Serpentia

Frühling 1197 - Bundleben

Anfang Frühling ist Raissan, der Geisterbeschwörer, wieder zu Besuch im Bund. Dort hat er eine Unterredung mit seiner Tochter Selnur, die nicht weiß, was sie aus ihrem Leben machen soll. Sie will nicht unbedingt in die Fußstapfen ihrer Mutter Zaida treten und sich um die Kinder des Bundes kümmern. Allerdings fällt ihr nichts anderes ein, was sie machen können. Raissan bietet ihr an, seinen schwarzen Pegasus zu nehmen und nach ihrer Bestimmung suchen zu gehen. Daraufhin schwingt sich die junge Frau sofort auf den Rücken des Tieres, läßt schöne Grüße an ihre Familie ausrichten und erklärt, wenn sie nicht sofort gehen würde, würde sie wohl nie gehen. Dann gibt sie dem Pegasus die Sporen und reitet davon. Raissan bleibt verdattert zurück, um Zaida die Nachricht zu überbringen, daß ihre Tochter den Bund verlassen hat…

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Justus, der älteste Sohn von Sir Quintus, hat nach längerer Überlegung beschlossen, Baumeister zu werden. Er wird in Damaskus bei einem älteren jüdischen Baumeister in die Lehre gegeben.

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Alkmene bekommt von Sir Quintus die Harfe „Meister Magniman“ zurück, die sie aus dem Zwergenreich mitgebracht haben. Sie und Hugo geben sich nun Abend für Abend den wunderschönen Harfenklängen hin, die so viel Gram und Trauer erzeugen. Als Ramitep von Sir Quintus gebeten wird, ein wenig nach Alkmene und der Harfe zu schauen, verfällt auch er ihrem Lied, und so kann man es einige Abende lang durch die Magieretage wehen hören. Auch Andrew und Rhys erliegen ihrem Zauber und verfallen in eine tiefe Depression. Das geht soweit, daß Rhys sich mit vier Krügen Whisky fast zu Tode säuft. Nachdem ihn seine Frau auf der Krankenstation abgeliefert hat und er glücklicherweise ausgenüchtert werden kann, belegt er das gesamte Infirmarium mit einem Trunkenheitszauber. Daraufhin wird er von Benjamin und Deborah rausgeworfen und verkriecht sich prompt unter seinem Bett.
Als Sir Quintus von diesen Auswirkungen der Harfe erfährt, trifft er eine Entscheidung: Entschlossen stapft er in Ramiteps Labor und bemächtigt sich des verfluchten Instruments. Dann bringt er es in einen leerstehenden Raum und verschließt diesen mit einem seiner Schlüssel. Dennoch dauert es ein paar Wochen, bis die Depressionen, die ihr Lied hervorgerufen hat, wieder verschwinden….

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Eines Abends klopft Cedric, der Sohn des Schmiedes, an Rhys` Tür. Er will den Magier um die Hand seiner ältesten Tochter Sine bitten. Nach einem längeren Gespräch stimmt Rhys zu. Die Hochzeit soll Ende Sommer angemessen gefeiert werden.

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Mitte Frühling trifft eine Nachricht von Octena ein, daß sie in den nächsten Wochen nach Serpentia kommen wird, um sich mit Omar al-Azaed zu treffen. Die beiden wollen über den Besitz mehrerer magischer Gegenstände verhandeln, die ursprünglich den al-Azaeds gehörten, aber von Octena und ihren Bundgenossen bei der Gründung von Oliphant mit übernommen wurden.
Als Octena ankommt, hat sie mehrere gute Argumente, warum der Orden des Hermes es sich nicht erlauben kann, von den ansässigen Magiern herumgeschubst zu werden, die Frederik und Dáirine sehr nachdenklich stimmen. Nach einigen Diskussionen kommt die Idee auf, eine Art Vertrag mit den Djinnbeschwörern zu schließen, um in Zukunft Streitigkeiten zu vermeiden oder nach dem Vertrag richten zu können. Da trifft es sich gut, daß zu dieser Zeit der junge Quaesitor Fortis wieder zu Besuch in Serpentia ist. Er hält sehr viel von dieser Idee und benutzt die Hermesportale, um noch vor der Unterredung zwischen Omar und Octena möglichst viel Zustimmung für einen solchen Vertrag zu erhalten. Tatsächlich ist Dolus Inveniat, der Quaesitor aus Alvarro, Interrogeos Nachfolger, recht angetan davon. Er schickt Fortis zurück, damit dieser die Vorverhandlungen mit Hassan al-Azaed, dem Oberhaupt der damaszenischen Djinnbeschwörer, führt.
Omar und Octena treffen sich in einem kleinen Gasthaus, ein gutes Stück von Serpentia entfehrnt. Frederik und Dáirine werden als Vermittler ebenfalls dabeisein. Nach anfänglichen Umstimmigkeiten laufen die Verhandlungen auch recht gut, da sich beide Parteien tatsächlich über die Verteilung des Hauptartefakts – offensichtlich einer der Spiegel – einigen können: Er soll in Octenas Besitz verbleiben. Kurz nachdem dieser Punkt geklärt ist, verläßt Octena die Schenke für eine Weile und kehrt beunruhigt zurück, will sich aber nicht darüber äußern, was los ist.
Ein wenig später sehen die Grogs, die draußen warten, einen hellen Streif am Horizont, der genau auf die kleine Schenke zuschießt. Sie warnen die Magier, die die Hütte verlassen. Gerade noch rechtzeitig: Ein riesiger Feuerball schlägt direkt in den Hauptraum ein. Aus dem brennenden Gebäude formt sich eine menschliche Feuergestalt und brüllt Octena zu, ihr Plan wäre nicht aufgegangen: Sein Herr und Meister hätte sich des Spiegels bemächtigt! Danach versucht er, die versammelten Magier zu töten, kann vorher jedoch mit vereinten Kräften vernichtet werden. Dabei kommt es allerdings zu etlichen Verletzten unter den Grogs, darunter auch Alen, der schwere Brandwunden davonträgt.
Nachdem die Verletzten versorgt worden sind, gehen die Verhandlungen weiter. Dabei stellt sich heraus, daß beide Parteien gewisse Maßnahmen getroffen hatten, für den Fall, daß die Gespräche sich als nutzlos erweisen sollten. Octena hatte mehrere Bewaffnete unter dem Kommando von Tenebros Ex Miscellania in dem Diamantspiegel stehen – offenbar sind diese jetzt alle tot. Es ist anzunehmen, daß der „Herr und Meister“ des vernichteten Feuerdjinns niemand anderer ist als Abbas Ibn Usama.
Trotz dieses unangenehmen Zwischenfalls werden die Verhandlungen erfolgreich weitergeführt, und nach mehreren Tagen haben Octena und Omar einen Kompromiß erreicht, der beiden Parteien akzeptabel erscheint.
Kurz nach dieser Entscheidung statten Dáirine, Frederik und Fortis Hassan al-Azaed einen Besuch ab. Der alte Djinnbeschwörer ist der Idee eines Vertrags nicht abgeneigt und verspricht, mit einigen anderen wichtigen Magiern seiner Zunft darüber zu sprechen…

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Dáirine erhält einen längeren Brief aus Irland. Dort ist die schreckliche Seuche langsam abgeklungen, sodaß die Quarantäne aufgehoben wurde. Statt dessen scheint sie sich jetzt nach England zu bewegen.
Floryn Ex Merinita, der Princeps des Bundes, in dem Dáirine ausgebildet wurde, berichtet, daß die Seuche wohl von Ex Cinis ausging und von dort aus durch einen Mercere weiter übertragen wurde. Von Ex Cinis ist nichts näheres bekannt – bisher hat sich noch niemand dorthin gewagt.
Unter den Opfern der Seuche ist bedauerlicherweise auch Dáirines Lehrmeister Caoinlean. Er starb im letzten Winter. Ansonsten sind die Llwellyns allerdings größtenteils verschont geblieben – Dáirines Mutter ist wohlauf.

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Moran NicLochlann bringt Ende Frühling zwei gesunde Töchter zur Welt, Tamina und Davina. Der Vater der beiden Mädchen ist unbekannt.

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Amin, der Captain der Grogs, hat seinen Neffen Marek in den Bund geholt. Er möchte ihn als seinen Nachfolger ausbilden, da er selber langsam zu alt für seinen Posten wird. Der Rat des Bundes stimmt zu.

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Frederik erforscht die Katakomben unter Serpentia. Er stellt fest, daß es unmöglich ist, eine Karte anzufertigen, da sich die Gänge immer wieder verändern. Als Vorsichtsmaßnahme, um sich nicht zu verirren, benutzt er einen Faden, der ihn wieder zurück zum Bund führen wird. Eines Tages findet er ein silbernes Glöckchen, das an diesen Faden gebunden wurde. Es ist leicht magisch, läßt aber sonst keine Aufschlüsse auf seinen Herkunftsort zu.

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Andrew öffnet seinen Lehrlingen die Kunst Muto. Dáirine braut drei magische Tränke, die die Haut eines Menschen so hart wie die eines Bären werden lassen. Bernward widmet sich seinem Lehrling Kathleen, der er die Grundzüge der Magischen Theorie erklärt.

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Auf dem Rückweg von einem Besuch im Feenwald finden Ruairigh und Dáirine eine riesige Blütenknospe. Sie nehmen sie mit, und einige Tage später öffnet sie sich. Inmitten der Blüte liegt ein kleiner, neugeboren erscheinender Junge. Nach einiger Überlegung holt Dáirine Rhys, damit der durch Magie feststellt, ob das Kind einen Verwandten im Bund hat. Es stellt sich heraus, daß der Junge wohl Gwyns Sohn mit der Fee Lucrezia sein muß. Freudig nimmt der Lehrling sein Kind bei sich auf und gibt ihm den Namen Floryn Ruairigh.

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Marganma

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