Serpentia

Herbst 1194 - Bundleben

Nach der Rückkehr von Llwellyn, Frederik und Andrew beschließen die Magier in einer Ratssitzung, endlich einmal die Hermesportale in ihrem Keller genauer zu untersuchen.
Der erste Weg führt die Magier in den alten Diedne-Bund Maeror, von dem ihnen Semper Vincit schon erzählt hat.
Nach einem Austausch von Botschaften werden die Serpentianer nach Maeror eingeladen. Die meisten Magier folgen dieser Einladung, nur Andrew und Bernward bleiben zurück.
Der Bund liegt in einem sehr alten Wald, der aus Zedern und Laubbäumen besteht. Die Behausungen der Diedne und ihrer Bediensteten befinden sich in den größten der Baumriesen gelegen, oftmals über mehrere Stockwerke verteilt. Nach kurzem Weg erreichen die Serpentianer das Zentrum von Maeror: Auf einer Plattfom im Wipfel einer uralten Eiche ist eine Festhalle errichtet worden. Dort empfangen die Diedne ihre Gäste. Die Älteste von ihnen ist Naina: Keine Diedne, sondern eine Bjornaer, älter selbst als Spes. Sie ist die letzte Überlebende des Schisma-Kriegs. Es gibt noch mehr Nicht-Diedne hier: Mendax und Xenia aus dem Haus Merinita, und die junge Maeve, ebenfalls eine Bjornaer. Alle anderen sind Diedne: Moira, eine ältere, wettergegerbte Frau; Nicolai, der Russe mit den Lachfalten und Freund von Semper Vincit; Taeris, ein älterer Sänger und Geschichtenerzähler; Amaranthe, eine Schönheit mit langen schwarzen Haaren und violetten Augen und Eleni, die bronzerote Augen und flammendrote Haare hat. Sie ist die Schülerin von Aurica, und wie diese ist sie nicht als Mensch geboren: Sie ist in Wahrheit ein Feuergeist.
Nach einigen eher langweiligen Einführungsreden wird die Stimmung bald entspannter – bald schon drehen sich die Gespräche statt um hohe Politik ums Essen und vor allem ums Trinken. So wird es ein sehr gemütlicher Abend, und am nächsten Tag wird der Besuch der serpentianischen Magier von Amaranthe und Eleni erwidert. Amaranthe ist sehr an Auren interessiert und unterhält sich lange mit Bernward. Eleni hingegen sucht Bernwards Frau Tarila auf und spricht eine ganze Weile mit ihr….

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In diesem Herbst gibt es noch ein weiteres Treffen mit nicht-hermetischen Magiern: Dáirine hat Raimond überredet, sie und Nadrach doch einmal einigen seiner Bekannten aus Damaskus vorzustellen. Sie möchte nämlich gerne einmal mit Djinnbeschwörern in Kontakt treten.
Das Treffen findet bei Hassan al-Azaed statt, einem damaszenischen Djinnbeschwörer. Ebenfalls anwesend sind Ismad al-Rutama, ein alter Beschwörer, und Windreiter, ein geheimnisvoller Beduine, der meistens allein in der Wüste lebt. Die drei Männer sind ihrerseits auch sehr gespannt auf die hermetische Magierin, und das Gespräch verläuft für beide Seiten sehr informativ und erfreulich.
So erfährt Dáirine zunächst, daß die vier Welten der Djinns und die Welt der Menschen früher streng voneinander geteilt und Reisen zwischen den Welten verboten waren. Dennoch kam es immer öfter und öfter vor, daß Djinns die Grenzen überschritten und die Welt der Menschen betraten. Ihre eigenen Welten sind im Vergleich eher einseitig, und die Neugier trieb viele dazu, das Verbot zu überschreiten. Als jedoch Allah genug davon hatte, erlegte er den Djinns auf, daß sie von nun an die Grenzen nur noch überschreiten können, wenn sie von einem Menschen gerufen werden. Diesem Menschen ist dann über den Wahren Namen des Djinns die Macht gegeben, diesem zu befehlen und in seinen Dienst zu nehmen. Aus Neugier und Entdeckungsdrang hinterließen etliche Djinns ihre Namen in der Welt der Menschen. Denn ihr Interesse an dieser Welt ist noch lange nicht erloschen, und wenn es auch immer Unzufriedene gibt, genau wie rücksichtslose Beschwörer, so sind doch die meisten mit dieser Übereinkunft zufrieden.
Die Edelsteinspiegel – zumindest die originalen fünf – wurden in der Zeit vor dieser Übereinkunft geschaffen. Sie stellen ein Transportmittel zwischen den Welten dar.
Auch Abbas ibn Usama kommt noch einmal zur Sprache. Dabei erfährt Dáirine, daß Hassan al-Azaed ein Neffe von Tabor ist, und damit wohl Frederiks Onkel. Er berichtet, daß Abbas in seiner Jugend oftmals unter seltsamen Anfällen litt, die ihn dazu trieben, gewalttätig zu werden. Schmerz schien ihn seltsamerweise dabei zu helfen, sich zu beherrschen. Nachdem er Tabor kennengelernt hatte, ließen diese Anfälle nach. Außerdem berichtet Hassan von einer merkwürdigen Erzählung: Wie es scheint, sollte Abbas einmal ermordet werden. Der Dolch des Meuchlers traf ihn wohl auch, aber er starb nicht…

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Andrew forscht gemeinsam mit seinen Lehrlingen einen Spruch, der es ermöglicht, Körperteile zu erschaffen. Diese können dann später mit einem anderen Spruch mit einem Körper verbunden werden. So soll zum Beispiel Mesinga ihre Zunge wieder erhalten.

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Alkmene und Nakatia beginnen die Forschung eines Rituals. Dieses Ritual soll auf die Heilsalbe der alten Frau aus dem Aifenmoor gewirkt werden. Wenn man sie dann mit einer Quelle verbindet, so wird daraus einmal im Jahr ein Bauer Vis entstehen. Dieses Vis kann nur dafür verwendet werden, Krankheiten zu heilen. Dieses Ritual basiert nicht auf hermetischen Prinzipien, sondern auf alten Theorien der Diedne.

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Gegen Mitte des Herbstes gibt es noch zwei Gäste im Bund: Dáirines Eltern sind zu Besuch gekommen! Die Magierin freut sich zunächst sehr und stellt ihrem Vater – dem Feenritter Maolorain – ihren Ehemann Ruairigh vor. Maolorain hat schon von ihrer Verbindung gehört und sich im Goldenen Frühlingswald mit mehreren Rittern duelliert, die seiner Tochter deswegen ihren Stand strittig machten. Kurz entschlossen hat er dort deklariert, er würde Ruairigh zum Ritter schlagen. Der werde sich dann schon innerhalb der nächsten sieben Jahre als würdig erweisen.
Ruairighs Einwände gegen diesen Ritterschlag werden hinweggefegt. Maolorains Tochter kann schließlich nicht mit einem Unwürdigen verheiratet sein – wenn der Feenritter so etwas entdecken würde, müßte er den Betreffenden sofort aufhängen. Vor diese Wahl gestellt, läßt sich der arme Ire eben doch zum Ritter schlagen – nun ist er Sir Ruairigh von der Frühlingsweide.
Da er sich dieses Titels auch noch als würdig erweisen muß, gibt es nun eine Krisensitzung unter den serpentianischen Rittern. Es ist augenscheinlich, daß Ruairigh dafür irgendeine Heldentat vollbringen muß, aber welche? Der Mann ist zwar ein kompetenter Schreiber, aber mit Waffen kann er nicht umgehen. So wird zunächst beschlossen, ihm die Kunst des Schwertkampfes zu lehren und ihn dann auf eine entsprechende Queste zu schicken, auf der er sich dann beweisen kann. Ruairigh ist von der Aussicht nicht gerade begeistert…

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Es gibt Unruhe im Bund: Die bevorstehende Hochzeit zwischen den Grogs Rachman und Miriam versetzt viele Leute in Beunruhigung. Rachman ist ein weltgewandter Mann mit angenehmen Äußeren, der einen gewissen Ruf als Frauenheld hat, während Miriam nicht nur stumm, sondern auch noch durch eine Hasenscharte entstellt ist. Viele wundern sich nun, was der Rachman denn an seiner Braut finden mag, und bald schon kristallisieren sich zwei Lager heraus: Die einen glauben, Miriam hätte Rachman verhext, während die anderen der Meinung sind, er wolle sie nur heiraten, um sie für irgendwelche finsteren Zwecke zu mißbrauchen.
Als Dáirine und Frederik sich ein wenig um die Sache kümmern, stellen sie fest, daß Rachman und Miriam sich anscheinend wirklich lieben und die Gerüchte keine Basis in der Realität haben. Frederik läßt daraufhin alle im Hof antreten und geigt ihnen in einer leidenschaftlichen Rede einmal kräftig die Meinung. Danach entspannt sich die Situation wieder, und Miriam und Rachman heiraten kurz darauf ohne weitere Vorkommnisse.

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Marganma

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