Serpentia

Jagd nach dem Dämon

Sommer 1186

Andrew, Colleen, Alen, Henry, Nicodemus

Um den Dämon, den sie unfreiwillig für Alocar befreit hatten, wieder zu bannen, haben Andrew und Colleen Aladin schon vor einer ganzen Weile gebeten, eine neue Rose aus gelbem Diamant für den Schwertknauf schneiden zu lassen. Jetzt endlich ist der Edelstein fertig. Der Salomoniter Joscelin fügt ihn in einem christlichen Ritual in das Schwert ein, sodaß die Waffe jetzt benutzt werden kann, um den Dämon gefangenzusetzen.
Um der teuflischen Kreatur aber habhaft zu werden, sollten Andrew und Colleen zunächst wissen, wo sich der Dämon eigentlich aufhält. Um ihn zu finden, wollen die beiden die arkane Verbindung, die Alocar als Herr des Ungeheuers zu seinem Enkel Pierre hat, nutzen. Die aber ist durch irgend etwas blockiert, daher bittet Andrew Llwellyn um Hilfe. Sein Plan ist es, die Magie, die in der Verbindung selbst liegt, als eine Art Faden zu benutzen, an dem man sich zumindest bis zu dem Ort der Blockade entlang hangeln kann. Allerdings beherrscht er die dazu erforderliche Art der Zauberkunst nur sehr mangelhaft.
Llwellyn hingegen ist es unter einigen Schwierigkeiten möglich, einen derartigen Zauberspruch zu wirken, und so kann er feststellen, daß sich der magische Block – und wahrscheinlich auch Alocar selbst – in Tripolis befindet. Voller Tatendrang brechen Andrew und Colleen einmal mehr in die Hafenstadt auf. Nicodemus, von der Geschichte fasziniert, begleitet die beiden, genau wie Andrews Leibgrog Alen und Henry, der sich eine Dämonenjagd ungern entgehen läßt.
Wenige Tage später erreichen sie ihr Ziel. Kurz vor Sonnenuntergang betreten sie Tripolis, dabei fällt Nicodemus ein seltsamer Leichenzug auf, der von außerhalb der Mauern ins Innere der Stadt zieht, was doch recht ungewöhnlich ist. Auch die anderen haben dafür keine Erklärung, aber Andrew beschließt, seinen Bekannten Orson, den Hauptmann der Stadtgarde, danach zu fragen.
Dazu hat er am nächsten Tag Gelegenheit, und so erfährt er, daß es sich angeblich um die Leiche eines jungen Mädchens handelte, das außerhalb der Stadt gestorben sein soll und jetzt nach Hause gebracht wurde. Allerdings wußte bei der von den Sargträgern angegebenen Adresse niemand etwas von einer Toten oder einem Leichenzug. Bisher konnte Orson auch noch nicht herausfinden, wohin der Sarg wirklich gebracht wurde.
Mit der Unterstützung von etwas Magie machen sich jetzt Andrew, Nicodemus und Colleen an die Verfolgung des seltsamen Zuges und stoßen schon bald auf eine etwas abgewrackte Wirtschaft, in der sie natürlich sofort einkehren. Der Besitzer der heruntergekommenen Kneipe weiß allerdings angeblich von nichts, nicht einmal ein saftiges Bestechungsgeld kann sein Erinnerungsvermögen in dieser Hinsicht verbessern, sodaß die drei den Gasthof unverrichteter Dinge wieder verlassen.
Gegen Abend begeben sich alle fünf Serpentianer noch einmal zu der Kaschemme und untersuchen den Hinterhof. Als Andrew sich das Erdreich unter dem Zimmer des Wirts mit seiner Magie genauer besieht, stellt er einen großen Hohlraum fest – offenbar eine geheime Kammer. Schnell wird ein Tunnel in diesen Raum gehöhlt, der bis auf ein paar Fässer leer ist. Allerdings gibt es eine Tür, und dahinter ein weiteres Zimmer, von dem aus eine Wendeltreppe nach unten führt.
Vorsichtig steigen die Gefährten hinab und kommen schon nach kurzer Zeit in eine recht große Höhle. An einem Ende der Halle steht ein wuchtiger Schreibtisch, und hinter ihm sitzt Alocar selbst und schaut seine Besucher mit einem spöttischen Lächeln an.
Kaum haben aber die Gefährten den Boden der Höhle betreten, als auch schon der Dämon aus dem Turm der Goldenen Rose auftaucht. Er ist offensichtlich schwer verletzt, seine schuppige Haut ist mit Blut – rotem und schwarzem – überströmt und in seiner Seite steckt ein Speer. In den Armen hält die teuflische Kreatur ein kleines, nicht genau zu sehendes Kästchen, das sie Alocar übergibt. Nach einem kurzen Wortgefecht mit seinem ehemaligen Lehrling verschwindet der finstere Magus dann aus der unterirdischen Kammer. Seinen Dämon läßt er zurück.
Nach einem kurzen und heftigen Kampf gelingt es Colleen, das höllische Geschöpf mit dem Rosenschwert zu durchbohren. Zwar wehrt es sich immer noch, aber es gelingt den Gefährten, den Dämon niederzuringen, sodaß die irische Ritterin die gesegnete Waffe durch das teuflische Wesen in den Erdboden treiben kann. Daraufhin erstarrt die Höllenkreatur von einem Atemzug zum anderen zu Stein und verschmilzt fast mit dem Boden der Höhle. Der Rosendiamant im Knauf des Schwertes beginnt, immer stärker zu vibrieren und zerspringt schließlich in Hunderte von winzigen Splittern. Der Speer, der noch in der Seite des Teuflischen steckte, fällt mit einem leisen Klingeln aus dem steinernen Körper. Der Dämon ist gebannt.
Die Stätte, an der das Höllengeschöpf nun gefangen liegt, wird von Andrew sorgfältig mit Stein bedeckt, damit niemand anders das Wesen versehentlich befreien kann. In der Zwischenzeit untersucht Nicodemus den Schreibtisch und findet dort ein Bündel alter Schriftstücke, in Latein geschrieben: Liebesbriefe, von einer Frau namens Michelle vor langer Zeit an Alocar geschrieben. Außerdem stößt der Bulgare auch noch auf einen Auszug aus dem Neuen Testament: Markus 15, 20-41, Jesu Kreuzestod. In der Passage sind folgende Worte aus dem Vers 36 unterstrichen: „Da lief einer und füllte einen Schwamm mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und tränkte ihn“.
In den Gefährten steigt ein furchtbarer Verdacht auf, was sich in dem Kästchen befunden haben mag. Um dessen Ursprungsort zu finden, benutzen sie den Speer, ein altertümliches römisches Pilum, als arkane Verbindung. Als sie dieser Spur folgen, kommen sie schon bald an eine Höhle, die gut versteckt mitten in der Wüste liegt. Als die Gefährten sie betreten, starrt ihnen zunächst die Leiche eines blonden jungen Mannes mit gebrochenen grauen Augen entgegen, der augenscheinlich von einem Speer niedergestreckt wurde. Weiter hinten in der natürlich gewachsenen Kaverne liegt ein übel zugerichteter alter Mann, um den sich Nicodemus sofort kümmert.
Tiefer in der Höhle finden Andrew und Colleen schließlich noch ein leeres Reliquiar von einfacher Machart, das ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Tatsächlich kann der alte Mann ihnen sagen, daß es wirklich den Heiligen Schwamm enthielt, der den Erlöser bei seinem Kreuzestod tränkte, bevor er gestohlen wurde.
In der Hoffnung, vielleicht etwas mehr zu erfahren, befragt Andrew den Geist des toten Blondschopfs. Dieser wußte offenbar gar nicht, was er hier eigentlich stehlen sollte, er wollte nur seinem „Freund“ Alocar einen Gefallen tun. Da der Tote wahrscheinlich kein Diener Satans war, erhält er ein christliches Begräbnis.
Als die Gefährten sich mit dem alten Mann unterhalten, erfahren sie, daß sein Name Marcus ist und er die Reliquie schon seit über tausend Jahren hütet – seit damals, als er einem Gekreuzigten seinen Speer in die Seite stieß. Trotz seiner Verletzungen will er jetzt den Dieb verfolgen, wenn er auch nicht weiß, wohin sich der gewandt hat. Colleen überzeugt ihn, daß er eine bessere Chance hat, wenn er sich ihnen anschließt. So brechen sie alle gemeinsam Richtung Serpentia auf, um Terminus oder Llwellyn zu holen, die dann die arkane Verbindung, die zwischen Alocar und den alten Briefen besteht, nutzen können, um den dunklen Magus zu finden.

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Marganma

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