Serpentia

Mord für die Kunst

Winter 1184

Llwellyn, Henry, Ulf Ulrich

Um in Jerusalem an der Weihnachtsmesse teilnehmen zu können, bricht Llwellyn in diesem Winter mit Henry und Ulf Ulrich auf. Seine Frau Tina kann ihn nicht begleiten, da sie Schwierigkeiten mit ihrer Schwangerschaft hat.
In Jerusalem eingetroffen, bitten sie zunächst bei den Hospitalitern um Unterkunft, die sie als Pilger auch gewährt bekommen. Im Hospiz ist es allerdings jetzt vor Weihnachten brechend voll, da viele dieses Fest in der Heiligen Stadt begehen wollen.
Am Tag nach ihrer Ankunft besucht Llwellyn zunächst mit Henry die Grabeskirche, während Ulf Ulrich sich draußen lieber mit einer Gruppe von Dichtern unterhält. Seit dem Aufenthalt im Zoo ist der Däne nämlich überzeugt, daß seine wahre Berufung das Dichten ist, und so sucht er den Kontakt zu anderen Poeten. Die meisten der jungen Leute sprechen allerdings kein arabisch oder dänisch, sondern nur französisch. Ein junger Poulain aber versteht auch die Sprache der Einheimischen, und so freundet sich Ulf Ulrich recht schnell mit Jeannot, so sein Name, an. Als die beiden Künstler noch im Gespräch vertieft sind, watschelt an ihnen ein unglaublich fetter Priester vorbei, was Jeannot dazu veranlaßt, sofort ein recht zotiges Lied anzustimmen. Der wohlbeleibte Geistliche bleibt stehen und beginnt, den jungen Dichter zu beschimpfen und zu beleidigen. Solange der Dicke seine lautstarken Äußerungen aufs Französische beschränkt, versteht Ulf Ulrich nichts, als der Priester jedoch ins Dänische wechselt und ein paar abfällige Bemerkungen über die Manneskraft von Dichtern macht, kann der ehemalige Küster sich nicht zurückhalten und macht seinerseits einige eher unfreundliche Bemerkungen. Beleidigt watschelt der Fettkloß schließlich von dannen.
Von seinem neuen Bekannten erfährt Ulf Ulrich, daß es sich bei dem Dickwanst um Adelmus von Vinköping handelt, einen sehr konservativen Berater des Patriarchen. Er gehört zu der Sorte Priester, die das eine predigt und das andere tut, was Jeannot zu recht lautstarken Äußerungen über den Kerl veranlaßt.
Innerhalb der Kirche trifft Llwellyn in der Zwischenzeit einen alten Bekannten wieder: Der Mercere Cavallo hat gerade Crux Liberandi, dem Kreuzfahrerbund, einen Besuch abgestattet. Bei dieser Begegnung lernt der Ex Miscellania auch Corazon, eine junge, hitzköpfige Flambeau, kennen, die prompt beginnt, Serpentia der Ermordung von Emilio und seinem Lehrmeister Incendiarius zu beschuldigen. Dabei beleidigt sie auch noch Llwellyn persönlich und rauscht dann aufgebracht davon.
Als am nächsten Tag alle in die Kirche gehen, hält Adelmus eine Predigt über die Zügellosigkeit und Respektlosigkeit der Künstler, wobei er zu allem Überfluß auch noch den jungen Dichter Jeannot und einen Maler, Albertus von Gent, mit Namen nennt. Dies dürfte die Chancen der beiden, einen Schutzpatron zu finden, stark reduzieren. Daher läßt sich Jeannot nach dem Gottesdienst auch zu einigen recht wilden Drohungen hinreißen, die aber keiner allzu ernst nimmt.
Diese Nacht verbringt Ulf Ulrich dann in dem kleinen Haus, wo einige seiner neuen Freunde wohnen. Gegen Morgen pocht es laut an der Tür: Die Stadtwache will Jeannot abholen. Adelmus von Vinköping ist ermordet worden. Da der Dichter während der Nacht noch einmal weg war, um Wein zu holen, hat er auch kein richtiges Alibi. Dennoch glaubt Ulf Ulrich nicht, daß sein Freund den fetten Priester umgebracht hat, und beschließt, Henry und Llwellyn um Hilfe zu bitten.
Die beiden haben mittlerweile ein eigenes Interesse an der Sache: Kurz nach Sonnenaufgang hat ihnen Corazon, die hitzköpfige Flambeau, einen Besuch abgestattet, bei dem sie Llwellyn beschuldigt hat, Adelmus getötet zu haben. Als sie nämlich am Tatort war, hat sie Spuren von hermetischer Magie festgestellt, und da ihres Wissens Llwellyn der einzige andere hermetische Zauberer außer denen von Crux Liberandi ist, muß er es wohl gewesen sein. In ihrer Erregung hört sie den Unschuldsbeteuerungen des Ex Miscellanias gar nicht zu, sondern fordert ihn gleich zu einem Krieg der Magier, der am nächsten Vollmond beginnen soll.
Gemeinsam wollen sich die drei Männer jetzt auf die Suche nach dem wahren Täter begeben. Dazu suchen sie zunächst den jungen Templer, der Henry von dem Fluch befreit hat, auf, um etwas offizielle Rückendeckung zu erhalten. Joscelin d´Acre, so sein Name, ist gern bereit, ihnen zu helfen, und führt sie zunächst zum Rittmeister der Templer, Frederick of Hetford. Der erlaubt ihnen nach einiger Überlegung, bei der Aufklärung des Mordes zu helfen, unter der Bedingung, daß sie Joscelin mitnehmen.
Zusammen mit dem Tempelritter gehen sie dann zunächst zu dem Haus des Ermordeten, wo man auch seine Leiche gefunden hat. Dort erfahren sie von Adelmus´ Leibdiener, daß sein Herr gestern abend sehr spät in Begleitung eines anderen Mannes nach Hause kam. Das Gesicht des Fremden konnte der Diener nicht erkennen, da dieser einen weiten Mantel mit einer Kapuze trug. Die beiden verschwanden im Schlafgemach des Priesters, und bis zum Morgen ist keiner herausgekommen. Als der Knecht ins Zimmer ging, um seinen Herrn zu wecken, fand er nur noch dessen Leiche, und keine Spur von dem anderen Mann. Da dieser weder durch das vergitterte Fenster noch durch die Tür, vor der der Diener wachte, das Haus verlassen haben kann, gehen jetzt alle davon aus, daß finstere Magie im Spiel war. Auch eine gründliche Untersuchung des Schlafgemach fördert keine Geheimtür oder etwas ähnliches zu Tage.
Aber die Ermittler finden in einem hohlen Bein des Bettes etwas anderes: Einige zusammengerollte Bilder, auf denen recht verfängliche sexuelle Handlungen dargestellt sind. Joscelin ist über diesen Fund sehr entsetzt und möchte sofort dem Berater des Patriarchen, Gerbert von Köln, Bescheid geben. Llwellyn ist das ganz recht, denn so kann er die Leiche auch mit ein wenig Magie untersuchen. Also schickt er Henry mit zu dem Bischof und begibt sich selbst mit Ulf Ulrich in den Keller zu dem Toten. Allerdings ergibt selbst die magische Untersuchung nichts Neues.
Währenddessen unterhalten sich Joscelin und Henry mit dem allseits gefürchteten Gerbert von Köln. Der ist wegen der Bilder genauso entsetzt wie der junge Templer und bittet die beiden Ermittler, ihn über die ganze Sache auf dem Laufenden zu halten.
Im Haus können Llwellyn und Ulf noch von einem Diener erfahren, daß Adelmus öfter abends wegging und erst spät in der Nacht wiederkam. Einmal hat er seinen Herrn sogar auf einen dieser Ausflüge begleitet und weiß, daß der sich mit einigen anderen einflußreichen Herrschaften in einer kleinen Hütte etwas außerhalb der Stadt getroffen hat.
Da Henry und Joscelin noch nicht zurück sind, wollen Llwellyn und Ulf die Abwesenheit des Templers gleich für eine Untersuchung – eventuell auch eine magische – dieser Hütte ausnutzen. Da ihnen der Diener eine recht genaue Beschreibung gegeben hat, finden sie das kleine Gebäude auch schnell. Dort machen sie eine entsetzliche Entdeckung: In dem mit allerlei Foltergeräten ausgestatteten Keller liegt die grausam zugerichtete Leiche eines offenbar zu Tode gequälten jungen Mädchens von vielleicht fünfzehn Jahren. Über dem Körper der Toten schwebt ihr Geist, der noch keine Ruhe gefunden hat. Als Llwellyn mit ihr spricht, erfährt er, daß hier wohl schon des öfteren junge Menschen grausam getötet wurden, damit sich einige wahrscheinlich recht ranghohe Persönlichkeiten daran ergötzen konnten. Wer diese Leute waren, kann die Tote allerdings nicht sagen, da die Zuschauer während der ganzen „Vorstellung“ Kapuzen trugen. Das Mädchen bittet Llwellyn um ein anständiges Begräbnis. Außerdem hat sie zwei jüngere Brüder, Johannes und Cyprian, um die sich jemand kümmern muß, da ihre Eltern schon lange tot sind. Der Magier verspricht, nach den beiden zu schauen.
Nachdem sich die beiden Männer noch einmal vergeblich in der Hütte nach Hinweisen umgesehen haben, begraben sie die Tote am Fluß. Als sie sich danach auf den Rückweg machen, kommt ihnen ein kleinwüchsiger Mann entgegen, der augenscheinlich genau die Hütte als Ziel hat, die Llwellyn und Ulf gerade verlassen haben. Kurzerhand beschließen die beiden, noch einmal umzukehren und zu sehen, was der Kleine dort will. Als der eine Schaufel von seinem Eselchen lädt und dann in den Keller verschwindet, wird beiden klar, daß der Zwergenwüchsige wohl für die „Entsorgung“ der Leichen zuständig ist und sich wundern dürfte, wo das junge Mädchen geblieben ist.
Da der Kleine vermutlich auch die Identität zumindest von einigen der Verantwortlichen für die Toten kennen dürfte, nehmen ihn Llwellyn und Ulf unter gewissen Schwierigkeiten gefangen. Im Austausch für seine Freiheit verlangen sie von ihm, daß er ihnen die Namen derer, die regelmäßig an diesen Treffen teilnehmen, nennt. Nach einer kurzen Debatte läßt sich der Zwerg schließlich darauf ein. Auf der glücklicherweise nicht allzulangen Liste befinden sich neben Adelmus auch einige andere hochrangige Personen aus Adel und Klerus, die offenbar alle ihren Spaß daran haben, andere Menschen grausam sterben zu sehen. Gemäß der Abmachung lassen Llwellyn und Ulf den Kleinwüchsigen laufen, der daraufhin Jerusalem sofort verläßt.
Mit ihrer Liste von Namen gehen die beiden zunächst zu Henry und Joscelin, danach auf deren Anraten zu Gerbert von Köln. Der fanatische Kirchenmann verspricht ihnen, der Angelegenheit auf den Grund zu gehen: Er hatte schon lange den Verdacht, daß die Straßenkinder in Jerusalem nicht alle auf irgendwelche Sklavenmärkte verkauft werden. Jetzt, da er die Liste hat, kann er endlich Schritte gegen die Verantwortlichen einleiten.
Als sich Ulf Ulrich an diesem Abend wieder zu seinen Künstlerfreunden zurückbegibt, erfährt er von Albertus von Gent, wo man solche Zeichnungen wie die, die in Adelmus´ Schlafzimmer gefunden wurden, bekommen kann: Bei einer Frau namens Paschia di Riveri, besser bekannt als „Madame la Patriachesse“, der Geliebten des Patriarchen Heraklios. Diese Frau ist auch für ihre üppigen Feste, die sie für hochrangige Kleriker und Adlige gibt, berühmt, genauso wie für ihren ausschweifenden Lebensstil. Da es gut möglich ist, daß Adelmus seinen Mörder auf einem dieser Feste kennengelernt hat, möchte Ulf näheres erfahren und beschließt, Paschia einen Besuch abzustatten.
Als Bäckergeselle verkleidet, der eine Lieferung Brote abzugeben hat, gelingt es ihm, sich ins Haus zu schmuggeln, wo er die schöne Hausherrin zunächst mit einem Liebesgedicht und dann mit seinen Liebeskünsten zu beeindrucken versteht. Um ihm ihr Gefallen auszudrücken, lädt Paschia den dänischen Dichter sogar zu einer ihrer Feiern ein – offenbar sind dort recht häufig Künstler zugegen. Außerdem erzählt sie Ulf auch, daß an dem Mordabend Adelmus tatsächlich auf einem ihrer Feste war, allerdings kann sie nicht sagen, mit wem er fortgegangen ist. Dennoch ist es eine recht brauchbare Spur, und so nimmt Ulf die Einladung doppelt gerne an.
Während Ulf mit solch angenehmen Zeitvertreib beschäftigt ist, trifft Henry beim Gebet in der Grabeskirche auf Gerbert von Köln. Es dauert nicht lange, und die beiden eigentlich sehr verschiedenen Männer befinden sich in einer angeregten Unterhaltung über Dämonen und ähnliches Gezücht. Gerbert ist beeindruckt von der Erfahrung, die der recht junge Henry auf diesem Gebiet schon gesammelt hat, während der von dem Exorzisten gleichermaßen angetan ist. Das Gespräch endet damit, daß Henry Gerbert bittet, seine Streitaxt zu segnen, was dieser auch gerne tut. Seitdem befindet sich auf der Klinge in kleines Kreuz, von dem niemand sagen kann, wie es dort hingekommen ist.
Auch Llwellyn ist während dieser Zeit nicht untätig: Zusammen mit Joscelin begibt er sich auf die Suche nach den zwei kleinen Brüdern des zu Tode gefolterten Mädchens. In einem Krankenhospiz der Hospitaliter werden sie schließlich fündig: Der jüngere der beiden, Cyprian, ist an einem schweren Fieber erkrankt und liegt im Sterben. Um ihn magisch zu heilen, bedarf es Vis, das Llwellyn allerdings nicht in ausreichender Menge zur Verfügung hat. Da er dem Jungen dennoch helfen will, beschließt der irische Magier, sich das nötige Vis in Crux Liberandi zu leihen oder zu ertauschen. Während er geht, bleibt Joscelin bei dem kranken Kind zurück und verblüfft damit die Hospitaliter, die mildtätige und mitleidige Templer nicht allzu gewohnt sind.
In Crux Liberandi trifft Llwellyn auf Ardor Sanctis, den Jüngsten der drei Magier, der nicht nur bereit ist, ihm das Vis zur Verfügung zu stellen, sondern es als seine Christenpflicht ansieht, den Jungen selbst zu heilen. Daher kommt er gleich ins Hospiz mit und verwirrt die Hospitaliter noch mehr: Zwei barmherzige Tempelritter an einem Tag ist mehr, als diese jemals gesehen haben.
Nachdem Ardor Sanctis seine „Gebete“ über dem Jungen gesprochen hat, geht es Cyprian tatsächlich besser. Von einer Wiedererstattung des Vis will der junge Flambeau nichts hören, schließlich ist es seine Pflicht, zu helfen. Als Llwellyn ihn zu seinem Bund zurückbegleitet, erfährt er von dem recht arglosen Magier, daß es Corazon war, die den Templern gesagt hat, daß bei dem Mord Magie mit im Spiel war. Darüber gerät der Ex Miscellania, in Crux Liberandi angekommen, sofort mit der Spanierin aneinander, zumal die ihn auch noch beschuldigt, in ihrem Bund Vis zu schnorren. Wütend verspricht ihr Llwellyn, jeden Bauern zurückzuzahlen, was sie allerdings mit einem Schnauben abtut. Seitdem herrscht zwischen diesen beiden Magiern eine rege Feindschaft.
Während der nächsten zwei Tage erholt sich Cyprian erstaunlich schnell von seiner Krankheit. Vielleicht ist es auch die Gesellschaft Joscelins, der sich die ganze Zeit um ihn und seinen Bruder kümmert, die ihm dabei hilft. Jedenfalls äußert schon recht bald ein Hospitaliter gegenüber Llwellyn sein Bedauern, daß der junge Mann im Templerorden ist und nicht seinem eigenen. Schließlich wäre es eine Schande, einen so sanftmütigen Menschen auf ein Schlachtfeld zu schicken, wo er doch als Heiler sehr viel nützlicher wäre. Auch dem Magier fällt auf, daß Joscelin seine Waffe nur sehr ungeschickt trägt und nicht gerade das Material zu sein scheint, aus dem wahre Krieger gemacht sind. Bei einem entsprechenden Gespräch äußert auch der Templer selbst seine Bedenken: Er glaubt nämlich nicht, daß er in der Lage wäre, einen anderen Menschen, und sei er auch ein Heide, zu töten. Langsam überlegt sich Llwellyn, ob er den jungen Mann nicht mit nach Serpentia nehmen soll, denn der würde doch sicher einen recht guten Salomoniter abgeben.
Schließlich ist es dann soweit: Der Abend von Paschias Fest ist herangerückt. Dort hört sich Ulf Ulrich unauffällig nach Adelmus und seiner mysteriösen Begleitung um. Dabei lernt er auch den Schutzpatron des Malers Albertus von Gent, einen französischen Adligen namens Laurend de Bourgueil, kennen und unterhält sich recht angeregt mit ihm. Schließlich bittet Laurend Ulf auf den Balkon, da er ihm dort ein selbstgeschriebenes lateinisches Gedicht vortragen wolle. Draußen beginnt der Franzose, mit ausladenden Gesten und lauten Worten zu sprechen. Mitten im Vortrag fällt Ulf Ulrich jedoch auf, daß es sich hier keineswegs um ein harmloses Gedicht handelt, sondern um einen hermetischen Zauberspruch. Während er noch in seinem Rücken die Worte „Perdo Mentem“ hört, springt er vom Balkon in den Garten und flieht.
Allerdings ist der fremde Magier nicht bereit, ihn so leicht entkommen zu lassen und verfolgt ihn, zusammen mit einem Grog. Auf der leer scheinenden Straße jagt er dem Flüchtenden sogar noch eine Feuerlanze hinterher. Aber die Straße ist nicht so leer, wie sie aussieht: Llwellyn, Henry und Joscelin haben sich hier versteckt, um das Haus im Auge zu behalten. Als nun der junge Templer sieht, daß es sich bei dem Verfolger um einen Zauberer handeln muß, springt er aus seiner Deckung, um Ulf Ulrich zu verteidigen. Dabei wird er von einer zweiten Flammenlanze getroffen und fällt zu Boden.
Währenddessen hat Llwellyn den fremden Grog mit seinem Whiskynebelzauber außer Gefecht gesetzt, und Henry den Magier mit seiner Streitaxt niedergeschlagen. Kaum ist der kurze Kampf jedoch vorbei, als Joscelin etwas verwundert aufsteht: Er ist völlig unverletzt, nur an der Stelle, wo die Flammenlanze eingeschlagen hat, ist seine Rüstung ein wenig erhitzt. Offenbar hat der Herr seine schützende Hand über den sanftmütigen Templer gehalten.
Bei einer kurzen Durchsuchung findet Llwellyn bei dem schwerverletzten Laurend de Bourgueil das Hauszeichen der Jerbitons. Da wird ihm klar, daß der Mann Gerbert nicht lebend in die Hände fallen darf, damit der fanatische Hexenjäger keine Informationen über den Orden von ihm bekommen kann. Als er sich also mit Henry auf den Weg zu dem Kirchenmann macht, sorgt der Grog dafür, daß der fremde Jerbiton seinen Verletzungen erliegt.
Da durch Joscelins Zeugnis erwiesen ist, daß der Franzose magische Kräfte besaß, und da er als der Schutzpatron eines der geschmähten Künstler auch einen Beweggrund für den Mord hatte, können Llwellyn und Ulf Ulrich schlüssig beweisen, daß der Tote Adelmus´ Mörder ist. Gerbert ist hochzufrieden. Er findet bei dem Toten in ein paar Beutelchen noch die Werkzeuge für dessen teuflische Magie – bei Magiern allgemein Vis genannt – und wirft sie ins Feuer, auch das von Llwellyn so geschätzte Ignem-Vis.
Dennoch ist die Auflösung des Falls ein großer Erfolg, und Corazon muß ihren unberechtigten Krieg der Magier gegen Llwellyn wieder absagen. Als Ehrung für ihre Verdienste an der Stadt werden die Gefährten von Gerbert persönlich eingeladen, die Weihnachtsmesse in der Loge der Templer in der Grabeskirche zu feiern, was die drei Männer auch dankend akzeptieren. Außerdem können Llwellyn und Henry den Kölner überreden, für Joscelin ein gutes Wort einzulegen, damit dieser mit zu den Salomonitern von St. Blasius kommen darf. Da die Templer an dem sanftmütigen jungen Mann ohnehin schon fast verzweifelt sind, kommen sie dieser Bitte gerne nach.
So verlassen die Gefährten Jerusalem in den ersten Tagen des Neuen Jahres zusammen mit Joscelin und den Brüdern Johannes und Cyprian wieder und ziehen über den Jordan nach Serpentia zurück.

*

Während ihres Aufenthalts in Jerusalem gibt Gerbert Henry einen Brief für Vater Petrus mit, den dieser auch übergibt. Darin wird der Priester aufgefordert, zum Patriarchen der Heiligen Stadt zu kommen.
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Auf der Rückreise kommen die Gefährten kurz vor Serpentia an einer ausgeraubten Karawane vorbei. Die einzige Überlebende ist ein neugeborenes Mädchen von ungewöhnlicher Schönheit, das sofort von Ulf Ulrich an Kindes Statt angenommen wird. Er nennt die Kleine Calida.

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Marganma

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