Serpentia

Die Spukmine vom Eulenwald

Frühling 1192

Andrew, Alen, Nakatia, Mesinga, Hélène, Bernward, Athanasius, Olf

Eines Nachts bemerkt einer der wachhabenden Grogs einen recht putzigen kleinen Kauz, der auf der Mauer genau am Rand der Aegis sitzt und versucht, auf sich aufmerksam zu machen. Nakatia, die rasch herbeigeholt wird, erfährt von ihm, daß er Archimedes heißt und ein Diener von Elvira, der Königin der Nacht, ist. Sie hat ihn geschickt, damit er ein paar menschliche Magier herbeiholt, die ihrem Feenvolk und dem Geist eines Berges helfen, der wohl durch Minenarbeiten in Gefahr geraten ist. Nach einigem Nachfragen kann Nakatia auch noch herausfinden, daß sich der Eulenwald – so der Name der Gegend – irgendwo in Deutschland befinden muß. Allerdings verspricht Archimedes, daß er einen viel kürzeren Weg dorthin kennt.
Über die Beratschlagungen und Reisevorbereitungen wird es schließlich Morgen. Archimedes, als ein Tier der Nacht, kann nicht wachbleiben und verschwindet zunächst in den normalen Wald. Am nächsten Abend soll die Reise losgehen. Außer Nakatia werden auch Andrew, der sich bei der Feenkönigin Fionnuala für seinen Faux Pas vor etlichen Jahren entschuldigen will und an dem Berggeist interessiert ist, und Bernward wegen seiner Deutschkenntnisse mitkommen. Außerdem werden außer den Leibgrogs Mesinga, Athanasius und Alen auch die Heilerin Hélène und der deutschsprechende Grog Olf dabeisein.
Noch während die Magier mit den Vorbereitungen beschäftigt sind, trifft ein weiterer Gast im Bund ein: Ein kleines Frettchen, daß sich Sukiya nennt und eine Botin von Tarila, der Herrin des Tages, ist. Sie kommt mit dem gleichen Auftrag wie Archimedes. Offenbar leben im Eulenwald sowohl Tag- als auch Nachtfeen, die sich allerdings nie begegnen. Da Nakatia dem Kauz versprochen hat, ihn noch einmal zu treffen, wird die Abreise erst nach Sonnenuntergang stattfinden. Sukiya erklärt sich bereit, in einer von Hélènes Taschen zu schlafen. Bevor sie aufbrechen, bietet Dáirine an, daß sie sich bei ihr melden können, “wenn sie ein paar Fragen auf schwierige Antworten brauchen….”
Schließlich ist es am Abend dann soweit: Geleitet von Archimedes führt die Reise zunächst zum Hof von Königin Fionnuala, die Andrews und Alens Entschuldigung akzeptiert. Danach geht es weiter durch einen alten, nachtdunklen Wald. Tagsüber wird gerastet. In der zweiten Nacht wird der Wald und die ganze Umgebung immer nebliger, bis sich die Reisenden schließlich aneinanderbinden müssen. Plötzlich wird der Nebel von zwei schwefelgelben Leuchten durchdrungen: Ein riesiger schwarzer Drache stellt sich der Gruppe in den Weg und verlangt einen Passierschein zu sehen. Den kann Archimedes ihm auch zeigen, aber so ganz zufrieden ist der Drache nicht, wenn er die Menschen zunächst auch ziehen läßt. Dafür folgt er ihnen und spürt am Tag auch fast das Lager auf, wo sie schlafen. Nur der Einmischung von ein paar freundlichen Bäumen, die die Gruppe mit ihren Ästen tarnen, ist es zu verdanken, daß er sie nicht findet. An diesem Tag gibt es auch noch eine Begegnung mit einem winzigen fliegenden Schiff von der königlichen Marine.
In der nächsten Nacht schließlich gibt es auf dem Weg eine Art Wunde oder Unterbrechung: Quer durch den Wald haben offenbar einige Menschen eine Schneise, einen Pfad geschlagen, der jetzt auch die Feenregio durchschneidet. Als die Gefährten ihn jedoch überschritten haben, sind sie sofort wieder in einer Regio, und diesmal haben sie ihr Ziel erreicht – sie sind im Eulenwald. Dort werden sie von Archimedes zum Schloß der Königin der Nacht gebracht.
Als sie dort ankommen, stellen sie fest, daß alle Einwohner des Eulenwaldes neben einer reinen Tierform auch eine Mischform aus Tier und Mensch besitzen, wenn auch die menschlichen Merkmale eher angedeutet sind als vollendet ausgefertigt. Vor allem bei den weiblichen Feen ist diese Mischform sehr hübsch und attraktiv anzusehen.
Vor den Toren des Palastes stehen zwei “Wildschweine” auf der Wacht, und überhaupt sind hier nur Nachttiere anzutreffen, darunter Boris der Wolf, Pili die Fledermaus, Raina die Maus und Morris die Tigerin. Die Königin der Nacht, Elvira, hat die Form eines schwarzen Drachens und ist von atemberaubender, erotischer Schönheit. Sie heißt ihre Gäste willkommen und dankt ihnen für ihre Bereitschaft, den Feen bei ihrem Problem zu helfen. Dann bittet sie sie, sich an die hiesigen Sitten anzupassen: Kleider sind hier nicht sonderlich gern gesehen, und sie mögen sie doch bitte ausziehen. Zusammen mit ihren anderen Besitztümern sollen sie dann an einen sicheren Ort gebracht werden. Offensichtlich haben die Feen hier eine etwas eigentümliche Einstellung zum Eigentum und akzeptieren Kleider nicht als solches, und so würden diese hier wohl nur früher oder später verschwinden. Schmuckstücke sind natürlich etwas anderes und erlaubt.
Mit mehr oder weniger großer Begeisterung geben die Gefährten dieser Bitte nach. Danach gibt Elvira zur Begrüßung erst einmal ein kleines Fest, auf dem sich die Menschen lange und ausgiebig mit den Feen unterhalten. Dabei erfahren sie, wo eigentlich das Problem liegt: Es gibt im Eulenwald ein kleines Dorf, mit dem sie bisher eine Art Abkommen hatten – die Menschen nehmen Dinge aus dem Wald, die die Feen nicht brauchen, und die Feen nehmen Dinge aus dem Dorf, die die Menschen nicht brauchen. Vor einiger Zeit jedoch kam ein seltsamer Mann dorthin, und seitdem brennt der Boden in dem Dorf (zumindest für Feen) und die Palisade ist mit kaltem Eisen verstärkt worden. Offensichtlich ist dort ein Priester angekommen und hat eine Kirche aufgestellt.
Die Hauptsorge der Feen gilt jedoch dem Eulberg, der offenbar für den Erhalt ihrer Regio sehr wichtig ist. Dem rauben die Menschen seit einiger Zeit sein Blut, und jetzt nähern sie sich seinem Herzen. Wahrscheinlich, so vermuten die Magier, handelt es sich dabei um eine Mine, in der nach Erzen geschürft wird. Elvira bittet sie nun darum, die Menschen davon abzuhalten, das Herz des Berges zu beschädigen. Nakatia, Bernward und Andrew versprechen, sich die Sache anzusehen und zu schauen, was sie tun können. Dazu würden sie auch gerne mit dem Geist des Berges sprechen. Elvira verspricht ihnen, sie dorthin zu bringen, aber erst in der nächsten Nacht, denn heute ist der Morgen zu nah.
Die restliche Zeit bis zum Sonnenaufgang verbringen die Gefährten damit, sich mit den Feen zu unterhalten, wobei sie erfahren, daß der schwarze Drache, mit dem sie Ärger hatten, Elviras Vater ist und auf den schönen Namen “Nebel-Egon” hört. Außerdem stellt sich heraus, daß Archimedes Elviras Vorgänger als Herrscher der Nacht war und das Verhältnis zwischen den beiden etwas gespannt ist. Auch von einem alten Turm, in dem früher Zauberer gewohnt haben, wissen die Feen zu berichten. Sie sind auch gern bereit, ihn den Magiern später zu zeigen.
Schließlich ist es soweit: Die Gefährten verlassen das Schloß, und der Tag bricht an. Sukiya, wieder erwacht, führt sie zu einer kleinen Lichtung im Wald, auf der sie Tarila, Königin des Tages, treffen. Sie ist halb Mensch, halb Einhorn und noch attraktiver als Elvira. Auch Tarila heißt die Magier und ihre Begleiter willkommen und schildert nochmals das Problem. Daraus ergeben sich allerdings keine neuen Aspekte, sodaß Andrew, Hélène und Alen sich in das Dorf begeben wollen, um dort Erkundigungen einzuziehen. Vorher jedoch lernen sie Tarilas Hofstaat kennen: Mara die Delphinin, Ludiana das Hasenmädchen, Isssa die Schlange und Bambi das Reh.
Während sich vor allem Bernward mit Tarila unterhält, brechen Andrew und die anderen beiden Richtung Dorf auf. Sie wollen sich als verirrte Kreuzfahrer auf dem Rückweg vom Heiligen Land ausgeben.
Im Dorf, das auch Eulenwald heißt, werden sie von Karl, dem Dorfältesten, und dem Priester Michael recht freundlich aufgenommen. Zwar sprechen die meisten Dörfler nur Deutsch, was keiner von den Dreien beherrscht, aber der Pater ist des Lateinischen mächtig. So erfahren sie, daß das Dorf früher oft Ärger mit den Tieren aus dem Wald hatte, seit der Ankunft des Priesters jedoch mehr Ruhe vor ihnen hat. Dieser wurde hierhergeschickt, als man im nahen Eulberg eine recht ergiebige Erzader entdeckte. Mit ihm kamen auch vier Minenarbeiter, die diese jetzt ausbeuten. Es wird schnell ersichtlich, daß der Wohlstand und die Zukunft des Dorfes zu einem guten Teil von den Erträgen aus dem Eulberg abhängt. Das Erz soll übrigens in den nächsten Tagen von dem Herrn der Gegend, dem Ritter Robert, abgeholt werden.
Nachdem sie sich in dem Dorf etwas ausgeruht und nach dem Weg in die nächste Stadt gefragt haben, kehren Andrew, Hélène und Alen zu den anderen zurück. Zu diesem Zeitpunkt geht es schon wieder auf Abend zu, und so verabschieden sie sich schon bald von der schönen Tarila, um sich dann nach Sonnenuntergang von Elvira den Weg zum Geist des Berges weisen zu lassen. So geschieht es dann auch: Die Nachtkönigin stellt den Gefährten Wölfe als Reittiere zur Verfügung. Nach einem Blick auf Athanasius, dessen Größe das Reiten auf einem Wolf ziemlich schwer machen würde, verwandelt sich auch Boris, der Rudelführer, in seine Tiergestalt und läßt den hünenhaften Griechen aufsteigen. Dann geht es auf dem Wolfsrücken den Berg hinauf.
Während sie immer höher klettern, stellen die Gefährten fest, daß sich ihre äußere Erscheinung immer weiter verändert und idealisiert. Kleinere körperliche Gebrechen und Narben verschwinden, die Gesichtszüge werden klarer und reiner, alle Sinne geschärft. Als sie schließlich auf dem Gipfel des Berges ankommen, sehen sie über sich ein weites Sternenfeld von schier unerträglicher Schönheit. Die Luft ist so klar wie Glas und ermöglicht eine so ungetrübte Sicht, wie man sie selbst in der Wüste nur an ganz wenigen Tagen hat. Als sich Boris wieder verwandelt, sind die tierhaften Züge verschwunden, und die unfertig ausgeprägten körperlichen Merkmale sind jetzt im perfekten Detail zu erkennen.
In der Mitte des mit weichem Gras überwachsenen Gipfelplateaus erhebt sich eine Felsnase, die auf der einen Seite eine glatte Wand hat. Darüber flimmert die Luft leicht. Boris tritt zu der Wand und klopft dagegen. Daraufhin bildet sich aus dem Felsen ein müdes Gesicht. Da der Berggeist sich nicht sonderlich gut auf ein Gespräch konzentrieren kann – vor allem angesichts seiner Verwundung – schlägt er vor, ein Schachspiel zu machen: Für jeden Zug, den einer der Gefährten macht, wird er eine Frage beantworten. Nakatia, die erfahrenste Spielerin, läßt sich darauf ein. Während der Partie erfährt sie, daß noch etwa eine knappe Woche verbleibt, bis die Menschen das Herz des Berges erreicht haben. Außerdem stellt sich heraus, daß das Flimmern über der Felsnase ein direktes Tor nach Arkadia darstellt. Schließlich sichert der Berg noch zu, seine Kinder (kopfgroße Steinbrocken) zu schicken, wenn die Menschen Hilfe oder Rat brauchen. Schließlich unterbricht Nakatia das Spiel, da sie ja später vielleicht auch noch Fragen hat und dies dem Berg nichts auszumachen scheint.
Auf dem Rückweg macht Nakatia eine recht erstaunliche Entdeckung: Olf, der große schwedische Grog, der einen ziemlich dümmlichen Eindruck erweckt, versteht offenbar einiges vom Schachspielen! Sein Hinweis auf den nächsten Zug scheint zumindest sehr intelligent, aber vielleicht war es doch nur eine glückliche Vermutung…
Nach einer eingehenden Beratung beschließen die Magier, daß man die Mine am besten dadurch rettet, daß man die Arbeiter vertreibt. Dazu sollen diese glauben gemacht werden, daß es spukt.
So verstecken sie sich früh am Morgen in der Nähe des Mineneingangs im Wald und warten, bis die Arbeiter angekommen und im Berg verschwunden sind. Dann machen sie sich ans Werk: Die Planke, die vom Eingang auf den Wagen führt, wird so geschwächt, daß sie das Gewicht der Schubkarre nicht mehr tragen kann. Außerdem entführen sie das Pferd und eine Axt und lassen beide weiter vorn auf dem Weg ins Dorf zurück. Die Minenarbeiter sind davon zwar etwas verärgert, vermuten aber noch keinen wirklichen Spuk, als sie sich am Abend zurückziehen.
Kaum sind sie weg, machen sich die Magier daran, die Mine zu besichtigen. Es gibt zwei Hauptstollen, einer davon etwas älter und offensichtlich schon ausgeschlachtet, der andere neu und gerade in Arbeit. Da der Berg durch seine kleinen Steine zu verstehen gibt, daß er einen Einsturz des Stollens nicht wünscht, zieht Andrew zunächst eine neue Trennwand etwa in der Mitte dieses Ganges. Dann höhlt er einen zweiten Ausgang aus der Mine durch den anderen Stollen. Nakatia beschäftigt sich mittlerweile damit, in den Gängen riesige Spinnennetze aufzuhängen, sodaß es so aussieht, als hätte sich hier eine recht spinnwütige Riesenspinne angesiedelt. Zufrieden mit dem Werk der Nacht ziehen sich die Magier daraufhin zurück und legen sich erst einmal schlafen.
Mitten in der Nacht stellt dann der wachhabende Grog fest, daß Bernward verschwunden ist. Nach einer hektischen Suche taucht Pili, die Fledermausfee, auf und führt die Suchenden um einen Baum herum ins Feenreich. Dort ist Bernward: Er unterhält sich gerade mit Tarila, der Königin des Tages. Offenbar konnte sie nicht schlafen, da sie ständig an den jungen Magier denken mußte und hat ihn nun aufgesucht, um mit ihm zu sprechen. Dieses Gespräch wird von Elvira unterbrochen, die sich über den Besuch aus dem Tagreich wundert und ein wenig ungehalten ist. Immerhin gestattet sie Tarila zu bleiben und zieht sich zurück. Auch die Magier gehen wieder, nachdem sie sich versichert haben, daß mit Bernward alles in Ordnung ist. Daraufhin erlebt der junge Bonisagus eine aufregende Nacht und ist am nächsten Morgen entsprechend erschöpft…
Als die Bergleute an diesem Tag zurückkehren und die versponnene Mine vorfinden, beschließen sie, zunächst ins Dorf zurückzukehren und zu sehen, was sie jetzt unternehmen sollen. Daraufhin entwickelt Andrew die Idee, dem Ritter Robert zusammen mit Hélène und Alen entgegenzureisen und zu behaupten, daß die junge Französin sich den Knöchel verstaucht hätte, damit er sie mit seinen Wagen mitnimmt. Unterwegs könnten sie dann eine wilde Geschichte über eine Spukmine im Heiligen Land erzählen und ihre Hilfe anbieten, wenn es um die hiesige Mine geht. Geplant, getan: Die drei reisen die Straße herunter in Richtung der Stadt, und nur wenige Wegstunden vom Dorf entfernt treffen sie dann tatsächlich auf mehrere große Wagen und einen Ritter mit Knappen. Nachdem dieser von der angeblichen Notlage der Reisenden gehört hat, bietet er ihnen etwas unwillig an, sie mitzunehmen. So kehren die drei gegen Abend ins Dorf zurück, wo sie dann von Ludwig, dem Anführer der Bergleute, von den Zuständen in der Mine hören. Robert, über die Widrigkeit des Schicksals erzürnt, will sofort losstürmen, um sich das Ganze selber anzuschauen. Vorher sind aber noch einige Vorbereitungen erforderlich, sodaß sie nicht sofort aufbrechen können. Während Robert noch alle möglichen Leute aufsucht, ertönt außerhalb der Palisade, wo seine Leute die Wagenpferde gelassen haben, ein lautes Wiehern, und eines der Pferde rennt in den Wald hinein. Auch nach einer intensiven Suche ist es nicht zu finden. Kurz darauf bekommen Bernward und Nakatia von den Tagfeen ein Festmal präsentiert: Gebratenes Pferd. Offenbar haben die Einhörner des Eulenwaldes – die Fleischfresser sind – es erjagt…
Auch bei der Mine war Nakatia nicht untätig: Mit ein wenig Vis hat sie eine mächtige Aura der Furcht über die Stollen gelegt, die auch bis zum nächsten Mondwechsel anhalten wird. Außerdem hat sie den Wagen, den die Bergleute zurückgelassen haben, mit Spinnweben übersponnen, die Räder entfernt und das Holz altern lassen. Als nun also der stürmische Herr Robert zusammen mit Andrew, dem Priester, seinem Knappen und Ludwig dort auftaucht, findet er die Lichtung vor der Mine von einem unheilvollen, grünlich leuchtenden Nebel bedeckt. Die Stollen selbst sind so unheimlich, daß weder Robert noch Pater Michael sich weiter hineinwagen, und der Ritter verbittert und wütend einsieht, daß er die Mine wohl aufgeben muß. Da sich hier aber allem Anschein nach etwas unheimliches herumtreibt, läßt Herr Robert seinen Knappen Franz auf der Lichtung. Andrew erbietet sich, ebenfalls dort zu bleiben, denn schließlich sollte man niemanden an einem solchen Ort allein lassen. Franz ist darüber ziemlich erleichtert.
Als der Rest der Leute weg ist, überredet Andrew den Knappen, ein wenig zu schlafen. Diesen Schlaf verstärkt er dann magisch so, daß der junge Mann auf keinen Fall aufwachen wird. Danach trifft er sich mit Nakatia. Bernward ist nicht dabei, da er wie schon in der letzten Nacht bei Tarila ist.
Nakatia läßt nun den Bart und das Haar des Knappen wachsen, bis es aussieht, als hätte er hier eine recht lange Zeit gelegen. Andrew tut dasselbe mit seinem Haarwuchs, danach wendet er sich dem Stolleneingang zu und verschüttet ihn mit der Unterstützung von ein wenig Vis. Dann läßt er die Steine verwittern und verpflanzt etwas Moos auf sie, sodaß auch der Einsturz schon mehrere Jahre her zu sein scheint. Dann legt er sich schlafen und erwartet die Rückkehr des Ritters am nächsten Morgen.
Der ist einigermaßen entsetzt über die scheinbare Alterung seines Knappen. Die verschüttete Mine hingegen ist ihm eher angenehm, wer weiß schließlich, was da sonst rausgekommen wäre…
Ziemlich frustriert kehrt er schließlich ins Dorf zurück und verkündet dort, daß die Mine aufgegeben werden muß. Die Dörfler sind darüber sehr unglücklich, da das bedeutet, daß Herr Robert Vater Michael wohl von diesem Ort abziehen und einem größeren zuteilen wird. Immerhin zieht der Ritter Andrews Vorschlag, eine Art Wanderpriester für die kleineren Dörfer einzusetzen, in Betracht. Schließlich verläßt er Eulenwald gegen Nachmittag. Auch Andrew, Hélène und Alen verabschieden sich.
Bernward hat schon den ganzen Tag bei Tarila verbracht, und nachdem der Ritter die Mine verlassen hat, sind Nakatia und die Grogs zu ihm gestoßen. Im Feenwald haben sie dann erfahren, daß Tarila wegen ihrer nächtlichen Exkursionen gewisse Voraussetzungen für die Königswürde nicht länger erfüllt und daher abgesetzt worden ist. Ihr ist das nicht ganz unrecht, denn sie würde ohnehin lieber bei Bernward bleiben, mit dem sie mittlerweile eine tiefe Zuneigung verbindet. Der neue König ist Boal, ebenfalls ein Einhorn.
Während sie auf die Rückkehr von Andrew und den beiden anderen wartet, beschließt Nakatia, sich zusammen mit Mesinga und Olf den verfallenen Turm einmal anzusehen. Dort stellt sie fest, daß er wohl früher ein Merinita-Bund war. In dem Labor eines gewissen Arbor entdeckt sie neben Spuren einer Explosion auch noch etwas Ignem-Vis und ein Blatt, das zwar magisch, aber nicht direkt Vis ist.
Als Andrew in den Feenwald zurückkehrt, möchte er sich noch einmal mit dem Berggeist unterhalten. Eine Sperlingsfee erklärt sich bereit, ihn hochzufliegen. Dort berichtet er dem Eulberg, daß die Gefahr für sein Herz fürs erste gebannt ist. Zwar ist der Felsgeist durch den Verlust seines Blutes immer noch geschwächt, kann aber jetzt einen langsamen Heilprozess beginnen.
Schließlich treffen die Gefährten alle wieder zusammen. Boal, der König des Tages, bedankt sich bei ihnen für ihre Hilfe, ist dabei aber recht unfreundlich. Immerhin ist er bereit, Sukiya als Führerin für den Heimweg zur Verfügung zu stellen – denn diesmal wollen Nakatia und die anderen den Nachtweg lieber meiden, schon um Begegnungen mit Nebel-Egon aus dem Weg zu gehen.
Während der Nacht bedankt sich auch Elvira für die Rettung des Berges, ist dabei aber wesentlich freundlicher. So verbringen die Gefährten noch eine recht angenehme Nacht, bevor sie sich am nächsten Tag auf den Heimweg machen. Dieser verläuft bis auf die Überquerung einer tiefen Schlucht und eine erneute Begegnung mit der königlichen Marine recht ereignislos. Schließlich kommen alle wohlbehalten bei den Feen des Goldenen Frühlingswaldes wieder an, auch Tarila, die Bernward begleitet hat und schon schwanger von ihm ist. Fionnuala heißt sie willkommen, macht aber Tarila klar, daß sie zwar eine Weile zu Gast bleiben, aber nicht ständig dort leben kann. Dies ist aber nicht so schlimm, da sie ohnehin bei Bernward bleiben möchte.
Im Bund angekommen, wird die ehemalige Königin des Tages eingeladen und mit einem Fest willkommen geheißen. Da sie als Mensch nicht richtig sprechen kann, nimmt sich Nakatia ihrer an und beginnt, ihr die menschliche Sprache beizubringen. Ihre feenhafte Natur wird auch in anderen Dingen ersichtlich: Mindestens einmal im Monat muß sie rohes Fleisch zu sich nehmen….

Comments

Marganma

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.