Serpentia

Djinns und Intrigen

Frühling 1196

Frederik, Ramitep, Dáirine, Gwyn, Padraig, Lionel, Olf, Mesinga, Pierre, Heracles

Eines Tages trifft im Bund die Nachricht ein, daß Yazed Ibn Usama, der Lehensherr des Bundes, überraschend bei einem Jagdunfall verstorben sei. Da Yazed keine eigenen Kinder hatte, ist die Erbfolge jetzt ein wenig verworren – es ist nicht ganz klar, wer der neue Herr über die Ländereien sein wird, auf denen Serpentia liegt. Damit nicht etwa ein ungeeigneter Kandidat dieses Erbe erringt, wollen Dáirine, Frederik und Ramitep nach Damaskus reisen und die Angelegenheit ein wenig im Auge behalten. Zu ihrer Unterstützung kommen außer den Grogs Lionel, Olf, Mesinga und Heracles auch noch die Lehrling Padraig und Gwyn mit, da sie eine gewisse Fingerfertigkeit mit Intrigen zu haben scheinen.
In der Stadt angekommen, begeben sich die Magier und ihre Begleiter zunächst zu Raimond. Der jedoch will mit dem ganzen Erbfolgeproblem nichts zu tun haben: Von Politik hat er ein für alle Mal die Nase voll. Dennoch hat er einiges von der Geschichte mitbekommen. So erzählt er, daß der Tod von Yazed tatsächlich ein Unfall gewesen zu sein scheint. Der offensichtliche Erbe ist Aladins ältester Sohn Gilad Ibn Usama, den Yazed selbst zu favorisiert haben scheint. Allerdings ist der Junge erst vierzehn Jahre alt und noch nicht mündig – er braucht einen Vormund. Die sonstigen politischen Verhältnisse weiß Raimond ebenfalls zu erläutern: Im Moment herrscht Saladins ältester Sohn el-Afdal als Sultan über Damaskus und als Oberhaupt der Familie der Ayubiten. Allerdings ist der junge Mann (er ist etwa Mitte Zwanzig) ziemlich dekadent und verweichlicht und widmet sich lieber der Musik und den Spielen, statt sich um seine Aufgaben zu kümmern. Daran scheint hauptsächlich sein Wesir az-Ziya ibn el-Athir schuld zu sein, der die Regierung mehr oder weniger an sich gerissen hat und jetzt fröhlich alle wichtigen Positionen mit seinen Verwandten füllt. Die Damaszener sind mit seiner Politik äußerst unzufrieden, und sie sind nicht die einzigen: Auch el-Afdals jüngerer Bruder el-Aziz, der Herrscher von Ägypten hat seit dem Tod Saladins 1193 schon zweimal versucht, die Herrschaft an sich zu reißen, wurde aber bisher jedesmal von seinem Onkel el-Adil daran gehindert. Aber es gibt Gerüchte, daß sich sein Heer in diesem Frühjahr wieder auf den Weg gemacht hat.
An dem Abend ihrer Ankunft unternehmen die Gefährten nicht sonderlich viel, außer sich über die augenblicklichen Verhältnisse aufklären zu lassen. Dazu kontaktieren Padraig und Gwyn einige Bekannte, die sich über Leoni in der Stadt haben – junge Leute, die sich abseits der Gesetze durchs Leben schlagen. Dort erfahren sie noch ein paar Dinge über die Bewerber um die Vormundschaft über Gilad: Zum einen hat sich Dashan Ibn Usama nach Yazeds Tod auf dessen Anwesen breit gemacht und scheint dort auch gern bleiben zu wollen, zum anderen ist da der Vater von Gilads Verlobter, Sadir. Dashan scheint ein traditioneller Ibn Usama zu sein: Finster und undurchsichtig, möglicherweise mit ähnlichen Mächten verbündet wie sein Verwandter Abbas. Sadir hingegen ist strenggläubig – sehr strenggläubig, sehr konservativ und ziemlich intolerant. Neben diesen beiden ist es auch sehr gut möglich, daß der Wesir ein Auge auf das Anwesen werfen wird – immerhin ist die Erblage nicht so klar, daß der Staat sich nicht einmischen könnte.
Am nächsten Morgen verlassen die Gefährten Raimond: Frederik, Dáirine und ihre Grogs werden sich zu den al-Azaeds begeben, da sich dort immerhin Nadrach aufhält – der leibliche Sohn von Abbas Ibn Usama, und ein direkter Vetter von Yazed. Die beiden Magier wollen herausfinden, wie er über die Erbfolge denkt, und was die al-Azaeds von der ganzen Sache halten. Währenddessen statten Ramitep, Gwyn und Padraig den Ibn Usamas einen Kondolenzbesuch ab, als offizielle Vertreter des Tals. Dort treffen die beiden Lehrlinge einen Bekannten wieder: Pierre, dem sie vor etwa anderthalb Jahren bei der Suche nach Newyddllyn begegnet waren. Der junge Zirkuskünstler hat sich von seinen Gefährten getrennt, da ihm als Unterhalter für Gilad ein deutlich besseres Gehalt geboten wurde.
Bei den al-Azaeds stellen Frederik und Dáirine fest, daß Hassan al-Azaed, das Familienoberhaupt, sich Nadrachs Position sehr bewußt ist. Immerhin ist der junge Mann sein Lehrling – er bildet ihn zum Djinnbeschwörer aus. Sowohl er als auch seine Familie stehen hinter Nadrachs Anspruch, auch wenn der Erbe selbst nicht allzu begeistert von der Aussicht zu sein scheint, Emir werden zu müssen. Bei einem Gespräch mit ihm erfährt Dáirine, daß er diese Position eigentlich gar nicht einnehmen möchte. Eine Lösung dafür scheint ihr allerdings schnell gefunden: Gilad wird zum Emir gemacht, und Nadrach soll für die nächsten paar Jahre seine Vormund sein. Diese Möglichkeit ist Nadrach auch lieber.
Die al-Azaeds planan, Nadrach bei der übermorgigen Beerdigung als möglichen Erben zu präsentieren. Dazu wird der mächtige Djinn Calirr herbeigerufen, der den jungen Mann in eine Aura der Autorität und Macht hüllen soll. Vor der Beerdigung jedoch wollen sich Dáirine und Frederik noch einmal mit Ramitep und den Lehrlingen treffen.
Diese haben mittlerweile herausgefunden, daß Dashan tatsächlich ein ziemlich unangenehmer Mensch ist; vor allem sein hungriger Blick auf den hübschen Gwyn mit seinen langen blonden Locken sorgt dafür, daß Ramitep und seine „Schützlinge“ sich ziemlich unwohl fühlen. Allerdings scheint Dashan den Haushalt fest in der Hand zu haben: Der junge Gilad scheint ziemlich viel Angst vor ihm zu haben. In mehreren Gesprächen mit Yazeds potentiellem Erben stellen die drei Serpentianer fest, daß Aladins Sohn ein völlig verwöhnter, weichlicher Junge ist, der sich viel auf seinen Stand einbildet und noch dazu reichlich naiv ist.
Als sich alle am nächsten Morgen wieder in der Nähe der Großen Moschee bei einem Eisverkäufer treffen, werden einige Pläne gemacht. Die Möglichkeit, Nadrach zu Gilads Vormund zu machen, gefällt allen. Außerdem haben Padraig und Gwyn einen Plan entwickelt, um Dashan zu diskreditieren: Da der Ibn Usama augenscheinlich sehr von Gwyn angetan ist, muß man ihn nur in eine entsprechend kompromittierende Position manövrieren und für geeignete Zeugen suchen. Als Zeuge kommt natürlich zunächst Dashans Konkurrent Sadir in Frage, bei dem recht sicher ist, daß er diese Möglichkeit nicht ungenutzt lassen wird.
Außerdem scheint es immerhin möglich, daß einige der Serpentianer – wenn nicht gar alle – von ihren Konkurrenten überwacht werden. Um mehr darüber herauszufinden, wollen sich Gwyn und Padraig am Abend erneut mit Leoni und ihren Freunden treffen. Diese besitzen nämlich gute Verbindungen zu Neneh, die die Herrin der Schurken von Damaskus ist. So sollte es möglich sein, eventuelle Verfolger zu entdecken. Mesinga will die beiden begleiten, da sie von Andrew gebeten wurde, auf seine Lehrlinge zu achten. Die anderen werden sich auf die Beerdigung am nächsten Tag vorbeireiten und weitere Erkundigungen einziehen.
Ein wenig später treffen sich Frederik und Dáirine mit zwei Rechtsgelehrten der al-Azaeds, Jalal und Jamal, die dafür sorgen wollen, daß Abbas Ibn Usama für tot erklärt wird. Obwohl dessen Recht auf das Erbe durch seine Verbrechen verwirkt wurde, könnte es doch Komplikationen mit Nadrachs Anspruch geben, wenn er als lebendig gelten würde.
Am Abend treffen Gwyn und Padraig planmäßig auf Leoni. Sie verspricht, sich um die Verfolger zu kümmern – gegen eine entsprechende Bezahlung, versteht sich. Danach kehren Padraig, Ramitep und Mesinga zu den Ibn Usama zurück, während Gwyn in dem Haus der jungen Damaszener zurückbleibt. Da es am nächsten Tag nötig ist, daß er sich während der Trauerfeier allein in seinem Zimmer aufhält – um Dashan in eine Falle zu locken -, braucht Ramitep einen Grund, ihn zu bestrafen. Zu langes Ausbleiben am Abend ist ein geeigneter Vorwand. Allerdings geht etwas schief: Nachdem Mesinga Padraig und Ramitep sicher zu den Ibn Usama gebracht hat, kann sie Gwyn nicht mehr auftreiben. Nach einigem Herumfragen findet sie allerdings heraus, daß er von zwei Männern entführt worden ist!
Über Mesingas Nachfragen ist schon der nächste Morgen angebrochen, sodaß sie am Treffpunkt sofort Frederik und Dáirine verständigen kann. Mithilfe eines Spruchs können die beiden Gwyns Aufenthaltsort auch finden: Eine alte Villa in einem etwas heruntergekommenen Viertel. Als sich die beiden Magier zusammen mit Padraig dorthin begeben, finden sie das Haus nach einiger Suche auch tatsächlich. Sie dringen in den Garten ein, werden dabei jedoch von zwei Djinns angegriffen: Einem Feuerdjinn namens Ishin und dem Erddjinn Ahmad. Die beiden erwecken keinen sonderlich intelligenten Eindruck – tatsächlich entfährt dem Feuerdjinn sogar, daß sie beide für Abbas Ibn Usama arbeiten. Nach einem kurzen Kampf können die Djinns allerdings vertrieben und Gwyn befreit werden. Es geht ihm relativ gut – Ahmad war sehr freundlich und sogar Schach mit ihm gespielt.
Zur selben Zeit findet die Trauerzeremonie für Yazed Ibn Usama in der Großen Moschee statt. Da Dáirine und Frederik jedoch Christen sind, müssen sie nicht teilnehmen und haben so Zeit für die Suche nach Gwyn. Ramitep allerdings ist zusammen mit Dashan Ibn Usama, Gilad und dem Haushalt in der Moschee anwesend. Nach einigen Gebeten werden viele Trauerreden gehalten – unter anderem auch von Nadrach, der hier das erste Mal offiziell als Vetter von Yazed in Erscheinung tritt. Durch die Unterstützung von Calirr hinterläßt er einen sehr guten Eindruck. Allerdings sind weder Dashan noch Sadir sonderlich begeistert von diesem neuen Bewerber um das Erbe.
Nach der Zeremonie in der Moschee wird Yazeds Körper zu seinem Grab auf dem Friedhof vor den Toren der Stadt gebracht – ein großer Trauermarsch, an dem nun auch wieder die Christen teilnehmen können. Danach geht es zu den Ibn Usamas, die eine große Trauerfeier für ihr Familienoberhaupt ausgerichtet haben.
Gleich bei der Ankunft wird der Plan der Lehrlinge in Bewegung gesetzt: In Dashans Gegenwart verbannt Ramitep Gwyn erzürnt auf dessen Zimmer, da er sich gestern zu lange herumgetrieben hat. Anscheinend geknickt und mit ängstlichen Blicken in Dashans Richtung folgt Gwyn Ramitep in Richtung der Privatgemächer. Unterwegs jedoch kommen sie an Sadir vorbei und stellen sicher, daß dieser Gwyns flehentliche Bitten, nicht allein in dem Zimmer bleiben zu müssen, da er Angst vor Dashan hat, mitbekommt.
Der Plan geht auf: Später am Abend kommt Dashan tatsächlich zu Gwyns Zimmer und versucht, den Jungen zu mißbrauchen. Dabei sind Sadir und ein Freund von ihm, ein angesehener Kadi, Zeuge. Sie schreiten schließlich ein und weisen Dashan scharf zurecht. Ramitep, der hinzukommt, verläßt das Haus der Ibn Usama daraufhin empört und quartiert sich in einer Herberge ein.
Am nächsten Tag wird der Kadi bekanntgegeben, der den Fall entscheiden soll: Es handelt sich um Asharjin ad-Damar ibn Barad at-Tafiri, ein sehr angesehener älterer Mann. Es heißt über ihn, er sei sehr gerecht und hätte wenig Geduld mit Intrigenspielchen. Eine seiner ersten Amtshandlungen ist die Verlegung von Gilad aus der Obhut von Dashan Ibn Usama in der Palast des Sultans – eine Entscheidung, die von einem unauffälligen Hofbeamten namens Malek Ibn Shukrah vorgeschlagen wurde. Noch vor dem Umzug jedoch wird Pierre von Dashan aus dem Haus geworfen, da dem Ibn Usama der Umgang des jungen Mannes mit Padraig und Gwyn äußerst verdächtig erscheint. Dennoch gelingt es Pierre, im Palast wieder zu Gilad und den anderen zu stoßen.
Die nächste Woche bis zur entgültigen Vergabe des Erbes ist nicht gerade arm an Intrigen: So taucht eine blonde Frau in Begleitung Sadirs auf, die behauptet, Nadrachs Mutter zu sein. Allerdings ist der Kadi in der Lage, Lüge von Wahrheit zu unterscheiden – die falsche Mutter wird in hohem Bogen auf die Straße geworfen, und Sadirs Glaubwürdigkeit leidet erheblich. Bei der Suche nach dem Testament des Yazed Ibn Usama machen die beiden Assistenten des Kadi eine verblüffende Entdeckung: Sie finden nicht nur ein, sondern vier Testamente, die sich aber bei genauerer Nachprüfung alle als gefälscht erweisen. Dafür sind die Serpentianer verantwortlich, die die Befürchtung hatten, daß Dashan irgendwo ein gefälschtes Testament versteckt haben könnte. Um dies zu entkräftigen, haben sie noch drei andere Fälschungen anfertigen lassen und unter Yazeds Unterlagen versteckt…
Bei dieser Geschichte erweist sich Samala Bint Usama, Yazeds Schwester und Aladins erste Frau, als sehr hilfreich. Sie trifft sich des öfteren mit Dáirine im Hamman, wobei sich herausstellt, daß Samala Dashan nicht ausstehen kann und lieber einen anderen Vormund für ihren Stiefsohn hätte. Außerdem erfährt Dáirine, daß Aladins zweite Frau Fatima verschwunden ist. Auch eine magische Suche nach ihr kann sie nicht finden: Irgendetwas verbirgt sie. Frederik und Dáirine vermuten, daß sie möglicherweise den selben Weg gegangen sein könnte wie Aladin…
Mittlerweile halten sich Ramitep, Padraig und Gwyn zusammen mit Gilad im Palast auf und sind auch bei den abendlichen Feiern des Sultans zugegen. Während Ramitep die intriganteren der Höflinge mit Fragen nach Blumenuhren und dem Hinweis, die al-Azaeds hätten keine Petuniensamen mehr, verwirrt, machen die beiden Lehrlinge die Bekanntschaft des Sultans el-Afdal, der sie sogar zur Jagd einlädt. Während einer dieser Feiern bekommt Gilad eine Sklavin geschenkt, die Padraig und Gwyn mit einiger Verwunderung erkennen: Die junge Asmira ist eine gute Freundin von Leoni und gehört zu den Jugendlichen, mit denen die beiden Lehrlinge in Damaskus schon des öfteren gefeiert haben. Sie gibt zu, im Auftrag Nenehs hier zu sein, um Gilad ein bißchen zu umgarnen. Der Auftrag erweist sich als schwieriger als erwartet: Aladins vierzehnjähriger Sohn ist noch recht kindlich und hat keine Ahnung, was man mit einer Frau so alles anfangen kann.
Außerdem versuchen Frederik, Dáirine und die al-Azaeds, Sadir noch ein bißchen unmöglich zu machen: Dazu soll er am besten zu der Überzeugung gelangen, Nadrach sei ein Christ. Es wird ein Plan entworfen: Sadir soll eine Botschaft zukommen, in dem ihm ein Treffen mit einem „Freund“ vorgeschlagen wird. Dieser Freund wird ihn dann zu einer christlichen Kirche bringen, in der ein hellhaariger Mann, der Nadrach ein wenig ähnlich sieht, betet. Währenddessen soll der echte Nadrach eine Unterredung mit dem Kadi haben. Dieser Plan geht auch halbwegs auf: Pierre bringt einen Abgesandten Sadirs zu einer Kirche, wo Lionel – als Nadrach getarnt – betet. Währenddessen bemerkt Frederik außerhalb jedoch, daß in einer Nebengasse zwei Menschen miteinander kämpfen. Er überlegt noch, was er tun soll, als einer der beiden zu Boden geht. Der andere nähert sich ihm mit einem blitzenden Messer. Frederik jedoch verhindert den feigen Mord, indem er auf sich aufmerksam macht. Er ist dem Gegner jedoch allein nicht gewachsen und kann ihn sich gerade so vom Hals halten. Dabei wird er leicht verletzt. Als es aber schon sehr schlecht für ihn aussieht, hat sich der Schwerverletzte aus der Gasse wieder aufgerichtet und dem Angreifer mühevoll niedergeschlagen. Dáirine und Olf, die hinzukommen, bringen die beiden in Sicherheit – sie wollen die Stadtwache nicht gerade jetzt treffen. Es stellt sich heraus, daß der Verletzte eine Frau ist, eine Schottin namens Sheila MacArthur. Sie ist ins Heilige Land gekommen, um ihren Vater zu suchen. Jetzt jedoch fühlt sie sich Frederik verpflichtet, da dieser ihr das Leben gerettet hat.
Der Plan allerdings hat nicht sonderlich viel Erfolg: Zwar hat der Abgesandte von Sadir alles beobachtet, aber dieser ist nach dem Debakel mit Nadrachs „Mutter“ vorsichtiger geworden und hält sich mit Anschuldigungen zurück.
Weniger zurückhaltend sind allerdings die beiden Djinns Ahmads und Ishin, die noch ein wenig von sich reden machen: Zunächst zündet Ishin eine Bäckerei an und behauptet lauthals, in Nadrachs Auftrag zu handeln (was ihm allerdings niemand glaubt), dann versuchen die beiden, Pierre zu entführen, was aber von Lionel verhindert werden kann. Zu guter Letzt schleichen sich die beiden als Padraig und Gwyn verkleidet in den Palast ein, werden aber von Ramitep und Mesinga enttarnt, bevor sie Gilad mitnehmen können. In dem darauffolgenden Kampf gelingt es Heracles, Mesinga und den anderen, Ahmad zu zerstören und Ishin zu vertreiben. Dabei wird Gilad allerdings leicht verletzt.
Bevor Asharjin seine Entscheidung bekanntgeben kann, wendet sich der Hofbeamte Malek Ibn Shukrah noch einmal an Nadrach und bittet um eine Unterredung. Dabei einigen sich die beiden dann darauf, daß Malek seinen Einfluß beim Hof nicht geltend macht, um Nadrachs Anspruch unmöglich zu machen. Dafür erhält er einen kleinen Olivenhain in der Nähe von Damaskus, wenn Nadrach tatsächlich Gilads Vormund werden sollte. Was er genau damit vorhat, ist Nadrach und den Serpentianern allerdings unklar.
Schließlich ist es soweit: Der Kadi gibt seine Entscheidung bekannt. Danach geht die Ländereien und der andere Besitz Yazed Ibn Usamas an dessen Neffen Gilad Ibn Aladin Ibn Usama al-Bahari über. Zum Vormund wird Nadrach Ibn Abbas Ibn Usama bestimmt – sehr zum Mißfallen Dashans und Sadirs. Für die Serpentianer ist dies natürlich sehr zum Vorteil, denn vor Nadrach brauchen sie keine größeren Geheimnisse haben, was ihr Tal angeht. Dieses hat im Verlauf der ganzen Verhandlungen endlich auch einen arabischen Namen erhalten: At-Tarmin.
Nachdem diese Sache geklärt ist, beschäftigen sich die al-Azaeds auf Frederiks Bitte hin noch einmal mit den beiden Djinns, die angeblich in Abbas’ Diensten stehen. Hassan erklärt, daß sich aus den Überresten Ahmads eventuell feststellen ließe, wo er beschworen worden ist. Er selbst ist dazu nicht in der Lage, und auch Frederiks Magie ist nicht stark genug. Allerdings sollten Andrew oder Rhys im Bund stark genug sein, um den Ort festzustellen. Außerdem gelingt es Farina al-Azaed, Ishin zu beschwören. Viele Informationen erhalten die Serpentianer von ihm nicht, aber immerhin erfahren sie, daß sie Abbas nicht allzu fern von ihnen aufhält – „Er ist näher, als ihr denkt“, wie Ishin sagt.
Nach dieser etwas unergiebigen Beschwörung kehren die Gefährten wieder ins Tal zurück. Dabei werden sie von Sheila MacArthur und Pierre begleitet. Pierre, der keine Lust auf ein weiteres Wanderleben hat, ist als Grog angeheuert worden, und Sheila fühlt sich Frederik verpflichtet.

*

Zurück im Bund kann Andrew feststellen, daß der Erddjinn Ahmad mehrere Tagesreisen nordöstlich im Antilibanon beschworen wurde. Außerdem enthalten dessen Überreste zwei Bauern Terram-Vis. Auf einen davon erheben Gwyn und Padraig Anspruch: Nach der Charta von Serpentia steht die Hälfte jedes gefundenen Vises dem Finder zu. Es wird nicht erwähnt, daß der Finder ein hermetischer Magier sein muß…
Nach diesem Zwischenfall wird die Charta auf allgemeinen Ratsbeschluß hin geändert.

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Marganma

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