Serpentia

Sechs Lehrlinge und eine Hochzeit

Sommer 1199

Padraig, Nicola, Peregrina, Laetitia, Ciaran, Yurij

Es ist nach langen Vorbereitungen endlich soweit: Die Hochzeit von Gwyn und Farina steht vor der Tür. Die Gästeliste ist lang und schließt die Oberschicht von Damaskus genauso ein wie viele der magischen Bekannten Serpentias: So sind unter anderem Geraint Ex Jerbiton, Anette de Paris, Maika, Dieuog, Ursula, Otto von Ansbach, Antonicella Ex Flambeau und Peter bzw. Paul aus Caverna anwesend. Auch Semper Vincit ist da: Er hat noch weitere Gäste mitgebracht. Gwyn hatte ihn nämlich gebeten, einige seiner Geschwister aus Gloucester per Rego Corpus abzuholen. Der alte Tremere hat sich darauf eingelassen, unter der Bedingung, selber auch noch sieben Gäste mitbringen zu dürfen.
Aus Gloucester tauchen also pünktlich zur Hochzeit Angharad Potter und ihr Ehemann George mit ihren fünf Kindern auf, außerdem auch noch Neacal O´Shea und ein fetter junger Händler, der sich Arthur nennt und behauptet, ebenfalls ein Sohn von Andrew zu sein. Bei einer magischen Überprüfung stellt sich heraus, daß dies der Wahrheit entspricht – nicht ganz zu Andrew völliger Begeisterung. Arthur ist nämlich nicht nur sehr redselig und ein wenig nervtötend, sondern auch noch skrupellos und geldgierig. In der Begleitung des Händlers befindet sich ein gutaussehender Ritter namens Sir Nigel of Harrogate – offenbar ein Freund von Arthur.
Da Gwyn seinen Vater nicht in seinen Plan eingeweiht hat, ist Andrew erst einmal ziemlich überrascht von den unvermuteten Gästen, freut sich dann aber doch. Immerhin scheint es seinen unehelichen Kindern recht gut zu gehen.
Während sich Gwyn mit seiner Familie beschäftigt, kümmert sich Padraig um einige der anderen Gäste: Aus einigen umliegenden Bünden hat Gwyn andere Lehrlinge, die etwa in seinem Alter sind, eingeladen: Ciaran, den Lehrling von Philippe de Brionne aus Solis Defectio, Peregrina aus Al-Arama, ihre Schwester Laetitia aus Sardonyx, Yurij, den Lehrling von Nicolai, aus Maeror und Nicola aus Caverna, dessen Lehrmeister Sator der Primus des Hauses Criamon ist. Da einige der jungen Leute Damaskus noch gar nicht kennen, führt Padraig sie in der Stadt herum und zeigt ihnen einige der Sehenswürdigkeiten.
Bei diesem Rundgang sieht Padraig einen alten Bekannten: Den Feuerdjinn Ishin, der den Serpentianern vor drei Jahren einige Schwierigkeiten bereitet hat und der im Dienst von Abbas Ibn Usama steht. Als Padraig und die anderen Lehrlinge ihn verfolgen, stellen sie fest, daß er in ein übles Viertel verschwindet, kurz darauf gefolgt von Dashan Ibn Usama, Gilads eher unangenehmen Onkel. Da die edel gekleideten Lehrlinge im Gassengewirr zu sehr auffallen würden, brechen sie die Verfolgung zunächst ab, beschließen aber, die Augen offen zu halten. Als sie noch ein wenig in der Stadt herumstreifen, entdeckt Nicola in dem Park, der zum Hospital gehört, etwas sehr merkwürdiges: Über einem verbrannten Flecken Erde sieht er drei Geister schweben, die seltsam leblos in der Luft hängen und ohne Bewußtsein zu sein scheinen. Die anderen können dieses Phänomen nicht wahrnehmen.
Schließlich kehren die Lehrlinge zum Stadthaus zurück, um sich zu erfrischen. Danach brechen alle außer Laetitia wieder auf, um noch ein wenig Spaß in der Stadt zu haben, und kehren erst am frühen Morgen wieder zurück. Während die anderen noch schlafen, macht Laetitia eine beunruhigende Entdeckung: Einer der Tagelöhner, die die Geschenke für das Hochzeitspaar ausladen, sieht aus wie Ishin! Sie alarmiert die anderen Lehrlinge, und zusammen finden sie schnell die Kiste, an der Ishin gearbeitet hat. Sie fühlt sich merkwürdig warm an und hat eine magische Ausstrahlung. Ungeduldig beginnen Nicola und Padraig, die Kiste aufzureißen. Dabei kommt es zu einer großen Explosion, bei der die beiden jungen Männer glücklicherweise nicht allzu schwer verletzt werden. Aber offenbar hat es sich hierbei um einen ernsthaften Anschlag auf das Hochzeitspaar gehandelt!
Nachdem Padraigs und Nicolas Verletzungen behandelt worden sind, machen sich die sechs Lehrlinge daran, auch die anderen Geschenke zu untersuchen. Dabei entdecken sie eine goldene Statue, die leichte Magie ausstrahlt. Als Nicola sie sich genauer anschaut, stellt er fest, daß die Statue einem der leblosen Geister aus dem Park haargenau ähnelt. Daraufhin brechen die Lehrlinge auf, um diese Geister genauer zu untersuchen. Im Park angekommen, wirkt Nicola einen Spruch, um herauszufinden, was die Geister mit der Statue verbindet. Dabei wird er allerdings von einem der Geister besessen und schlägt vor, zunächst zurückzugehen, um vielleicht einen erwachsenen Magier zu Hilfe zu holen.
Doch als die Lehrlinge wieder zum Stadthaus zurückkehren, ist Gwyn gerade im Hof beschäftigt. Als Nicola ihn sieht, geht er sofort auf den jungen Bräutigam los und versucht, ihn zu erwürgen. Daran kann er glücklicherweise gehindert werden. Um herauszufinden, was mit ihm nicht stimmt, wird Frederik herbeigeholt, der ihn untersuchen soll. Dabei allerdings wird nun Frederik von dem Geist besessen und versucht ebenfalls, Gwyn zu töten. Er hat etwas mehr Erfolg als Nicola – sein Vorhaben wird zwar von den Lehrlingen verhindert, aber Gwyns Bein, das gerade am verheilen war, bricht erneut.
Nachdem der böse Geist noch einige Male von einem zum anderen gesprungen ist, kommt Yurij auf die Idee, die goldene Statue zu zerstören. Daraufhin nimmt der böse Spuk ein abruptes Ende. Während Gwyns Bein versorgt wird, machen sich die Lehrlinge auf die Suche nach der Herkunft der goldenen Statue. Dabei finden sie heraus, daß es sich um ein Geschenk von Gilad Ibn Aladin gehandelt hat. Als sie sich bei Gilad nach der Statue erkundigen, erfahren sie, daß es insgesamt drei davon gibt – eine besitzt Gilad noch, eine ging an Gwyn, und die letzte ist jetzt bei Farina. Die Statuen hat ihm sein Onkel Dashan gegeben, als Geschenke für das junge Hochzeitspaar.
Daraufhin kümmern sich die Lehrlinge zunächst darum, die verbleibenden zwei Statuen aus dem Verkehr zu ziehen, was ihnen auch ohne weiteres gelingt. Als nächstes sprechen sie mit Dashan, was aber nur dazu führt, das sie wieder herausgeworfen werden, da Nicola sich ein wenig undiplomatisch aufgeführt hat. So bleibt ihnen nur noch, Dashan zu überwachen und zu beobachten, was sie auch tun. Nur kurze Zeit nach ihrem Besuch verläßt der ältere Mann tatsächlich das Haus und geht wieder in genau jenes üble Viertel, in das damals auch schon Ishin verschwunden ist. Heute verfolgen ihn die Lehrlinge weiter, verlieren ihn aber in dem Gassengewirr zunächst.
Als aber Padraig einen seiner Kontakte in diesem Viertel anspricht, erfährt er, daß ein Mann, auf den Ishins Beschreibung paßt, schon öfters bei einem bestimmten, eigentlich leerstehenden Haus gesehen wurde. Peregrina und Laetitia verwandeln sich in Katzen, um dort ein wenig zu spionieren. Dabei entdecken sie Ishin, der gerade von einer exotischen, wunderschönen Frau wegen seines Versagens ausgescholten wird. Die Frau, die der Feuerdjinn mit dem Namen Necta angesprochen hat, verschwindet dann wieder im Haus, während Ishin mürrisch in dem kleinen Garten hinter dem Haus zurückbleibt.
Nachdem Peregrina und Laetitia dies berichtet hat, entwickelt Padraig einen Plan: Er und die anderen gehen in eine schmale Gasse hinter dem Garten und beginnen eine laute Diskussion darüber, wie unfähig Ishin doch ist. Der Plan ist erfolgreich: Ishin, erbost über Padraigs Spott, zeigt sich und schießt einen Feuerstrahl auf den jungen Llwellyn ab. Dabei wird Padraig schwer verletzt. Danach gelingt es aber Nicola, Ishin mit einem Wasserstrahl zu treffen und eines Großteils seiner Kraft zu berauben. Dabei wird aber auch er verletzt.
Trotz dieses Sieges ziehen sich die Lehrlinge zunächst zurück, um ihre Verwundeten zu verbinden. Laetitia läuft zum Stadthaus und kommt mit Hélène, Frederik und Gwyn zurück. Nachdem Padraig und Nicola wieder auf den Beinen sind, wollen sich die Lehrlinge einschließlich Gwyn zusammen mit Frederik um die schöne Fremde kümmern, deren Name ihnen irgendwie bekannt vorkommt – möglicherweise handelt es sich bei ihr um eine Dämonistin!
Während Padraig, Gwyn und Frederik versuchen, über das Dach ins Haus einzudringen, nimmt Yurij mit den anderen den einfacheren Weg: Er zerstört einfach ein Stück der Mauer, hinter der sich die Frau verbergen muß. Tatsächlich stehen Yurij, Nicola, Ciaran und die beiden Mädchen jetzt Necta gegenüber, die sich hier eine Art Labor eingerichtet hat. Über der exotischen Schönheit schwebt ein flackernder Ball aus Feuer, und sie betrachtet Yurij mit einem schrägen Lächeln. Sie erklärt, sie könne jetzt alle töten, würde aber davon absehen, wenn Yurij ihr bestätigen würde, wie schön sie doch wäre. Als der Lehrling stotternd erklärt, daß er sie durchaus schön fände, lacht sie und verschwindet in einer blendenden Explosion von Licht und Feuer. Zwar beginnt das Haus zu brennen, aber keiner von den Serpentianern oder den Lehrlingen kommt dabei zu Schaden.
Im Nachhinein erinnert sich Padraig, wo er den Namen „Necta“ schon einmal gehört hat: Als er ein Kind war, hatten sein Vater, Andrew und Bernward schon einmal Schwierigkeiten mit ihr. Offenbar ist sie eine Charnas-Anhängerin, wenn auch keine sonderlich ausdauernde – jedenfalls ist sie fürs erste verschwunden.
Die Hochzeit verläuft ansonsten ohne Probleme, auch wenn Gwyn nicht sonderlich gut laufen kann. Die Feier ist groß, sehr ausschweifend und dauert drei Tage lang. Danach kehren die Serpentianer zurück zum Bund, begleitet von einem Großteil ihrer Gäste, darunter auch Andrews Kinder. Sie bleiben noch ein paar Tage, bevor sie in ihre Heimat zurückkehren (wieder per Semper Vincits Rego Corpus). Aber kurz nachdem sie den Bund verlassen haben, finden Kathleen, Alocar, Sheila, Jaira und Gwyn eine kurze Nachricht, die unter ihre Sachen geschmuggelt wurde. Der Inhalt der Nachricht ist kurz und bündig: „Dies hätte Gift sein können.“ Außerdem ist noch ein weiterer Satz zu lesen, der offenbar an Andrew adressiert ist: „3 zu 0 für mich, 150 Pfund Silber für Euch. Wir sehen uns in Spanien“. Es ist nicht festzustellen, von wem diese Nachricht stammt – aber Andrew vermutet, daß es sich um seinen Doppelgänger handelt…

Comments

Marganma

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.