Serpentia

Erdkönige und die Wilde Jagd

Sommer 1210

Paddy, Michele, Fianna, Gwy, Colleen, Sven, Henry

Gwy, Paddy, Kirad und Annie träumen von einer Melodie, die ein bisschen ohrwurmmäßig ist.

Irgendwann später taucht Nereva von den Weiten Himmeln im Bund auf und fordert erstmal Padraig zum Duell. Nach einigem Hin und Her beschließen die Serpentianer, dass es wohl sinnvoll ist, dass Duell zu gewinnen – denn wenn Nereva gewinnt, kann sie keine Hilfe akzeptieren.

Sie stammt aus dem Weiten Himmel (s. „Das gestohlene Lachen"), der mittlerweile von Steinwesen überrannt ist. Der Himmel ist zu Stein geworden, und die Engel – bzw. die Flügelmenschen – sind gestürzt. Da die Serpentianer die Granits erst eingeschleppt haben, kann Nereva sie zum Duell fordern.

Da Nereva keine Ritterin ist, fühlt sich Paddy nicht verpflichtet, selbst mit ihr zu kämpfen. Statt dessen übernimmt das Fianna, die den Kampf aufs Erste Blut gewinnt. Es gelingt ihr, Nereva nur zu verwunden, obwohl die versucht, sich töten zu lassen. Bei Nerevas Leuten ist es nämlich üblich, dass der Sieger eines Duells sich dann um die Hinterbliebenen kümmern muss.

Jedenfalls beschließen Paddy, Michele und Fianna, sich um die Probleme von Nerevas Leuten zu kümmern. Gwyweredd, Colleen, Sven und Henry gehen auch mit.

Sie reisen durch Charmaine-sur-le-Doux zum Birkenhain, und von dort aus in den Traurigen Birkenwald. Schon im Birkenhain fallen rollende Steine auf, der Huf eines Pferdes wird kurzfristig zu Stein. Bei der Untersuchung der Steine entsteht bei Michele der Eindruck, dass Paddy unglaublich begabt in Terram-Magie ist und nur sein Licht unter den Scheffel stellt.

Im Traurigen Birkenwald hören sie eine dissonante Musik. Gwy und Paddy improvisieren ein Orchester, das die Melodie harmonisiert. Fianna, die losgegangen ist, um herauszufinden, wer die Musik macht, sieht eine Fee, die auf einer steinernen Harfe spielt. Als Gwys und Paddys Musik ertönt, verwandelt sich die Harfe aber zurück in eine aus Birkenholz, und die Melodie wird wieder harmonischer.

Die Reise führt weiter, über die Sommerhänge zum Birkenumkränzten Pass. Nereva erklärt, dass dort irgendwelche Elben Wache stehen, an denen man vorbeischleichen muss. Colleen will nicht schleichen, weil sie ja schließlich Ritter ist.

Am Tor stehen zwei hochgewachsene Elben, die nur diejenigen durchlassen, die ein reines Herz haben – in diesem Fall Colleen und Michele (sehr zu dessen Ärger). Dahinter befindet sich allerdings nicht der weitere Weg, sondern nur ein Haus der Erholung. Da sie das nicht brauchen, gehen sie wieder nach draußen und krabbeln hinter den anderen über den Kamm hinterher.

Dort kommen sie zum Zugang zu den Verschlungenen Tunneln, ein Labyrinth aus knirschenden und hin und wieder zusammenkrachenden Felsen. Nereva kennt den Weg, und sie kommen bald bei den Weiten Himmeln an. Wie schon berichtet, ist dieses Reich von Stein überwuchert – der Himmel, der Erdboden sind größtenteils mit einer Steinschicht überzogen, es wachsen Säulen und Stalagtiten aus beiden Schichten, und überall liegen kleinere und größere Haufen Geröll herum, die sich sporadisch bewegen. Hin und wieder fallen auch Steine vom Himmel herunter – das scheint ihnen allerdings Spaß zu machen.

Colleen will ihr Pferd nicht aufgeben, daher wird sie mit dem Packpferd über die Ebene zu dem Erdhügel, auf dem das Dorf liegt, reiten und hoffen, dass die Steine zu langsam sind, um sie zu erwischen. Der Rest erklimmt mit Nereva (und dem Transportgürtel) eine Säule, überquert den steinernen Himmel und lässt sich beim Dorf wieder herunter. Kaum sind sie dort angekommen, erstarrt jedoch Michele zu Stein und rührt sich nicht mehr.

Im Dorf erfahren sie vom Dorfältesten Kitomir, dass die Granits, die die Serpentianer eingeschleppt haben, zunächst relativ friedlich waren – manchmal eine Plage, aber weitgehend harmlos. Eines Tages jedoch stellten die Engel (bzw. die Flügelmenschen) fest, dass die Luft nach Stein schmeckt, und seither wuchern die Steine alles voll. Kitomir vermutet, dass etwas mit den Erdkönigen nicht stimmt, die normalerweise dafür zuständig sind, die Steine in ihren Grenzen zu halten.

Die meisten Engel sind mittlerweile gestorben, aber drei leben noch. Sie kriegen allerdings kaum noch Luft, weil sich darin zu viel Staub befindet. Paddy filtert für einen von ihnen die Luft, damit sie sich mit ihm unterhalten können. Der sterbende Engel erklärt ihnen, sie müssten einen Steinweisen finden und herausfinden, was mit den Erdkönigen los ist.

Von den Dörflern erfahren sie, dass Steinweise die Sendboten der Erdkönige sind. Zu den bekannten Steinweisen gehören Steinzunge, der Herr des Steinmarkts, Osbert Felsinger, der König der Dreihundertvierunddreißig Brüche und Meghann Kieselrat, eine menschliche Diebin. Paddy und die anderen beschließen, zunächst zum Steinmarkt zu reisen. Michele bleibt in Svens Obhut zurück.

Zunächst geht es zurück in die Verschlungenen Tunnel, wo Paddy einen Granit überredet, ihnen den Weg zum Steinmarkt zu zeigen. Dort herrscht Chaos: Überall fliegen oder fallen Steine umher, Gebäude sind eingestürzt oder unter Geröll begraben, herumwandernde Personen versteinern spontan oder werden wieder normal.

Als erstes treffen sie einen freundlichen Steinzwerg, der ihnen erklärt, Steinzunge wäre wohl nicht da, aber in der Hohen Höhle, einem Gasthaus, könnten sie einen Magier und einen Ritter treffen, die auch noch ihm gefragt hätten. Also begeben sie sich dorthin und treffen in dem relativ unerschütterten Gasthaus tatsächlich einen Magier und einen Ritter – Paddys jüngere Brüder, Adrien und Armand/Steven de Solleur.

Nach einigen anfänglich Animositäten – schließlich hat Adrien geschworen, den Mann, „der Llwellyn hieß, sich jetzt aber Rhys nennt, und der seine Eltern getötet hat", zu erschlagen; und das trübt sein Verhältnis zu Paddy natürlich auch – tauschen sie aber Informationen aus: Das Ganze fing damit an, dass Armand das Lied gehört hat, von dem auch Paddy und Gwy geträumt haben. Kurz darauf gab es einige Verwicklungen mit versteinerten Leuten im Blutrosenreich, und die Brüder beschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen. Unterwegs trafen sie Meghann Kieselrat, die Steinweise, die aber auch nur wusste, dass etwas mit den Erdkönigen nicht stimmt.
Sie trennten sich wieder, um nach weiteren Informationen zu suchen, und wollten sich auf dem Steinmarkt wiedertreffen.
Steven und Adrien haben bisher nur herausgefunden, dass sich die Steine in nahezu allen Reichen komisch aufführen. Außerdem wissen sie, dass einige Steinweise sich hier getroffen haben und dann gemeinsam mit Steinzunge losgezogen sind, um die Erdkönige aufzusuchen. Sie sind bisher nicht wieder aufgetaucht. Nur einer ist noch hier: Gandrin, ein Hutzelmännchen. Der spricht aber nicht mit Leuten aus den Rosenreichen.

Paddy und Gwy erzählen ihrerseits von ihren Erlebnissen. Steven und Adrien wollen dann wieder aufbrechen: Sie machen sich Sorgen um Meghann und möchten nach ihr suchen. Paddys Argument, dass man gemeinsam vielleicht mehr erreichen könnte, überzeugt sie nicht, und sie ziehen wieder los.

Daraufhin unterhalten sich die Serpentianer mit dem Steinweisen Gandrin (bei einem Karottenbier). Der weiß nicht, was die Erdkönige haben, aber er ist natürlich besorgt. Obwohl die Erdkönige ja eigentlich unverwundbar sind. Außer mit Schwarzeisen. Aber das Geheimnis des Schwarzeisens kennen nur die Schwarzen Zwerge, und die haben doch versprochen, es nicht weiterzugeben! Geschworen sogar! …aber wenn den Erdkönigen etwas passiert, wer hält dann die Steine im Schach? Gandrin ist ernstlich besorgt, aber nicht abenteuerlustig genug, um selbst aufzubrechen.
Allerdings erzählt er noch, dass jeder, der die Höhle der Erdkönige betritt, versteinern muss. Es sei denn, er ist ein Steinweiser. Oder gehört zu den anderen Ausnahmen, es gibt da auch noch einen menschlichen Clan… wie hießen die… Llwellyn. Oder natürlich, wenn man ein reines Herz hat. Das geht auch.

In der Zwischenzeit ist Michele wieder ent-steinert, gerade rechtzeitig, um mit Sven und den anderen Dörflern vor dem Sturmangriff der Steine zu fliehen. Bei den Verschlugenen Tunneln trifft auch er einen Stein, der ihm bereitwillig den Weg zeigt.
Er trifft Steven und Adrien, als die den Steinmarkt gerade verlassen und die ihm erzählen, wo er Paddy, Fianna und den Rest finden kann.

Nach kurzer Beratung beschließen Paddy und Michele, sich zunächst mal die Schwarzbinge anzuschauen. Doch noch auf dem Steinmarkt werden sie abgelenkt: Eine junge, verletzte Frau stolpert ihnen vor die Füße, verfolgt von drei Jägern und fünf Jagdhunden. Es gelingt den beiden Magiern, Fianna und Colleen, die Gegner zu besiegen und die junge Frau zu retten. Bevor sie – von Verletzungen und Erschöpfung geschwächt – das Bewußtsein verliert, sagt sie noch ein Wort: „Llwellyn".

Fianna erkennt die Jagdmeute wieder: Diese Jäger gehören zu Lafarr, mit dem sie unfreiwilligerweise verlobt ist. Bei der Gruppe war noch ein Gefangener dabei: Huw Llwellyn, der aus der Schwarzbinge geflohen ist, wo er als Sklave in den Minen der Schwarzen Zwerge schuften musste.
Bei den erschlagenen Jägerelfen finden sie noch drei Amulette, in die jeweils eine Phiole mit einer roten Flüssigkeit eingearbeitet ist. In einer davon ist die Flüssigkeit allerdings eingetrocknet und eher braun.

Sie kehren zunächst mit den Verletzten in die Hohe Höhle zurück. Dort erfahren sie von Huw, dass Lafarr etwas von den Llwellyns wollte – etwas, das mit den Erdkönigen zusammenhängt. Als die Clansältesten es ihm verweigerten, nahm er kurzerhand ein paar Kinder als Geiseln. Jetzt müssen die Frauen des Clans den Erdkönigen in ihrer Höhle ein Lied vorsingen – genau das Lied, das Gwy und Paddy in ihren Träumen gehört haben. Die Männer arbeiten als Sklaven in der Mine.

Die junge Frau erlangt das Bewusstsein wieder. Sie ist Meghann Kieselrat, die Steinweise, – Meghann Llwellyn. Sie kennt Huw, und beide stimmen zur Begrüßung erst mal das Llwellyn-Lied an.
Meghan erzählt, dass sie und Huw vom walisischen Teil des Clans stammen. Der irische Teil wurde vor vielen Jahren nach einem Familienzwist als Verräter und Ausgestoßene vertrieben. Paddy erläutert, dass er zu dem levantinischen Zweig der Familie gehört, den Meghann und Huw zwar nicht kennen, aber immerhin sind es keine Iren. Gwy, der seine Eltern gar nicht kennt, ist einigermaßen erstaunt, dass auch er ein Llwellyn ist; noch dazu ein walisischer. Immerhin hat er einen walisischen Vornamen.

Meghann geht es nicht gut genug, um die Gruppe zu begleiten, also machen sich die Serpentianer mit Huw auf den Weg zur Schwarzbinge, um dort die Kinder zu befreien. Sie werden von dreizehn Zwergen und einem Gnom begleitet, der angeblich ein Meisterdieb ist, aber nicht aussieht, als könnte er ein Wässerchen trüben.

Zunächst gehen sie als offizielle Handelsabordnung. Dabei gelingt es Michele, im Geist eines Schwarzzwergs zu lesen, wo die Kinder gefangen gehalten werden. Bei einer Erkundung der Schwarzbinge wird allerdings klar, dass es sich um mehrere riesigen Hallen handelt, in denen überall Stege, Brücken und Rampen erbaut worden sind, um verschieden Stollen in den Wänden miteinander zu verbinden. Überall wuseln Sklaven herum, bewacht größtenteils von Orksöldnern.

In einer der Hallen geht ein breiter Kreuzweg ab – einmal führt ein breiter Weg nach unten und auf der anderen Seite eine große, gewundene Rampe nach oben. Auf diesem Weg mühen sich gerade etliche Sklaven damit, einen riesigen Obelisken von unten nach oben zu schaffen. Vermutlich handelt es sich dabei um einen Erdkönig.

Da sie als Handelsabordnung nicht weiterkommen, verlassen Paddy und die anderen die Hallen der Binge zunächst wieder. Draußen tarnen sie sich als Orks und kehren wieder zurück, um in den Königspalast einzudringen. Die dreizehn Zwerge und der Gnom werden ebenfalls getarnt. Die Orks sollten die Illusion nicht durchschauen können – aber es sind auch einige Jägerelfen aus Lafarrs Reich hier, die sich nicht so leicht täuschen lassen werden. Wie es um die Zwerge bestellt ist, ist nicht ganz klar, aber gemeinhin können Zwerge Illusionen nicht durchschauen.

Kaum sind sie wieder in der Binge, bekommen sie von ein paar echten Orks einen Trupp Gefangene überreicht, um die sie sich kümmern sollen. Es gelingt ihnen, die meisten davon freizulassen, aber ein paar sind zu verängstigt und bleiben bei ihnen, Orks oder nicht.

Es gelingt ihnen, zum Palast zu kommen, ohne weiter Aufsehen zu erregen. Dort finden sie einen Geheimgang, der in einen kleinen Seitenstollen führt. Der führt zunächst in eine Waffenkammer, in der allerdings etliche Schwarzzwerge herumlungern, die zwar nicht sehr aufmerksam wirken, aber trotzdem vermutlich Alarm schlagen werden.
Gerade als sie noch überlegen, fällt ihnen auf, dass direkt in ihrer Nähe der Schemen einer Gestalt in der Wand zu erkennen ist. Solche Schemen haben sie früher schon in der Binge gesehen. Vor jedem Schemen ist eine Kette in die Wand eingelassen, die einfach nur da hängt, ungefähr in der Körpermitte des Schemens.

Fianna fällt ein, dass sie schon einmal gehört hat, dass es vor den Schwarzzwergen andere Einwohner in der Binge gegeben haben soll – diese haben in einer alten Legende ein Liebespaar vor den Zwergen gerettet, indem sie ihnen den rechten Weg gewiesen haben.

Die Legende ist offenbar wahr: Der Schemen weist einen Weg zu einem weiteren, besser versteckten Geheimgang, der weiter in den Palast hineinführt. Leider ist es ein sehr schmaler Weg, und die breiten Zwerge passen nicht durch den Eingang, daher müssen sie zurückbleiben. Ihr Gnom bleibt auch bei ihnen.

Der Gang ist sehr staubig und verlassen, führt aber schnurstracks in die tieferen Stockwerke des Palast, zu einem lang vergessenen, alten Kerker. Das Glück ist Paddy und den anderen hold: Einer der Schemen weist ihnen einen schmalen Ausgang, der direkt zum Gefängnis der Kinder führt.

Dort halten zwei Schwarzzwerge und eine größere Gruppe Orks Wache. Die Orks sind ziemlich gelangweilt, weil sie hier nur herumsitzen und die Kinder nicht essen dürfen. Dafür fangen sie dann gleich mal Streit mit den Neuankömmlingen an, was denen ganz recht ist. Es kommt zu einem etwas konfusen Kampf, bei dem Fianna drei Orks als Gefolgsleute gewinnt, und Colleen immerhin einen. Die Schwarzzwerge schaffen es allerdings, Hilfe herbeizurufen, die allerdings zu spät eintrift: Gwy hat es schon geschafft, die verängstigten Kinder und die zwei Frauen, die auf sie aufpassen, zu beruhigen (trotz Ork-Verkleidung) und zum Geheimgang zu bringen.

Paddy lässt den Gang hinter den Flüchtenden einstürzen, und so entkommen sie fürs Erste. Die Schemen in den Wänden führen sie an einen sicheren Ort mit einem kleinen See, tief in dem Berg der Binge versteckt, wo sie erst mal verschnaufen und planen können. Bei ihnen sind die Kinder, die beiden Frauen (Llwellyns), Huw, die drei ängstlichen Gefangenen, Fiannas Orks, Colleens Ork, dreizehn Zwerge und der Gnom (der unversehens bei dem Kerker der Kinder aufgetaucht war, als auch Michele, Paddy und die anderen ankamen. Vielleicht ist er doch ein Meisterdieb).

Sie beschließen, die Kinder mit den Frauen, den ängstlichen Gefangenen und Huw in der Höhle zu lassen. Die Orks können sie schlecht hier lassen, also müssen die mit. Als die Serpentianer mit ihrem Gefolge jedoch wieder in der Binge ankommen (diesmal als Arbeitssklaven getarnt), stellen sie fest, dass große Aufregung herrscht und die Orks dabei sind, die Llwellyn-Arbeiter zusammen zu treiben. Offenbar brauchen sie neue Geiseln, jetzt, wo die Kinder geflohen sind.

Das ist zwar nicht ideal, aber wenn alle männlichen Llwellyns auf einem Haufen sind, ist es wahrscheinlich einfacher, die auch noch zu befreien. Michele und die anderen Serpentianer (plus Orks) beschließen, sich auch von den Orks zusammentreiben zu lassen. Die Zwerge und ihr Gnom werden derweil losgehen und eine Ablenkung starten, um den Befreiern zu helfen.

Die Gefangenen werden von den Orks und einigen Jägerelfen die breite Rampe nach oben getrieben. Die Rampe führt durch einen kurzen Gang ins Freie, zu einem nicht allzu breiten Grat in der Felswand, an den ein hölzernes Gestell angebaut ist. An diesem Gestell sind zwei Luftschiffe verankert. Auf einem davon ist bereits ein Erdkönig zum Transport bereit, auf das andere werden gerade die Gefangenen getrieben. Unter den Luftschiffen ist nicht viel zu sehen als die Felswand des Berges und – weiter unten – eine dicke Wolkendecke.

Hier sind sehr viel mehr Jägerelfen, und einer von ihnen durchschaut die Tarnung der verbündeten Orks. Nach einem kurzen Wortwechsel eskaliert die Situation schnell – die Jägerelfen bedrohen die Llwellyns, und es scheint unwahrscheinlich, dass es Michele und den anderen gelingen wird, das zweite, kaum bemannte Luftschiff zu erobern, bevor es zu einem Blutbad kommt.

Daraufhin springt Paddy einfach von dem schmalen Grat. Er hat den Fluggürtel, an dem sich auch andere festhalten können, mitgenommen. Die anderen reagieren schnell und springen ihm hinterher – glücklicherweise sind sie nicht so viele, und alle können sich an einer Schlaufe festhalten und nach unten schweben.
Leider ist Colleens Ork nicht allzu helle, aber ziemlich loyal: Als er seine Cheffin springen sieht, springt er einfach hinterher. Colleen kann ihn zwar auffangen und festhalten, aber dadurch bewegt sich die ganze Gruppe wesentlich schneller nach unten als geplant…

Sie stürzen durch eine Wolkendecke, dann durch eine Nebelwand und landen schließlich unsanft auf einem Waldboden voller Tannennadeln.

*
Der Sturz hat Michele und die anderen in einen nebligen, feuchten Nadelwald geführt, aus dem man einerseits das leise Grummeln der Bäume, andererseits einen lauten Schrei hört: „Iiigooooor!"

Das ist Ludwig Brück, der von Sven sofort erkannt und freudig begrüßt wird. Die Criamon in Caverna haben es tatsächlich geschafft, ihn von dem Juwel in seiner Brust zu befreien – den Schlüssel zu Justitianas Drachen haben sie gleich mit befreit. Beides befindet sich jetzt bei ihnen. Ludwig haben sie nach der ganzen Sache in den Feenwald geschickt, damit er mit seiner Zwergennatur ins Reine kommt.

Er hat die ganze Sache mit den Steinen natürlich auch mitbekommen und schließt sich der Gruppe an. Fianna hat während der Begrüßung bereits bemerkt, dass der Boden hier sehr zertrampelt ist. In der letzten Zeit müssen hier viele Leute durchgekommen sein. Bei einem kurzen Gespräch mit den umherstehenden Bäumen erfahren sie, dass sie im Immergrummelwald sind.

Sie folgen den Spuren und kommen an eine Art Lichtung, auf zwischen den ganzen Nadelbäumen etliche Laubbäume stehen, die in ziemlich seltsamen Mustern herumstehen. Manche davon bewegen sich sogar. Außerdem haben sich hier alle möglichen anderen Wesen versammelt und ihre Lager aufgeschlagen. Sie sehen aus wie Flüchtlinge.
Zunächst treffen sie einen Nebelzwerg, der ihnen bereitwillig berichtet, was ihm passiert ist. Leider bittet ihn Michele um einen ausführlichen Bericht – er kennt sich mit Nebelzwergen offenbar nicht recht aus, jedenfalls fängt der Zwerg freudig an zu erzählen, und zwar bei der Entstehung seines Volkes…

Während Michele dem Nebelzwerg wenig konzentriert lauscht, hören sich die anderen weiter um. Von einem Steinzwerg erfahren sie, dass es sich bei den meisten der hier Anwesenden tatsächlich um Flüchtlinge handelt – die sind entweder vor den wild gewordenen Steinen, vor Lafarrs Jägern oder vor der Wilden Jagd geflohen. Die treibt hier nämlich auch ihr Unwesen.
Der Steinzwerg hat allerdings recht wenig Respekt vor Lafarr und erzählt einen einigermaßen lustigen Witz über ihn, der sich darauf bezieht, dass er ja seine Verlobte nicht einfangen kann. Fianna findet das allerdings weniger lustig.

Abgesehen von den Flüchtlingen befinden sich auch ein paar Jägerelfen hier. Das sind Abtrünnige, die Lafarr nicht länger dienen wollen – einerseits, weil er seine Braut nicht einfangen kann, andererseits wegen des Turms. Auf Nachfrage berichten sie, dass Lafarr dabei ist, einen riesigen Turm zu bauen, für den er viele Bäume umholzt und Arbeiter versklavt. An den Turm hat er die verschleppten Erdkönige gehängt. Was er mit denen will, wissen die Jägerelfen aber auch nicht so genau. Sie vermuten, dass es irgend etwas mit der Wilden Jagd zu tun hat.
Von den Jägerelfen erfahren Fianna und die anderen auch, dass es in Lafarrs Reich, dem Dunklen Tann, früher eine Jagdgöttin gegeben hat, die die Landherrin war (und wohl auch noch ist, denn Lafarr ist nicht der Herr des Dunklen Tanns). Sie ist allerdings irgendwann verschwunden. Wohin und warum wissen die Jäger aber nicht.

Als sich Fianna und die anderen noch mit den Jägerelfen und dem Steinzwerg unterhalten und Michele den Nebelzwerg endlich abschütteln kann, ertönt der laute Warnruf „Die Wilde Jagd!" Sofort herrscht heilloses Chaos, als alle Flüchtlinge aufspringen, ihr Hab und Gut zusammenraffen und in alle Himmelsrichtungen davonlaufen. Nur Hermann, der freundliche Steinzwerg, fällt vor lauter Angst in Ohnmacht.

Da die Wilde Jagd (wie sie gerade eben erfahren haben) am liebsten Menschen und andere Fremdkörper in den Reichen jagt, ist es keine große Überraschung, dass sie sich an die Fersen der Serpentianer heftet. Unglücklicherweise stolpert Sven bereits zu Beginn der Flucht und wird versehentlich zurückgelassen. Die Jagd verfolgt jedoch zunächst die anderen Fliehenden – eine große Jagdmeute von Reitern mit Bogen und wilden, geifernden Hunden, die immer näher und näher kommt. Michele kommt bei der hastigen Flucht am Rande eines Abhangs ins Stolpern und stürzt Hals über Kopf hinunter, der Rest folgt etwas weniger unelegant. Sie haben Glück im Unglück: Auf halber Höhe des Abhangs befindet sich eine kleine Höhle, in der ein junges Mädchen mit einer brennenden Laterne sitzt. Als sie die Serpentianer sieht, winkt sie ihnen zu.
Paddy und die anderen flüchten sich zu ihr in die Höhle, und Paddy versucht, eine Wand vor ihnen zu erschaffen, um sie vor der Wilden Jagd zu verbergen. Das gelingt ihm zwar nicht recht, aber dennoch scheinen die Jäger sie nicht zu sehen, und auch die Hunde haben die Spur verloren. Nach einigen Augenblicken, in denen die Wilde Jagd nach ihrer Beute sucht, wenden sich die Jäger ab, um nach etwas anderem zu jagen.

Die junge Frau heißt Lene – ihr Bruder ist im Augenblick der Herr der Wilden Jagd. Sie erzählt, dass er Herr geworden ist, weil er der Wilden Jagd die richtige Beute angeboten hat. Einmal im Jahr, zum Erntefest, sucht sich die Wilde Jagd nämlich einen neuen Herrn.

Nach kurzer Reise erreichen die Serpentianer den Dunklen Tann. Dort findet Fianna einen kleinen geheimen See, wo die verbliebenen Jägerinnen baden. Nach einem kurzen Zwischenfall mit Gwy erfährt Fianna, dass die Jägerinnen sich vor Lafarr und den männlichen Jägern verstecken müssen. Wenn jedoch ihre Herrin wieder da wäre, würden sie mit dem Lord schon aufräumen.

Schließlich erreichen sie Lafarrs riesigen Turm, an dem immer noch gebaut wird. An verschiedenen Sparren des Turms baumeln die Erdkönige. Offenbar plant Lafarr, mit dem Turm die Wilde Jagd anzulocken. Die Erdkönige möchte er als Beute anbieten, um Herr der Wilden Jagd zu werden. Daher braucht er auch das Schwarzeisen, denn ansonsten kann man die Erdkönige nicht jagen. Den Turm braucht er, um mit einem Erntefest die Wilde Jagd anzulocken.

Außer Lafarr haben noch andere vor, Herr der Wilden Jagd zu werden: Sir Bolurg, der Flusswal, bietet den Schwarzen Hai; Chantier, ein Pixiekrieger, bietet Ignacia Prima, eine Funkin; Lady Eivlin von der Weide, eine Weidenelfe, bietet Colin McCreedy, den verlaufenen US-Marine; Suventria, eine Blutrosenelfe, bietet ihren Geliebten Aturean, einen Nebelrosenelf; Heinrich Span, ein Kupferzwerg, bietet als Jagdbeute Igor den Versenker (von dem er hofft, dass der noch auftaucht); und Sir Valistide, ein Silberelf, bietet die deSolleur-Zwillinge, die er irgendwo auf ihrer Queste eingefangen hat.

Aber die Zwillinge werden befreit. Paddy gelingt es, herauszufinden, welchen Preis die Schwarzzwerge für die Waffen aus Schwarzeisen verlangt haben: Einst lebten die Schwarzzwerge in der Ersten Binge, wurden aber von einem Drachen vertrieben. Lafarr hat versprochen, die Wilde Jagd zu benutzen, um den Drachen zu vertreiben. Paddy überzeugt die Schwarzzwerge, dass Lafarr es in Wirklichkeit auf die Reichtümer der Ersten Binge abgesehen hat, und die Zwerge ziehen sich mit ihren Waffen zurück.

Darüber hinaus findet Fianna das Gefängnis der Herrin der Jagd in Lafarrs Haus und lässt sie frei. Daraufhin sammelt die Herrin ihre Jäger und fällt voller Zorn über Lafarr, die männlichen Jägerelfen und alle männlichen Gäste her. Fianna schließt sich der Jagd an, die Lafarr und viele andere erschlägt. Der riesige Turm kommt ins Wanken und stürzt ein, die Wilde Jagd taucht auf und ernennt Sir Bolurg, den Flusswal, zum neuen Jäger, und die Sklaven, die an dem Turm gearbeitet haben, erheben sich gegen ihre Aufseher.

Nach einigen blutigen und chaotischen Tagen kehrt wieder Ruhe in den Dunklen Tann ein. Die Erdkönige sind frei und werden ihren eigenen Weg zurück in ihre Höhle finden, die befreiten Sklaven werden versuchen, wieder nach Hause zu kommen, und die Herrin der Jagd herrscht wieder im Dunklen Tann.

Fianna beschließt, für die nächste Zeit hier zu bleiben. Sie hat ihre Entscheidung getroffen und wird Kriegerin sein stattt Hausfrau und Mutter.

Comments

Marganma

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