Serpentia

Herbst 1195 - Bundleben

Anfang Herbst kehrt Andrew in den Bund zurück. Es geht ihm nicht sonderlich gut: Offenbar hat er sich zuviel zugetraut und ist zu früh aus Damaskus aufgebrochen. Jetzt ist seine Bauchwunde wieder aufgeplatzt. Aber unter der Pflege der kompetenten Ärzte von Serpentia erholt er sich recht schnell wieder.
Während er noch das Krankenbett hüten sollte, begibt er sich ins nahe St. Blasius, um dort noch einmal mit Andrea zu sprechen. Die Magierin verspürt immer noch große Angst vor Magie. Auch ihr Gedächtnis hat sich nicht gebessert. Andrew möchte gern einen Spruch auf sie sprechen, der ihre Erinnerung zurückbringen könnte. Er gibt ihr als Argument zu bedenken, daß das, was sie über sich selbst nicht weiß, möglicherweise zu einer Gefahr werden könnte. Sie bittet um eine Woche Bedenkzeit.
Während dieser Woche verbringt sie viel Zeit mit Marian, der Frau aus Tripolis. Oftmals sind die beiden im Wald anzutreffen.
Sie sind nicht die einzigen, die sich dort gerne aufhalten: Auch Padraig und Gwyn treiben sich häufig dort herum. An einem frühen Nachmittag – kurz bevor die Woche Bedenkzeit abgelaufen ist – hören die beiden den Schrei einer Frau und das Splittern von Holz aus einiger Entfernung. Als sie dorthin rennen, sehen sie auf einer kleinen Lichtung einen völlig zerfetzten Körper liegen. Ein großer Baumstamm liegt geknickt quer über der Lichtung. Überall sind große schwarze Raben zu sehen, die sich, noch während die beiden Lehrlinge zuschauen, zu einer Wolke verdichten. Aus dieser Wolke bildet sich eine menschliche Gestalt heraus: In schwarze Rüstung gekleidet, gesichtslos durch einen großen Helm in Form eines Rabenschnabels, blickt sich die Gestalt langsam auf der Lichtung um. Gwyn tritt nun aus der Deckung heraus und ruft den Fremden an: Wer er denn wäre, und was hier geschehen sei, will er wissen. Der Fremde lacht heiser und droht ihm und Padraig mit dem Tod. Dann hetzt er seine Raben auf die beiden, die sich nun endlich zur Flucht wenden. Die Raben fallen vom Himmel wie Pfeile und schlagen mit dumpfen Schlägen in den Boden und Baumstämme ein. Geschützt durch den dichten Wald werden Gwyn und Padraig nur leicht von den fallenden Vögeln verwundet, bis schließlich die Gestalt mit dem Rabenhelm wieder vor ihnen auftaucht. Wieder bedroht sie die beiden, aber erneut können die Lehrlinge fliehen. Nun halten sie Ausschau nach dem Eingang in die Feenregio, aber was sie finden, ist sehr viel seltsamer: Plötzlich bleiben die Raben hinter ihnen in der Luft kleben, so als würden sie gegen eine unsichtbare Mauer fliegen. Schließlich verschwinden sie ganz. Eine gute Weile wandern Padraig und Gwyn im Wald umher, der ihnen jetzt sehr viel größer erscheint als gewöhnlich. Erst als es Abend wird, sehen sie den Rand des Waldes vor sich, und kaum haben sie ihn gesehen, sind sie auch schon da.
Im Bund berichten sie ihrem Vater von diesem seltsamen Ereignis. Der macht sich sofort mit Nakatia auf zu der Lichtung, um die Tote zu bergen. Dort angekommen, finden die beiden Magier keine Spur von den Raben mehr, aber die Leiche ist noch da. Es handelt sich um Marian. Von Andrea finden Nakatia und Andrew noch ein wenig Blut – sie scheint verschwunden zu sein. Als jedoch Nakatia versucht, ihren Geist zu beschwören, taucht zwar der Geist einer Frau namens Andrea auf, aber es ist eine ganz andere Frau! Sie starb, als sie von einer Klippe gestoßen wurde – irgendwo an der syrischen Küste. Wie sie hierhergekommen ist, weiß sie nicht.
Währenddessen besieht sich Andrew den geknickten Baum und stellt fest, daß eine Spur von Mistelzweigen über die Lichtung zu ihm hin führt. Misteln wachsen aber gar nicht in diesem Wald, und die einzelnen Zweigen weisen keinerlei arkane Verbindungen zu irgendwelchen anderen Pflanzen auf. Auch die Regio, in die Padraig und Gwyn gestolpert zu sein scheinen, läßt sich nicht mehr auffinden.
Ohne diese Rätsel lösen zu können, bringen Andrew und Nakatia Marian zurück zum Bund. Dort muß Thomas dann erfahren, daß seine geliebte Schwester den Tod gefunden hat…

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Ein paar Tage später kommt Raissan zu Besuch in den Bund, wo er das erste Mal seine Tochter Selnur trifft. Auch mit Nakatia hat er ein langes Gespräch, und schließlich begeben sich die beiden noch einmal zu der Lichtung, auf der Marian gestorben ist.
Dort stellt Raissan fest, daß sich nicht etwa nur ein Geist mit dem Namen Andrea dort befindet, sondern gleich fünf. Die Frauen haben außer dem Namen nicht viel gemeinsam: Sie kommen aus völlig verschiedenen Teilen Europas. Aber keine davon weiß genau zu sagen, wie sie gestorben ist. Durch verschiedene kleine Hinweise findet Raissan jedoch heraus, daß alle ermordet worden sind – wie es scheint, von einer Frau. Der Beschwörer beschließt, sich ein wenig um die Andreas zu kümmern und nimmt sie zunächst mit zu seiner Höhle.

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Frederik und Dáirine statten den al-Azaeds in Damaskus einen Besuch ab, um die Geschichte mit Omar und dem angeblichen Artefaktdiebstahl in Oliphant zu klären. Dort erfahren sie von Hassan al-Azaed, Frederiks Onkel, daß Omar sich zur Zeit nicht in Damaskus aufhält, sondern eine Handelsreise ins Rub al-Kali unternommen hat. Sobald Omar wieder zurück ist, wird er sich mit den Serpentianern in Verbindung setzen.

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Padraig und Gwyn packt das seltsame Bedürfnis, einmal eine echte Insel zu sehen. Dazu wollen sie durch das Hermesportal nach Schottland gehen, um dort vielleicht den Bund Madainn zu besuchen – der liegt schließlich auf einer Insel. Nach einigem Zögeren gibt Andrew seine Einwilligung, und in Begleitung von Sir Quintus, Patrick und Mateen brechen die beiden auf.
Die Reise verläuft recht friedlich, nur einmal geraten die Serpentianer in eine Auseinandersetzung zwischen einem normannischen Adligen und einigen schottischen Clansmitgliedern. Der Normanne zieht den Kürzeren und wird von den Schotten getötet. Daraufhin bietet Sir Quintus der Witwe und ihren drei Töchtern an, mit nach Serpentia zu kommen. Da die Frau lesen und schreiben kann, ist sie recht gut geeignet, um Tina und Ruairigh bei der Verwaltungsarbeit zur Hand zu gehen.
Der Aufenthalt in Madainn verläuft recht angenehm, vor allem Padraig verbringt viel Zeit in der Gesellschaft von Todds Lehrling Philomena. Nach ein paar Tagen jedoch müssen die Lehrlinge wieder zurück nach Serpentia, um weiter Bücher zu lesen…
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Nach längerem Nachdenken (und vielen mehr oder weniger ernstgemeinten Vorschlägen der anderen) entscheidet sich Llwellyn für seinen neuen Namen. Nach dem Beschluß des Großen Tribunals wurde er angewiesen, den alten abzulegen, da damit zu viele üble Assoziationen gebildet werden. Von nun an trägt er den Namen Rhys.

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Marganma

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