Serpentia

Heilige und Sünder

Herbst 1201

Hélene, Henry, Patrick, Rhys, Karl, Frederik, Jochen, Arthur

Arthur, Andrews unehelicher Sohn, trifft Mitte Herbst erschöpft und abgehetzt in Serpentia ein. Er wird von einem dämonischen Wesen, einer Art Höllenhund, verfolgt. Bei sich trägt er eine Nachricht für Henry Fisher, den alten Grog. Er war in der Levante unterwegs, als er in der Nähe von Tyros in ein kleines Dorf kam. Dort traf er einen alten, blinden Mann, der von den Dörflern als Heiliger betrachtet wurde. Von diesem Mann stammt der Brief. Außerdem schloss Arthur dort Bekanntschaft mit Vater Guerin, der nach Osten unterwegs war, um in St. Blasius sein neues Amt als örtlicher Priester anzutreten. Da auch Arthur zum Bund wollte, beschlossen die beiden, zunächst zusammen zu reisen. Nur eine Tagesreise vom Dorf entfernt wurden die beiden jedoch von mehreren Höllenhunden angegriffen. Mit Gebeten, Feuer und ein paar Stöcken konnten die beiden Männer die infernalen Kreaturen vertreiben, aber Vater Guerin wurde dabei schwer verletzt. Arthur brachte ihn zunächst zurück in das Dorf und setzte seine Reise nach Serpentia danach so schnell wie möglich fort. Unterwegs wurde er immer wieder von einem Höllenhund verfolgt.
Der Brief an Henry ist von Gerbert, der ihn bittet, noch einmal mit ihm in den Kampf gegen die Mächte der Hölle zu ziehen. Der alte Grog ist sofort bereit, loszuziehen, und Rhys will ihn begleiten. Auch Arthur wird mitkommen, genauso wie Frederik und Hélène, dazu die drei Grogs Patrick, Karl und Jochen.
In letzter Zeit hatten Hélène und Frederik seltsame Träume von einem kleinen, mageren Jungen mit kurzgeschorenen Haaren, der in einer riesigen, kalten Kirche auf den Knieen liegt und angstvoll betet. Zwar wissen sie nicht, wer das Kind ist, vermuten aber eine Verbindung zu Gerbert. Beide hoffen, in dem Dorf von dem alten Priester näheres zu erfahren.
Nach einigen Tagen Reise erreichen die Serpentianer und Arthur das Dorf in der Nähe von Tyros. Dort begegnen sie zunächst dem jungen Priester Vater René, der für das Wohlergehen der Leute zuständig ist. Er ist froh, daß Arthur eine Heilkundige mitgebracht hat, denn Vater Guerin geht es sehr schlecht. Arthur versichert ihm, daß sich der Verletzte schon bald wieder erholen wird – schließlich ist Hélène eine echte Heilige!
Während sich Hélène um Vater Guerin kümmert, fragen Henry und Rhys nach Gerbert. Der ehemalige Sonderbeauftragte des Papstes ist hier wohlbekannt – als heiliger Asket und Eremit, der sich selbst für seine Sünden geblendet hat. Hin und wieder kommt er ins Dorf, um den Leuten zu helfen oder zu predigen, aber im Augenblick ist er nicht anwesend.
Über dem Dorf liegt eine merkwürdige Stimmung – die Leute haben vor irgendetwas Angst. Vater René erzählt Hélène, daß sie von Höllenhunden und anderen merkwürdigen Tieren geplagt werden. Ein reifes Feld wurde durch eine merkwürdige Käferplage zerstört, und jetzt traut sich keiner mehr dorthin. Auch unter dem Vieh gab es schon Verluste.
Während die Serpentianer diese seltsamen Vorgänge noch untersuchen, tauchen zwei weitere Bekannte auf: Freder und Georg, die Dämonenjäger. Offenbar haben sie von den Schwierigkeiten des Dorfes gehört und wollen nun ihre Hilfe anbieten. Freder ist von Frederiks Anwesenheit ganz und gar nicht begeistert, aber Georg kann zwischen den beiden Männern vermitteln, sodaß Freder von einem direkten Angriff absieht. Eine Zusammenarbeit mit den Serpentianer lehnt er aber rundweg ab. Und obwohl er am Bein verletzt ist und stark hinkt, will er sich zunächst auch nicht von Hélène behandeln lassen.
Am nächsten Morgen wird in einem Stall eine junge Frau tot aufgefunden. Jemand hat ihr den Schädel eingeschlagen und ein neugeborenes Zicklein gestohlen. Als die Serpentianer nachforschen, erfährt Hélène von der Mutterziege, daß die Tote von einer sehr kleinen Person getötet wurde. Möglicherweise war es ein Versehen, und derjenige wollte sie nur betäuben. Jedenfalls hatte er es definitiv auf das Zicklein abgesehen.
Hélène und die anderen verlassen das Dorf, um sich draußen ein wenig umzusehen. Dabei trifft Hélène ihren Wolf Björn wieder, den sie nicht mit ins Dorf nehmen wollte. Björn hat mehrere sehr merkwürdig riechende Tiere bemerkt, ist ihnen aber aus dem Weg gegangen. Er verspricht Hélène, nach der Spur des Ziegendiebs zu suchen. Vielleicht kann er ja auch herausfinden, wo die seltsamen Tiere herkommen.
Unterwegs trifft die Gruppe auf Gerbert, der gekommen ist, um dem Dorf einen Besuch abzustatten. Er ist abgemagert und sieht mit langen Haaren und einem verfilzten Bart sehr verwildert aus. Am schrecklichsten sind die leeren, starrenden Augenhöhlen, die er nicht verbunden hat. Als er erfährt, daß er Frederik von Nürnberg gegenüber steht, sinkt er vor ihm auf die Knie und bittet ihn um Verzeihung für alles, was er ihm angetan hat. Frederik, der mit so etwas nicht gerechnet hat, hilft dem alten Mann wieder auf die Beine und geleitet ihn persönlich zum Dorf.
Dort erfährt Henry, daß Gerbert auch nicht genau weiß, was hinter der Dämonenplage steckt. Aber er vermutet, daß Baphomet, der Herr der Tiere, wieder einmal seine Hände im Spiel hat. Henry verspricht ihm, den Dingen auf den Grund zu gehen. Nach einer langen Unterredung, an der auch Freder und Georg beteiligt sind, legen sich alle schlafen. Vorher läßt Freder seine Wunde noch von Hélène behandeln.
Mitten in der Nacht jedoch werden sie geweckt: Die Dämonen fallen über das Dorf her! Auf dem Dorfplatz haben sich etliche von ihnen versammelt und fallen über die fliehenden Döfler her. Einige der Häuser brennen schon, und auf einem Dach steht ihr Anführer mit glühend roten Augen und läßt sein irres Lachen über dem Häusern erschallen. Es gelingt den Serpentianern nach einem heftigen Kampf, aus dem brennenden Dorf zu fliehen und vielen der Einwohner ebenfalls die Flucht zu ermöglichen. Dennoch sind viele Dörfler verbrannt oder den Dämonen zum Opfer gefallen, auch der verletzte Priester, Vater Guerin, hat die anstrengende Fluch nicht überlebt. Freder und Georg konnten beide entkommen, obwohl nun auch Georg verletzt ist.
Die Überlebenden werden zunächst in einem kleinen Lager auf einem Hügel versammelt, wo Hélène sich um ihre Wunden kümmern kann. Auch einige der Serpentianer sind verwundet, aber glücklicherweise nicht allzu schwer. Als alle Verletzten so gut versorgt sind, wie es eben möglich ist, zieht sich Hélène zum Beten zurück. Dabei kommt Björn wieder zu ihr, der die Spur der Angreifer bis zu einer tiefen Höhle verfolgen konnte. Allerdings hat er es nicht gewagt, allein in die Höhle vorzudringen. Aber er kann Hélène und die anderen hinführen.
Nachdem sich die Serpentianer noch ein wenig ausgeruht haben, brechen sie zusammen mit dem Wolf auf. Vater René und Freder werden sich solange um die Überlebenden kümmern und sie vor weiteren Angriffen schützen.
Björn führt die Gefährten zum Eingang der großen Höhle, aus der ihnen ein bestialischer Schwefelgestank entgegenschlägt. Aber auch als Henry, Hélène, Rhys und die anderen tiefer in den Berg vordringen, sehen sie zunächst keine Dämonen und werden auch nicht angegriffen. Nach einem langen Weg durch die Dunkelheit hören sie endlich Geräusche vor sich: Eine Art rituellen Gesang.
Am Ende des Gangsystems liegt eine große, runde Höhle. In der Mitte steht eine große Säule. Der Boden ist mit okkulten Symbolen bedeckt, die sieben konzentrische Kreise um die Säule herum bilden. Die innersten beiden Kreise leuchten in einem unirdischen, bedrohlichen Rot. In den äußersten Kreisen stehen diverse Tierdämonen und bewachen die Symbole. Der Gesang kommt von oben: Auf der Säule steht eine Gestalt und stößt immer wieder unheimliche Worte hervor. Bei jedem dieser Worte leuchtet ein neues Symbol auf. Über all dem, unter der Höhlendecke, kreist ein riesige Fledermausdämon.
Henry und Frederik erkennen, daß der Beschwörer versucht, ein Tor in die Hölle selbst zu öffnen. Als sie näher kommen, können die Serpentianer das Gesicht des Mannes sehen: Es ist Gerbert von Köln, mit verzerrtem Gesicht und einem rot brennendem Licht in den toten Augen. Henry versucht, ihn anzurufen, und als der alte Mann sich ihm zuwendet, erlischt das Licht in den Augen kurz. „Haltet ihn auf“, ruft er Henry zu. Aber dann überwältigt ihn wieder der dämonische Teil, und er beginnt, die Neuankömmlinge zu verhöhnen. Die Welt sei ein Sündenpfuhl, sagt er, und müsse vernichtet werden.
Frederik, Rhys und die anderen sind entschlossen, die Öffnung des Höllentors zu verhindern. Frederik weiß, daß auch ein offenes Höllentor durch das Opfer eines reinen Herzens geschlossen werden kann, aber er hofft, daß es auch ausreicht, den Beschwörer vorher zu töten. Mutig machen sich die Serpentianer auf den Weg zur Säule. Dabei stellen sich ihnen die Dämonen, die das Muster bewachen, natürlich in den Weg. Es kommt zu einem harten Kampf, in dem Patrick und Arthur beinahe getötet werden. Aber Hélène, die von den beiden geschützt wurde, erreicht die inneren Kreise des Musters, die schon rot glühen und brennen. Als sie sich mit einem Gebet auf den Lippen in die Kreise wirft, gibt es einen mächtigen Schlag. Die große Höhle wird erschüttert, und dann wandelt sich das Licht auf einmal von düsterem Rot zu reinem Weiß. Die Dämonen, die noch auf dem Kreis standen, schreien auf und verschwinden noch im selben Lidschlag.
Henry hat es mittlerweile geschafft, sich an dem angreifenden Fledermausdämon festzuhalten und mit Frederiks und Rhys´ magischer Unterstützung auf die Säule zu gelangen. Genau in diesem Moment betritt Hélène die Kreise, und durch das blendende Licht kann niemand mehr sehen, was auf der Spitze der Säule geschicht. Welche Worte Henry und Gerbert wechseln, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben.
Schließlich läßt das blendende Leuchten nach. Die Säule ist verschwunden, aber am Boden liegen drei unversehrte Leichen: Henry, Hélène und Gerbert. Die Gesichter der drei Toten sind ruhig und entspannt, ihre Körper weisen keinerlei Wunden auf.
Rhys, Frederik und die Grogs kümmern sich darum, die Verwundeten und die Toten zurück zu den Überlebenden aus dem Dorf zu bringen. Nachdem alle versorgt sind, bieten sie den Dörflern an, sie zu begleiten und sich im Tal von Serpentia anzusiedeln. Nach kurzer Beratung stimmt ein Großteil der Leute zu. Auch Vater René, der junge rothaarige Priester, wird mitkommen und den Platz des verstorbenen Vater Guerin einnehmen. Gerbert wird zusammen mit den gefallenen Dörflern in der Nähe begraben, aber Hélènes und Henrys Leichen nehmen Rhys und Frederik mit in den Bund. Dort werden die beiden angemessen beerdigt.
Björn, Hélènes Wolf, wird fortan bei Patrick bleiben, der voller Trauer über den Tod seiner Schutzbefohlenen ist. Freder und Georg begleiten die Gruppe nicht nach Serpentia, aber es sieht fast so aus, als würde Freder langsam zu der Erkenntnis kommen, daß Frederik unter Umständen kein Dämonist ist.

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Marganma

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