Serpentia

Die Rache der Entehrten

Herbst 1185

Alen

Alens Liebe zu der schönen Magd Daphne ist noch immer nicht erstorben, und auch sie erwidert seine Zuneigung, wenn auch auf sehr zögernde Art und Weise. Schließlich vertraut sie ihm an, daß sie nie einen Mann wirklich lieben könne, solange der Ritter, der sie vergewaltigt hat, noch am Leben ist. Alen schwört ihr, ihn zu suchen und zu töten. Da er weiß, daß sich die schändliche Tat in Griechenland ereignet haben muß, reist er dorthin. Immerhin kennt er das Wappen des falschen Ritters: Ein weißes Einhorn auf blauem Grund.
Nach einiger Suche findet der junge Ungar heraus, daß das Einhorn das Wappentier der Familie Amnokites ist. Als er aber diese Adligen aufsucht und dem Familienoberhaupt Stephanos sein Anliegen unterbreitet, stellt sich heraus, daß der alte Mann drei Söhne hat: Alle mit goldenem Haar, in ungefähr dem richtigen Alter und jeder einzelne war zu der Zeit der Tat in der richtigen Gegend. Natürlich leugnen Philemon, Johannes und Nicolas alle, der Schändung schuldig zu sein, und Stephanos ist eher geneigt, einem seiner Söhne Vertrauen zu schenken als einem völlig Fremden.
Da der Burgherr Alen allerdings für einen Ritter hält, gibt er ihm drei Tage Zeit, den Schuldigen zu finden, ansonsten verlangt er eine Entschuldigung. Der Ungar geht darauf ein.
Als sich Alen näher mit den drei Verdächtigen beschäftigt, stellt er fest, daß der älteste der Brüder, Philemon, ihm wegen der Beleidigung seiner Familie recht feindlich gesonnen ist. Der griechische Ritter ist glücklich verheiratet. Der mittlere Sohn, Johannes, ist ein großer Jäger und der Schwarm eines jeden Mädchens aus der Umgebung. Er beachtet Alen kaum. Nicolas, der jüngste, erweist sich sogar als recht freundlich. Allerdings scheint er sich sehr wenig mit Frauen abzugeben und will auch nicht über die Reise, die ihn in die fragliche Gegend geführt hat, reden.
Um mehr über den jungen Mann zu erfahren, besucht Alen dessen Jugendfreundin Berenike, eine Pferdezüchterin. Die ist erst einmal hellauf von der Stute des jungen Kriegers begeistert, obwohl das Tier für die Verhältnisse von Serpentia allenfalls von mittelmäßiger Qualität ist. Nach einem intensiven Gespräch über Pferde und einem vorsichtigen Handelsabkommen kommt die Sprache auch auf Nicolas. Berenike weiß zwar nicht, was auf der Reise damals passiert ist, aber sie ist überzeugt, daß ihr Jugendfreund niemals einer Schändung fähig wäre.
Auf dem Rückweg gerät Alen in eine Wildschweinjagd, bei der ihm Johannes das Leben rettet.
Bei seiner Rückkehr zur Burg steckt Alen zunächst in einem Dilemma: Er hält eigentlich keinen der Brüder für den Schänder, vor allem nicht Nicolas. Allerdings bemerkt er schon bald, daß die junge Zofe der Frau von Philemon völlig verstört ist. Zwar kann er am Anfang nichts aus ihr herausbekommen, aber dann trifft er sie in der Nacht, wie sie mit einem Dolch zu den Schlafgemächern der Ritter schleicht. Nun kann er endlich von ihr erfahren, daß sie von dem Herrn Johannes vergewaltigt worden ist. Er überzeugt sie, auf ihre Rache zu verzichten, da er den Schuldigen selbst seiner gerechten Strafe zuführen will.
Am nächsten Tag nennt Alen dem Burgherrn Johannes als den Schänder. Dieser leugnet die Tat, so daß es zu einem Gottesurteil zwischen den beiden kommt. Nach einem heftigen Kampf siegt Alen mit Gottes Hilfe, was beweist, daß seine Sache gerecht war. Trotz seiner Wunden verläßt er die trauernde Familie, um sich bei Berenike zu erholen.
Als der junge Krieger in den Bund zurückkehrt und Daphne von Johannes´ Tod berichtet, ist die Magd sehr erleichtert. Zwar fällt es ihr noch immer schwer, Alens Liebe zu entgegnen, aber sie bereit, es zu versuchen.

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Marganma

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