Serpentia

Ramiteps Braut

Herbst 1200

Ramitep, Ludwig, Gwyn, Padraig, Aella, Pierre, Alenka

Auf Gwyns Hochzeit im vergangenen Jahr ist auch Ramitep auf Brautschau gegangen. Aus politischen Gründen hat er sich für eine junge Frau aus der Familie der ibn Usama entschieden: Satima bint Malakei. Jetzt ist es soweit: In wenigen Wochen soll die Hochzeit stattfinden. Als jedoch Ramitep nach Damaskus kommt, um ein paar letzte offene Fragen mit dem Vater seiner Verlobten zu klären, eröffnet Malakei ihm, daß seine Tochter verschleppt worden sei.
Wie es scheint, gibt es einen Djinnbeschwörer, der sich in die unschuldige Maid verliebt hat und der deshalb anfing, einigen Druck auf Malakei auszuüben – unter anderem ist das Haus des Ibn Usama bei einem Erdbeben zerstört worden. Als ein Freund von Malakei aus Tripoli in Nordafrika davon hörte, bestand er darauf, die junge Frau in Sicherheit zu bringen – der Vater befürchtet, nicht völlig ohne Hintergedanken. Er ist froh, daß Satimas rechtmäßiger Verlobter da ist, denn der will doch seine Braut sicher retten? Ramitep ist über diese Geschichte aufrichtig empört und beschließt, sofort nach Nordafrika zu reisen und Satima den Fängen ihres Entführers, eines gewissen al-Awal ar-Rutama zu entreißen. Eine kurze Suche per Zauberspruch stellt sicher, daß sich das Mädchen tatsächlich in Tripoli befindet.
Ramitep wird von seinem Leibgrog Ludwig begleitet, außerdem kommen Gwyn und Padraig, Aella, Alenka und Pierre zur Unterstützung mit.
Die ist auch nötig: Als die Gruppe in Tripoli eintrifft, stellen sie als erstes fest, daß Satimas Entführer al-Awal tot ist – vergiftet. Spekulationen darüber, wer es gewesen sein könnte, sind vielfältig: Offenbar hatte der Mann, der von den Einheimischen als „Alchemist“ bezeichnet wurde, vor kurzem einen jungen Mann aus der Herrscherfamilie blamiert. Ansonsten wird vermutet, daß irgendwelche Perser dahinterstecken könnten. Die Suche nach Satima über eine arkane Verbindung ergibt zunächst nichts, also beschließt Ramitep, sich bei dem Anwesen des Toten ein wenig umzusehen.
Zunächst aber will er Kontakt mit dem hiesigen Bund aufnehmen – nach ein paar Problemen kann er mit dem Criamon Ombra sprechen, der ihn warnt, daß Magie in der Stadt offiziell illegal ist, es aber nichtsdestotrotz eine mächtige Vereinigung einheimischer Zauberer – genannt „Alchemisten“ – gibt. Einer der Anführer, den man vorsichtig behandeln sollte, ist ein gewisser Haidar el-Hilali.
Die Serpentianer sind nicht die Einzigen, die ein gesteigertes Interesse an dem Anwesen von al-Awal haben: Mehrere andere fallen auf, darunter ein sehr gepflegter Bettler, ein freundlicher Obsthändler und eine finster herumlungernde Gestalt. Von dem Bettler erfahren die Serpentianer, daß die junge Frau, die al-Awal aus Damaskus mitgebracht hat, verschwunden sein soll.
Als ein junger Mann mit auffallenden roten Haaren, gut gekleidet, aber mit einem Sklavenhalsband, das Haus verläßt, beschließt Ramitep, ihm zu folgen. Vielleicht weiß er ja mehr über Satimas Verbleib. Sie sind nicht die einzigen, die ihm folgen – der finstere Kerl kommt auch mit. Da Ramitep bei einem Gespräch mit dem Rothaarigen nicht unbedingt belauscht werden will, geht Gwyn los, um den Finsteren abzulenken. Offenbar hat Gwyns harmlose Frage, wo es denn hier nach Karthago ginge, noch eine andere Nebenbedeutung, denn der Verfolger widmet nun seine volle Aufmerksamkeit dem Lehrling und läßt sich bereitwillig von ihm mitziehen.
Ramitep spricht daraufhin den Rothaarigen an. Er ist Yulna, ein Sklave von Haidar al-Hilali, einem sehr mächtigen Alchemisten. Da auch al-Awal ein Alchemist war, hat Haidar natürlich ein Interesse an der ganzen Angelegenheit. Ramitep bittet Yulna, ein Treffen mit Haidar zu vereinbaren. Das ist auch sofort möglich, und von dem alten Alchemisten erfahren die Serpentianer, daß außer Satima noch einige Gegenstände aus al-Awals Besitz verschwunden sind: Allesamt magische Artefakte.
Nach dem ergiebigen und freundlichen Gespräch kehren Ramitep und die anderen zur Herberge zurück, nur Padraig möchte sich noch weiter bei dem Haus des toten Alchemisten umsehen. Er kommt dort mit dem Obsthändler ins Gespräch, der ihn in eine Falle lockt und mit Hilfe eines brutalen Kerls namens Mohammed ausquetscht. Immerhin sind die beiden Schurken so freundlich, Padraig nach der „Befragung“ beim nahen Krankenhaus abzuliefern – der Lehrling hat zwei gebrochene Finger und etliche blaue Flecken davongetragen.
In der Herberge fängt Ramitep hingegen an, sich Sorgen zu machen: Weder Padraig noch Gwyn sind von ihren Alleingängen zurückgekehrt. Padraig kann er mit einem Zauber finden, aber als er dasselbe bei Gwyn versucht, kehrt sich die Magie gegen ihn und verletzt ihn, ohne daß er ein Ergebnis erhalten würde. Beunruhigt bricht der Magier mit seinen Gefährten auf, um wenigstens Padraig zurückzuholen. Bis auf eine merkwürdige Begegnung mit einem gefährlichen Mörder gelingt das auch ohne Problem – nur Gwyn ist und bleibt verschwunden.
Am nächsten Tag kehren die Serpentianer noch einmal zu al-Awals Haus zurück – immerhin haben sie Gwyn dort zum letzten Mal gesehen. Von dem Obsthändler ist nichts mehr zu sehen (nur ein Eishändler hat sich eingefunden), aber der gepflegte Bettler ist wieder da. Er kann sich erinnern, daß der finstere Kerl, mit dem Gwyn mitgegangen ist, sich häufiger auf dem Gemüsemarkt herumtreibt, kennt aber weder dessen Namen noch seinen Beruf.
Während sich Ramitep, Padraig und die anderen noch mit dem Bettler unterhalten, erschallt aus dem Haus des Toten plötzlich der Ruf „Feuer, Feuer“. Natürlich finden sich sowohl die Serpentianer als auch der Bettler, der Eisverkäufer und noch einige andere sofort bereit, in das Haus zu gehen und bei den Löscharbeiten zu „helfen“. Zunächst finden sie nichts interessantes, dann aber tauchen zwei merkwürdige Männer auf: Der eine weißhaarig und vom Feuer völlig unbekümmert, der andere mit rotgoldenen Haaren und wenig Begeisterung für Wasser – wahrscheinlich ein Feuerdjinn. Zwar können die Gefährten nicht herausfinden, was der Weißhaarige eigentlich will, aber Pierre verfolgt ihn, als er das brennende Haus verläßt und findet heraus, in welcher Herberge er sich eingemietet hat. Interessant ist auch, daß der Weißhaarige mit damaszenischem Dialekt spricht…
In al-Awals Haus machen die anderen Serpentianer die Bekanntschaft der Magd Jalila, die sich mit Satima angefreundet hat. Sie erzählt, daß die junge Frau nach dem Giftanschlag um ihr eigenes Leben fürchten mußte und deshalb aus dem Haus geflohen ist – offenbar mit den magischen Artefakten im Gepäck. Wie es scheint, hat Jalila ihr den Rat gegeben, sich bei den Juden in deren Viertel zu verstecken. Ramitep bedankt sich bei ihr und verspricht, sie mitzunehmen, wenn er mit seiner Braut zurück nach Damaskus reist.
Da sie im Augenblick nichts tun können, um Gwyn zu helfen, schickt Ramitep eine Nachricht in den Bund, um die anderen von dem Verschwinden des Lehrlings zu unterrichten. Danach begeben sich die Gefährten noch einmal zu Haidar, um ihn über die neue Entwicklung zu informieren. Der Alchemist lädt sie ein, als Gäste zu ihm zu ziehen, was die Serpentianer auch gerne annehmen.
Doch in der Nacht brechen sie noch einmal auf, um sich im jüdischen Viertel umzusehen. Ramitep befürchtet nämlich, daß es sich bei dem Weißhaarigen um den bösartigen Djinnbeschwörer handeln könnte, von dem Malakei erzählt hatte. Leider stellt sich dort heraus, daß Satima zwar da war, aber die Juden schon wieder verlassen hat. Wie es scheint, hat sie vor, mit einem Schiff wieder nach Damaskus zurück zu fahren. Ein junger Jude scheint auch noch Kontakt zu ihr zu haben, aber da er die Serpentianer für Räuber und böse Geister hält, will er ihnen nicht helfen. Es scheint, als wäre er ein wenig verliebt in Ramiteps Verlobte…
Bei ihrer Suche nach Satima im Hafenviertel fällt Padraig und Pierre der finstere Kerl, der Gwyn entführt hat, auf. Pierre schleicht ihm hinterher und findet heraus, das der Kerl wohl nur ein Handlanger ist. Er spricht mit dem Wirt einer Hafenschenke und fordert, in weitere Geheimnisse eingeweiht zu werden, nun, da er einen so wichtigen Dienst erwiesen hätte. Der Wirt sichert ihm zu, er werde schon bald ein sehr wichtiges Geheimnis erfahren, und schickt ihn wieder weg. Das nächste Mal, als die Serpentianer ihn sehen, ist er tot – er hat ein Messer in den Rücken bekommen…
Aber der Besuch im Hafen ist auch weiterhin ergiebig: Ramitep entdeckt den Weißhaarigen, wie er zielstrebig in Richtung der Schiffe geht. Dort ist auch Satima – er beginnt sofort, auf sie einzureden und will sie augenscheinlich verschleppen. Als die Serpentianer eingreifen, ruft er zwei Feuer- und zwei Luftdjinns herbei und hetzt sie auf Ramitep und die anderen. Aber die sind den Kampf gegen Djinns schon gewohnt, und so bleibt das einzige Opfer ein Teil von Ludwig sorgsam gepflegten Bart.
Ramitep kümmert sich nicht weiter um die Djinns, sondern stürmt auf seine Verlobte zu. Gleichzeitig mit Pierre langt er bei ihr und dem Weißhaarigen an, und Pierre kann den feindlichen Djinnbeschwörer erschlagen. Dankbar sinkt Satima in die Arme ihres Bräutigam – so findet diese Suche ihr glückliches Ende. Unter Tränen erzählt die junge Bint Usama, wie ihr Gastgeber vergiftet wurde, sie in Panik geflohen ist und sich zunächst bei den Juden versteckte. Aber auch da kam ihr der Djinnbeschwörer Hafiz auf die Spur, und so floh sie weiter, bis sie jetzt von Ramitep gerettet wurde.
Nachdem Ramitep seine Braut beruhigt hat, untersucht er den verstorbenen Hafiz gründlich und findet dabei zwei scheinbar magische Gegenstände: Eine goldene Brosche und die Figurine einer Giraffe. Die Artefakte, die Satima bei al-Awal mitgenommen hat, hat sie mittlerweile verkauft, um sich eine Schiffspassage leisten zu können.
Auch eine andere Suche findet ein Ende: Im Bund haben sich Andrew und Rhys berechtigte Sorgen wegen Gwyns Verschwinden gemacht. Bernward versucht noch einmal, ihn mittels eines Zaubers zu finden, wird aber vom Rückschlag der Magie hart getroffen und schwer verletzt. Auch die anderen Expeditionsteilnehmer sind nicht zu finden – später stellt sich heraus, daß das an dem magischen Schutz um Haidars Haus herum gelegen haben muß. Daraufhin brechen Andrew, Rhys, Karl und Lin Chou Yüan zusammen mit der hochschwangeren Farina auf, um die anderen zu suchen und gegebenenfalls zu retten.
In Tripoli fällt Lin zunächst auf, daß die Stadt exakt nach einem Kraftmuster aufgebaut ist, das an wenigen Knotenpunkten zusammenläuft. Die beiden Magier in seiner Begleitung sind von dieser Tatsache weniger fasziniert. Sie versuchen, die anderen zu kontaktieren, was ihnen auch gelingt.
Auch Gwyn taucht wieder auf: Er sitzt, erschöpft und verletzt, in der Herberge, in der sich die Gefährten niedergelassen hatten, bevor sie zu Haidar umgezogen sind. Er hat eine merkwürdige Geschichte zu erzählen: Offenbar ist er von ein paar wahnsinnigen Kultisten verschleppt worden, die ihn für ihren Propheten halten. Sie haben ihn zunächst unter Drogen gesetzt und mit hübschen Mädchen versorgt. Dann aber fingen sie an, ihm größere Mengen Blut abzuzapfen, und eine Frau kam zu ihm, die eine magische Tätowierung anfertigen sollte, um ihn als Sklaven an die Kultisten zu binden. Da aber ging ihr Plan schief: Die Frau verliebte sich in Gwyn und verhalf ihm zur Flucht. Da sie offenbar das Gedächtnis verloren hatte, wollte sie sich zunächst um ihr eigenes Problem kümmern und nicht bei ihm bleiben.
Viel können die Serpentianer nicht mit dieser merkwürdigen Geschichte anfangen, aber Haidar al-Hilali zeigt sich sehr interessiert und befragt Gwyn stundenlang über seine Erfahrungen. Er würde ihn wohl am liebsten gleich dabehalten, aber da schreitet Andrew ein. Zusammen mit seinem Sohn, Rhys, Farina und dem verletzten Ludwig verläßt er Tripoli auf dem fliegenden Teppich. Ramitep, seine Braut und die anderen werden ihnen mit dem Schiff folgen….

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Marganma

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