Serpentia

Frühling und Sommer 1193 - Bundleben

Frühling 1193

Llwellyn beginnt, einen Pilum of Fire in seinen Stab zu zaubern.
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Frederik kommt gerade noch rechtzeitig zurück, um die Geburt seiner Tochter Sarah Ann mitzuerleben.
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Quintus bekommt die Nachricht, schnellstmöglich nach Damaskus zu kommen: Etwas sei bei Aladin geschehen.
In der Stadt angekommen, erfährt der Ritter, daß Aladins dritte Frau Damayanti ermordet worden ist, von einem seltsamen Wesen mit Klauen. Aladin selbst ist seit dieser Nacht verschwunden, und mit ihm sein Schatz.
Quintus findet heraus, daß sich nachts drei Gestalten in Aladins Haus geschlichen und seine Frau getötet haben. Die Gestalten waren offensichtlich dämonisch und konnten durch ihre physische Schönheit Charnas zugeordnet werden. Nach dem Mord sind die Infernalen geflohen. Aladin, völlig verstört vom Verlust seiner Lieblingsfrau, ist ihnen wahrscheinlich gefolgt, nachdem er sein gesamtes Geld irgendwo versteckt hat.
Um herauszufinden, warum Damayanti ermordet wurde, ruft Quintus Llwellyn herbei. Dieser versucht, ihren Geist zu beschwören. Dabei geschieht etwas sehr merkwürdiges: Es erscheint ein Geist, aber nicht der von Aladins Frau, sondern der von Rougen MacBaal – jenem Grog, der vor langer Zeit wegen Dämonismus hingerichtet wurde. Er lächelt Llwellyn freundlich an, läßt schöne Grüße an Henry bestellen, und verschwindet dann wieder…
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Hélène stellt fest, daß eine der Grogas, Zelienne, von einem Schutzengel begleitet wird. Da auch sie selbst in der Lage ist, mit ihrem eigenen Engel zu sprechen, unterhält sie sich eine Weile mit der gleichaltrigen Groga. Dabei findet sie heraus, daß es auch in Serpentia früher einen Schutzengel gegeben haben muß, der aber zusammen mit den Magiern verschwunden zu sein scheint. Sie beschließt, nach ihm zu suchen, wenn sie auch zunächst nicht weiß, wo sie anfangen soll…

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Noch ein anderer Vorfall beschäftigt Hélène: Als einige Grogs dabei waren, Zielübungen im Hof zu veranstalten, wurde dabei auch auf eine Krähe geschossen. Eine der Grogas, Immacolata, protestierte heftig dagegen und schien nach dem (verfehlten) Schuß unter Schmerzen zu leiden. Was genau los war, konnte sie nicht sagen, aber Hélène hatte den Eindruck, daß ihr Schweigen nicht freiwillig war. Als die junge Frau nun versuchte, mit der Krähe selbst zu sprechen, warnte sie ihr Schutzengel, daß dies zu gefährlich wäre.
Daraufhin unterrichtete Hélène Andrew von diesen Ereignissen. Nach einer Bundsitzung sprachen mehrere Magier mit Immacolata. Unter äußerster Selbstbeherrschung erklärte die Kämpferin, die Krähe wäre sehr gefährlich, aber sie könne sicherstellen, daß sich von ihr aus nichts Böses gegen den Bund richten könne. Der Einfluß der Krähe auf Immacolata wurde nicht genau geklärt, aber Schmerzen schienen ihr tatsächlich zu helfen, damit fertigzuwerden….
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Eines Abends, als Andrew gerade an dem Gemach vorbeigeht, in dem sich Aladins Töchter und Lehrlinge Sheherazade und Alta aufhalten, hört er ein Gespräch mit, in dem die beiden mehrere Sigille erwähnen, die er selbst noch aus seiner Lehrzeit kennt: Dämonische Sigille. Daraufhin werden die beiden Mädchen vom Rat befragt, und es stellt sich heraus, daß Aladin – wohl durch den Einfluß seiner Frau Damayanti – zum Teufelsanbeter geworden war, der seine Töchter in finsteren Ritualen mißbraucht hatte. Sofort wird ein entsprechender Brief an Honoria, die Quaesitorin, entsandt.
Diese entdeckt in Aladins Labor in Damaskus und bei der Befragung der beiden Mädchen eindeutige Hinweise dafür, daß der Bjornaer sich mit den Mächten der Hölle eingelassen hat, und erklärt ihm den Iter Magorum.
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Bei der Herberge taucht Neneh auf und übergibt Sir Quintus einen dreizehnjährigen Jungen: Dieser ist offenbar zwischen die Fronten zweier verfeindeter Diebessippen geraten und muß nun aus Damaskus verschwinden. Sir Quintus gewährt Salim, so sein Name, Asyl in Serpentia.
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Anfang Frühling sind Sir Lucien und sein Knappe Richard in den Feenwald aufgebrochen. Zwei Monate später sind sie immer noch nicht wieder aufgetaucht, und Andrew beginnt langsam, sich Sorgen um seinen Sohn zu machen…
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Alkmene bittet um die Aufnahme in den Bund, die ihr auch gewährt wird. Damit sie auch offiziell eine Ex Miscellania wird, schreibt Llwellyn an Cad Gadu, daß er die „Heckenmagierin“ gerne in den Orden aufnehmen würde. Dies wird erlaubt, vorausgesetzt, er erklärt sich zu ihrem „Lehrmeister“. Dies tut Llwellyn sehr gerne, denn so erfüllt er nun eine der Bedingungen, um ein Erzmagus zu werden: Er hat einen Lehrling ausgebildet….
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Raimond von Tripolis kehrt nach langer Reise nach Damaskus zurück. Schon kurz danach besucht er Serpentia und berichtet, was ihm geschehen ist: Er und Terminus´ Tochter Moran waren auf der Suche nach einem magischen Kristall. Sie fanden ihn schließlich auf einer verborgenen Insel vor der Küste von Tripolis in Nordafrika, in dem Grab eines alten merkurianischen Magiers. Auf der Reise über das Meer wurden sie von Hermetikern aus dem Bund Corona Fortunata begleitet, die Raimond als ziemlich paranoid und unfreundlich beschreibt. Als der Kristall gefunden wurde, ging all seine Macht auf Raimond über, dessen magisches Potential dadurch stark angestiegen ist. Unglücklicherweise ging Moran während eines Sturms in der Regio, in der sich das Grab befand, verloren. Allerdings ist der ehemalige Graf von Tripolis ziemlich sicher, daß sie schon irgendwo wieder auftauchen wird.
Da er nun sehr viel mehr Magie in sich spürt als früher, bittet Raimond, in Serpentia bleiben zu dürfen, um dort die Unterlagen über Djinnbeschwörung zu studieren. Dies wird ihm auch gestattet.
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Cavallo kommt wieder einmal vorbei. Er hat eine Anfrage von der Praeca Spes: Soll das Tribunal von 1194 im Frühling abgehalten werden, wie es traditionell der Fall wäre, oder erst im Winter? Letzteres hätte den Vorteil, daß die Repräsentanten der Levante direkt danach zum Großen Tribunal in Durenmar aufbrechen könnten. Da dies sinnvoll erscheint, sprechen sich die Serpentianer dafür aus.
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Sommer 1193

Nachdem Andrew in Caverna Umbrarum Saltandarum den Hinweis bekommen hat, daß der spanische Flambeau Herimano einen ähnlichen Zwielicht-Effekt aufweist wie er selbst – weißleuchtende Augen in der Nähe von starker Magie – , hat er sich darum bemüht, mit diesem Mann in Kontakt zu kommen. Tatsächlich erhält er eine Antwort auf seinen entsprechenden Brief: Offenbar war Herimano gerade unterwegs nach Val Negra gewesen, als er ins Zwielicht flog und später an seinem Geburtsort wieder zu sich kam. Er hat sich daraufhin ein wenig umgehört und herausgefunden, daß das Phänomen der weißleuchtenden Augen auch noch andere Leute betroffen hat, die aber nun größtenteils im Letzten Zwielicht sind. Außerdem wiederholt sich die seltsame Erfahrung alle zwei Jahre wieder.
Mit Herimanos Brief bringt Cavallo auch ein Schreiben vom Domus Magna Criamon mit, das Andrew ebenfalls vor einer Wiederholung des Zwielichts warnt. Es wäre möglich, daß etwas ihn in seinen Bann ziehen will; der einzige Schutz davor sei es, sich nicht allzu intensiv in die magische Forschung zu stürzen.
Andrew teilt dies alles den anderen mit. Da sich der Zeitpunkt seines Zwielichts bald zum zweiten Mal jähren wird, bittet er sie, ein wenig aufzupassen.
Tatsächlich passiert nur wenige Tage später etwas: Andrew bricht in seinem Labor unvermittelt zusammen und beginnt, wieder das weiße Leuchten abzustrahlen. Währenddessen taucht eine riesige Menge magischer Tiere (wohl aus dem Feenwald) beim Bund auf und beginnt, gegen die Aegis anzulaufen. Nach dem Grund gefragt, behaupten sie, sie würden „gerufen“. Die Magier vermuten, daß es Andrews merkwürdiger Zustand ist, der die Tiere hierhergebracht hat, und so tragen sie ihn aus dem Schutz der Aegis heraus.
Als das erste der magischen Tiere den Körper des Jerbiton berührt, gibt es eine lautlose, blendende Explosion und das Licht erfaßt auch Nicodemus, Cyriano und Friedrich, die nun ebenfalls zusammenbrechen. Aus ihren Körpern und auch aus Terminus´ Labor brechen intensive weiße Lichtstrahlen hervor, die sich über dem Bund zu einer großen weißen Sphäre bündeln. Die Tiere beginnen, diese Strahlen zu erklimmen und in der Sphäre zu verschwinden.
Während Llwellyn, Dáirine und Bernward noch ein wenig ratlos herumstehen, kommt Gerwald zu ihnen und erklärt (unter etlichen Beleidigungen), sie sollten dafür sorgen, daß das Phänomen aufhört. Auch Peter, der sich später hinzugesellt, scheint dieser Ansicht zu sein. Er bietet auch die Lösung, als er eine seiner kleinen Linsen zeigt: Llwellyn erschafft unter der Sphäre eine riesige Linse aus Luft, die die Strahlen zerstreut.
Als die Spähre kollabiert, bricht auch das Leuchten im Bund wieder ab. Die Tiere sind mittlerweile alle verschwunden, und langsam kommen Nicodemus, Cyriano und Friedrich wieder zu sich. Nur Andrew bleibt noch in seinem Zustand gefangen, wenn auch das Leuchten bei ihm deutlich schwächer geworden ist.
Die Betroffenen haben sich wieder auf jener weißen Ebene befunden. Es ist ziemlich schwierig, sich dort zu orientieren, aber Nicodemus scheint damit weniger Schwierigkeiten zu haben als der Rest. Es gelingt ihm sogar, Kontakt zu Andrew aufzunehmen, bevor er wieder in seinen Körper zurückgeschleudert wird. Außer den Serpentianern scheinen sich dort noch andere, fremdartige Intelligenzen aufzuhalten…
Erst am nächsten Nachmittag kommt Andrew wieder zu sich. Er kann sich an seinen Aufenthalt auf der weißen Ebene erinnern, jedoch nicht an das, was im Bund geschehen ist. Immerhin scheint das erneute Zwielicht keine weiteren Spuren an seinem Körper oder seinem Geist hinterlassen zu haben.
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Dáirine feiert in Irland ihre Hochzeit mit Ruairigh von Grünweiler. Es ist eine recht große Hochzeitsgesellschaft: Dáirines sterbliche Familie, ihr feeischer Vater mit ein paar Freunden, das Dorf Grünweiler und auch ihr Lehrmeister sind anwesend.
Nach der Feier verbringt das frischvermählte Paar noch ein paar Tage in Caefloron, dem Bund, in dem Dáirine ausgebildet wurde, bevor sie beide nach Serpentia reisen. Ruairigh geht es während der Reise nicht sehr gut: Er wird leicht seekrank und scheint Irland ziemlich zu vermissen.
Zurück im Bund beschwert sich Llwellyn erst einmal, daß er nicht zur Hochzeitfeier eingeladen wurde, weswegen die nun nachgeholt werden muß. Danach begibt sich Dáirine schweren Herzens in den Feenwald, um Sir Bealach von ihrer Heirat zu unterrichten. Der Feenritter ist ziemlich erzürnt, hauptsächlich darüber, daß das ganze so unvermittelt kam. Auch Fionnuala ist nicht sonderlich angetan von Dáirines Verhalten – so wird sie von nun an als den Gemeinen und nicht den Edlen zugehörig betrachtet…
Nadrach hingegen, der andere Bewerber, nimmt die Niederlage gelassener hin und wünscht der jungen Merinita viel Glück in ihrer Ehe. Dabei erwähnt er, daß er einen Cousin hier in der Gegend hat.
Als nächstes muß Dáirine noch Helios, den Flambeau aus Vista Maris, verständigen, daß sie nun doch vergeben ist. Kaum hat sie jedoch ihren Brief abgeschickt, als ein Schreiben aus der Provence ankommt. Offenbar hat Helios es schon losgesandt, bevor er ihren Brief erhalten hatte. Er berichtet, daß Luna Argus endlich einmal die Stirn gezeigt habe und nun einen Lehrling ausbilden dürfe. Ob vielleicht Serpentia einen übrig hat…?
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Llwellyn beendet die Verzauberung seines Stabes. Andrew öffnet seinen Lehrlingen die Kunst Imaginem, wobei er sich besonders Padraig widmet, da dessen Talente ohnehin schon in diese Richtung gehen.
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Eines Tages taucht in der Herberge ein seltsamer Fremder auf: Ein gelbhäutiger Mann mit kahlgeschorenem Kopf und merkwürdigen mandelförmigen Augen. Er ist unterwegs ins Tal, und es gelingt ihm auch, an den Wachen irgendwie vorbeizukommen. Den Magiern stellt er sich als Lin Chou Yüan vor. Er kommt aus dem Fernen Osten und kennt sich gut mit magischen Kraftlinien und Bergen aus. Da kein zwingender Grund dagegenzusprechen scheint, darf er in Serpentia bleiben.
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Mitte Sommer – nur kurze Zeit nach Dáirines Rückkehr – trifft Besuch in Serpentia ein: Llwellyns Lehrmeister Dieuog hatte beschlossen, wieder einmal bei seinem Filius vorbeizuschauen. Auch Caoinlean, Dáirines Lehrmeister, reist mit ihm. In Ravenglas in England waren die beiden auf Geraint, einen alten Bekannten von Andrew, gestoßen, der sich ihnen angeschlossen hat, genau wie später Otto von Ansbach, Frederiks Lehrmeister und Ursula, Bernwards Mutter. In der Levante kam dann noch Anette de Paris, Nakatias Mater, dazu.
Die Reisegesellschaft bringt einen ganzen Wagen mit alkoholischen Getränken mit sich: Irischer Llwellyn-Whisky, Ravenglas Ale, Hermesbräu und der Criamon-Pilzbrand Zerrnachter. Daher gibt es – sehr zu Ursulas Mißfallen – erst einmal ein rauschendes Begrüßungsfest. Vor allem der Zerrnachter steigt den Magiern ziemlich zu Kopf….
In diese lustige Gesellschaft platzt dann auch noch Semper Vincit, der natürlich begeistert mittrinkt. Mit Alkmene versteht er sich zunächst recht gut, bis diese erfährt, daß er ein Tremere ist, was sie völlig verschreckt….
Auf allgemeine Bitte hin erzählt Semper Vincit dann, wie der Schisma-Krieg in der Levante verlief: Die Diedne hatten sich damals in dem Bund Verbena gesammelt, die Ordensmagier waren unter der Führung des damaligen Praeco Marc Anton Ex Tremere in der Nähe zusammengekommen. Lange Zeit belagerten sich die beiden Parteien (lange genug, daß das Ordens-Lager zum Bund ausgebaut wurde, den man dann Salubritas nannte), bis es schließlich zur entscheidenden Schlacht kam, als es den Ordensmagiern endlich gelang, eine Bresche in die Festungmauer zu schlagen. Nur wenige blieben in Salubritas zurück, darunter auch Semper Vincits Lehrmeister Puer, der verwundet worden war.
Die anderen betraten Verbena, wo es heftige Kämpfe gab. Als es schließlich so aussah, als würde die falsche Seite den Sieg davontragen, opferte Katarina Ex Flambeau ihr eigenes Leben, um die Feinde der Levante in einem riesigen Feuerball zu zerstören. Mit dieser entscheidenden Schlacht war der Schisma-Krieg in diesem Tribunal beendet und Frieden kehrte wieder ein.

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Marganma

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