Serpentia

Frühling 1194 - Bundleben

Während alle anderen Magier außer Alkmene unterwegs sind, wird Bernward ein Gast gemeldet, der in der Karawanenstation angekommen ist. Der junge Bonisagus geht, um sich mit ihm zu unterhalten, und stellt fest, daß der schwarzhäutige Fremde ein Verditius aus Ägypten ist. Sein Name lautet Ramitep, und er stammt aus dem verloren geglaubten Bund Thetis, in dem auch Amaket ausgebildet wurde. Auf den Spuren dieses Magiers befindet sich nun auch Ramitep: Er hat viel von dem Ex Miscellania gehört und möchte sich nun gern in dem Bund niederlassen, in dem dieser gelebt hat.
Da Bernward das nicht allein entscheiden möchte, lädt er den Verditius zunächst als Gast ein, bis die anderen Magier wieder zurück sind.

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Nachdem alle Reisenden wieder im Bund angekommen sind, werden die noch verschlossenen Türen von Sir Quintus mit dem goldenen Schlüssel geöffnet.
Im sechsten Stock finden sie die Labore von Amaket und ‘Torix. Amaket hat seine Räumlichkeit im Stil der ägyptischen Pyramiden gestaltet, und auch seine Aufzeichnungen sind in ägyptischen Hieroglyphen niedergeschrieben. Da erweist sich die Ankunft von Ramitep als unerwarteter Segen, denn der Verditius vermag diese Schrift zu lesen und zu übersetzen. ‘Torix´ Labor ist dagegen eher spartanisch eingerichtet und scheint auf die Vernichtung und Bekämpfung von Dämonen ausgelegt worden zu sein.
Der einzige Raum ist siebten Stock ist Maeves riesiges Labor. Dort hat sie sich auch in Drachenform aufgehalten, wovon ein riesiges Tor in der Westwand zeugt. Darüber liegt ein Raum, der als „Kammer der Sicht“ bezeichnet wird. In den Boden ist ein Mosaik eingelegt, das Europa zeigt. An manchen Stellen sind Bünde eingetragen, oder arkane Verbindungen in Kästchen niedergelegt.
Auch unten im Keller können die letzten zwei Türen geöffnet werden: Die eine führt, wie zu erwarten war, zu den Hermesportalen des Bundes. Es gibt insgesamt zehn, drei davon sind zerstört. Die Tore nach Al-Arama, Sardonyx, Caverna Umbrarum Saltandarum, Solis Defectio und Maeror können sofort identifiziert werden, die Zielorte der letzten beiden bleiben fürs erste unklar.
Die andere Tür scheint in ein größeres Höhlensystem unter dem Bund zu führen. Bevor man jedoch dorthin kommt, gibt es noch einen kleinen fünfeckigen Nebenraum. Jede der Wände ist mit einer angedeuteten Tür geschmückt, außer der, die in den Raum führt. Über den Türen sind verschiedene Symbole angebracht: Eine Krähe, ein Fuchs, ein Löwe und ein Ochse. Über dem Eingang ist ein Drache zu sehen.
Die Kellertüren werden zunächst wieder verschlossen. Genauere Nachforschungen verschieben die Magier auf später.
Bei Maeves Aufzeichnungen findet sich auch ein Ritual, daß im letzten Eintrag in den Annalen schon erwähnt wurde. Crenna berichtete davon, daß ‘Torix einer infernalen Verschwörung auf die Spur gekommen sei, die aber unter einem Zauber steht: Jeglicher Verdacht, der gegen die Verschwörer geäußert wird, erscheint sofort völlig unglaubwürdig. Um dem entgegenzuwirken, haben ‘Torix und der Schutzengel des Bundes mehrere Abenteuer bestanden, bis sie ein Rego-Mentem-Ritual entdeckten, das den Effekt des Zaubers aufhebt. Nachdem die alten Magier von Serpentia damals dieses Ritual auf sich gewirkt hatten, waren sie zu ihrem unbekannten Ziel aufgebrochen – und nicht zurückgekehrt.
Maeve hat nun die Wahrheit über ihr letztes Ziel in einem Brief niedergelegt, warnt aber davor, ihn ohne den Schutz des Rituals zu lesen. Da die Magier sich noch nicht ganz sicher sind, was sie damit anfangen sollen, wird auch Maeves Labor zunächst wieder verschlossen.

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Ramitep wird als Teilmitglied in den Bund aufgenommen. Er macht sich sofort daran, Amakets Laboraufzeichnungen, die nur er lesen kann, zu ordnen. Auch die anderen Magier sind nicht untätig: Andrew und Dáirine schreiben Bücher, während Llwellyn, Nakatia und Alkmene diverse magische Effekte erforschen. Dabei untersucht Llwellyn Sir Quintus, der sich ja durch den Genuß des „Erkältungstrankes“ erheblich verändert hat. Kein Wunder – bei dem Trank handelte es sich wohl um Drachenblut…
Nakatia erforscht den Riesenstärketrank aus dem Schloß der menschenfressenden Riesen, während sich Alkmene mit dem Heiltrank der alten Frau aus dem irischen Grauweiler beschäftigt.

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Dáirine drängt Frederik, sich einmal mit den Grogs Iolo, Raphael und Peregrina zu unterhalten. Diese führen nämlich den Beinamen al-Azaed, obwohl sie keine Araber sind. Auf Dáirines Fragen hin hat Iolo schon früher erklärt, daß sie diesen Namen zu Ehren eines Mannes tragen, der ihnen einmal sehr geholfen hat.
Widerstrebend kommt Frederik Dáirines Aufforderung nach. Als er jedoch Iolo erzählt, daß er als Kind vor 36 Jahren in einem Kloster in Deutschland von Abbas Ibn Usama abgegeben wurde, wird der Grog sehr bleich – denn er kennt die ganze Wahrheit hinter dieser Geschichte. So berichtet er nun, daß er und die beiden anderen lange Zeit als Sklaven in jener infernalen Regio bei Schwarzenbruck dienen mußten. Sie kannten Tabor al-Azaed, der dort als Gefangener gehalten wurde, da die Herren der Regio seine Geheimnisse zu erfahren wünschten. Er war es, der Mitleid mit den dreien hatte und sie unter seinen persönlichen Schutz nahm. Seine Tochter Nicola verliebte sich kurz nach ihrer Gefangennahme in Raphaels Bruder Mark – eine Liebe, die sie im Herrschaftsbereich von Charnas natürlich geheimhalten mußten. Dies gelang auch eine Weile, aber dann wurde Nicola schwanger. Als die Teufelspriester davon erfuhren, ließen sie Mark grausam vor den Augen seiner Geliebten hinrichten – Nicola jedoch sollte am Leben bleiben, bis sie ihr Kind geboren hatte. Auch danach sollte sie leben, um mit anzusehen, wie ihr Sohn oder ihre Tochter ein treuer Untertan des Charnas würde.
Aber gerade während ihrer Niederkunft kam Abbas Ibn Usama in die Regio, um seinen alten Freund Tabor aus den Klauen der Diabolisten zu retten. Dies gelang ihm zwar nicht, da er entdeckt wurde, aber bei seiner Flucht konnte er Nicolas neugeborenen Sohn mitnehmen. Das einzige, was die Mutter ihrem Kind noch mitgeben konnte, war ein Amulett in der Form eines silbernen Löwen…
Nicola starb kurz nach der Geburt. Tabor blieb allein zurück und verweigerte sich den Mächten Charnas noch immer. Schließlich, viele Jahre später, kehrte Abbas zurück. Aber wieder hatten seine Pläne keinen Erfolg: Tabor starb bei dem erneuten Rettungsversuch, und Abbas selbst wurde wohl gezwungen, einen Pakt mit Charnas einzugehen. Iolo weiß nicht genau, was mit ihm geschah, aber er verließ die Regio mit einem freundlichen Abschiedsgruß des Hohepriesters. Sogar die drei Sklaven Iolo, Raphael und Peregrina durfte er mitnehmen. In Arabien angekommen, ließ er die drei frei. Sie gerieten allerdings schnell wieder in Gefangenschaft und Sklaverei, bis sie von einigen Serpentianern befreit wurden…

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Marganma

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