Serpentia

Geheimnisse im Aifenmoor

Sommer 1199

Padraig, Dáirine, Gordan, Frederik, Sheila, Colleen

Nach der Hochzeit beschließen Gwyn und Farina, zusammen mit Dáirine und ihrer Familie nach Irland zu reisen. Die Merinita hat einige Fragen wegen ihrer kleinen Tochter, die sie gerne Floryn, dem Princeps des Bundes, in dem sie ausgebildet worden ist, stellen würde. Ihr Vater, der auch bei der Hochzeit anwesend war, hat nämlich behauptet, das Kind sei „von den Feen“. Was das genau heißt, konnte er aber auch nicht erklären.
Außerdem hat sie vor einiger Zeit einen Brief von dem Quaesitor Tobias bekommen, bei dem es um die Zerstörung des Bundes Ex Cinis und die Seuche in Irland ging (siehe „Das Seuchenkind“, Kapitel 1). Sie hat sich mit ihm in Caer Floryn verabredet, um genaueres zu besprechen. Außerdem will sie ihre Familie wieder besuchen – schließlich wird ihre Mutter auch nicht jünger, und Dáirine möchte doch ihre Kinder noch mit ihrer Großmutter bekannt machen. Und außerdem sollen Gwyn und Padraig doch einmal das Land kennenlernen, aus dem ein Teil ihrer Vorfahren stammt.
Da Tobias in seinem Brief angekündigt hat, daß er sich um das Aifenmoor kümmern will, ist Colleen sehr daran interessiert, mitzukommen. Auch Frederik schließt sich an. Außerdem kommen natürlich Olf und Sheila mit, genauso wie Ruairigh, Zaida, Sir Lucien, Dáirines Kinder, Frederiks Kinder, Olfs Kinder und noch etliche andere Kinder. Da Olf wahrscheinlich von all diesen Kindern ziemlich in Anspruch genommen sein wird, kommt auch Dáirines Vetter Gordan mit, um bei Bedarf auf sie aufzupassen.
Die ganze Gruppe geht zunächst durch das Hermesportal nach Solis Defectio. Von dort aus geht es mit dem Schiff weiter nach Caer Floryn. Dieser Bund liegt in der Nähe der irischen Nordküste in einer Feenregio. Die Reisegruppe wird freundlich empfangen, vor allem Dáirine, die hier ausgebildet wurde. Der Princeps des Bundes ist Floryn, ein hochgewachsener Merinita mit edlem Elfenblut. Er unterhält sich lange mit Dáirine über die kleine Shannon, die sich hier, in der Feenregio, sehr viel wohler zu fühlen scheint als irgendwo anders. Wie es scheint, gehört sie tatsächlich zu den Feen – möglicherweise durch einen alten Pakt oder etwas ähnliches. Dáirine kann sich nicht erinnern, daß in ihrer Familie ein derartiges Abkommen geschlossen wurde, aber da Ruairighs Vorfahren nicht bekannt sind, könnte es aus dieser Richtung kommen. Schweren Herzens entschließen sich Dáirine und Ruairigh nach langen Überlegungen, Shannon zu ihrem eigenen Besten in Caer Floryn zu lassen, damit sie glücklich und unbeschwert aufwachsen kann. Bevor sie den Bund verlassen und zu den Llwellyns weiterreisen, versichert sich Dáirine noch einmal, daß Mentalia, die ebenfalls in diesem Bund ausgebildet wurde, tatsächlich zum Clan der O´Malleys gehörte – ein Clan, mit dem die Llwellyns schon seit vielen Jahren verfeindet sind.
Nebenher erwähnt Floryn noch, daß Dáirines Vater seines Wissens gar nicht das Recht hat, Leute zu Rittern zu schlagen – es ist ihm nicht ganz klar, ob Ruairigh wirklich ein Ritter ist. Dáirines Ehemann ist darüber nicht ganz unglücklich, da er in diesem Stand sich nie wirklich wohl gefühlt hat.
Bei der Weiterreise werden die Serpentianer von dem Quaesitor Tobias begleitet – genau wie sie will er zum Aifenmoor, um den Geheimnissen des Seuchensargs auf die Spur zu kommen. Er reist nicht allein: Bei ihm befinden sich sein Leibgrog Justin und Parva, eine Zwergin, die für ihn dolmetscht.
Nur wenige Tage nach ihrem Aufbruch von Caer Floryn trifft die Gruppe in Grünweiler ein, Ruairighs Heimatdorf. Dort werden sie freudig empfangen. Grünweiler geht es immer noch sehr gut: Die Menschen sind glücklich, und die Ernten sind reich. Hier erfahren sie, daß es auch in Grauweiler, dem Nachbardorf, das direkt an der Grenze zum Aifenmoor liegt, besser geht. Wie es scheint, erholt sich das Aifenmoor langsam.
Da vor allem Colleen darauf drängt, so schnell wie möglich zum Aifenmoor zu kommen, brechen Dáirine, Gordan, Frederik, Sheila, Padraig und die Ritterin zusammen mit Tobias und Justin schon früh am nächsten Morgen auf. In Grauweiler angekommen, erfahren sie, das vor einigen Wochen einige merkwürdige Italiener ins Aifenmoor gereist sind. Was die Fremden dort wollten, wissen die Dörfler allerdings auch nicht.
Einer der Grauweileraner stellt sich den Serpentianern als Führer zur Verfügung. Weit kommen sie allerdings zunächst nicht – schon in der ersten Nacht wird der Quaesitor Tobias, der die Gruppe begleitet hatte, von einer hochgiftigen Schlange gebissen. Da weder Dáirine noch Frederik ihn heilen können, muss der Führer ihn zurück nach Grauweiler zur alten Kräuterfrau bringen. Er verspricht aber, seinen jüngeren Bruder Colum vorbeizuschicken, damit dieser die Gruppe weiterbringt.
Tatsächlich taucht der Junge auch schon recht bald auf, und die Reise kann weitergehen. Zunächst wird der Aifenmoor immer kränker und toter, je weiter die Gruppe vordringt, was den Weg nicht gerade leicht macht. Immerhin werden sie diesmal nicht von dämonischen oder anderen Kreaturen angegriffen. Und als sie sich am dritten Tag endlich dem Weißdornbaum nähern, stellen die Reisenden fest, daß hier, nahe dem Zentrum, wieder mehr Leben herrscht – gesunde junge Pflanzen wachsen heran, und hin und wieder hört man einen Vogel tschilpen.
Als sich Colleen und die anderen dem Weißdornbaum nähern, sehen sie, daß sich dort eine andere Gruppe niedergelassen hat. Die Zelte dieser Leute stehen allerdings nicht auf der kleinen Insel, auf der der Baum wächst, sondern am Ufer des Sees. Es handelt sich um die Italiener, von denen die Grauweileraner berichtet haben.
Anfängliche Verhandlungen mit den Fremden scheitern, da diese die Serpentianer für Dämonisten zu halten scheinen. Schließlich schlagen Colleen, Frederik und die anderen in Sichtweite der Italiener ein Lager auf, um die anderen im Auge zu behalten. Am Abend werden sie allerdings von zwei Italienern angegriffen: Einer kontrolliert eine zahme Eule, der andere hat ein Schwert, das selbst durch Eisen und Stahl schneidet wie durch Butter. Der Kampf ist verlustreich: Zwar gelingt es den Kämpfern, die Eule und ihren Meister zu erschlagen, aber dabei verliert Frederik sein rechtes Auge. Der andere Italiener erschlägt Gordan, kann aber vertrieben werden.
Angesichts des Toten in ihren eigenen Reihen wollen Dáirine und Frederik nach Grauweiler zurückkehren, wovon weder Padraig noch Colleen sonderlich begeistert sind. Auch Colum, der Führer aus Grauweiler, will nicht umkehren, und verschwindet noch in derselben Nacht, um auf eigene Faust Erkundungen anzustellen.
Da sie Colums Bruder versprochen haben, auf den Jungen aufzupassen, machen sich die Serpentianer notgedrungen auf die Suche nach ihm. Padraig findet ihn schließlich auf der Insel, beim Weißdornbaum selbst. Dort trifft er auch Sir Garth, der immer noch seinen Posten als Wächter des Aifenmoors wahrnimmt. Er kann berichten, daß die Italiener schon seit einigen Wochen dabei sind, Alocars altes Labor auszuschlachten. Sie verfügen anscheinend alle über Zauberkräfte, vor allem eine Frau, die sich in einem der Zelte aufhält. Sie hat es geschafft, mit ihrer Magie den Schutzgeist des Aifenmoors, Gareth Aifeda, in einen Schlaf zu lullen, aus dem er jetzt nicht wieder aufwacht. Allerdings muß sie sich ständig auf diesen Zauber konzentrieren – sie liegt schon seit vielen Tagen in einem totenähnlichen Schlummer.
Aufgrund dieser Informationen beschließen Dáirine und Frederik, zu bleiben und den Kampf mit den Italienern aufzunehmen. Frederik glaubt, daß er in der Lage ist, sich in die Träume der Frau einzuschleichen und dadurch ihre Kontrolle über Gareth Aifeda zu brechen. Wenn der Schutzgeist des Aifenmoors erst einmal wach ist, kann er die anderen beim Kampf gegen die restlichen Italiener helfen.
Der Plan geht auf: Es gelingt Frederik, die Frau aufzuwecken, Dáirine kann den Schwertkämpfer mit einigen Illusionen in ein Sumpfloch locken, in dem er versinkt, und Padraig, Sheila und Colleen gelingt es, die restlichen Italiener gefangen-zunehmen oder zu töten. Als sie sie jedoch befragen wollen, murmelt einer der Männer ein paar merkwürdige Silben und alle Gefangenen sterben augenblicklich. Selbst ihre Geister können nicht mehr befragt werden. Als jedoch die Toten untersucht werden, stellen die Magier fest, daß jeder von ihnen ein zerbrochenes Siegel mit sich herumträgt. Die Siegel sind nicht identisch oder magisch – aber keines davon ist noch intakt.
Immerhin haben die Italiener schon einen Großteil des Labors ausgeräumt und geordnet. Da weder Frederik noch Dáirine rechte Lust haben, jetzt alles durchzuschauen, kehren sie nach Grauweiler zurück, um die Unterlagen Tobias Ex Guernicus zu überlassen. Der hat sich durch die Pflege der alten Kräuterfrau wieder gut erholt und verspricht, alle relevanten Ergebnisse in einem Brief zusammenzufassen und später an die beiden serpentianischen Magier zu schicken. Den magischen Ring, den einer der Italiener bei sich trug, und das Vis nehmen Dáirine und Frederik allerdings mit. Außerdem finden sie bei den Laborunterlagen noch einen Stein mit eingravierten Runen. Später übersetzt ihnen jemand den Text: „Für meine geliebte Sarah.“
Daraufhin verabschiedet sich die ganze Gruppe wieder von Grauweiler und Grünweiler. Sie wollen zu den Llwellyns weiterziehen und endlich Dáirines Mutter besuchen..

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Marganma

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