Serpentia

Octavia und die Meuchelmörder

Herbst 1182

Sir Quintus, Aladin, Julius

Eines Tages meldet Ali aus der Herberge, daß ein Reisender ihm eine interessante Geschichte erzählt hätte: Octavia Maxima, die große Diebin, wäre in Damaskus und hätte sich vorgenommen, Saladin selbst zu bestehlen. Da diese Frau Sir Quintus´ Schwester ist, bricht der junge Ritter sofort auf, um sie in der Stadt zu suchen. Auch Julius schließt sich an: Die Sache klingt ja recht lustig.
Als sie in Damaskus ankommen, spricht schon die ganze Stadt von Octavias dreistem Diebstahl. Offenbar hat Quintus´ Schwester es geschafft, in den Palast des Sultans einzubrechen und ihm dort sein vergoldetes Rasierzeug und ein paar andere Kleinigkeiten zu stehlen. Danach ist sie völlig von der Bildfläche verschwunden, selbst Quintus´ alte Ziehmutter Hassana, die Herrin der Diebe, weiß nicht, wo sie ist.
Allerdings kann die alte Frau dem Ritter erzählen, daß sich Octavia wahrscheinlich noch in der Stadt aufhält, da ihr Lieblingspferd immer noch in dem Mietstall steht, wo die junge Diebin es untergebracht hat. Außerdem warnt Hassana, daß aus ungeklärten Gründen noch andere Leute nach Octavia suchen würden: Die Assassinen von Alamut!
Als Aladin davon hört, erklärt er sich bereit, bei der Suche zu helfen. Erst vor kurzem hat er nämlich in seinem Schlafgemach auf dem Kopfkissen seines Bettes einen verzierten Dolch gefunden: Eine Warnung der Fanatiker. Er zeigt auch Sir Quintus und Julius die Waffe. Dabei löst sich ein weiteres Rätsel, denn Sir Quintus ist das Symbol auf dem Dolch wohl vertraut. Seit er das Amt des Schlüsselmeisters übernahm, hat er ständig Träume von einer Kammer, in der der Kupferne Schlüssel von Serpentia liegen muß. Die Träume weiteten sich immer mehr aus, sodaß er bald erkennen konnte, daß die Kammer in einer Festung liegt, auf deren höchster Zinne eine Flagge mit einem unbekannten Symbol weht. Unbekannt bis heute: Denn das Zeichen auf dem Dolch entspricht dem auf der Flagge. Als Aladin davon hört, kann er den beiden Italienern von Alamut, der Bergfestung der Assassinen, berichten. Wie es nun scheint, liegt der Kupferne Schlüssel in eben dieser Festung. Jetzt hält Quintus es für noch wichtiger, Octavia zu finden, denn in diese schwerbefestigte Burg kommt nur der beste aller Diebe ungesehen hinein.
Die drei Männer beschließen, den Stall zu überwachen, in dem das Pferd der Meisterdiebin steht. Dort allerdings werden sie zunächst von dem Stallknecht abgewimmelt. So leicht lassen sie sich aber nicht entmutigen: In der Nacht brechen Quintus und Julius in den Mietstall ein, in der Hoffnung, bei dem Pferd vielleicht irgendwelche Hinweise auf Octavias Verbleib zu finden. Dabei werden sie erwischt und gefangengenommen. Die Stallknechte übergeben die beiden glücklosen Einbrecher dann der Stadtwache, die sie zunächst in Eisen legt.
Am nächsten Tag werden die beiden dann zum Kadi geführt, aber da Aladin seinen Einfluß geltend gemacht hat, bleibt Quintus die Enthauptung und Julius das Brandzeichen erspart. Obwohl die beiden frei gehen können und sich der Stallbesitzer sogar noch bei Aladin entschuldigt, beschließt Quintus, als Buße einige Zeit als Knecht dort zu arbeiten. Natürlich wird sein Ersuchen nicht abgelehnt, da er ein Freund des mächtigen Aladin Ibn Usama ist. Allerdings wird er dort auch nicht geschont, sodaß er am Abend zu müde ist, um noch etwas zu unternehmen.
In der Nacht bewachen Aladin und Julius abwechselnd das Gebäude. Dabei sieht der kleinwüchsige Italiener, wie einer der Stallknechte das Haus mitten in der Nacht verläßt und schleicht ihm hinterher. Leider ist er nicht leise genug und wird von dem Mann bemerkt. Dieser erwischt ihn sogar nach einer kurzen Verfolgungsjagd und schleppt den Magus zu einem Brunnen. Dort taucht er ihn solange unter, bis Julius ihm genau erzählt hat, wer er ist und was er eigentlich will. Dann fesselt der Stallbursche den Magier und verschwindet in eine der unzähligen Straßen der großen Stadt.
Am nächsten Tag wird überall in der Stadt erzählt, daß die Assassinen einen reichen Kaufmann getötet hätten, aber niemand weiß genau, warum. Aladin, Julius und Quintus glauben nicht an einen Zufall und beschließen, bei den Hinterbliebenen nachzuforschen. Da Aladin in Damaskus den besten Ruf hat und Sir Quintus ohnehin nicht abkömmlich ist, sind es die beiden Magier, die zu dem Anwesen des Kaufmannes gehen. Dort erfahren sie von einer Dienstmagd, daß vor drei Tagen ein neues Mädchen in das Haus gekommen sei, die ihr Herr aus Herzensgüte aufgenommen hätte. Die Beschreibung des Mädchen paßt auf Octavia. Zwar sind ihre Sachen noch da, sie selbst aber ist verschwunden. Nach einem kleinen Bakschisch für die Magd kann Aladin diese Habgüter auch gerne mitnehmen. Bei dem kleinen Bündel findet er unter anderen Dingen auch ein vergoldetes Rasierzeug: Dies ist wirklich der „Besitz“ von Sir Quintus´ jüngerer Schwester.
In der Nacht will Aladin den Stall selbst als Katze verwandelt überwachen, da er in dieser Form bei einer eventuellen Verfolgung dem Stallknecht sehr viel weniger auffallen wird. Als er es sich aber auf dem Dach über Quintus´ Schlafplatz bequem machen will, wird er zunächst von dem riesigen Stallkater vertrieben. Es gibt eine wilde Verfolgungsjagd, der der Bjornaer schließlich durch eine Verwandlung in einen Panther ein Ende setzt. Unbelästigt kehrt er nun zu seinem vorherigen Ausguck zurück, nur um bei Quintus eine verhüllte Gestalt zu sehen, die sich über den schlafenden Ritter beugt. Blitzschnell wird er wieder zum Menschen und greift den Unbekannten an, der sofort ein Messer zieht und den nackten Magus damit bedroht. Von all diesem Lärm wird auch Quintus wach. Trotz seiner Müdigkeit erkennt er in der verhüllten Person augenblicklich seine kleine Schwester und beendet den fast zwischen ihr und Aladin entbrannten Kampf.
Nachdem die Geschwister einige Nachrichten über die Heimat und die Familie ausgetauscht haben, kommen sie zu einer kurzen Besprechung der Lage. Bei ihrem Einbruch in Saladins Palast hat Octavia auch eine kleine Statue mitgenommen, von der sie später festgestellt hat, daß sie hohl ist. In der Figurine befanden sich einige hochwertige Kreditbriefe, unterzeichnet von einem gewissen Abbas Ibn Usama, die allerdings bald verfallen werden. Seitdem sich diese Briefe in dem Besitz der Meisterdiebin befinden, sind die Assassinen hinter ihr her.
Nicht völlig selbstlos bietet Aladin Octavia an, die Schuldscheine für sie einzulösen – gegen einen gewissen Anteil, versteht sich. Nach einigem Gefeilsche über die Höhe dieses Anteils erklärt sich die Diebin einverstanden. Da sie die Briefe natürlich nicht dabei hat, macht sie für den nächsten Tag einen Treffpunkt mit ihrem Bruder auf dem Marktplatz aus. Dort wird sie sie dann übergeben.
Als sich die Geschwister jedoch am nächsten Tag bei einem der unzähligen Märchenerzähler treffen, werden sie von zwei Assassinen angegriffen. Zunächst wird Octavia von hinten niedergestochen, danach kommt es zum offenen Kampf, den Quintus auch knapp für sich entscheiden kann. Dabei spielt dessen Knappe Constans auch eine gewisse Rolle, der nach alter Serpentiasitte den Übeltäter von hinten angreift und zumindest verletzt.
Da die beiden Geschwister in dem Kampf einige Wunden davongetragen haben, werden sie zu Aladins Anwesen gebracht, wo sein persönlicher Arzt sie versorgen kann.
Während Sir Quintus und Octavia sich erholen, löst Aladin die Kreditbriefe ein und teilt das Geld mit der jungen Frau. Die überläßt allerdings ihren Anteil Serpentia, da sie nicht an Reichtum, sondern an Aufregung interessiert ist. Insofern ist sie auch gern bereit, ihren Bruder nach Alamut zu begleiten. Schließlich hat sie ja auch noch ein Hühnchen mit den Assassinen zu rupfen.

*

Saladin ist über den offenen Kampf auf dem Marktplatz ziemlich verärgert und beschließt, die Macht der Meuchelmörder ein wenig zu beschneiden. Er befiehlt ein paar Angriffe auf einige der syrischen Festung der Assassinen und ersucht dafür auch Aladin, ihm ein paar Bewaffnete zu stellen. So kommt es zum ersten großen Kampf für die Grogs von Serpentia, bei dem Sergej, Andrews Leibgrog, als Held fällt.

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Marganma

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