Serpentia

Die Schwarzen Rosen

Sommer 1184

Llwellyn, Sir Quintus, Alen, Colleen, Benedikt, Tarik, Marius

Vor einiger Zeit hat sich Andrews Leibgrog Alen in die schöne, aber abweisende Magd Daphne verliebt und versucht nun, ihre Gunst zu gewinnen. Da er gehört hat, daß Frauen es lieben, wenn man ihnen Ständchen bringt, möchte er einige Liebeslieder lernen und wendet sich an Aladins Spielmann Hugo. Als die beiden Männer aber gerade am Waldrand dabei sind, ein Gedicht einzuüben, das mit „O holde Maid …“ beginnt, tritt eine Gestalt aus den Bäumen auf sie zu. Die junge, rothaarige Frau mit den erstaunlich grünen Augen trägt eine eigenartige, filigran wirkende Rüstung und stellt sich den verblüfften Männern als Colleen, die ehemalige Zofenknäppin von Sir Daowyn, vor. Jetzt ist sie selbst eine Elfenritterin, und obwohl sie ein zwölfjähriges Mädchen war, als sie vor drei Jahren in den Feenwald ging, ist sie jetzt eine zwar junge, aber durchaus erwachsene Frau von etwa zwanzig Sommern. Offenbar ist die Zeit im Reich der Feen anders verlaufen als in Serpentia. Da Sean in der Nähe war, um den doch eher amüsanten Dichtversuchen Alens und Hugos zu lauschen, kann er sein ehemaliges Mündel gleich begrüßen. Da er sie den Magiern in ihrer ungewohnten Gestalt vorstellen will, geht er mit ihr zum Bund.
Noch im Wald, wo er mit Hugo zurückgeblieben ist, wird Alen plötzlich von einem kleinen schwarzen Schmetterling gestochen, der sich auf seine Stirn gesetzt hat. Kurz darauf bricht der Ungar schwitzend und von hohem Fieber geschüttelt zusammen. Nachdem Hugo sich vergewissert hat, daß er für ihn nichts tun kann, rennt er zum Bund, um Hilfe zu holen.
Dort hat Sean derweil eine kurze Unterredung mit dem Gärtner Simon: Dieser hat am Morgen beobachtet, wie aus den Knospen der schwarzen Rosen, die Terminus und Llwellyn aus dem Zoo von Tajar mitgebracht hatten, drei seltsame kleine Schmetterlinge gekommen sind. Sean weiß damit nichts anzufangen und ist auch zunächst nicht allzu alarmiert.
Da der Sicherheitschef sich noch außerhalb des Bundes befindet, läuft der aufgeregte Hugo zuerst zu ihm und berichtet von Alens Krankheit. Als die beiden aber zu dem Grog kommen, ist der schon wieder auf den Beinen und kann sich nicht erinnern, überhaupt krank gewesen zu sein. Da der Spielmann allerdings etwas von einem kleinen schwarzen Schmetterling erzählt hat, ist Seans Mißtrauen geweckt und er besteht darauf, daß Alen sich untersuchen läßt. Deshalb suchen die vier Männer und Colleen nun zunächst Benedikt auf. Dieser stellt auch schnell fest, daß in Alens Geist irgend etwas fehlt: Vielleicht sogar seine Seele selbst? Als der Bonisagus nachforschen will, wo das Fehlende sich jetzt aufhält, findet er eine Spur, die in Richtung Damaskus führt.
Bevor er aber in die Stadt reist, will sich Benedikt die schwarzen Rosen noch einmal anschauen, um dort vielleicht Aufschluß über die rätselhaften Vorfälle zu gewinnen. Mittlerweile hat sich nämlich herausgestellt, daß auch Alens Angebetete Daphne und Seans Tochter Sabina von den schwarzen Schmetterlingen gestochen wurden. Als der Magier die noch geschlossenen Knospen der Rosen untersucht, stellt er fest, daß in einigen davon kleine, widerliche schwarze Maden sitzen, die Sean auch sofort erkennt: Es sind Maden wie die aus dem Seuchensarg des Alocar d´Alencon!
Da nun klar ist, daß die schwarzen Rosen wohl schon im Zoo verseucht wurden, schickt Benedikt Henry zu den Beni Razal, die auch einige der seltenen Pflanzen an ihrer Oase haben, um die Beduinen zu warnen Er selbst will mit Llwellyn, Colleen und einigen Grogs nach Damaskus reisen, um die gestohlenen Seelen zurückzuholen.
In der Stadt angekommen, beziehen die Gefährten zunächst bei Aladin Quartier. Von dort aus versucht Benedikt noch einmal, über die Verbindung zu Alen selbst nach dessen Seele zu suchen, stößt dabei allerdings auf eine Art magischen Schutzschild. Immerhin kann der Bonisagus feststellen, daß sich dieser Schirm in Damaskus befinden muß.
Noch während dieser Untersuchung hört Alen auf der Straße Geschrei: Ein kleiner Junge von vielleicht zehn Jahren brüllt lauthals durch die Gegend, „er“ sei tot, er sei endlich tot. Als Llwellyn den Kleinen hinein rufen läßt, erfährt er, daß vor kurzer Zeit ein schwarzgekleideter Fremder bei einem der berüchtigtsten Verbrecher von Damaskus aufgetaucht ist, sich mit ihm ein Duell geliefert und ihn getötet hat. Danach ist er verschwunden. Bei dem Toten ließ der geheimnisvolle Schwertkämpfer, der sein Gesicht mit einer Maske verhüllt hatte, eine schwarze Rose zurück.
Das Auftauchen der Blume hält Benedikt für keinen Zufall, also begibt er sich zu der zuständigen Wache, um genaueres zu erfahren und die Rose untersuchen zu können. Als er allerdings ungeschickterweise behauptet, mit dem Toten Geschäfte gemacht zu haben, wirft ihn der Hauptmann der Wache sofort hinaus, ohne daß er auch nur einen Blick auf die Blume hätte werfen können.
Während Benedikt außer Haus ist, fragt Llwellyn Aladins Diener nach der merkwürdigen Krankheit, die mit dem Schmetterlingsbiß einhergeht. Tatsächlich hat es auch in Damaskus einige Fälle gegeben, die die Leute zunächst nur als eine Art Sonnenstich angesehen haben. Nach ein paar Tagen aber wurden die Erkrankten immer matter, einige von ihnen sollen sogar gestorben sein. Auch der kleine Straßenjunge wird von Llwellyn und Colleen noch einmal befragt und kann bestätigen, daß es wohl zwei oder drei Todesfälle gegeben hat. Auch seine jüngere Schwester sei von der Krankheit befallen, behauptet der Junge, weigert sich aber mit allerlei Ausflüchten, die Magi zu ihr zu führen.
Da er sich nicht allzu gut in der Stadt auskennt, schickt Llwellyn einen Boten nach Serpentia, der Quintus herholen soll. Der ehemalige Dieb verfügt nämlich immer noch über einige sehr gute Kontakte.
Da Aladins dienstältester Diener mitbekommen hat, daß die Gäste seines Herrn nach einer speziellen Rose suchen, macht er sie darauf aufmerksam, daß es in Damaskus einen Fremden gibt, der zurückgezogen in seinem Turm lebt und den man den Rosenprinz nennt, wohl weil er über einen so ausgedehnten Rosengarten verfügt. Interessiert beschließt Colleen, dem Mann einen Besuch abzustatten. Währenddessen kehrt der kleine Straßenjunge unter Tränen zurück: Seine Schwester ist soeben gestorben und er hat jetzt niemanden mehr auf der Welt. Als ihm aber der mitleidige Llwellyn anbietet, ihn mit nach Serpentia zu nehmen, und dabei erwähnt, er müsse dort natürlich auch arbeiten, lehnt der Junge ab: Von Arbeit hält er offenbar nicht sehr viel. Immerhin kann er noch berichten, daß der schwarzgekleidete Fremde wieder aufgetaucht ist und einen grausamen Sklavenhändler getötet hat. Auch diesmal hinterließ er weder seinen Namen noch irgendeine Erklärung, sondern nur eine schwarze Rose.
Colleen findet das Anwesen des Rosenprinzen ohne Schwierigkeiten: Ein Turm, der von einer hohen Mauer umzäunt ist, in der es nur eine einzige, winzig kleine Tür gibt. Als die junge Ritterin anklopft, öffnet ihr eine recht seltsame Erscheinung: Der hochgewachsene Mann sieht aus, als hätte man seinen ganzen Körper aus Obsidian geschnitten, so schwarzglänzend und steinern ist seine Haut. Offenbar ist er stumm, denn er antwortet nicht auf Colleens Fragen, sondern weist sie nur mit ein paar entschiedenen Gesten ab. Dabei kann die Irin immerhin den Turm das erste Mal richtig sehen: Er scheint aus Alabaster gemacht worden zu sein, und seine Kuppel hat die Form einer Rosenknospe. Unverrichteter Dinge kehrt sie zu Aladin zurück, um sich mit den anderen zu besprechen.
Da auch die Magi jetzt sehr daran interessiert sind, mit dem geheimnisvollen Rosenprinzen, über den niemand etwas näheres zu wissen scheint, zu sprechen, beschließen sie, ihm eine seltene Rose zum Kauf anzubieten. Damit sie etwas wirklich außergewöhnliches haben, färbt Llwellyn eine einfache Rose aus Aladins Garten grün und übergibt sie einem Diener, der sie bei dem Rosenprinzen vorbei tragen soll. Colleen will dem Mann unauffällig folgen, um die Übergabe zu beobachten.
Tatsächlich bekommt auch der Diener die Tür von dem steinernen Wesen geöffnet, das ihm die Rose wortlos abnimmt. Colleen bezieht nun Stellung vor dem Turm, um zu beobachten, was nun geschieht. Dabei wird die rothaarige Schönheit allerdings von ein paar Sklavenhändlern beobachtet. Diese beschließen, sich die Gelegenheit nicht entgehen zu lassen, und versuchen, die junge Frau zu verschleppen. Da Colleen in der Stadt natürlich keine Waffen bei sich trägt und auch die Stadtwache ihr nicht helfen will, sieht es zunächst ziemlich schlecht für sie aus. Dann aber taucht auf einmal der schwarzgekleidete Schwertkämpfer auf und verjagt die vorwitzigen Sklavenhändler. Als Colleen sich bei ihm für ihre Rettung bedankt, verbeugt er sich nur und überreicht ihr eine schwarze Rose, dann verschwindet der Fremde in dem Gewühl des Basars.
Kurz nachdem Colleen mit der Blume bei den anderen eingetroffen ist, kehrt auch der Diener mit einer Botschaft zurück. Der Rosenprinz, so heißt es, sei nicht an magischen Fälschungen interessiert. Offenbar hat der geheimnisvolle Bewohner des Turms die Täuschung sofort durchschaut.
Allerdings scheinen Rosen mit falscher Farbe gerade sehr beliebt zu sein: Als Benedikt Colleens Geschenk untersucht, stellt er fest, daß die schwarze Färbung tatsächlich nur aufgemalt ist, in Wirklichkeit ist die Blume eine ganz normale rote Rose. Immerhin kann der Bonisagus feststellen, wo sie herstammt, und als der Magier und seine Gefährten diese Spur verfolgen, kommen sie zu einem verlassenen Grundstück, auf dem ein von Unkraut schon reichlich überwuchertes Herrenhaus steht. Dort finden sie zunächst den Strauch, von dem die rote Rose stammt, und schließlich auch ein Lager und einen Eimer schwarze Farbe in der Gärtnerhütte.
Da es gerade beginnt, heftig zu gewittern, begeben sich die Gefährten zurück zu Aladins Anwesen, nur Colleen bleibt in der kleinen Hütte, um auf deren Bewohner zu warten.
Nach nicht allzu langer Zeit tritt dann auch tatsächlich ihr Retter herein, der sich zunächst wundert, die junge Frau hier zu finden. Da sie allerdings einiges Feenblut hat, vertraut sich der Schwarzgekleidete ihr an: In Wirklichkeit ist „er“ eine Herrscherin aus dem Feenreich, die Prinzessin der Schwarzen Rose. Vor einiger Zeit kam ein Menschenmann in ihr Land und begann, ihr den Hof zu machen. Dann aber verriet er sie und stahl ihr die Mutterrose, ohne die ihr Reich nicht existieren kann. Jetzt ist sie auf der Suche nach dem Dieb und seiner Beute. Obwohl sie schon weiß, daß der verräterische Mensch der Rosenprinz ist, hat sie bisher noch keine Möglichkeit gefunden, an ihn heranzukommen. Immerhin kann die Prinzessin Colleen noch einige andere Dinge über den vermeintlichen Rosenprinzen erzählen: Vor langer Zeit war er der Lehrling eines hermetischen Magiers, den die Fee als „Landverderber“ bezeichnet und in dem Colleen nach kurzem Nachdenken Alocar d´Alencon erkennt. Allerdings hat er seine Lehre nicht abschließen können. Wenn er aber auch nicht die hermetischen Künste von seinem Meister lernen konnte, so doch die Schwarzen: Offenbar ist der Rosenprinz ein Satanist. Auch sein Diener ist dem Bösen verfallen: Eine menschenblütige Erdfee mit gerade genug Seele, um sie zu verpfänden.
Zusammen mit den anderen, zu denen die zwei Frauen dann doch noch gestoßen sind, wird nun ein Plan gemacht. Da die Hauptschwierigkeit ist, in den Turm hineinzukommen, soll die Prinzessin der Schwarzen Rose als Köder dienen, mit dem die anderen einen Handel mit dem Rosenprinzen abschließen wollen. Allerdings wollen Benedikt und Alen nicht mit in den Turm gehen; Benedikt ist nicht sicher, ob er dort etwas ausrichten kann und Alen weiß nicht, ob der Teufelsanbeter ihn über die gestohlene Seele beeinflußen kann. Dafür wird der jetzt hinzugekommene Sir Quintus mitgehen.
Der Plan erweist sich dann auch als erfolgreich: Als sie mit der gebundenen Fee an der kleinen Tür anklopfen, werden sie sofort hereingelassen und durch einen Garten voller Rosen zu dem Turm gebracht. Die Rosen dieses Gartens wirken jedoch alle recht bösartig und entartet: Zwischen einigen der Ranken kann man sogar tote Tiere oder Menschen sehen. Offenbar brauchen diese Pflanzen statt reinem Wasser Blut zum Wachsen.
Innerhalb des Gartens stellen die Magi fest, daß sie sich in einer infernalen Regio befinden müssen: Der Turm ist viel zu groß für das Grundstück, riesig und unheilvoll ragt er vor der Gruppe auf. Innerhalb wirkt er noch größer, die Gefährten sind sich nicht sicher, wie lange sie die gewundene Treppe, zu der sie der Obsidiandiener geführt hat, hinaufsteigen, bevor sie ihr Ziel erreichen. Der Raum, in den sie geführt werden, ist jedoch nicht das, was sie erwartet haben: Ein gemütliches kleines Zimmer mit vielen überladenen Bücherregalen an den Wänden, in dessen Kamin ein lustiges Feuer flackert. Hier heißt sie ihr Gastgeber willkommen: Ein hochgewachsener, schlanker blonder Mann, der sich ihnen als Charles d´Avignon, der Rosenprinz, vorstellt. Während er noch höfliche Floskeln mit ihnen wechselt, sieht allerdings Sir Quintus, wie etwas Schleimiges, Schattenhaftes an seinem Arm hochgeleitet.
Bei der Unterredung gibt Charles recht freimütig zu, daß er die Seelen von Alen, Daphne und Bina in seinem Besitz hat. Er ist auch gern bereit, sie gegen die Prinzessin der Schwarzen Rose einzutauschen, allerdings besteht er darauf, daß seine Gäste beim Höchsten schwören, nach erfolgtem Tausch friedlich zu gehen. Llwellyn, Quintus und der Grog Marius leisten diesen Schwur dann auch, nur Colleen weigert sich beharrlich. Dennoch läßt Charles zunächst die drei Seelen frei, die dann auch zu ihren rechtmäßigen Besitzern zurückkehren. Dabei entwickeln aber alle drei eine kleine Narbe in der Form eines Schmetterlings auf der Stirn.
Da er nun seinen Teil des Handels erfüllt hat, verlangt der Rosenprinz, daß seine Gäste ihrem Schwur gemäß gehen. Nur Colleen will er nicht fortlassen, da sie keinen Eid geleistet hat und sich auch beständig weigert, noch zu schwören. Weil die anderen ohne Colleen nicht gehen wollen, läßt der Dämonist ihnen sogar noch ein wenig Zeit unter sich, damit sie voneinander Abschied nehmen können.
Als sie allein sind, offenbart die Prinzessin der Schwarzen Rose, daß sie selbst hier noch die Kraft hat, den Schirm, der Charles vor allen Angriffen schützt, zu zerschlagen, allerdings nur für eine sehr kurze Zeit. Bevor sich Llwellyn und Sir Quintus einigen können, wie sie dann vorgehen wollen, kehrt der Herr des Turms zurück.
Er ist immer noch nicht bereit, Colleen gehen zu lassen. Während die anderen noch mit ihm debattieren, durchschlägt die Feenprinzessin ohne Vorwarnung den Schild. Llwellyn nimmt seine gesamte Kraft zusammen, um den Geist des Dämonendieners zu zerstören, was ihm auch gelingt: Der blonde Mann hat von einem Moment zum anderen seine geistige Reife verloren und besitzt nun nur noch die Gedanken eines dreijährigen Kindes. Allerdings erlischt mit dem Intellekt des Rosenprinzen auch dessen Herrschaft über den Turm: Das Gebäude beginnt, zu schwanken und sich zu schütteln wie ein Baum in einem Orkanwind und wird wahrscheinlich bald zusammenbrechen.
Bevor sie gehen, zündet Colleen noch das Zimmer an, damit keines der Bücher jemals wieder gefunden werden kann. Als aber Sir Quintus ihren kindlichen Gastgeber mit aus dem Raum ziehen will, der unnatürlich schnell Feuer gefangen hat, gleitet das schattenhafte Wesen, das er selber vorher noch am Arm des Teufelsanbeters hochkriechen gesehen hat, blitzartig auf den Stumpf des rechten Unterarmes, den der Ritter Charles auf die Hand gelegt hatte. Um der Besessenheit durch das unheimliche Wesen zu entgehen, nimmt Sir Quintus sein Schwert und schlägt sich selbst einen guten Teil seines Armes ab. Zwar hat er damit die teuflische Kreatur von sich ferngehalten, aber aus seiner Wunde schießt ein Schwall hellroten Blutes hervor. Colleen ist geistesgegenwärtig genug, die Verletzung noch schnell an dem lodernden Feuer auszubrennen, und einer der Grogs packt den nahezu Bewußtlosen über seine Schulter. Dann verlassen alle eilig den zusammenstürzenden Turm.
Kaum sind sie draußen angekommen, als der geistig verwirrte Dämonist, den Llwellyn mitgeschleift hatte, sich losreißt und mit einem entsetzten Aufschrei auf seine mittlerweile lichterloh brennende Behausung zuläuft. Der blonde Mann verschwindet zwischen den Flammen, und kurz darauf bricht der Turm endgültig über ihm zusammen. Höchstwahrscheinlich hat er den Tod in dem Flammenmeer gefunden.
In dem Garten kann die Feenprinzessin ihre schwarze Mutterrose finden. Unter der Berührung ihrer rechtmäßigen Herrin schrumpft die riesige Blume innerhalb von Augenblicken zu einem winzigen Samenkorn zusammen.
Da nun auch der Garten Feuer fängt, beeilen sich die Gefährten, das kleine Tor in der Mauer zu erreichen. Dieses allerdings ist verschlossen und widersetzt sich selbst Llwellyns Magie, als dieser es zu öffnen versucht. Schließlich aber pflanzt die Prinzessin der Schwarzen Rose den Samen, den sie gerade erworben hat, ein. Die Wurzeln der rasend schnell wachsenden magischen Pflanze schaffen es endlich, das Tor zu sprengen, und mit dem wieder geschrumpften Samen verlassen nun alle endgültig des Reich des Rosenprinzen.
Sir Quintus wird mit seinen schweren Verletzungen sofort in das Damaszener Krankenhaus gebracht, wo er verbunden und versorgt wird. Der Rest zieht sich zunächst zu Aladin zurück. Die Prinzessin der Schwarzen Rose verläßt die Serpentianer schon auf dem Weg, nicht jedoch ohne Colleen vorher noch in ihr Reich einzuladen.
Während Quintus sich erholt, heuert er den kleinen Straßenjungen, der übrigens niemals eine Schwester hatte, als Spion für den Bund an. Der ist von einer neuen Einnahmequelle sehr angetan und berichtet dem italienischen Ritter auch gleich noch, daß der neue König der Diebe, der Nachfolger der alten Hassana, ein Feind von ihm sei.
Kurz nach dem Fall des Rosenturms bricht in Damaskus eine gefährliche, pockenartige Seuche aus. Glücklicherweise sind Llwellyn, Benedikt, Colleen und die Grogs zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr in der Stadt und weder Aladin noch der mittlerweile zu ihm verlagerte Sir Quintus stecken sich an.
Ungefähr zu derselben Zeit hat Llwellyn einen schrecklichen Alptraum, in dem ihm ein durch Brandwunden völlig entstellter Mann mit der Stimme des Rosenprinzen erscheint und für seinen gebrochenen Schwur verflucht, durch die Hand eines seiner eigenen Kinder zu sterben.

*

Alens Werbung um Daphne zeigt zunächst keine Wirkung: Die Magd bleibt so verschlossen und abweisend wie am ersten Tag. Schließlich aber bittet sie den Grog um ein Gespräch unter vier Augen. Dabei eröffnet sie ihm den Grund, warum sie von Männern nichts wissen will: Als junges Mädchen hat sie immer von einem strahlenden Ritter auf einem stolzen Roß geträumt, der eines Tages kommen und sie mitnehmen würde. Und dieser Ritter kam tatsächlich und nahm sie mit – nur um sie auf einer einsamen Waldlichtung zu vergewaltigen. Seitdem traut die junge Frau keinem Mann und will sich auch nie mehr von einem berühren lassen. Alen ist über diese Abweisung an Boden zerstört, da er nicht weiß, was er gegen dieses Leid tun könnte, und beginnt, sich in seiner Arbeit zu ertränken.
*
Endlich verzeiht Tina Llwellyn den im Zoo begangenen Ehebruch, und die beiden söhnen sich aus.

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Marganma

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