn während der Zeremonie in der Zwischenstation eingesetzt bekommen haben.
Zunächst will Sylvaine ihnen natürlich den gesamten Zoo zeigen. Dieser weist auf magische Weise alle möglichen verschiedenen Gegenden auf: Die Wüste, einen tropischen Garten, einen europäisch anmutenden Mischwald, eine steppenartige Tundra. Zwischen diesen Zonen sind magischere Gebiete: Elementarräume, ein Statuenfeld, ein Giftgarten, ein Friedhof. In all diesen Bereichen gibt es Gehege und Käfige, mit ganz normalen Tieren wie Panthern oder Elchen, mit magischen Tieren wie einem Einhorn, einer Herde Mondpferde oder Feenkatzen und schließlich auch mit Feenwesen, zu denen Gnome, Trolle, Dryaden und Zentauren zählen. Aber auch Menschen werden hier in ihren „natürlichen Lebensräumen“ dargestellt: So gibt es in dem Mischwald eine kleine Burg mit Engländern und Schotten, in einer kalten Zone werden ein paar Wikinger gehalten, und auch Mönche in Klosterstuben und Äthiopier in Lehmhütten sind zu bewundern. Das Zentrum des Zoos ist allerdings der riesige Lustgarten, in dem die Hausgäste in philosophische Gespräche vertieft umherlaufen, in dem Künstler ihre neuesten Werke darbieten und wunderschöne Mädchen und Jünglinge die Anwesenden mit jeder gewünschten Annehmlichkeit versorgen.
Auch im Lustgarten gibt es Käfige: Volieren mit seltenen Vögeln, eingezäunte Wasserbecken mit den farbenprächtigsten Fischen und kleine Häuser mit den wertvollsten aller Tiere: Den schnellsten Pferden und den edelsten Falken. Einige Tiere laufen frei umher: Zahme Panther und Unmengen der schönsten und stolzesten Katzen und Hunde umgeben die Gäste. Nur die ungewöhnlichsten Menschen werden hier dargestellt: Gelbe Leute aus dem fernen Land Ch´in, ein Albino aus den weiten Ebenen Afrikas, ein Elsternmensch aus den wilden Steppen des Ostens und Krüppel und Verwachsene aus aller Herren Länder. Sogar vier Templer sind hier zu sehen. Mit ihnen wird ein grausames Spiel gespielt: Jeden Tag um die Mittagszeit dürfen sie ihrer Bestimmung, Ungläubige und Häretiker zu töten, nachkommen. Nur sind diese meist nicht bewaffnet, oft sogar handelt es sich um Frauen und kleine Kinder. Wenn sich die Templer allerdings weigern, wird statt der Heiden eine entsprechende Anzahl Christen grausam erschlagen. Die vier Männer in diesem Käfig sind am Ende ihrer geistigen Kräfte, einer von ihnen ist eindeutig schon ein Wrack, kaum zu mehr Gedanken fähig als ein Gemüse.
Innerhalb von all dieser Pracht und Abscheulichkeit begegnet schließlich Theobald der schönen Frau, die er noch als Jasmin, Ehefrau des Abbas Ibn Usama, kennt, die aber in Wirklichkeit Melisende Owen Fitzpatrick ist. Auch sie erkennt ihn wieder. Bevor er jedoch nur ein Wort sagen kann, schleppt sie ihn zu einer recht lauten Darbietung eines Musikstücks. Dort erklärt sie ihm in kaum verständlichem Flüsterton, daß hier die Blumen und die Wände Ohren haben und es am besten ist, sich inmitten einer lauten Menge zu unterhalten. Sie kann Theobald dann sagen, daß es möglich ist, die Zauberegel auszuhungern, indem man keine Magie benutzt. Allerdings wird der Ernährungszustand der Kreaturen streng überwacht und diese im Notfall auch von den Zoowärtern gefüttert. Von Melisende erfährt Terminus´ Bruder auch, daß es hier Teufelsanbeter gibt, die teilweise ihre Dienerdämonen mit sich herum führen. Schließlich warnt sie ihn noch, niemals an einer Blauen Rose zu riechen, wenn er dazu aufgefordert wird: Ihr Duft wird ihm sonst sein Gedächtnis nehmen. Allerdings kann man die Herren hier täuschen, sie selbst hat es auch schon des öfteren getan.
Nach diesem Treffen geht Theobald zu einem der Wachhauptmänner und bewirbt sich bei ihm als Wache. Da er Tajars Einverständnis hat, wird er sofort akzeptiert, muß allerdings dem Herrn des Zoos einen Treueeid leisten. Dies tut er. Dabei erfährt er zu seinem Entsetzen, daß nicht etwa, wie er angenommen hatte, Tajar dieser Herr ist, sondern der Dämon Charnas, der ihn schon seit seiner Kindheit verfolgt. Dieser erscheint ihm dann auch und gratuliert ihm zu seiner klugen Entscheidung. Als kleine Gegenleistung stellt der mächtige Erzdämon seinem neuen Untertan einen Diener zur Verfügung, der auf ihn aufpassen soll.
In den folgenden drei Wochen beginnt jeder der sechs Männer, nach besten Kräften einen Aufstand vorzubereiten. Um zunächst für genug Geräuschkulissen zu sorgen, betätigt sich Ulf Ulrich als Dichter. Tatsächlich kommen seine Gedichte, die nicht von ihm selbst, sondern von einer dazu zusammengestellten Gruppe vorgetragen werden, ziemlich gut an, vor allem, als er auch noch das sich bewegende Laufgedicht erfindet, daß von der Gruppe lauthals auf Dänisch brüllend im Gehen vorgetragen wird. Für die Vollmondnacht hat er sich etwas Besonderes ausgedacht: Ein großes Kriegsgedicht, das während eines hochdramatischen Kampfs der Templer gegen diesmal bewaffnete Heiden aufgeführt wird.
Währenddessen suchen sich Athanasius und Terminus unter den anderen Sklaven Unzufriedene, die sie zum Aufstand anstacheln können. Tatsächlich finden sie einige Leute, die dazu bereit sind, und machen sich an die genaue Planung.
Henry ist es unterdessen gelungen, die Tochter des Scheichs zu treffen. Die junge Mirameh verliebt sich sofort in den blonden englischen Kämpfer. Der allerdings rührt sie nicht an, sondern beschränkt sich darauf, auf das unschuldige Mädchen aufzupassen.
Theobald erforscht in seiner Funktion als Wache den gesamten Zoo. Dabei findet er heraus, daß in dem großen Keller unter Tajars Palast die andere Art von Vergnügungen stattfindet: Hier geschehen entsetzliche Grausamkeiten, nur weil einige Leute daran Spaß finden. In diesen Kellern sieht er eines Tages sogar Alocar d´Alencon, der sich mit Tajar unterhält und dann mit einem kleinen blonden Jungen in eine der abgeschlossenen Kammern verschwindet.
Während dieser Zeit wird eine der Dämonenführerinnen auf Theobald aufmerksam, da er ja schließlich auch der Herr eines kleinen Teufels ist. In einem Gespräch mit ihr kann er sie zwar überreden, niemandem etwas von seinem Diener zu erzählen, im Gegenzug jedoch findet sie heraus, daß ein Angriff auf den Zoo geplant ist. Auch davon will sie zunächst keinem berichten, wenn Theobald ihr verspricht, sie rechtzeitig zu warnen. Daraufhin deutet der an, daß der Vollmond wohl keine so gute Zeit sei, um sich hier aufzuhalten.
Llwellyn betätigt sich in der Zwischenzeit als Whiskybrauer, auch wenn er nur eine scheußlich gepanschte Abart davon hinkriegt. Als wäre das nicht schlimm genug, geht er auch noch auf das Angebot einer lieblichen jungen Dame ein, das Bett mit ihr zu teilen und bricht so die Ehe, und nicht nur mit dieser einen. Schließlich muß er ja seine Tarnung als braver Zoobewohner aufrecht erhalten.
Sowohl Llwellyn als auch Ulf Ulrich werden eines Tages in den Rosengarten gebracht und aufgefordert, doch einmal an der Blauen Rose zu riechen. Beide geben zwar vor, dadurch das Gedächtnis zu verlieren, aber in Wirklichkeit hat keiner von ihnen den Duft der magischen Blume eingeatmet.
Schließlich ist die Nacht des Vollmonds endlich da. Während sich die meisten von Tajars treuen Anhängern und auch der Sammler selbst bei der Aufführung von Ulf Ulrichs Kriegsgedicht befinden, beginnen die Aufständischen damit, die Käfige zu öffnen und die Wachen anzugreifen. Als Tajar endlich bemerkt, was hier geschieht, ist es bereits zu spät: Die ersten Reiter der Beni Razal haben den Zoo schon erreicht. Vor Wut kochend, sieht der verzweifelte Dämonendiener nur noch eine Möglichkeit: Er muß Charnas selbst herbeirufen. Dazu will er Terminus, den er sofort erkannt hat, in einer Wiederholung des früheren Rituals opfern. Er schleppt den einer Gegenwehr nicht allzu fähigen Magier also in eine der untersten Kammern des Palastkellers, wo er mit der Zeremonie beginnt. Er hat an fast alles gedacht: Sogar an einen kleinen blonden Jungen, um das Ritual einzuleiten, und ein paar andere Kinder, um sie am Scheitelpunkt zu töten. Als er jedoch Terminus´ Herz aus dessen Körper schneiden will, erscheint hinter ihm die schattenhafte Gestalt des Charnas. Mit den wütend gezischten Worten: „Es ist noch nicht an der Zeit!“ erschlägt der Dämon seinen Jünger und löst sogar noch die Bande des ihm versprochenen Opfers.
Mit Tajars Tod erlischt auch dessen Magie, und der Palast beginnt, zusammenzustürzen. Mit dem kleinen blonden Jungen im Arm rennt Terminus aus dem Gebäude. Dabei begegnet er seinem Bruder. Theobald ist über seinen Treueschwur an Charnas so bedrückt, daß er nun den Tod sucht. Terminus begreift und überläßt ihn in dem einstürzenden Gebäude seinem Schicksal. Aber Theobalds Leben kann so einfach nicht enden: Im dem heftigen Kampf mit den Wachen des Tajar wird er nicht einmal ernsthaft verwundet, und als die Kellerdecke endgültig einstürzt, rettet ihn sein kleiner dämonischer Diener, den er „Floh“ genannt hat.
Außerhalb des Palasts tobt ein erbitterter Kampf zwischen den Aufständischen und ihren Verbündeten, den Beduinen, und den Wachen des Zoos. Diese haben Unterstützung durch einige Dämonen bekommen, was ihnen aber auch nicht mehr helfen kann. Nach ein paar Stunden ist alles vorbei, zumal mit dem Tod Tajars alle teuflischen Verbündeten der Wachen verschwinden.
Unter einem Eichenbaum treffen sich die siegreichen Gefährten wieder. Hier sucht Theobald ein drittes Mal den Tod: Er bietet seine Brust dem nunmehr befreiten Einhorn dar, damit es ihn erschlagen möge. Aber das magische Tier berührt ihn nur ganz leicht, was all seine Wunden heilt und den Floh zumindest für eine Weile vertreibt. Dort stellt Terminus fest, daß der kleine Junge sein gesamtes Gedächtnis verloren hat. Er gibt dem Kind den Namen Uther und nimmt es als seinen Ziehsohn an. Dabei findet er auch noch heraus, daß der Kleine die Gabe hat.
Henry übergibt dem Scheich seine Tochter Mirameh wieder. Da er sie die ganze Zeit geschützt und sie trotz ihrer offensichtlichen Bereitwilligkeit nicht angerührt hat, ist der Herr der Beduinen überaus dankbar und macht den Engländer zu einem Ehrenmitglied seines Stammes.
Nun, da die Zoobevölkerung wieder frei ist, kehren die meisten der Menschen in ihre Heimat zurück. Einige jedoch entscheiden sich, in die Dienste Serpentias zu treten. Auch die drei überlebenden Templer wollen nicht mehr nach Jerusalem zurück. Ihre Erlebnisse im Zoo haben sie gelehrt, daß auch die Heiden Menschen sind, und sie wollen eigentlich nie mehr welche töten müssen. Nach einigen Gesprächen mit Terminus und den anderen kommt einer von ihnen auf die Idee, zwar weiterhin den Regeln des Ordens zu folgen, aber nicht Ungläubige, sondern Dämonen zu bekämpfen. Schließlich war Salomo, nach dessen Tempel der Orden seinen Namen hat, ja auch ein großer Feind dieser Kreaturen. Nach einem Briefwechsel mit der Präzeptur in Jerusalem erhalten die drei Templer tatsächlich die Erlaubnis, bei St. Blasius ein Haus zu errichten und einen Unterorden zu gründen, den sie Salomoniter nennen.
Vor dem Rat in Serpentia klagt sich Theobald selbst des Dämonismus an, allerdings ist keiner der Magier bereit, ihn wegen eines Irrtums hinrichten zu lassen. So schlägt auch dessen vierter Versuch, den Tod zu finden, fehl.
Bei den Leuten, die sich nach dem Fall des Zoos Serpentia anschließen, ist auch Melisende, die sich recht bald schon mit Llwellyns Frau Tina anfreundet.

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Als Llwellyn Tina von seinem Ehebruch erzählt, ist diese sehr enttäuscht und verletzt. So hängt hier der Ehesegen in der nächsten Zeit etwas schief.

Comments

Marganma

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