Serpentia

Padraigs Diener

Sommer 1188

Llwellyn, Henry, Bernward, Alenka, Frederik, Lionel, Andrew, Alen

Bei einer der Debatte über „Jung“magier und „Alt“magier, Respekt, Frauen und einiges mehr kommen Andrew und Llwellyn auf die Idee, daß Bernward und Frederik mehr über die Welt lernen sollten. Frederiks Einwand, er wäre doch schon südlich der Sonne gewesen, wird beiseite gefegt. Es ist beschlossen – die „Jungmagier“ müssen in die Stadt, und Llwellyn wird sie begleiten! Etwas resigniert fügen sich die beiden in ihr Schicksal und benachrichtigen ihre Leibgrogs…
Da nichts besonderes ansteht, beschließt Llwellyn, auch seinen Sohn Padraig nach Damaskus mitzunehmen. Schließlich soll der Kleine auch etwas von der Welt sehen. So brechen sie dann schließlich zu siebt auf, und erreichen die Stadt auch ohne Zwischenfälle an einem strahlenden Nachmittag. Dort quartieren sie sich zunächst bei Aladin ein, der sie sofort bittet, das Abendessen mit ihm zu verbringen. Jedoch muß Llwellyn während des Mahls feststellen, daß sein alter Freund immer dekadenter und genußsüchtiger zu werden scheint. Vielleicht hat auch seine neue Frau, die indische Prinzessin Damayanti, etwas damit zu tun. Jedenfalls kommt es nach dem Mahl zu einem handfesten Streit wegen irgendwelcher Spitzen, die sich keiner der beiden sparen kann, der mit gleich zwei Certamen endet. Etwas erbost zieht sich Llwellyn in sein äußerst luxuriöses Quartier zurück.
Dort wartet gleich der nächste Streit auf ihn: Sein neunjähriger Sohn ist von Aladins Töchtern wohl ziemlich aufgezogen worden und jetzt neidisch auf ihr Spielzeug und ihre Diener. Zwar versucht der etwas gestreßte Vater, Paddy zu erklären, daß Diener einen auch nicht glücklich machen, aber der Kleine hat offenbar die Sturheit der Llwellyns geerbt und will nicht nachgeben. Schließlich erklärt der Magier sich bereit, für die nächsten paar Tage alles zu tun, was Paddy will – damit der mal sieht, wie so was ist.
Am nächsten Tag gehen die beiden zusammen mit den anderen auf den Markt, wo sich Llwellyns Sohn dann tatsächlich einen Diener in seinem Alter aussucht – sehr zum Mißfallen seines Vaters, aber der kann jetzt auch nicht mehr zurück. Der Kleine heißt Aleon, ein recht seltsamer Name für ein eindeutig arabisches Kind. Auch sein Verhalten ist ziemlich merkwürdig: Er scheint teilnahmslos und unmotiviert. Bei einigen Tests findet Llwellyn heraus, daß die gesamte Erinnerung des Kindes offenbar künstlich erschaffen worden ist.
Bernward untersucht daraufhin die Magie, die auf dem Jungen liegt und stellt fest, daß es sich um nicht-hermetische Zauberei handelt, die in ihrem Effekt etwa der sechsten bis achten Ordnung entspricht. Außerdem macht der junge Bonisagus eine sehr verblüffende Entdeckung: Die Magie, die hier gewirkt wurde, ähnelt in ihrer Struktur jener, die auf Gerwald liegt! Die beiden Unterarten haben etwa den Verwandheitsgrad von merkurianischer und hermetischer Magie. Allerdings sind die Zauber, die auf dem Stallknecht liegen, weitaus stärker als die, die hier wirken. Bernward schätzt sie spontan auf etwa fünfzehnte Ordnung.
Den Rest des Tages verbringen Frederik und Bernward damit, sich von Lionel durch Damaskus führen zu lassen, während Llwellyn seinem Sohn und dessen Diener Gesellschaft leistet. Beim Abendessen treffen sie sich schließlich wieder und werden von Aladin für den nächsten Abend zu einer kleinen Feier bei einem befreundeten Emir eingeladen.
Am nächsten Tag stellen die Magier fest, daß sie weiterreichende Informationen über Aleon und sein seltsames Schicksal brauchen. Allerdings weiß keiner von ihnen, wen sie fragen könnten. Zwar ist sich Llwellyn bewußt, daß gute Kontakte zu einigen Damaszenern bestehen, aber er kennt die Leute nicht. Also setzt er über seine Tochter Nynaeve eine Bitte an Sir Quintus ab, ihm doch zu sagen, wer ihm hier in Damaskus helfen könne. Der gibt die Antwort über Andrew an Lionel weiter – der sie ohnehin gewußt hätte.
So erfährt Llwellyn, daß er sich an den Bettler/Dieb Farouk oder auch an Raimond von Tripolis wenden solle. Zusammen brechen die Magier dann auf, um den ehemaligen Grafen zu besuchen. Unterwegs fällt Alenka ein junger Mann auf, der offenbar verzweifelt versucht, die Gruppe auf sich aufmerksam zu machen. Sie teilt dies Llwellyn mit, und als der sich dem Araber zuwendet, signalisiert der ihm, daß er ihn gern allein sprechen würde.
Der Ire geht darauf ein und begegnet so Farouk, dem Spion des Bundes in Damaskus. Dieser teilt ihm mit, daß schon seit einiger Zeit merkwürdige Dinge geschehen würden: Arme Leute verschwinden spurlos, und die wenigen, die wieder auftauchen, sind verändert und erinnern sich nicht mehr an ihr wahres Selbst. Auf Anfrage bestätigt er, daß Aleon – den er als Achmed kennt – zu diesen Menschen gehört. Die einzigen Gemeinsamkeiten zwischen allen Verschwundenen sind ihre Armut und die Tatsache, daß sie sich alle ganz gerne in der Nähe des Krankenhauses und der Madrasa, der Rechtsschule, herumgetrieben haben. Llwellyn sichert Farouk zu, daß er und die anderen sich das Ganze einmal näher ansehen werden.
Nach diesen beunruhigenden Informationen setzen die drei Männer ihren Weg zu Raimond fort. Der heißt sie gerne willkommen und zeigt während des Gesprächs eine große Vertrautheit mit dem Orden und seinen Gepflogenheiten. Auch stellt sich heraus, daß er wohl in der Lage ist, Magie zu spüren. Nebenher läßt sich erfahren, daß Pierre, Alocars Enkel, mittlerweile wohl schon zum Leibwächter des ehemaligen Grafen aufgestiegen ist. Das Phänomen der verschwundenen Menschen hat Raimond nicht so direkt bemerkt, aber er verspricht, sich etwas umzuhören.
Am Abend beschließt Paddy, daß er auch auf die Feier, auf die Aladin sie eingeladen hat, gehen will. Notgedrungen muß Llwellyn wohl auch mit, und Frederik schließt sich an. Bernward allerdings möchte sich lieber noch einmal mit Raimond unterhalten.
Während die Gefährten noch den Abend planen, steht einer von Aladins Dienern direkt neben Lionel, der den Magiern interessiert lauscht. Plötzlich hört der Mann in seinem Kopf eine seltsame Stimme, die ihn fragt, ob er Hilfe braucht. Beunruhigt eilt der Bedienstete in eine Moschee und betet um Erleuchtung. Noch zweimal hört er die körperlose Stimme, einmal bittet sie ihn, sich zu melden, und schließlich kündigt sie an, selbst zu kommen. Jetzt ist es für den Mann klar: Der Engel Allahs hat zu ihm gesprochen!
Tatsächlich ist Andrew, der sich im Bund Sorgen um Llwellyn und die beiden „Jungen“ gemacht hat, für diese Stimme verantwortlich. Eigentlich wollte er ja Lionel erreichen, aber irgend etwas ist schiefgelaufen, und nun spricht die arkane Verbindung, die eigentlich zu dem Waliser gehen sollte, auf Aladins Diener an. Da sich Andrew über die fortgesetzte magische Stille seiner Mitbrüder Sorgen macht, steigt er noch an demselben Abend aufs Pferd, nimmt Alen mit und hetzt einmal mehr Richtung Damaskus.
Dort langweilt sich Llwellyn auf einer prunkvollen Feier, in der der Alkohol reichlich strömt und Tanzmädchen mehr Fleisch zeigen, als vielleicht angemessen wäre. Immerhin schläft Paddy nach reichlichem Whiskygenuß schnell ein, sodaß sein Vater eine gute Entschuldigung hat, das Fest zu verlassen und zu Aladins Haus zurückzukehren.
Unterwegs werden sie Zeuge, wie ein bestimmter Diener aus einer Moschee stürmt und einigen Bettlern enthusiastisch von der Wiederkunft des Engels berichtet. Seine Begeisterung erweist sich als recht mitreißend – immer mehr Arme versammeln sich, um seine Botschaft zu hören…
Bernward hingegen hat einen sehr angenehmen Abend. Es stellt sich heraus, daß Raimond sehr viel Ahnung von Magie und ihren verschiedenen Spielarten hat – mehr als der junge Bonisagus – und so erzählt er ihm Dinge über Kabbalisten; die Zauberschmiede, die Djinns in Gegenstände zu bannen vermögen; asketische Sufis; nordische Runenschneider, Gestaltwandler, Zigeuner und viele Dinge mehr. Erst als der Morgen dämmert, wird beiden bewußt, wieviel Zeit eigentlich vergangen ist, und Bernward verabschiedet sich, um noch ein wenig zu schlafen.
Auch Alenka, die eigentlich bedauert hat, daß sie nicht zu dem Fest gehen konnte, verlebt eine sehr schöne Zeit. Die vier Veteranen, die Raimond als Wachen beschäftigt, unterhalten sich gern mit ihr, aber am besten versteht sie sich mit Pierre – so gut, daß dieser ihr sein Nachtlager anbietet….
Kurz nachdem Bernward und die widerstrebende Alenka sich von Raimond und Pierre getrennt haben, treffen Andrew und Alen in Damaskus ein. Sie begeben sich sofort zu Aladin und müssen dort von Llwellyn erfahren, daß eigentlich alles in Ordnung sei. Jetzt deckt sich auch auf, daß die Verbindung zu Lionel irgendwie gestört ist, und Frederik meint sich zu erinnern, gesehen zu haben, wie der prophetische Diener gestern direkt neben dem Waliser gestanden hat.
Immerhin hat Andrew im Bund das Liber Peregrinatio, in dem einige nützliche Sprüche niedergeschrieben sind, eingesteckt, was sich jetzt als äußerst nützlich erweist. Da Bernward die Hoffnung hegt, daß derjenige, der Aleon verzaubert hat, noch eine arkane Verbindung zu dem Jungen besitzt, möchte er ihn auf diesem Weg finden, und tatsächlich findet sich in dem kleinen Reisebuch ein entsprechender Zauber.
Nachdem Bernward sich ein wenig von der anstrengenden Nacht erholt hat, spricht er den Spruch und findet heraus, daß die Spur tatsächlich in Richtung des Krankenhauskomplexes führt. Allerdings kann er den genauen Ort nicht festmachen. Dennoch beschließen die Magier, sich dorthin zu begeben und einfach einmal umzusehen. Auch Raimond von Tripolis wird gebeten, sich anzuschließen, da seine Gabe, Magie zu spüren, vielleicht von Nutzen sein kann. Der ehemalige Graf stimmt zu, und so kommt auch Pierre als sein Leibwächter mit.
Auf dem Weg zum Krankenhaus kommt ihnen eine seltsame Prozession entgegen: Ein Haufen armer Leute, geführt von Aladins Diener, der sie mit glühenden Reden über die Wiederkunft des Engels anfeuert. Die Stadtgarde hält sich in der Nähe dieser Ansammlung auf und beobachtet das ganz mißtrauisch, greift aber nicht ein. Andrew ist sein magisches Mißgeschick reichlich peinlich, und er hofft, daß die Angelegenheit keine größeren Kreise zieht…
Schließlich erreichen sie dann das Krankenhausgelände, wo sie sofort von einem Oberarzt angesprochen werden, was denn all diese Bewaffneten hier sollten – dies wäre ein Ort der Heilung und des Lernens, nicht des Krieges. Llwellyn erklärt geistesgegenwärtig, im Auftrag des Emirs Aladin unterwegs zu sein, woraufhin ihm der Araber, immer noch etwas mißtrauisch, anbietet, einen jungen Arzt mitzuschicken. Der irische Magier geht gerne darauf ein, denn das Gelände, auf dem sich auch die Bibliothek, die Madrasa und einige Parks befinden, ist doch weitläufiger und unübersichtlicher, als er es sich vorgestellt hat.
Der junge Arzt Ibrahim ist zwar von den vielen Bewaffneten etwas eingeschüchtert, führt sie aber dennoch gerne herum. Nach etwa einer halben Stunde ergebnisloser Suche fällt Raimond schließlich ein etwas abgelegenes Gebäude auf, um das herum Magie zu herrschen scheint. Ibrahim berichtet, daß hier früher ein bedeutender Arzt gelebt hat, heute wird das Haus von einer Frau bewohnt, die Unterricht über richtiges Verhalten in der Schwangerschaft erteilt. Auffällig an ihr ist, daß sie keiner bestimmten Volksgruppe zugeordnet werden kann: Zwar hat sie die dunkle Haut einer Araberin, aber rote Haare und seltsam schrägstehende Augen und sehr hohe Wangenknochen…
Als sich die Gefährten dem Haus nähern, bemerkt Bernward ab einem gewissen Punkt eine Art seltsames Ziehen, so als wäre er abrupt von einem Typ Aura in einen anderen übergewechselt. Während er sich noch mit den anderen Magiern und Raimond über dieses Phänomen berät, wird plötzlich der Boden unter ihren Füßen bröselig und brüchig, sodaß einige der Gefährten ein wenig einsacken. Allerdings gelingt es Frederik recht schnell, die Erde durch die Erschaffung von etwas Wurzelwerk wieder zu festigen.
Kaum jedoch haben sich die Gefährten von der Überraschung erholt, als der nächste Angriff erfolgt: Die künstlich erschaffenen Wurzeln machen sich selbständig und greifen wie bleiche Finger nach den Füßen und Beinen der Menschen. Zwar können die Grogs mit ihren Waffen dieser Gefahr recht schnell Herr werden, aber der Arzt Ibrahim hat genug gesehen: Mit dem Schrei „Teufelswerk“ rennt er davon.
Die anderen sind nicht bereit, so schnell aufzugeben, und nähern sich dem Gebäude weiter. Doch schon geht der Spuk weiter: Von zwei hohen, schlanken Birken lösen sich die Blätter ab und schießen wie scharfkantige Geschosse auf die Gruppe zu. Zwar können die Grogs einen Großteil davon mit ihren Schilden abhalten, aber es kommen doch einige durch und schlagen blutige Wunden.
Frederik hat nun genug von diesen Überraschungsangriffen und wirkt einen Spruch, der ihn warnen soll, wenn sich die Pflanzenwelt hier wieder beleben sollte. Dadurch wird er auf die Rosenbüsche aufmerksam, denen nun alle Grogs ihre Schilde zuwenden. Doch plötzlich spürt Raimond, daß die Magie ihres Gegners aus einer ganz anderen Richtung kommt – sein Warnruf kann gerade noch verhindern, daß die auf die Gruppe zurasenden Dachziegel ihr Ziel völlig unvorbereitet treffen. Dennoch gibt es auch diesmal wieder ein paar Blessuren mehr.
Schließlich erreichen die Gefährten die Tür, und Henry und Alen drängen sich als erste hinein. Im Inneren erwartet sie statt irgendwelcher Schrecken ein gemütliches, recht großes Zimmer mit ein paar Stühlen und einem schweren Tisch. Die Wände und der Fußboden sind mit hübschen Teppichen bedeckt – und kaum haben alle den Raum betreten, schlägt die Tür von alleine zu und eben diese Teppiche werden belebt und greifen an.
Der Kampf ist ziemlich unausgeglichen, da es zwar relativ leicht ist, die Wandbehänge auseinanderzuschneiden, diese dann aber nur in mehreren Teilen weiter kämpfen. Schließlich ziehen die Gefährten sich wieder zurück, zumal auch die Stühle und der Tisch anfangen, bedrohlich zu ruckeln und zu wackeln. Wieder draußen angelangt, wird zunächst Bernward aus dem Teppich befreit, der ihn umschlingen konnte, und dann hat Llwellyn die Nase voll: Er läßt einen ganzen Flammenbogen in den Raum hinein lodern, woraufhin die gesamte Einrichtung Feuer fängt und schon bald lichterloh brennt.
Wieder ist es Raimond, der die Gefahr als erster bemerkt und die anderen warnt: Von einem Moment zum anderen verstärkt sich der Brand und aus den Fenstern und Türen des Hauses kommen heiße Stichflammen geschossen. Sie erwischen auch einige der Gefährten, die sich noch in der Nähe des Gebäudes aufgehalten haben und nicht schnell genug weggekommen sind. Besonders schlimm erwischt es Alenka, die Bernward mit ihrem Körper deckt, und Andrew, der zu allem Überfluß auch noch ein Kettenhemd anhat. Glücklicherweise beherrscht der Jerbiton einen Spruch, der ihn von seiner Kleidung befreit und kann sich so noch einmal retten.
Das unheimliche Haus brennt jetzt lichterloh in einem seltsamen grünen Feuer, und in den Flammen ist das Gesicht einer jungen Frau mit einem füchsischen Gesicht unidentifizierbarer Abkunft zu erkennen, die die Gefährten auszulachen scheint. Aber schon bald verschwindet diese Erscheinung, und das Feuer brennt jetzt normal weiter.
Durch den Brand und Ibrahims Geschrei sind einige andere Leute auf die Ereignisse aufmerksam geworden, sodaß es schon bald vor Ärzten nur so wimmelt. Die Verwundeten werden sofort zum Krankenhaus gebracht, wo ihre Wunden sorgfältig versorgt werden und sie die beste Pflege erhalten. Der Rest wartet das Ende des Brandes ab und erklärt in der Zwischenzeit dem Oberarzt, was eigentlich genau geschehen ist. Der Araber ist recht entsetzt und erlaubt Llwellyn und Frederik gerne, sich noch weiter umzusehen.
Schließlich ist das Haus abgebrannt, und die Magier und jene der Grogs, die noch halbwegs unverletzt sind, beginnen, die schwelenden Ruinen zu untersuchen. Dabei entdecken sie einen Keller, der von den Flammen kaum angetastet worden ist, und in dem sich eine Art Labor befindet – allerdings mit Sicherheit kein hermetisches. Außerdem finden sich einige der vermißten Bettler, von denen allerdings alle während des Feuers an Rauchvergiftung gestorben sind.
Weiterhin von Interesse sind die schriftlichen Unterlagen der Frau, der das Labor gehört hat, denn sie hat sich bei ihren Aufschrieben der atlantischen Buchstaben bedient. Daß sie eine Art Dämonistin sein muß, wird durch das Relief bestätigt, daß sich an einer der Kellerwände befindet, denn es stellt Charnas in seiner ganzen bösartigen Schönheit dar. Irgendwelche magischen Utensilien lassen sich nicht finden – nur ein einziger kleiner Koffer, in dem sich in sieben Abteilungen eine sehr seltsame, glibbrig-glitzernde Substanz befindet. Wie Frederik feststellt, könnte man daraus Mentem-Vis gewinnen, aber der Deutsche beschließt vorerst, dies zu unterlassen – wer weiß, worum es sich bei dem Zeug handelt?
Dieses Rätsel läßt sich allerdings schnell lösen: Als die Magier zu Aladins Haus zurückkehren, stellen sie fest, daß mit dem Verschwinden der seltsamen Frau auch Aleons künstliche Erinnerung vergangen ist. Im Moment verfügt der kleine Junge über nicht mehr eigenen Geist als eine Pflanze. Frederik macht sich nun noch einmal auf die magische Suche nach dem Bewußtsein des Kindes – und tatsächlich findet er es: Es hat sich in dem Koffer manifestiert!
Es gelingt Llwellyn schließlich unter größerer Anstrengung, dem Jungen seinen Geist wieder zurückzugeben. Der beginnt daraufhin sofort, voller Entsetzen und Angst zu schreien und kann nur mühsam wieder beruhigt werden. Stück für Stück erfahren die Magier von ihm, daß jene Frau ihn entführt und für grausame Experimente benutzt hat, eine Erfahrung, die ihre Schatten noch lange über den Geist des Kindes werfen wird.
Auch die anderen sechs Menschen, die der Dämonendienerin zum Opfer gefallen sind, erhalten ihr Bewußtsein wieder zurück. Auch sie haben ähnliches erlebt wie Achmed, und zwei von ihnen sind unter dieser Folter völlig zerbrochen und dem Wahnsinn verfallen. Selbst diejenigen, die noch einigermaßen stabil sind, sind von diesen grausamen Ereignissen verändert worden. Immerhin kann einer von ihnen den Serpentianern den Namen der Foltermeisterin nennen, die für all dieses Elend verantwortlich ist: Sie nannte sich Necta.
Llwellyn kommt dieser Name irgendwie bekannt vor, und schließlich erinnert er sich: Necta war der Name einer der vorgeblichen Jerbitons, die sich mit dem Bund Citadel vor zehn Jahren im Tribunal angemeldet hatte. Da dieser Bund sich nach dem Mord an dem Mercere Daniel wieder völlig aus dem Tribunalsgeschehen zurückgezogen hat, wird schon lange vermutet, daß es sich bei jenen acht Magiern nicht um Mitglieder des Ordens gehandelt hat. Möglicherweise sollen sogar alle von ihnen Dämonisten sein…
Kurz bevor Llwellyn und die anderen zum Bund zurückkehren, wird der Ire von Raimond angesprochen, denn dieser hat Andrew als den vermeintlichen Dämonisten erkannt, der von Gerbert von Köln gejagt wird. Nachdem er von Llwellyn die wahre Geschichte gehört hat, ist er geneigt, dem zu glauben, und nach einem Gespräch mit Andrew läßt er sich schließlich vollends überzeugen.
Während der Unterhaltung mit Llwellyn kam dieser auch kurz auf die Salomoniter zu sprechen, und da Raimond sie gerne kennenlernen würde, wird er kurzerhand nach Serpentia eingeladen. In dem Tal angekommen, zeigt er sich sehr beeindruckt von der Struktur der Pyramide, erklärt aber recht schnell, sie würde ja wohl nicht aus Schwarzstein bestehen. Auf die Anfrage, worum es sich dabei handeln möge, erfahren die Magier, daß Schwarzstein eine durch Zauberei erschaffene, magisch taube Substanz ist, die überhaupt nicht auf irgendwelche Sprüche oder anderen Effekte reagiert. Balians Amulett zum Beispiel hätte aus Schwarzstein bestanden…
Bei der Rückkehr in den Bund ergibt sich noch ein anderes Problem: Paddy ist überhaupt nicht bereit, „seinen“ Diener wieder herzugeben. Als Llwellyn darauf besteht, regt sich der Junge so sehr auf, daß sich seine magischen Kräfte völlig unkontrolliert entladen. Aber es gelingt dem Iren, seinen Sohn soweit wieder zu beruhigen, daß kein Schaden entsteht. Schließlich einigen sich die beiden darauf, daß Achmed zwar Paddys Freund, aber eben nicht sein Diener sein kann, womit sich der Junge endlich zufrieden gibt. Immerhin sind die anderen Kinder des Bundes der Meinung, daß nur Schwächlinge oder Doofe Diener brauchen….

Comments

Marganma

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.