Serpentia

Khaled Beys Falle

Winter 1201

Padraig, Pierre, Safira, Arthur, Frederik, Jochen

Zusammen mit einigen der neuen Grogs besuchen Frederik, Padraig, Safira und Arthur Damaskus. Auch Jochen und Pierre sind dabei. Am Tor stellt eine der Wachen die merkwürdige Frage, ob einer von ihnen Hassan heißen würde? Tatsächlich gibt es einen Hasan in der Gruppe, ein Rekrut von den Erzminen trägt diesen Namen. Trotzdem verneint Frederik die Frage.
In der Stadt erfahren sie dann schnell, was es damit auf sich hat: Sie treffen einen zerfetzten jungen Mann, der von einer ganzen Meute erregter Städter gejagt wird. Frederik und Padraig stellen sich zwischen ihn und den Mob, der ihn nur verfolgt hat, weil sein Name „Hassan“ lautet. Offenbar hat jemand ein hohes Kopfgeld – das Gewicht eines Ochsen in Gold – geboten, wenn ihm jemand Hassan bringt. Leider hat er wohl vergessen, zu erwähnen, welchen Hassan. Der Name ist in Damaskus nicht gerade selten.
Safira kümmert sich um die Wunden des jungen Mannes, der aus einer guten Familie stammt und für seine Rettung dankbar ist. Nachdem sie ihn zu Hause abgeliefert haben, begeben sich die Serpentianer zunächst zu den al-Azaeds, deren Oberhaupt ja gleichfalls den Namen Hassan trägt. Als sie eintreten, sehen sie, daß um das Grundstück herum mehrere Personen lauern. Auch die Wachen sind verstärkt worden. Frederiks Onkel Farid, der sie in Empfang nimmt, erzählt, daß es schon einige Anschläge auf Hassan al-Azaed gegeben hat, seitdem einige Ausrufer die Nachricht von dem Kopfgeld verkündet haben. Er weiß allerdings auch nicht, wer es ausgesetzt hat oder welcher Hassan gemeint sein könnte. Immerhin kann er erzählen, daß die Übergabe in einigen Tagen an der Karawanserei beim Barada-Pass sein soll. Danach ist der Spuk hoffentlich vorbei.
Padraig, Pierre und Safira sind neugierig geworden. Sie wollen jetzt wissen, was es mit dieser Geschichte auf sich hat. Zunächst möchten sie mit einem der Ausrufer sprechen, aber das ist gar nicht so leicht: Die jungen Männer sind durch diesen Auftrag alle reich geworden und leben nun in Saus und Braus. Mit ein paar kleinen Tricks gelingt es Safira, als Tanzmädchen angestellt zu werden und dem jungen Mustafa seine Geschichte zu entlocken. Er weiß auch nicht, welcher Hassan gemeint ist, kann aber den Mann beschreiben, der ihn beauftragt hat: Ein kleiner, dicker Kerl mit eher spärlichem Bartwuchs, der in Gold bezahlt hat.
Als Safira Frederik den Auftraggeber beschreibt, wird der Magier stutzig. Irgendwo hat er so eine Beschreibung schon mal gehört – von Dáirine vielleicht. Mit einem Zauber nimmt er Kontakt zu ihr auf und erfährt, daß sie im Sommer mit dem merkwürdigen Magier Khaled Bey aneinander geraten ist, der einen Mann namens Hassan Bey unerbittlich verfolgt. Dieser Hassan Bey lebt irgendwo im Nordviertel.
Frederik und die anderen beschließen, den Mann aufzusuchen, ihn zu warnen (falls er nicht schon Bescheid weiß) und ihm ein paar Fragen zu stellen. Es ist gar nicht so leicht, mit ihm in Kontakt zu kommen, da er wohl erst von irgendwo herbeigeholt werden muß, aber schließlich trifft er die Serpentianer in einer dunklen Hütte, in der nicht viel von ihm zu sehen ist. Außer ihm ist auch noch ein kleines Mädchen da, Maryam, die sehr bleich und krank aussieht und sich seltsam steif bewegt. Allerdings macht sie keinen unglücklichen Eindruck.
Hassan Bey, ein mageres kleines Männchen mit totenfahler Haut, ist in eine verschlissene, übergroße schwarze Kutte gehüllt und blinzelt seine Besucher überrascht an. Er hat tatsächlich noch nichts von dem Kopfgeld gewußt. Er kennt Khaled Bey: Vor langer Zeit war der kleine Dicke sein Schüler, aber er ist während der Ausbildung wahnsinnig geworden. Nun glaubt er, daß sein ehemaliger Lehrmeister ihn umbringen will und er sich irgendwie wehren muß. Hassan Bey ist sehr besorgt über die Entwicklung seines Schülers. Allerdings ist der alte Magier ein eher schüchterner und weltfremder Mann, und so müssen die Serpentianer eine Weile mit ihm sprechen, bevor er sich bereit erklärt, zusammen mit ihnen zu der Karawanserei am Barada-Pass zu kommen und sich seinem Schüler zu stellen.
Danach schauen die Serpentianer noch einmal bei der alten Villa vorbei, in der sich Khaled Bey im Sommer versteckt hatte. Dort finden sie auch tatsächlich den Eisengolem und einige Käfer, aber der wahnsinnige Magier selbst kann ihnen entkommen.
In der übernächsten Nacht wollen Frederik, Padraig und die anderen sich mit Hassan Bey außerhalb der Stadt treffen, um gemeinsam zur Karawanserei zu reisen. Aber als sie sich am Stadttor erkundigen, was Reisende aus dieser Richtung so erzählen, erfahren sie, daß in den letzten paar Tagen aus dieser Richtung gar keine Reisenden angekommen sind. Die Wächter sind darüber ziemlich beunruhigt, denn der Weg wird normalerweise viel benutzt. Da die Karawanserei nur einige Stunden von Damaskus entfernt ist, brechen die Serpentianer sofort auf, um dort nach dem rechten zu sehen.
Als sie dort ankommen, sehen sie vor dem wehrhaften Gebäude einige Leichen herumliegen. Ein vorwitziger Geier, der sich an eine davon heranwagt, wird jedoch von einem Blitz aus dem Boden getroffen und bleibt verschmort und tot liegen. Daraufhin halten Frederik und die anderen einen respektvollen Abstand zu dem Gelände um die Karawanserei herum. Von dort aus können sie beobachten, wie aus dem Tor einer der Käfer gekrabbelt kommt und anfängt, die Leichen in den Innenhof zu ziehen. Als Frederik ihn anspricht, erfährt er, daß Khaled Bey hier eine Falle für Hassan Bey gestellt hat. Dann entschuldigt der Käfer sich, denn er muß ja weiter aufräumen.
Frederik und die anderen wollen zunächst zur Stadt zurückkehren. Einerseits müssen sie sich ja mit Hassan Bey treffen, andererseits wollen sie Reisende, die zu dieser Karawanserei unterwegs sind, warnen. Auch der Wache der Stadt soll informiert werden. Padraig trennt sich von den anderen: Da er der beste Reiter ist, will er die Straße, die in Richtung Norden von der Karawanserei weg führt, nehmen, um dort Reisende zu warnen und bei der nächsten Herberge Bescheid zu geben.
Am nächsten Morgen kehren Frederik, Arthur und die anderen mit einer Abteilung der Stadtwache wieder zum Barada-Pass zurück. Hassan Bey wird die Karanwanserei wohl auch alleine finden. Außer ihnen sind noch andere Leute dorthin unterwegs: Morgen ist der Tag, an dem die Übergabe des Goldes stattfinden soll. Einige von ihnen schleppen seltsame Säcke mit sich, andere sogar Gefangene. Die Soldaten der Stadtwache machen dem bunten Treiben aber schnell ein Ende.
Auch Padraig ist wieder zurück: Er ist fast die ganze Nacht hindurch geritten und nun ziemlich erschöpft. An der Karawanserei treffen sich die Serpentianer wieder.
Frederik möchte wissen, was für ein Zauber über dem Gebäude liegt und wie weit er sich erstreckt, daher wirkt er einen eigenen Spruch über das Gelände. Das allerdings löst die eigentliche Falle für Hassan Bey aus: Die Karanwanserei und das umliegende Gelände explodieren in einem blendenden Lichtblitz. Überall fliegen Gesteinsbrocken durch die Luft, und es gelingt Jochen nur mühsam, Frederik mit seinem Schild zu decken. Auch Padraig wird verletzt, der Rest hat sich glücklicherweise weiter weg aufgehalten.
Aber das ist erst der Anfang: Dort, wo früher die Karawanserei stand, lodert ein helles weißes Feuer auf. Meterhoch schlagen die grellen Flammen und verströmen unerträgliche Hitze. Und es hört nicht mehr auf zu brennen. Allerdings bleibt das Feuer konstant auf dem Gelände der ehemaligen Karawanserei und breitet sich nicht aus.
Später in der Nacht taucht dann Hassan Bey auf. Er ist nicht sehr begeistert über das Werk seines Schülers und verspricht, das magische Fanal irgendwie zu löschen. Dann geht er in das Feuer hinein. In dem blendenden Glanz ist von seiner schmächtigen Gestalt nicht mehr viel zu sehen. Nach kurzer Zeit gibt es eine weitere Explosion in den Flammen, bei der aber niemand zu Schaden kommt, denn die Serpentianer und die Stadtwache lagern weit davon entfernt.
Das ist der Moment, in dem Khaled Bey auftaucht. Er ist sehr zufrieden: Er hat Hassan Bey mit seiner Falle erwischt! Er versteht auch gar nicht, daß die Serpentianer böse auf ihn sind. Schließlich mußte er sich doch gegen seinen gemeinen Lehrmeister verteidigen. Als er sich angegriffen fühlt, beginnt er, mit seinem Handschuh magische Flammenstrahlen zu verschießen. Er ist durch eine Art schwarzer Rüstung gut gegen Angriffe aller Art geschützt. Pierre und Safira gelingt es, trotzdem in seine Nähe zu kommen. Die junge Gärtnerin lenkt den wahnsinnigen Magier mit einem innigen Kuß ab, und Pierre kann ihn schließlich niederschlagen.
Die Serpentianer übergeben ihren Gefangenen der Stadtwache, die kurzen Prozeß mit ihm macht: Er wird auf der Stelle getötet und irgendwo verscharrt. Allerdings erlöschen die Flammen mit seinem Tod nicht. Das geschieht erst am nächsten Morgen, als die Sonne aufgeht. Inmitten der glasigen schwarzen Fläche, auf der die unirdische Hitze getobt hat, sitzt Hassan Bey mit untergeschlagenen Beinen und träumt vor sich hin. Nicht einmal seine verschlissene schwarze Kutte ist angesengt. Offenbar hat Khaled Bey seinen alten Lehrmeister gewaltig unterschätzt.
Die Serpentianer kehren nach Damaskus zurück, wo sie sich von dem seltsamen alten Kauz verabschieden. Dann widmen sie sich wieder ihren Einkäufen (oder kurieren ihre Wunden aus), bevor sie zum Bund zurückkehren.

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Marganma

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