Serpentia

Eine Falle in Jerusalem

Herbst 1198

Andrew, Alen, Rhys, Karl, Hélène, Patrick, Alenka, Pierre

Andrew will erneut versuchen, mit seinem Neffen Vater Andreas, dem Assistenten Gerberts, ein klärendes Gespräch zu führen. Dazu macht er sich einen Plan zu Nutze, den Rhys ursprünglich für ein Treffen mit Stephen und Adrien vorgesehen hatte: Er will Andreas Gerüchte zukommen lassen, daß er sich in einer moslemischen Stadt aufhält, um diesen an einen Ort zu locken, an dem er seine üblichen Beschützer, die Templer nicht mitnehmen kann. Als Stadt wird Jerusalem ausgewählt. Dort soll Rhys Andrew „entdecken“ und zu Andreas eilen, um davon zu berichten. Andrew wird von Alen begleitet, Rhys reist mit Karl, und Hélène, Patrick, Alenka und Pierre werden sich als „unabhängige“ Gruppe in Jerusalem in der selben Herberge einmieten wie Andrew, um im Notfall eingreifen zu können.
Zunächst läuft alles nach Plan: Andrew und Alen treffen als erste in Jerusalem ein, wo sie eine Herberge mieten und sich merkwürdig und sinister geben. Alenka und die anderen kommen kurz darauf an, getarnt als Pilgergruppe, und werden von Andrew eingeladen, doch die Herberge zu teilen. Schließlich kommt Rhys in der Stadt an. Über einige Sprüche verständigen sich die beiden Magier, sodaß Rhys Andrew schließlich am Marktplatz „entdeckt“. Daraufhin verläßt er Jerusalem und reist nach Tripolis. Dort kontaktiert er Andreas, der den Köder ohne Probleme schluckt: In Begleitung eines Salomoniters bricht er zusammen mit Rhys und Karl sofort auf. Als weitere Begleitung nimmt er eine Söldnertruppe unter der Führung eines gewissen Gunther mit, die er offenbar von früheren Kämpfen gegen Dämonisten kennt.
In Jerusalem angekommen, schlüpfen Andreas, Rhys und die anderen in einem Pfarrhaus unter. Den Tag verbringen sie mit der ergebnislosen Suche nach Andrew, und als sie sich am Abend zur Ruhe begeben, verhilft Rhys ihrem Schlaf mit seinem Whiskynebel zu der nötigen Tiefe. Dann dringen Andrew und Alen ins Haus ein und entführen Andreas in den magisch erschaffenen Keller einer zerfallenen Armenhütte, den sie schon für diesen Zweck vorbereitet haben. Alenka, Pierre, Hélène und Patrick sind bei ihnen.
Nachdem Andreas aufgeweckt worden ist, erklärt er sich notgedrungen bereit, Andrews Seite der Geschichte anzuhören. Danach ist er noch skeptisch, denn er hält alle Menschen mit übernatürlichen Kräften für Dämonisten. Als Andrew ihn fragt, wo denn seine eigenen Kräfte herkämen, antwortet er, seine Kräfte kämen natürlich von Gott. Aber auf die Frage, warum nur seine und nicht die anderer Menschen, weiß er keine Antwort und wird nachdenklich.
In diesem Moment wird das Gespräch unterbrochen, denn Patrick, der oben Wache halten sollte, stürzt durch die Falltür in den Raum. Ihm folgen Gunther und zwei seiner Männer. Dann überstürzen sich die Ereignisse: Neben Andreas taucht plötzlich eine dämonische Gestalt auf, die ihn „Meister“ nennt und fragt, ob sie ihm irgendwie helfen kann. Gunther schreit daraufhin „Verräter“ und stürzt sich mit dem Schwert auf Andreas, während Andrew und Pierre den Dämon angreifen. Es gelingt den beiden, die teuflische Gestalt mit ihren Waffen zu durchbohren, ohne selbst Schaden zu leiden. Die Kreatur löst sich daraufhin auf und verschwindet. Alen hat sich Gunther in den Weg gestellt, der wie ein Berserker direkt in das Schwert des Grogs läuft und tot zu Boden fällt. Aber auch Alen ist verletzt: Die Spitze von Gunthers Schwert hat sich durch seinen Arm gebohrt und seinen Bauch geritzt, bevor sie von der Klinge abbrach. Während Hélène sich um den Verwundeten kümmert, fordert Andrew den ziemlich verwirrten Andreas auf, den durch den Dämon möglicherweise verseuchten Boden mittels eines Gebets zu reinigen.
Danach begleiten Andrew und seine Gefährten Andreas und Gunthers Männer zurück zum Pfarrhaus. Dort herrscht einiges Chaos: Das Haus ist mitten in der Nacht von dunklen Gestalten überfallen worden. Glücklicherweise ist Rhys und Karl nichts passiert, aber die restlichen drei von Gunthers Mannen sind tot und der Pfarrer verletzt. Niemand kann sich erklären, wer die dunklen Gestalten waren, oder wie Gunther in der Lage war, Andreas so schnell zu finden – er ist nach Aussage seiner Männer direkt zu der Armenhütte gelaufen.
Eine genauere Untersuchung bleibt jedoch aus, da sich Andrew und Andreas wieder trennen. Der jüngere Mann sagt, er wolle über die Worte seines Onkels nachdenken und Gerbert von Köln einige Fragen stellen. Schon am nächsten Tag verläßt er die Stadt, „zufällig“ auf dem selben Schiff wie Andrew und seine Gefährten. Der Jerbiton hat nämlich den Eindruck, daß immer noch Gefahr bestehen könnte, und daher will er seinen Neffen noch nicht aus den Augen lassen.
An Bord des Schiffes stellt Hélène fest, daß mit Alens Wunde etwas nicht stimmt: Das Fleisch ist entzündet und an den Wundrändern schwärzlich verfärbt. Dies ist keine normale Entzündung, wie der hinzugeholte Salomoniter bestätigt, sondern eine Art dämonisches Gift ist hierfür zuständig. Er selbst kann nicht helfen, aber möglicherweise kennt Joscelin d´Acre, der Meister der Salomoniter, ein Heilmittel. So machen sich Andrew und seine Gefährten, kaum in Tripolis angekommen, auf einen Gewaltritt nach St. George, dem Mutterkloster der Salomoniter, das in einer göttlichen Regio auf einer Insel in einem Wasserfall gelegen ist. Aber für Alen kommt jede Hilfe zu spät: Als sie in St. George angelangt sind, hat sich sein gesamter Körper verfärbt, und es ist offensichtlich, daß er gräßliche Schmerzen leidet. Tückischerweise wird ihn die Krankheit nicht töten, sondern nur weiter und weiter leiden lassen, wie Joscelin erklärt. Andrew erweist seinem Freund daraufhin den letzten Gnadendienst. Die Leiche wird in Tücher eingenäht und mit nach Serpentia genommen, wo Alen seine letzte Ruhe finden soll.
Vorher jedoch machen sich die Gefährten erneut auf den Weg nach Tripolis, wo Rhys und Karl zurückgeblieben sind, um noch einmal nach Andreas zu sehen. Dort stellen sie fest, daß Gerbert auf die unangenehmen Fragen seines Assistenten weniger begeistert reagiert hat: Der junge Mann ist von seinen Pflichten befreit und wird in ein abgelegenes Kloster geschickt, wo er genug Zeit hat, über alles nachzudenken.
Mit ihrer traurigen Last und einer Lösung des Rätsels nicht viel näher kehren die Reisenden nach Serpentia zurück. Dort wird Alen begraben. Seine Frau Daphne zieht sich bei der Nachricht von seinem Tod völlig in sich selbst zurück und spricht seither kein Wort mehr…

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Marganma

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