Serpentia

Frühling und Sommer 1195 - Bundleben

Frühling 1195

Frederik und Dáirine sind nach Serpentia zurückgekehrt, während Nakatia und Bernward in Durenmar sind. Der zweite Tag des Großen Tribunals ist ein wunderschöner, milder Frühlingstag, wie man ihn selbst im Tal von Serpentia selten sieht. Zaida und einige andere Frauen beschließen, dieses schöne Wetter auszunutzen, um mit einer größeren Schar Kinder nach Secundus zu gehen – ein Weg, den sie schon öfter gegangen sind und der völlig ungefährlich zu sein scheint. So sind außer der hochschwangeren Zaida noch Joanna, Isabelle de Carason und Maite, beide ebenfalls schwanger, und die Ärztin Deborah nebst den Zofen Aischa, Flavia und Fatima dabei. Dazu kommen dann noch etwa vierzig Kinder im Alter zwischen drei und neun.
Unterwegs kommt es im Gebirge zu einem leichten Erdbeben. Was aber zunächst völlig harmlos erscheint, verursacht kurz darauf eine Katastrophe: Über der Gruppe löst sich eine Erd- und Steinlawine und donnert über den Weg hinweg ins Tal. Es gibt zahlreiche mehr oder weniger schwer Verletzte, und es sind auch Tote zu beklagen: Frederiks kleine Tochter Sarah Ann, Andrews Sohn Rhodri, die kleine Myra Maxima, Alens Sohn Branco, Linnet und Gytha Cobb, der kleine Frederik, Lionels Tochter Ti´Nvega und der kleine Brand. Auch die Zofen Aischa und Flavia sind unter der Lawine begraben worden, sodaß die siebenjährige Nakatia auf einen Schlag nicht nur ihren Bruder Frederik, sondern auch ihre Mutter Aischa verloren hat.
Andrews Pflegetochter Jaira – das letztgeborene Kind der Goldenen Stadt – ist ebenfalls von den Gesteinsmassen begraben worden, wird aber völlig unversehrt in tiefem Schlaf gefunden.
Es gibt mehrere Schwerverletzte, aber besonders kritische Fälle sind Llwellyns Tochter Beatrice, die einen heftigen Asthmaanfall erleidet und nur durch die Magie ihres Vaters überlebt. Die kleine Elsa hat einen Arm verloren. Goreth, der Sohn von Abbas und Daowyn, schwebt lange zwischen Leben und Tod. Selbst nachdem der harte Kampf um sein Überleben gewonnen ist, stellt sich heraus, daß er nie wieder laufen können wird. Isabelles zarte Tochter Jeanne wird sich nie wieder richtig von den schweren Verletzungen erholen.
Voller Schock und Trauer kehren die Betroffenen in den Bund zurück. Dort können sich die meisten der Verletzten erholen und die Toten zwei Tage später beerdigt werden.
Der kleine Alocar ist kurz nach der Rückkehr an einem schweren Fieber erkrankt. Wie es sich herausstellt, hat er seine Heilergabe bei dem Versuch, die tote Sarah Ann wieder zurückzuholen, völlig erschöpft und leidet nun unter den Nachwirkungen. Zwar kann Nakatia die Gabe, die unkontrolliert durch seinen Körper wütet, nach ihrer Rückkehr vom Großen Tribunal wieder in normale Bahnen lenken, aber ein gewisser Schaden bleibt zurück: Genau wie bei seinem Vater hat das Fieber bei Alocar Teile jener magischen Kanäle weggebrannt, die er später zur Ausübung der Kunst Vim brauchen wird….

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Mitte Frühling kommt Zaidas und Frederiks Tochter Fiona Friederike auf die Welt – ein gesundes und hübsches kleines Mädchen.

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Llwellyn extrahiert auch im Frühling Vis für den Langlebigkeitstrank seiner Frau, der im Sommer gebraut werden soll. Auch Ramitep extrahiert Vis, da er im Sommer ein Amulett bauen möchte. Dáirine forscht einen Spruch, und Frederik widmet sich ganz seiner Familie.

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Ende Frühling gibt es noch einen Besuch in Solis Defectio: Die beiden Töchter Aladins, Sheherazade und Alta, brauchen dringend einen neuen Lehrmeister. Beith, die Windbjornaer, ist gern bereit, eine der beiden auszubilden, aber zwei Lehrlinge auf einmal traut sie sich doch nicht zu. So bleibt Sheherazade im kalten Schottland, während Alta zunächst mit nach Serpentia zurückkehrt.
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Sommer 1195

Anfang Sommer wird Andrew wieder einmal von dem Weißen Zwielicht überwältigt. Auch Nicodemus und Friedrich manifestieren jetzt – 25 Monate nach dem letzten Zwischenfall – wieder jenes weiße Leuchten. Die Betroffenen werden außerhalb der Aegis geschafft, wo sich sofort wieder viele Tiere um sie scharen. Erneut entsteht ein weiß leuchtendes Tor, das Llwellyn wieder mit einer Luftlinse zu zerstreuen vermag. Allerdings erfaßt das Phänomen diesmal noch zwei weitere Personen: Paul aus Caverna und Padraig.
Das magische Leuchten scheint auch noch andere Wesen anzuziehen: Nakatia bemerkt, wie aus dem Gebirge etwa ein halbes Dutzend Dämonen auf den Bund zukommt. Als die infernalen Kreaturen allerdings von drei Einheiten Grogs angegriffen werden, zerstreuen sie sich schnell wieder. Nur einer entkommt, die anderen werden von den Kämpfern niedergemacht.
Nachdem das Tor geschlossen ist, wachen alle Betroffenen außer Andrew wieder auf. Auch schon das letzte Mal hat er länger gebraucht als alle anderen, um wieder zu sich zu kommen. Aber kurz nach der Zerstreuung des Tors stellt Frederik fest, daß die Aura des Tals angestiegen ist. Allerdings geht der Anstieg bald zurück. Als Andrew wieder erwacht, ist die Aura auf ihren normalen Stand zurückgekehrt.

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Llwellyn und Andrew brauen im Sommer zusammen mit ihren Söhnen einen Langlebigkeitstrank für Tina, der ihnen sogar sehr gut gelingt. Während der Forschung hat Andrew eine merkwürdige Vision: Er sieht ein Abbild seiner selbst, das vor ihm steht und ihn zunächst freundlich betrachtet. Dann wendet es sich um und blickt auf den Versuchsaufbau, den Andrew gerade überwacht. Plötzlich beginnt die Flüssigkeit in dem dreifachen Sagittarius-Kolben heftig zu blubbern, und bevor der Magier noch eingreifen kann, gibt es eine heftige Explosion. Glasscherben fliegen durch das Labor, und Andrew spürt, wie sich einer davon in sein Auge bohrt, bevor es schwarz um ihn wird.
Er schreckt auf. Offensichtlich ist er bei der Überwachung des Sagittarius-Kolbens eingenickt. Mißtrauisch betracht er nun die ruhige Flüssigkeit und tatsächlich – kurz darauf beginnt sie leicht zu kochen. Schnell nimmt Andrew sie vom Brenner. Bei einer genaueren Überprüfung stellt er tatsächlich eine Fehleinstellung der absteigenden Toleranzschwelle fest, die zu einer heftigen Explosion hätte führen können…

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Auch Ramitep hat Probleme bei seiner Forschung. Zwar wollte er eigentlich ein Schutzamulett gegen Magie bauen, aber irgendetwas geht schief – es gelingt ihm nicht, den Gegenstand korrekt einzustellen. Das Vis und die Zeit sind verschwendet.

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Mitte Sommer kommt Sir Quintus´ und Joannas jüngste Tochter Bianca auf die Welt. Sie ist ein ganz normales kleines Mädchen – wenn man davon absieht, daß sie genauso rote Augen hat wie ihr Vater. Auch ihre Körpertemperatur ist etwas höher als normal. Das Drachenblut scheint nicht nur Sir Quintus zu beeinflußen.

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Auch das Kind von Llwellyns Schwester Maite kommt in diesem Sommer auf die Welt. Es ist wieder ein Mädchen, das siebte, und sie hat die Gabe. Daraufhin beschließt ihr Vater William Cobb, die Kleine Andrew zu nennen, was ihm auch niemand ausreden kann. Immerhin erklärt er, bei dem Namen des nächsten Kindes würde er Maite völlig freie Wahl lassen. Die beschließt, dieses Kind Dáirine zu nennen. Bleibt zu hoffen, daß es kein Junge wird…

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Marganma

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