Serpentia

Einödschatten

Winter 1213

Rhys, Bernward, Salvatore, Aaron, Aella, Bridget, Luca, Ludwig

Berenike von Heddinghausen kommt aus Caverna durchs Hermesportal in den Bund. Sie ist auf der Suche nach Maximilian Kastner Ex Mercere, der sich irgendwo in Schottland aufhalten muss. Die beiden kennen sich schon lange und haben offenbar auch eine Beziehung – jedenfalls fühlt sich Berenike ihm verbunden. Sie hatte in der letzten Zeit komische Träumen von Schatten, huschenden Wesen und etwas, was lange gefangen war und jetzt aufwacht; und zwar seit der Tag-und-Nachtgleiche im Herbst. Sie möchte allerdings nicht allein gehen, da sie als Dichterin und Kunstkennerin vermutlich nicht so gut geeignet ist, um allein durch die Highlands zu ziehen.

Nach kurzer Besprechung beschließen Rhys und Bernward, sie zu begleiten. Einer der Gründe: Maximilian war ursprünglich ein Lehrling von Celeste Ex Tremere, hat dann aber gegen Ende seiner Ausbildung bei einem Laborunfall seine Gabe beschädigt und musste zu den Mercere wechseln. Außerdem hat Berenike von den Mercere tatsächlich Gutes über Serpentia gehört! Zusätzlich bietet Berenike als Gegenleistung für die Hilfe einen Gedichtband und einen Turm Vis (5 Cr, 5 Ig) an.

Nachdem sich die Gruppe ausgerüstet hat (Ludwig hat einen Haufen magischer Gegenstände eingepackt), geht es zunächst nach Solis Defectio. Maximilian war im Frühling dort und wollte – wie die Magier aufgrund von Berenikes Beschreibungen schon vermutet haben – in das tote Land, dessen Geist Hektor war.
Da eine Schiffsreise im Winter nicht gut möglich ist, ziehen die Serpentianer knapp drei Wochen an der Küste Schottlands entlang, treffen diverse Clans und Klöster und kommen irgendwann bei recht großen Benediktiner-Kloster an, das sich am Rand des toten Landes befindet.
Die Mönche sind recht freundlich und erzählen, dass Maximilian hier ist. Er ist wohl zunächst weiter zu den Mac an Abas gezogen, dem das tote Land eigentlich gehört. Außerdem erfahren Rhys und Bernward, dass sich seit Herbst ein paar seltsame Dinge tun: Die Mac an Abas haben dem Kloster das Jagdrecht dort gewährt, wobei dort bisher ja nicht viel gelebt hat. Aber vor kurzem haben einige Brüder dort ein Reh erwischt, das sich sehr merkwürdig aufgeführt hat: Es ist in den Kampf mit einem Mönch gegangen und hat versucht, ihn zu beißen, statt wegzulaufen oder seine Hörner oder Hufe zu benutzen.

Die Magier beschließen, zunächst nicht in das tote Land zu reisen, sondern sich erst einmal bei den Mac an Abas umzuhören.

Mac an Abas:
Diarmuid: Clansführer, groß, rothaarig und aufbrausend, hat bislang drei legitime Töchter
Angus: Sein Bastardsohn, ein ziemlich guter Schwertkämpfer und bisher sein Erbe
Caitlin: Seine dritte Frau, jung, rundlich, schwanger
Catriona: Die jüngste Tochter, sehr beeindruckt von Bridget, will Ritter werden.

Nachdem anfängliche Irritationen über Bridget, die Fast-Ritterin, einigermaßen beseitigt sind, erzählt Diarmuid, dass Maximilian viele Fragen über das Land und vor allem über die Schlucht an der Grenze gestellt hat. Vor vielen Jahren hat dort einmal eine Schlacht zwischen Magiern getobt, dadurch ist die Schlucht entstanden. Das Land war schon immer ziemlich seltsam und wild, ist aber seit wenigen Jahren tot und verwaist. Rhys erinnert sich, dass irgendwo hier in der Gegend Scorpio von einigen hermetischen Magiern gestellt und (angeblich) erschlagen und begraben wurde. Der Kampf wurde damals wohl von einem Tytalus (ein hermetischer Vorfahr von Malfaitar) angeführt, dabei waren zwei Bjornaer (Heartbeast Spinne und Krake), ein Flambeau, der die Gruppe verraten hat, und ein Ex Misc, der den Flambeau erschlagen hat. Überlebt hat aber wohl nur der Tytalus.
Diarmuid ist auf Maximilian nicht sonderlich gut zu sprechen, weil der zwei seiner Leute überzeugt hat, mit ihm in das tote Land zu kommen, eine junge Frau und einen Jäger.

Schließlich, nachdem Bridget einen Übungskampf mit dem jungen Angus ziemlich erfolgreich absolviert hat, bricht die Gruppe auf in das tote Land. Bernward und Aaron bleiben zurück, da Bernward sich an irgendetwas den Magen verdorben hat. Sie wollen später nachkommen.
Zunächst wollen sie noch einmal Maria Alessis Turm aufsuchen, auch wenn die Untote nicht mehr da ist. Unterwegs beobachten sie einen Wolf, der sich sehr seltsam aufführt – eher wie ein Hase als wie ein Wolf. Kurz darauf fängt Ludwig ein Rebhuhn ein, das ihm quasi in die Arme läuft. Rhys spricht mit dem Tier, das zunächst denkt, es wäre ein Bär. Der Magier kann es allerdings überzeugen, dass es in Wirklichkeit ein Rebhuhn ist, und von ihm erfahren, dass das Tier nicht mehr recht weiß, wie es hierher gekommen ist. Jedenfalls ist es nicht von hier und möchte nicht aufgegessen werden. Sie lassen das Rebhuhn schließlich wieder laufen.

In Marias Turm haben sich ein paar Vogelfreie niedergelassen – sechs oder sieben raue, halbverhungerte Gesellen, die außer Waffen nicht viel zu besitzen scheinen. Frauen haben sie wohl auch schon länger nicht mehr gesehen. Im Gegenzug zu etwas Nahrung erzählen sie den Serpentianern, dass sich Maximilian mit seinen beiden Begleitern in einer Hütte bei der Schlucht aufhält. Sie haben wohl mal versucht, ihn anzugreifen, aber der Jäger hat einen Langbogen und kann damit umgehen.
Ihnen ist auch aufgefallen, dass die Tiere sich hier seltsam aufführen. Außerdem ist einer von ihnen – Connor – von einem seltsamen Schattenwesen angefallen und tödlich verwundet worden.

Als die Magier weiterreisen, folgt ihnen der jüngste Ausgestoßene und bittet sie, ihn mitzunehmen, als Führer, als Knecht, als irgendwas. Die Männer in dem Turm (die weniger stolzen Überreste des Clans MacTilion) haben wenig zu essen und der Anführer hat schon zu ihm gesagt, dass er jeden Tag mehr aussieht wie ein Hühnchen. Rhys und die anderen haben Mitleid und nehmen Duncan MacTilion mit.
Nach zwei Tagen Reise erreichen sie schließlich die Schlucht. Dort steht die Hütte, die Berenike in einer ihrer Visionen gesehen hat. Die Schlucht ist eine tiefe, dunkle Kerbe im Land, die am Strand beginnt und sich einige Meilen ins Landesinnere zu ziehen scheint. Auch in hellem Tageslicht kann man nur sehr schlecht hineinsehen und Details ausmachen. Es scheint dort drinnen unnatürlich dunkel zu sein.

Berenike ist jetzt nicht zu halten, auch dann nicht, als ein grimmiger älterer Mann mit einem Langbogen erscheint. Sie will zu ihrem Geliebten, und zwar jetzt. Schließlich tauchen auch Maximilian und das Mädchen auf, und Berenike fällt ihm begeistert um den Hals. Der Mercere ist allerdings offensichtlich nicht sehr begeistert, sie hier zu sehen, und auch das Mädchen wirkt ziemlich befremdet. Sie ist hochschwanger.
Nach einem klärenden Gespräch erfahren Rhys, Bridget und die anderen, dass Berenike sich da wohl in etwas hineingesteigert hat. Maximilian ist mittlerweile mit der jungen Oonah verheiratet, sie ist schwanger von ihm. Trotzdem ist Maximilian nicht böse über Gesellschaft. Er ist hier, erklärt er, um nach einem Theolithen zu suchen – einem magischen Stein, der ein winziges Bruchteil der Prima Materia enthält. Das ist die Urmaterie, aus der der Stein der Weisen bestehen soll. Aber selbst so ein Theolit ist mächtig: Maximilian hofft, den Stein nutzen zu können, um seine beschädigte Gabe zu reparieren. Allerdings ist auch ihm aufgefallen, dass die seltsamen Wesen, die die Schlucht bewohnen, seit der letzten Tag-und-Nachtgleiche im Herbst viel aktiver geworden sind. Seit diesem Zeitpunkt tauchen auch immer mal wieder diese verwirrten Tiere auf, und es wachsen hin und wieder Pflanzen, allerdings außerhalb des normalen Rhythmus der Jahreszeiten.

Während sich Maximilian in der Hütte mit Rhys und Luca unterhält, bemerken Ludwig und Aella draußen an der Kante der Schlucht einen Schatten, der sich selbständig aus der Dunkelheit löst und in Richtung der Hütte über den Boden gleitet. Sie verständigen Rhys, der ein grelles Licht in das Bachbett wirft, in dem der Schatten sich versteckt hat.
Zum selben Zeitpunkt taucht von der Küste her ein Fischdämon auf – Ludwig erinnert sich, dass ein ähnliches Wesen damals auf der Überfahrt von den Shetlands Henry getötet hat. Der Fischdämon ist allerdings hier nicht in seinem Element und hat Schwierigkeiten, richtig zu atmen.
Maximilian stößt zur Gruppe und benutzt ohne viel Federlesens einen magischen Stab, der ein Pilum of Fire abschießt. Ja, diese Viecher kriechen hin und wieder hier herum, erklärt er, aber sie sind nicht sehr gefährlich. Auch herumgleitende Schatten hat er schon gesehen. Die sind ebenfalls harmlos, weil man sie mit Licht zerstören kann. Man sollte nur aufpassen, dass sie sich nicht an einen dran hängen, dann übernehmen sie einen. Das ist Fergus, dem Jäger, mal passiert, aber Oonah hat ihn mit einem reflektierten Sonnenstrahl befreit.

Die Stimmung beim Abendessen ist etwas ungemütlich, weil Berenike Maximilians Zurückweisung nicht so gut verkraftet hat und jetzt vor allem wütend auf Oonah zu sein scheint.

Am nächsten Tag möchte Maximilian in die Schlucht hinunter, um zu sehen, ob der Theolith schon bereit ist. Rhys, Bridget, Ludwig, Luca und Salvatore wollen ihn begleiten. Aella und Duncan bleiben bei der Hütte, um ein Auge auf Berenike und Oonah zu haben. Fergus bleibt auch zurück.
Der Weg durch die Schlucht ist ziemlich weit. Rhys lässt ein helles Licht um die Gruppe herum erstrahlen, aber je tiefer sie eindringen, umso dunkler wird es, bis sie den Spalt über sich nicht mehr sehen. Die Gruppe läuft in einer ziemlich klein wirkenden Lichtkugel durch die Dunkelheit. Und es ist etwas in der Dunkelheit: Sie hören Scharren und Schleifen, und manchmal wird der Kreis des Lichts etwas kleiner. Einmal taucht aus der Finsternis ein fahlweißes, rattenartiges Geschöpf mit Tentakelbeinen auf, das blitzschnell auf Rhys zuläuft, aber von Ludwig und Salvatore ohne Probleme erschlagen wird. Laut Maximilian ist das Vieh ziemlich harmlos. Fergus ist schon ein paar Mal von einem gebissen worden, und es ist nichts passiert.
Schließlich erreichen sie die Stelle, an der sich die Theolithen bilden. Rhys‘ Vermutung bestätigt sich: Diese Theolithen sind die gleichen Steine, die im Steinbruch bei Serpentia zu finden sind, die Essaroe. Einer der Steine ist besonders groß und leuchtet bläulich. Maximilian packt zunächst ein paar Laborgeräte aus und fängt an, den Theolithen zu analysieren.
Während er noch dabei ist, schält sich ein Wesen aus der umliegenden Dunkelheit, eine Art vierbeiniges Geschöpft mit zwei Armen und ohne Kopf, das zum Teil noch im Schatten steckt. Es kommt zu einem Kampf, den Rhys dadurch entscheidet, dass er das Wesen vom Schatten wegreißt. Daraufhin siehen die Grogs, dass es in Wirklichkeit viel kleiner ist als gedacht, und können ihm leicht den Garaus machen. Brigdet wird leicht verletzt, als das Wesen ihre Schwerthand umfließt, aber sie meint, es wäre nichts, die Hand ist nur ein wenig kalt.
Schließlich erklärt Maximilian erfreut, dass der Stein soweit wäre, und fängt an, ihn vorsichtig aus der Wand zu schlagen. Daraufhin ziehen sich die Schatten langsam von dem Lichtkreis zurück, der einen Moment lang etwas heller erstrahlt.
Aber nicht lang: Als nächsten schießen auf allen Schatten die seltsamen Albino-Tentakelratten aus der Dunkelheit. Luca benutzt den Dornenstab, um eine Seite mit einer Dornenfalle abzusichern, und Rhys wendet sich auf die andere Seite, um die Wesen mit einem Flammenbogen zu erledigen. Dabei entgleitet allerdings die Magie seiner Kontrolle vollständig….

Alle Anwesenden werden in Visionen gezogen, auch Bernward, der gerade auf dem Weg zu Maximilians Hütte war. Die erste Vision findet zu dem Zeitpunkt statt, als Malwenna Ex Tytalus gegen Scorpio kämpfte: Der letzte Kampf in einer langen Kette von Schlachten, nur wenige hermetische Magier gegen die Überreste von Scorpios Dämonen. Auf Malwennas Seite kämpfen Gunhild und Davy Allen Ex Bjornaer, Sirius Ex Flambeau und Gideon Ex Misc. Aus den Erzählungen wissen die Serpentianer, dass Sirius ein Verräter ist und Gideon ihn entlarvt, aber es stellt sich heraus, dass Gideon der wahre Verräter ist, der Sirius die Sache nur in die Schuhe schiebt.
Malwenna plant, Scorpio in eine Falle zu locken und einzusperren, da man ihn nicht töten kann. Die Falle soll eine Regio sein, aber keine Regio ohne Schlüssel, also hat sie einen erschaffen. In der Vision sehen die Serpentianer, dass nicht etwa Scorpio in die Falle geht, sondern Sirius, der von Gideon hineingestoßen wird.

Die zweite Vision findet in Mirabilis statt, zu Maximilians Lehrzeit. Jetzt hat Celeste Ex Tremere den Schlüssel zu Scorpios Gefängnis und bewacht ihn. Ein freundlicher Ex Misc, Jonas (aus Gideons Lehrlinie), versucht, an den Schlüssel heranzukommen, Mortifer Ex Tremere verkompliziert die Situation. Am Ende erschlägt Celeste Jonas bei dem Versuch, den Schlüssel zu stehlen. Dabei kommt es allerdings zu dem Unfall, bei dem Maximilian seine Gabe verliert.

Die dritte Vision findet ein paar Jahre in der Zukunft statt: Serpentia wird gerade von Scorpio und einer Armee von Doppelgängern angegriffen. Ein Gast des Bundes, Nathan Ex Misc (ebenfalls aus Gideons Lehrlinie), äußert die Vermutung, dass Scorpio aus seinem Gefängnis entkommen ist, sich aber noch ein Teil seiner Macht dort befinden könnte – oder zumindest etwas, das ihm schaden könnte. Rhys hat den Schlüssel, und er und Bernward beschließen, das Gefängnis zu öffnen.

Es gibt eine blendende magische Explosion, und sie sind wieder in der Schlucht. Der Theolit ist zerstört, und einige der mitgebrachten magischen Gegenstände auch. Die Erde bebt, die Wände der Schlucht schwanken. Mit dem Transportgürtel gelangen alle aus der Schlucht und sehen, dass am Ende ein Hügel aus der Erde wächst, Asche ausspuckt und schließlich ein kleiner Vulkan ausbricht. Asche und brennende Stein fliegen durch die Luft, aber es dauert nicht lange. Schließlich sehen die Serpentianer eine Gestalt aus der Lava kriechen – einen Mann. Es ist Sirius, der endlich aus dem Gefängnis entronnen ist.

Dem alten Flambeau geht es nicht sehr gut, er ist verwirrt und von der langen Gefangenschaft gezeichnet. Aber so langsam kommt er wieder zu sich und hat ein paar klare Phasen. Da er im Orden immer noch als Hochverräter gilt, sollte er zunächst von der Bildfläche verschwinden – er wird eingeladen, in Indien bei Silentius unterzukommen.

Zurück bei der Hütte gab es noch ein wenig Ärger, weil Berenike versucht hat, Oona umzubringen. Das konnte Aella glücklicherweise verhinden. Das Kind von Maximilian und Berenike wurde ausgerechnet während des Magieausbruchs geboren und scheint einige Magie absorbiert zu haben. Die kleine Celestine bleibt mit ihren Eltern noch eine Weile in Schottland – so ganz hat Maximilian den Traum von dem Theoliten noch nicht aufgegeben.

Der Rest kehrt mit Berenike zum Bund zurück – getrennt von Sirius. Die Dichterin ist zwar mit ihrem gebrochenen Herzen beschäftigt, aber es besser, wenn sie nicht weiß, wo Sirius hingekommen ist.

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Marganma

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