Serpentia

Goldene Käfer

Sommer 1201

Dáirine, Lin Chou Yüan, Nicola Filius Selin, Carden Ex Miscellanea, Kathy of York, Sir Berengar

Mitten in der Nacht kommen einige Leute durch das Hermesportal nach Caverna in den Bund. Einer davon ist schon bekannt: Nicola, der Lehrling des Primus von Haus Criamon, der schon zu Gwyns Hochzeit in Serpentia war. Er wird von dem Magier Carden Ex Miscellania, dem Ritter Sir Berengar und der jungen Kathy of York begleitet. Die drei Engländer sind auf der Suche nach dem Jungen Martin, Sir Berengars Sohn und Cardens Lehrling. Vor drei Wochen sind merkwürdige goldene Käfer in der kleinen Burg aufgetaucht, in der Carden und Sir Berengar leben, haben sich den Jungen geschnappt und sind davongeflogen. Merkwürdigerweise haben sie sich dabei permanent für ihr schlechtes Benehmen entschuldigt. Als Carden die Spur seines Lehrlings aufnahm, stellte sich schnell heraus, daß die beiden Käfer mit ihm irgendwie nach Damaskus gelangt waren. Dort brach die Spur dann ab. Auf der Suche nach einem geeigneten Hermesportal gelangten die beiden Männer und Kathy nach Caverna, wo Nicola beschloss, sich ihnen anzuschließen – Abenteuer in Damaskus sind schließlich immer interessant!
Da sich keiner der vier sonderlich gut mit der arabischen Sprache oder einheimischen Sitten auskennt, werden Dáirine und Lin sie in die Stadt begleiten und versuchen, ihnen zu helfen.
Erst nachdem sie in Damaskus angekommen sind, fällt Dáirine ein, daß sie irgendwo schon einmal von solchen Käfern gehört hat – magische Gegenstände, die sehr höflich sind. Vor einiger Zeit hatten Paddy und Gwyn einen Zwischenfall mit einem gewissen Khaled Bey, der seinen Feind Hassan Bey auslöschen wollte, indem er einem Djinn befahl, gleich die ganze Stadt zu zerstören. Es war den beiden Lehrlingen gelungen, den Djinn zu befreien, aber Khaled Bey war ihnen entkommen. Er hatte als Wächter einige magische Gegenstände – einen Golem, ein paar Käfer -, die alle sehr höflich waren. Dáirine vermutet, daß hinter der Entführung womöglich ein neuer Versuch Khaled Beys, seinen Feind zu vernichten, steckt.
Als sich die Reisenden ein wenig in der Stadt umhören, erfahren sie, daß diese merkwürdigen Käfer auch hier gesehen worden sind: Ab und zu zieht einer von ihnen nachts in Richtung Nordviertel. Nicola und Lin, die zuerst davon hören, machen sich sofort auf den Weg dorthin.
Das Nordviertel ist ein sehr altes Quartier, das in Ruinen liegt. Niemand, der nicht wirklich muß, geht dorthin, und die wenigen Leute, die dort leben, gehören zu den Ärmsten der Armen. Die Atmosphäre, die über dem Viertel liegt, ist irgendwie merkwürdig, unangenehm. Es scheint dort aber viele Geister zu geben – Nicola, der so etwas sehen kann, bleibt zunächst stehen und führt ein angeregtes Gespräch. Leider vergißt er, Lin zu sagen, mit wem er da gerade spricht, sehr zur Verwirrung des chinesischen Gelehrten…
Später treffen dann auch Dáirine, Sir Berengar und die anderen ein. Als sie ankommen, beobachten sie ein merkwürdiges Phänomen: Die Luft scheint aufzureißen wie ein Papiervorhang, und dahinter kann man eine düstere Höhle erkennen, von bläulichen Licht erhellt. Die Erscheinung hält nur wenige Sekunden an, dann schließt sich der Riß in der Luft wieder. Dieses Phänomen taucht nicht nur einmal auf, sondern wiederholt sich in unregelmäßigen Abständen.
Lin, der die Kraftströme hier untersucht, stellt fest, daß es über dem Nordviertel wohl eine Art Regio geben muß. Irgendeine Kraft manipuliert nun an dieser Regio herum und versucht, sie zu zerstören oder etwas ähnliches – jedenfalls wird das Ganze, wenn es bis zum Ende durchgeführt wird, katastophale Auswirkungen haben, nicht nur auf das Nordviertel, sondern möglicherweise auf die ganze Stadt.
Dáirine und Nicola unterhalten sich mit ein paar armseligen Einwohnern des Viertels. Einer von ihnen, ein gewisser Ein-Bein-Ali, hat gesehen, wie sich einer der goldenen Käfer in der Nähe eingegraben hat. Nachdem er von Lin einige Äpfel geschenkt bekommen hat, ist er bereit, ihm den Ort zu zeigen.
Als Carden dort nachforscht, stellt er fest, daß da tatsächlich ein Käfer unter der Erde liegt, und Lin merkt, daß der unheilvolle Einfluß, der auf die Regio ausgeübt wird, von diesem Käfer ausgehen muß. Daher wird der Käfer ausgegraben und von seiner Position entfernt, worüber er nicht sehr erfreut ist. Schließlich ist es seine Aufgabe, hier als Ankerpunkt zu dienen. Offenbar versucht sein Meister, die Regio zunächst über diese Ankerpunkte zu fixieren und dann auf diese Welt herunterzuziehen. Daher auch die merkwürdigen Bilder – es sind Einblicke in die verborgene Regio.
Carden und Dáirine können den Käfer überzeugen, daß er seine Aufgabe hier nicht mehr erfüllen kann und daher zu seinem Meister zurückkehren muß. Der Käfer zeigt sich einsichtig und macht sich auf den Weg, verfolgt von Kathy und Berengar. Schließlich sehen die beiden, wie er in einer scheinbar leerstehenden Villa in einem der besseren Viertel verschwindet. Da sie nicht allein vorgehen wollen, kehren sie zunächst zu den anderen zurück.
Die haben im Nordviertel von Ein-Bein-Ali erfahren, daß Hassan Bey dort tatsächlich bekannt ist, aber nicht, wo man ihn treffen kann. Ein Gespräch mit Khaled Beys Feind erscheint ihnen auch nicht sonderlich wichtig. Schließlich werden sie wohl demnächst selbst mit Khaled reden können.
Am Abend besuchen Dáirine, Carden und die anderen die alte Villa. Zunächst scheint dort niemand zu sein, aber als die Gruppe das Haus betritt, taucht plötzlich der eiserne Golem auf und bittet sie, doch wieder zu gehen, sonst müßte er sie leider töten. Es kommt zum Kampf, und Sir Berengar und Carden gelingt es, den Golem lahmzulegen. Während sich die beiden Männer noch auf der Treppe zum Keller mit dem merkwürdigen Artefakt herumschlagen, schlüpft Kathy an ihm vorbei. Unten angekommen sieht sie mehrere Käfer und einen kleinen, dicklichen Mann, der hektisch dabei ist, zu packen. Es gelingt ihr, an den Käfern vorbeizukommen und den Mann – Khaled Bey – mit ihrem Dolch zu bedrohen.
Nachdem der Golem besiegt ist, kommen die anderen nach und stellen Kathys Gefangenem ein paar Fragen. Er will zwar eigentlich nicht antworten, aber ein paar Piekser mit dem Dolch reichen aus, um ihn sehr gesprächig zu machen. Er ist tatsächlich für die Entführung von Sir Berengars Sohn verantworlich. Offenbar hat Martin eine spezielle Art von Magie an sich, die Khaled Bey gut brauchen konnte. Jedenfalls hat er begonnen, den Jungen in ein übergroßes Artefakt, eine Art Golem, einzubauen. Da er den Körper bereits teilweise mit dem Metall hat verschmelzen lassen, wird es sicherlich sehr schwierig, das Kind wieder aus der Maschine herauszulösen. Khaled Bey hat auch keine Ahnung, wie man das geschickt bewerkstelligen könnte – darum ging es ihm ja nun nicht.
Wütend beschließen Sir Berengar und Carden, Khaled Bey und sein Artefakt mit nach Serpentia zu nehmen, um dort zu versuchen, den Jungen zu retten. Aber unterwegs zum Bund wird die Gruppe von einer größeren Menge fliegender goldener Käfer angegriffen, die Khaled Bey seinen Wärtern entreißen und mit ihm davonfliegen. Immerhin gelingt es Kathy, den Mann mit mehreren Wurfdolchen zu verwunden und möglicherweise zu töten. Sein wahres Schicksal bleibt aber vorerst im Dunkeln.

*

In Serpentia gelingt es Carden mit ein wenig Unterstützung von Ramitep, seinen Lehrling nach längerer, mühsamer Arbeit wieder von dem Artefakt zu befreien. Dabei wird das Gerät fast vollständig zerstört. Immerhin geht es dem Jungen danach einigermaßen gut, wenn er auch noch sehr verstört ist.
Carden, Sir Berengar, Martin und Kathy brechen kurz danach wieder in ihre Heimat auf

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Marganma

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