Serpentia

Die Große Sklavenbefreiung

Frühling 1181

Julius, Llwellyn, Holly

Da Serpentia, was Grogs angeht, chronisch unterbesetzt ist, beschließen Julius, Llwellyn und Andrew, nach Damaskus zu ziehen, um neue Bewaffnete anzuwerben und notfalls auch aus der Sklaverei freizukaufen.
In der Stadt angekommen, stoßen sie in der Karawanserei auf eine recht merkwürdige Gestalt: Ein kleines Männchen, das einem ausgewachsenen Menschen vielleicht bis zur Brust geht und alle möglichen Sprachen mit einem fremdartigen Dialekt spricht. Das wirklich Außergewöhnliche an dem Kerlchen ist allerdings der lange, von einem pelzigen Büschel Haare gekrönte Schwanz! Als sich die Magi ein wenig mit dem Kleinen unterhalten, erfahren sie von ihm, daß sein Name Holger Sjöberg – Holly – ist und er aus Schweden stammt. Er behauptet, er sei ein noch sehr junger Troll, keine neunzig Jahre alt. Trotz seiner „Jugend“ ist er wohl schon weit herumgekommen. Vor allem Julius ist der kleine Kerl sehr sympathisch, möglicherweise, weil beide einen seltsamen Sinn für Humor haben. Vielleicht ist Julius aber auch nur froh, daß er endlich jemanden getroffen hat, der noch kleiner ist als er.
Außer Holly befindet sich noch eine andere ungewöhnliche Figur in der Karawanserei: Ein Wikinger in Pelz und Helm, der für ein neuartiges berauschendes Getränk Werbung macht. Er nennt es Met und lädt alle ein, doch einmal zu probieren. Bei dem üblichen Hang der Serpentianer zum Sich-Besaufen nehmen alle begeistert an, auch natürlich Andrew. Das erweist sich für ihn als fataler Fehler: Schon nach dem ersten Krug fällt er volltrunken unter den Tisch, was gewisse Witze über das Standvermögen von Engländern nach sich zieht. Für die nächsten paar Tage wird er danach nicht mehr gesehen, man hört nur manchmal seltsame Geräusche und Stöhnen aus seinem Zimmer.
Der Rest allerdings amüsiert sich prächtig und Holly beschließt, daß die Menschen die Dienste eines Trolles benötigen, um ihre Grogs herbeizuschaffen. Also verabredet er sich für den nächsten Tag mit Julius und Llwellyn, gemeinsam auf den damaszenischen Sklavenmarkt zu gehen.
Der Morgen ist schön, und mit gewissen Ausnahmen ist auch niemand sehr verkatert, sodaß sie nach einem ausgiebigen Frühstück aufbrechen können. Auf dem Sklavenmarkt angekommen, erspäht Holly sogleich eine wunderschöne junge Maid, mit der er sich in ein anregendes Gespräch vertieft. Da das Mädchen aber nicht sehr kampffähig erscheint, gehen Julius und Llwellyn zunächst weiter, um nach besserem „Material“ Ausschau zu halten. Kaum haben sie aber etwas Interessantes gefunden, als Holly angerannt kommt und seine neuen Freunde dringend bittet, doch unbedingt die junge Sklavin Alida zu kaufen: Er habe sich gerade unsterblich in sie verliebt und sie sei ja auch ganz billig – der Preis würde nur ungefähr zwei Drittel ihrer Barschaft vereinnahmen. Etwas skeptisch lassen sich Julius und Llwellyn von dem Troll überzeugen, sie wenigstens einmal anzuschauen.
Als sie jedoch an den Stand kommen, ist Alida nicht mehr da. Der Händler hat sie gerade ziemlich teuer verkauft. Nachdem er zunächst vergeblich versucht, den ahnungslosen Franken ein paar andere Sklavinnen anzudrehen, läßt er sich dann doch von Julius bestechen und erzählt ihnen, daß der edle Herr Ramir Al-Butras die dunkeläugige Schönheit gekauft hat.
Da Holly hofft, daß man dem Mann das Mädchen vielleicht einfach abkaufen kann, suchen sie den reichen Händler auf. Als gute Freunde des edlen Aladin Ibn Usama werden sie auch recht gerne empfangen. Zwar ist Al-Butras nicht bereit, Alida zu einem erschwinglichen Preis zu verkaufen, aber immerhin erlaubt er Holly kurz, mit ihr zu sprechen.
Dabei erzählt sie ihm gehetzt, daß sie furchtbare Gerüchte über ihren neuen Herrn gehört hätte: Er wäre ein Anbeter Shaitans und habe sie nur gekauft, um sie seinem grausamen Herrn zu opfern. Holly verspricht ihr sofort, sie vor diesem schrecklichen Schicksal zu retten, aber dann muß er gehen.
Als er aufgebracht Julius und Llwellyn erzählt, was Alida gesagt hat, sind diese natürlich auch Feuer und Flamme, mal wieder einen Dämonisten zu vernichten. Also arbeiten sie einen Plan aus: Julius und Holly legen ein bißchen Feuer bei den Ställen des Anwesens, woraufhin Llwellyn als der Hausherr getarnt auftritt und seinen Bewaffneten befiehlt, die Schurken zu verfolgen und nicht ohne ihren Kopf wiederzukommen. Mit etwas Glück müßte das Anwesen danach unbewacht sein. Auf einen größeren Kampf können sie sich nämlich nicht einlassen: Dazu fehlen die Grogs.
Gedacht, getan: Der Plan geht auf, die Bewaffneten verlassen in wilder Jagd das Gelände, und der Weg zum Haupthaus steht offen. Das Haus an sich scheint zwar leer bis auf ein paar Sklaven, aber da die keine große Liebe für ihren Herrn besitzen, sagen sie den Eindringlingen gern, daß er mit Alida und seinem Lehrling in den Keller gegangen ist. Dort unten finden sie ihn, einen kleinen stummen Araberjungen und Alida mitten in einer merkwürdigen Zeremonie: Der in schwarze Roben gehüllte Hausherr reckt dramatisch einen Dolch gen Kellerdecke und bittet den großen Herrn der Finsternis um seine Gunst. Laut ruft er aus, der Teufel möge ihm seine Macht verleihen und die Eindringlinge zerschmettern. Llwellyns grimmiger Kommentar zu diesem etwas uneffektiven Beschwörungsversuch ist „Nix gibt´s“, gefolgt von einem wohlgezielten Feuerball, der die Welt von einem weiteren Möchtegern – Dämonisten befreit.
Dilettantischerweise hatte al-Butras dann auch noch vergessen, die Jungfrau zu opfern, bevor er den Dämon um einen Gefallen bat: Alida lebt also noch und ist bis auf einen ziemlichen Schrecken wohlauf. Nach einer kurzen Aufräumaktion mit dem Beschwörungsbuch und diversen anderen Kleinigkeiten verlassen Llwellyn, Julius und die anderen den Keller. Den verschreckten, stummen Knaben nehmen sie mit.
Nachdem das ganze Unternehmen mit Aladins Unterstützung mit den Autoritäten abgeklärt ist, gehen die Sklaven des Händlers in den Besitz von Llwellyn über, der sie sofort freiläßt und ihnen anbietet, in Zukunft für Serpentia zu arbeiten. Einige entscheiden sich gern dafür, andere aber möchten zu ihren Familien oder in ihre Heimat zurück. Zu diesen gehört auch Alida, die in Antiochia noch eine Mutter und einen Bruder hat. Den stummen Knaben, der Zutrauen zu ihr gefaßt hat, wird sie mitnehmen. Auch Holly würde gern mit ihr ziehen, aber er hat von dem Feenwald bei Serpentia gehört und möchte sich die Chance, einmal wieder Trolle zu treffen, nicht entgehen lassen. So verabschieden sich die beiden in der Hoffnung, daß sie sich vielleicht einmal unter günstigeren Umständen wiedersehen werden.
Llwellyn und Julius sind mit der Grogausbeute recht zufrieden, dennoch beschließen sie, wenn Aidan schon einmal Geld bewilligt hat, dieses auch auszugeben. Bei ihrem neuerlichen Besuch auf dem Sklavenmarkt erleben sie noch eine Überraschung: Einer der potentiellen Grogs spricht sie, als er ihr Latein hört, in eben dieser Sprache an und fragt sie, ob sie vielleicht hermetische Magier wären? Es stellt sich heraus, daß Manus Ardens, so der Name des Sklaven, einst der Grog von Terrificus aus dem Hause Flambeau war. Natürlich würde er auch jetzt gerne wieder für Magier arbeiten, also kaufen sie den Mann.
Als es Andrew wieder besser geht, reist er mit Julius, Aladin, Holly und den neuen Grogs Richtung Bund ab. Llwellyn möchte noch etwas in der Stadt bleiben, um mit Lars, dem norwegischen Methändler, ein wenig zu handeln (und zu trinken).

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Marganma

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