Serpentia

Rettet den Schwamm!

Sommer 1186

Andrew, Alen, Nicodemus, Colleen, Henry, Terminus, Theobald

Als die Gruppe zusammen mit Marcus an der Herberge des Bundes ankommt, erklärt sich Terminus gerne bereit, ihnen zu helfen. Schließlich hat der Tytalus auch nichts für Satansdiener übrig. Es gelingt ihm tatsächlich, Alocar über die alten Liebesbriefe anzupeilen, und so nehmen die Gefährten die Verfolgung auf. Allzu weit ist der teuflische Magier nicht von ihnen entfernt, und so hat Terminus schon nach wenigen Tagen den Eindruck, daß ihr Feind nur noch ein paar Stunden Reise weg ist.
Am Morgen dieses Tages ist Nicodemus ungewöhnlich unruhig und drängt die Gruppe zu immer größerer Eile, da er den Eindruck hat, daß sie Alocar noch vor der Mittagsstunde aufhalten müssen, denn ansonsten wäre es zu spät.
Schließlich kann Ladyhawke, die schon voraus geflogen ist, Alocar entdecken: Zusammen mit einer Schar von Bewaffneten befindet er sich auf einem hohen Felsplateau, zu dem es nur einen Zugang gibt, der natürlich gut verteidigt ist. Außerdem hat Terminus´ Falke den Sarg gesehen, der schon damals in Tripolis so viele Rätsel aufgeworfen hat.
Nicodemus warnt seine Gefährten, daß sie sich beeilen müßten, denn schon bald wird die Sonne ihren Zenit erreicht haben. Obwohl einige der Gefährten gerne etwas vorsichtiger vorgehen würden, kann der Bulgare sie überzeugen, daß er sie nicht leichtfertig so antreibt. Daher spornen alle ihre Pferde zu größerer Eile an, sodaß sie das Felsplateau noch vor der Mittagsstunde erreichen können.
Schon während des wilden Rittes wird ein grober Plan entwickelt: So soll Theobald auf der einen Seite des Plateaus empor geschwebt werden. Kurz vor Mittag wird sich der Grog Alocar und seinen Begleitern zeigen und behaupten, Terminus Ex Tytalus zu sein und die Bewaffneten mit dem Wanderstab seines Bruders bedrohen. Der Rest der Gruppe wird über eine in den Fels geformte Treppe auf der anderen Seite nach oben steigen und so den Dämonisten mit etwas Glück überraschen.
Schließlich sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, und langsam steigt die Sonne dem Zenit entgegen. Kurz bevor sie jedoch ihren höchsten Stand erreicht hat, beginnt sie sich zu verdüstern und ein Schatten schiebt sich über die lichtspendende Scheibe – Alocar hat zum Höhepunkt seiner Zeremonie für eine Sonnenfinsternis gesorgt.
Da der Rand des Plateaus fast zwanzig Meter höher liegt als der eigentliche Boden, können Andrew, Terminus und die anderen zunächst unbemerkt die Zeremonie beobachten, die Alocar nun beginnt. Der Sarg ist geöffnet, in ihm liegt die Leiche einer schönen jungen Frau. Vor der Toten steht der dunkle Jerbiton. In seinen Händen hält er den Schwamm und beginnt, ihn über dem leblosen Körper hin und her zu bewegen.
In diesem Moment unterbrechen die Serpentianer das Ritual. Andrew erzeugt unter den Füßen seines verhaßten Lehrmeisters eine tiefe Grube, sodaß dieser das Relikt nicht mehr in die Nähe der Toten halten kann. Theobalds plötzliches Auftauchen verwirrt und verunsichert die menschlichen Wachen, zumal von der anderen Seite Nicodemus schon vor allen anderen den Rand verlassen hat und jetzt mit einem irren Kichern auf den Ritualplatz zustürmt. Auch der Rest verläßt nun die ohnehin nutzlos gewordene Deckung und stürzt sich in einen wilden Kampf mit dem Dämonisten und seinen Anhängern, zu denen neben den Menschen auch teuflische Kreaturen zählen.
Es gelingt einigen der Angreifer sogar, bis zu Alocar selbst vorzustoßen. Als jedoch Henry einen vernichtenden Schlag gegen den ungeschützten Kopf des Magiers führen will, trifft er statt des beabsichtigten Ziels einen kleinen Teufel, der irgendwie zwischen Alocar und die Klinge der Axt gekommen ist. Auch Theobald muß diese leidvolle Erfahrung machen, wenn auch der kleine Dämon, nach dem er schlägt, sofort wieder in einer fauchenden Nebelwolke vergeht, die seltsamerweise nach Whisky duftet. Schließlich aber endet die Sonnenfinsternis und mit ihr jede Möglichkeit, das Ritual noch erfolgreich abzuschließen. Voller Wut flieht Alocar. Zwar kann er die Leiche der jungen Frau mitnehmen, den Heiligen Schwamm jedoch muß er verloren geben.
Die teuflischen Geschöpfe, die der Satansdiener zurückläßt, werden von den Gefährten schnell besiegt. Als das letzte von ihnen fällt, nimmt der alte Hüter Marcus den Heiligen Schwamm wieder an sich. Aber irgend etwas stimmt damit nicht: Es ist, als würde ein Teil des Relikts fehlen, so als hätte Alocar etwas daraus entfernt. Dennoch ist der Alte entschlossen, die Reliquie weiterhin zu bewachen. Nach einem kurzen Dank verläßt er die Gefährten und zieht mit dem Schwamm in die Wüste hinaus, um einen neuen, sichereren Ort dafür zu finden.
Weder Andrew noch Terminus sind bereit, Alocar entkommen zu lassen, nachdem sie ihn schon fast hatten. Also benutzen sie zunächst wieder die alten Liebesbriefe, um ihrem Feind zu hinterher zu kommen. Als er diese vernichtet, verfolgen sie die Spur, die er auf der Erde selbst zurückgelassen hat. Dennoch hätten sie ihn fast verloren, wenn sie nicht mitten in der Wüste, in der Nähe einer kleinen Oase, auf den Mönch Leombardis gestoßen wären, einen alten Bekannten aus Tripolis. Der Heiler kann ihnen von einer finsteren Karawane, die nur des Nachts reiste und vor kurzem diese Gegend durchquerte, berichten und ihnen den Weg weisen, den sie genommen hat.
So kommen sie schließlich zu einem Ort, an dem Alocars menschlichen Diener niedergeschlachtet wurden. Die Art ihres Todes weist auf eine monströse Kreatur hin, die die Männer mit Klauen und Zähnen zerrissen haben muß. Von dem Magier selbst und der Leiche der Frau fehlt allerdings jede Spur.
Als Terminus den Geist eines der Männer herbeiruft und befragt, erfährt er, daß es sich bei der Toten um Alocars Geliebte Michelle handelte, die schon vor langer Zeit gestorben war. Das Ritual auf dem Felsplateau war dazu bestimmt, ihr das Leben wiederzugeben. Als das aber fehlschlug, versuchte der verzweifelte Magier hier in der Wüste, sie wiederzuerwecken. Der Versuch schlug fehl: Statt einer lebendigen Frau erschuf das Ritual nur ein mordendes Ungeheuer, das Alocar schließlich selbst wieder erschlagen mußte. Danach hat er diesen Ort verlassen – vor nur wenigen Stunden erst.
Ermutigt verfolgen die Gefährten die Spuren des Mannes weiter und schließlich sehen sie gegen Abend in der Ferne das Flackern eines Lagerfeuers. Ladyhawke kann berichten, daß der finstere Magus zu schlafen scheint. Da er im Augenblick recht hilflos ist, beschließen Terminus und Andrew, Alocar noch im Schlaf zu töten. Theobald aber meldet Bedenken an, denn eine solche Tat wäre nichts als ein feiger, hinterhältiger Mord. Schließlich einigen sich die Gefährten darauf, den Teufelsanbeter gefangen zu nehmen, um ihm die Möglichkeit zur Umkehr zu geben. Als sie sich jedoch an das kleine Lager anschleichen, müssen sie feststellen, daß der alte und daher recht mächtige Magier wieder wach ist, und so kehren sie zunächst um, um einen neuen Plan zu entwickeln.
Schließlich entschließt sich Andrew, zu seinem ehemaligen Lehrmeister zu gehen und mit Worten zu versuchen, ihn wieder auf den rechten Weg zu führen. Obwohl er weiß, wie nutzlos ein solches Unterfangen sein muß, überwindet der Jerbiton seinen Haß und tritt auf Alocar zu. Die beiden Männer haben ein erstaunlich freundliches Gespräch, bei dem Andrew erfährt, daß vor vielen Jahren die Geliebte Alocars im Kindbett starb und er sich daraufhin von Gott abgewandt hat. Er hat nicht vor, jemals zurückzukehren. Schließlich wird der ältere Mann des Gesprächs überdrüssig und er wendet sich ab, um zu gehen. Bevor er sich endgültig von seinem ehemaligen Schüler trennt, warnt er ihn noch vor den Folgen einer weiteren Verfolgung: Wenn man ihn nicht in Frieden ziehen läßt, wird Pierre den Preis dafür bezahlen müssen.
So kehren die Gefährten nach einer langen, letzten Endes fruchtlosen Verfolgung wieder um. Oder soll man Alocars Worte, daß er sich wieder dem Licht Gottes zuwenden werde, wenn Andrew selbst ein Heiliger würde, etwa ernst nehmen?
Die Rückreise führt Terminus und die anderen zwar direkt nach Hause in den Bund, Andrew jedoch wendet sich noch einmal in Richtung Tripolis. Dort gibt er seinem Freund Orson endlich eine vernünftige Erklärung für sein Interesse an den seltsamen Fällen, die in oder um die Küstenstadt passieren: Er behauptet, Dämonenjäger zu sein. Der englische Gardehauptmann reagiert zunächst recht ablehnend, da er vermutet, Andrew würde vielleicht Hexen verbrennen. Der kann ihn in dieser Hinsicht zumindest beruhigen. Offenbar hat Orson schon früher unangenehme Erfahrungen mit christlichen Fanatikern gemacht, es mag sein, daß seine Ablehnung den Templern gegenüber aus diesen Erlebnissen entspringt. Immerhin kann Andrew nun von ihm erfahren, daß er England kurz nach dem Tod seiner schwangeren Frau verlassen hat.
Immerhin gelingt es dem Jerbiton, Orson schon einmal an die Idee von freundlichen Magiern zu gewöhnen. Schließlich ist nicht auszuschließen, daß der Gardist irgendwann einmal erfährt, wer oder was sein Freund eigentlich ist.

*
Wieder im Bund angekommen, wendet sich Andrew an den Mercere Cavallo, in der Hoffnung, daß der weitgereiste Bote vielleicht etwas mehr über seinen Lehrmeister weiß oder herausfinden kann. Tatsächlich weiß Cavallo einiges über Alocars Hintergrund: Während seiner Ausbildung waren er und Michelle, die gleichfalls bei einem Magier in der Lehre war, ein Liebespaar. Als vollwertige Mitglieder des Ordens heirateten die beiden, aber Michelle starb jung im Kindbett, während Alocar gerade auf einer Reise war. In einem Wutanfall versuchte der trauernde Witwer, seinen Sohn, dessen Geburt seine Mutter getötet hatte, umzubringen, aber eine tapfere Amme brachte das Kind in Sicherheit. Daraufhin verschwand Alocar für eine ganze Weile, und als er zurückkehrte, war er so wie er es heute noch ist. Niemand weiß, wohin er gegangen ist und was er in dieser Zeit getan hat.
*

Andrew schreibt einen Brief ans Domus Magna von Haus Jerbiton und erbittet Informationen über seine Lehrlinie.

Comments

Marganma

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.