Serpentia

Die unterirdische Stadt

Frühling 1198

Rhys, Alkmene, Frederik, Karl, Heracles, Soraya, Acelin, Mateen, Heloise, Gülan, Hélène, Patrick

Anfang Frühling wollen die Magier erneut aufbrechen, um Aladin das Handwerk zu legen. Aber zunächst geht einiges schief: Andrew fällt aus, da er einen Rückfall seiner Gehirnerschütterung erleidet, und Ramitep bricht sich den Arm. Auch Sheila kann nicht mit, da sie sich kurz vor Beginn der Reise den Fuß heftig verstaucht.
Frederik und Rhys beschließen, trotzdem aufzubrechen, und Alkmene schließt sich ihnen an. Um diesmal eine vernünftige Tarnung zu haben, wenn sie beim Tierhändlerlager ankommen, wollen sie sich als reisenden Zirkus auf der Suche nach ein paar Attraktionen ausgeben – bei der Gelegenheit hoffen sie, vielleicht sogar vor Aladin auftreten zu können. Rhys, Alkmene und Frederik werden von ihren Leibgrogs Karl, Heracles und Soraya begleitet, zusätzlich werden noch Mateen als Kunstschütze, Pierre und Acelin, die beide in einem Zirkus aufgewachsen sind, die Tänzerin Gülan und die Wagenlenkerin Heloise mitgenommen. Auch Hélène kommt wegen ihrer Fähigkeit, sich mit Tieren zu verständigen, mit, begleitet von ihrem Leibgrog Patrick.
Auf der langen Reise mit den Wagen von Serpentia nach Anatolien haben die Gefährten einige Gelegenheit, ihre Fähigkeiten im Zirkusgewerbe auf die Probe zu stellen. Vor allem Frederik geht in seiner Rolle als Zirkusdirektor Felix Fortuna völlig auf.
Endlich kommen sie bei den Tierhändlern an. Dort wird jedoch schnell ein Fehler in ihrer Tarnung offensichtlich – die Reisenden haben zwar ihr Aussehen, aber nicht ihren Geruch verändert, sodaß eine zufällig durch das Lager streifende Pantherin sehr schnell bemerkt, daß es sich bei einigen dieser Leute um dieselben handelt wie die, die schon vor einigen Monaten hier waren. Der Führer des Lagers, Aziz Saygun, läßt Frederik daraufhin zu sich rufen und will nun von ihm wissen, was die Verkleidung und die Lügen sollen. Der Magier gibt einige ausweichende Antworten, die die Tierhändler augenscheinlich wenig überzeugen. Da er jedoch nicht weiß, ob einige von ihnen zu Aladins Dämonisten gehören, hält er es für klüger, so wenig wie möglich zu sagen. Aziz Saygun erklärt, Frederik würde am nächsten Morgen erfahren, was die Tierhändler beschlossen hätten. Bis dahin sollen er und seine Gefährten besser nicht versuchen, ihr eigenes kleines Lager zu verlassen.
Aber schon in der Nacht werden die Serpentianer im Schlaf überfallen, gefangengenommen und unter Drogen gesetzt. Als sie endlich wieder zu sich kommen, befinden sie sich in einer unterirdischen Zelle, an die Wand gekettet, hungrig und sehr durstig. Während jedoch die einfachen Grogs nur an den Fußgelenken (oder, in Karls und Patricks Fall, noch zusätzlich an einer Hand) festgekettet sind, sind die Hände der drei Magier mit eisernen Manschetten direkt an die Steinwand gefesselt worden. Um Rhys´ Füße ringelt sich zusätzlich noch eine ausgewachsene Würgeschlange. Nachdem die Magier versucht haben zu zaubern, stellen sie obendrein noch fest, daß sie sich wohl in einer feindlichen Aegis befinden. Zusätzlich fehlt auch noch Soraya.
Nachdem alle mühsam aus einem Becken in der Mitte, daß sie kaum erreichen können, ein wenig Wasser geschöpft haben, öffnet sich die Gittertür der Zelle und zwei Wesen treten ein: Obwohl sie den Körper von schlanken, athletischen Menschen besitzen, tragen sie die Köpfe von Hunden auf ihren Schultern. Die Zähne dieser Köpfe schillern weiß, und blutroter Geifer tropft von ihnen auf den Boden, wo er schwache, ätzende Spuren hinterläßt. Die beiden Schreckgestalten greifen sich Heloise, lösen ihre Kette und schleifen die sich wehrende Frau mühelos hinaus.
Der Anblick dieser Dämonen bestätigt die Vermutungen der Magier, daß sie Aladins Gefangene sind. Unglücklicherweise können sie mit dieser Information zunächst recht wenig anfangen: Ihre Fesseln sitzen gut und sind auch durch die Anstrengungen von Patrick und Karl nicht zu lösen.
Einige Zeit nachdem Heloise abgeholt worden ist, taucht ein weiterer Tierdämon in der Zelle auf. Er trägt den Kopf eines Ochsen auf den Schultern und ist grob und ungeschlacht. Offenbar hat er Anweisungen, einen kräftigen Mann zu seinem Herrn zu bringen, denn er bleibt zögernd zwischen Karl und Patrick stehen und betrachtet die beiden. Als er sich jedoch endlich Patrick zuwendet, gelingt es Karl, ihn von hinten mit seinen Ketten in einen Würgegriff zu nehmen. Nach kurzem Kampf erschlafft der Dämon schließlich, und Karl kann ihm einen auffälligen gelben Handschuh abnehmen, der sich bei genauerer Betrachtung als eine Art Schlüssel für die Ketten entpuppt. Damit gelingt es ihnen, sich zu befreien.
Aber während Heracles gerade dabei ist, auch die Fesseln der anderen zu lösen, taucht vor der Zellentür (die der Ochsendämon freundlicherweise offen gelassen hat) eine menschliche Wache auf, die sofort erfasst, daß die Gefangenen dabei sind, zu fliehen. Der Mann macht auf dem Fuß kehrt, wobei er lauthals „Alarm“ brüllt. Heracles, der immer noch den Handschuh hat und gerade Rhys als letzten befreien wollte, rennt ihm nach, um ihn aufzuhalten. Nach einer kurzen Verfolgungsjagd jedoch läuft der unglückliche Grog einer alarmierten Patrouille Hundedämonen schier in die Arme. Es gelingt einem der Untiere, den Griechen mit einem Wurfspeer zu treffen, sodaß er nicht mehr schnell genug fliehen kann. Unter den Zähnen und Krallen der Dämonen findet Heracles sein grausames Ende.
In der Zwischenzeit ist es den anderen gelungen, Rhys von seiner Schlange und den Fesseln zu befreien. Gerade bevor die Hundedämonen die Zelle erreichen, können sie fliehen. Schnell stellen sie fest, daß sie sich tatsächlich in einer weitgehend verlassenen unterirdischen Stadt befinden. Von Aladins Schergen verfolgt flüchten sie lange Zeit durch die Gänge und Räume des riesigen, künstlich angelegten Höhlensystems. Dabei werden sie einmal von giftigen Skorpionen angegriffen, denen es gelingt, Gülan mit ihrem Gift zu töten.
Nachdem sie einige Stunden herumgeirrt sind, finden die Serpentianer schließlich einen Korridor, der sich deutlich von den anderen unterscheidet: Die Wände sind mit kostbaren Teppichen verkleidet, und überall sieht man Goldschmuck und Ornamente aufblitzen. Hier scheinen sich Aladins Privatquartiere zu befinden, die zum Glück nicht bewacht sind. Hinter einer kostbar verkleideten Tür finden die Gefährten dann auch Aladins Labor. Dort können sie sich ein wenig erholen und ihren brennenden Durst stillen. Zwar hat Aladin einen Feuerdjinn als Wache zurückgelassen, aber dieser erwies sich als selten lustlos, und nachdem Patrick seinen Kontrollring fand, ergab er sich seinen neuen Herren ohne weitere Schwierigkeiten. Offenbar hatte Abbas Ibn Usama ihn Aladin geschenkt…
Mit dem Ring in der Tasche und durch das frische Wasser gestärkt machen sich die Serpentianer auf den Weg zum Ausgang, den ihnen der Djinn beschrieben hat. Unterwegs hören sie von tief aus der unterirdischen Anlage einen schwellenden, dröhnenden Gesang hervordringen – wahrscheinlich befindet sich Aladin gerade mitten in einem Ritual. Vielleicht kümmert er sich deswegen so wenig um seine ausgebrochenen Gefangenen.
Ohne weitere Zwischenfälle gelangen die Serpentianer zu einem kleinen Tor, das von nur zwei Hundedämonen bewacht wird. Es gelingt den Grogs, die beiden zu überwältigen und das Tor zu öffnen. Draußen ist Nacht, aber dennoch können sie erkennen, daß sie sich in den Ruinen eines kleinen Dorfes befinden, das ihnen völlig unbekannt ist. Sie beschließen, zunächst in die Berge zu fliehen und sich dann nach Osten zu wenden, in der Hoffnung, möglichst bald auf eine Ansiedlung zu treffen, wo sie sich versorgen können.
Einige Tage irren sie durch das Gebirge, wobei sie gelegentlich Zeichen von Verfolgung entdecken, die Dämonen aber durch verschiedene Illusionen verwirren und von ihrer Spur abbringen können. Schließlich treffen sie Moira und Noah wieder, die nach ihrer Gefangennahme im Zoo selber geflohen waren und seither nach ihnen gesucht hatten. Mit Hilfe der beiden Vögel finden sie endlich den Weg nach Nigde, der nächsten größeren Stadt. Dort können sie sich wieder mit allem nötigen ausrüsten und den Heimweg antreten. Wölfchen, der sprechende Esel, befindet sich allerdings immer noch im Lager der Tierhändler…

*

Nach der Rückkehr der Reisegruppe wird eine Bundsitzung einberufen, in der das weitere Vorgehen besprochen werden soll. Da die Magier nicht wissen, wie sie die Aegis – die Aladin in Serpentia kopiert hatte – umgehen sollen, beschließen sie, zunächst keinen direkten Angriff zu starten.
Statt dessen unterhalten sie sich längere Zeit mit dem Feuerdjinn, dessen Ring sie Aladin gestohlen haben. Dieser Djinn, der den Namen Ghirraz trägt, beantwortet die Fragen der Magier bereitwillig. Er steht schon sehr lange in Abbas´ Diensten – schon seit damals, als der Djinnbeschwörer noch in Damaskus lebte. Ghirraz kannte sogar Tabor und dessen Tochter Nicola. Er weiß auch, daß Abbas vor etlichen Jahren zwei Befreiungsversuche im Hexenhügel unternahm: Bei dem ersten rettete er ein kleines Kind (Frederik), und beim zweiten wurde er zum Anhänger von Charnas. Wieso und warum, weiß Ghirraz aber auch nicht. Vor kurzer Zeit schließlich verschenkte Abbas den Djinn an Aladin. Offenbar handelte es sich um ein klassisches Kuckucksei: Ghirraz berichtet, daß Abbas Aladin auf Dauer vernichten will. Über Aladin erweist sich der Djinn als deutlich auskunftsfreudiger: Der ehemalige Bjornaer forscht wohl an einem komplizierten Spruch, den er gegen die Serpentianer anwenden will. Er gibt ihnen die Schuld daran, daß seine Töchter nicht mehr bei ihm sind. Es scheint so, als wäre er dem Wahnsinn verfallen, denn laut Ghirraz glaubt er fest, daß die Serpentianer Diener von Charnas sind, die seine Frau getötet und seine Töchter geschändet haben. Deswegen ist er fest entschlossen, sie zu vernichten. Was das für ein Spruch genau ist, weiß Ghirraz allerdings nicht – nur daß er etwas mit Elfenbein zu tun haben muß…
Nach einer längeren Diskussion beschließt der Rat, noch einmal eine Gruppe zu den Tierhändlern zu entsenden – diesmal nur aus Leuten bestehend, die dort noch völlig unbekannt sind. Sie sollen versuchen, herauszufinden, inwieweit die Tierhändler mit Aladin und Baphomet verbündet sind. Da alle Magier entweder zu beschäftigt oder zu auffällig sind, sollen Gwyn und Padraig losgeschickt werden, in Begleitung der jungen Groga Aella.

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Marganma

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