Serpentia

Sieben holde Maiden

Herbst 1198

Sir Quintus, Sir Andrew, Sir Lucien, Sir Colleen, Sir Ruairigh, Aella, Hugo

Eines Abends im Spätherbst taucht ein unvermuteter Gast in Serpentia auf: Dáirines Vater Sir Maolorain schaut wieder einmal vorbei. Er hat nämlich von der Heldentat seines Schwiegersohns gehört und möchte seiner Freude darüber Ausdruck verleihen. Dáirine freut sich, Ruairighs Begeisterung hält sich allerdings in Grenzen, vor allem, als sein Schwiegervater beim abendlichen Festmahl einen kleinen Übungskampf vorschlägt. Dabei kommt nämlich heraus, daß Ruairigh das Schwert, das Sir Maolorain ihm geschenkt hat, bei seiner Heldentat verloren gegangen ist. Immerhin sieht Dáirines Vater darin eine Möglichkeit: Er kann zusammen mit seinem Schwiegersohn auf eine Queste gehen und nach dem Schwert suchen! Ruairigh ist von dieser Idee weniger angetan, aber es gelingt ihm zunächst nicht, sich herauszureden.
Gwyn und Padraig verfallen auf die Idee, Ruairigh ein magisches Schwert zu organisieren. Dann muß er auch nicht auf Queste gehen. Deshalb bitten sie Andrew, Ruairigh das Schwert, das ihm Herr Robert geschickt hat und das aus dem Herz des Eulbergs geschmiedet wurde, zu schenken. Andrew hält zwar nicht sehr viel davon, da Ruairigh und er nicht das beste Verhältnis zueinander haben, läßt sich aber von seinen Lehrlingen überreden. Als er mit diesem Ansinnen zu Ruairigh geht, nimmt der Ire das Geschenk zwar zunächst an, aber als er das Schwert genauer sieht, stellt er fest, daß es nicht nur aus Eisen ist (was ihm dank seines Feenerbes sehr unangenehm ist), sondern auch noch eine gewisse Feindseligkeit ausstrahlt. Da er sich verhöhnt vorkommt, geht er ohne das Schwert und ohne ein weiteres Wort. Erst später können Padraig und Gwyn von ihm erfahren, was los ist.
Als Andrew davon hört, wundert er sich, denn bisher konnte er an dem Schwert nichts allzu ungewöhnliches feststellen. Immerhin kann er bei einer genaueren Untersuchung der Waffe eine schwach eingravierte römische „IV“ finden. Das ergibt Sinn, denn Robert erwähnte bereits, daß es sieben Schwerter aus diesem Erz gibt. Nach einem kurzen Gespräch mit Sir Maolorain, der bestätigt, daß das Schwert für ihn eine überaus unheilvolle Ausstrahlung hat, beschließt er, zunächt mit der Klinge selbst zu reden. Das Gespräch ergibt nicht viel, außer das die Klinge ungewöhnlich bösartig erscheint. Auf die Frage hin, ob noch etwas vom Eulberg in ihr verblieben sei, antwortet sie: „Nimmermehr“. Daraufhin reitet der Magier noch in der Nacht nach Secundus zu den Salomonitern, die aber nichts Böses an der Waffe feststellen können.
Nun beschließt Andrew, echte Experten heranzuziehen: Er will die Zwerge fragen. Glücklicherweise weilt zu diesem Zeitpunkt gerade Farina al-Azaed mit ihrem fliegendem Teppich im Bund und ist auch bereit, Andrew und seine Lehrlinge hinzufliegen.
An diesem Morgen haben Ruairigh und Sir Maolorain ihren Übungskampf, bei dem Dáirines Ehemann erwartungsgemäß schlecht abschneidet. Maolorain ist sehr enttäuscht von seinem Schwiegersohn, bis ihm Sir Quintus und Dáirine versuchen klarzumachen, daß man Menschen nicht nach dem Maß von Feen messen darf. Jetzt allerdings ist er erst recht entschlossen, mit Ruairigh auf eine Queste zu gehen, um ihn richtig einschätzen zu können. Etwas widerstrebend läßt sich Ruairigh darauf ein. Am nächsten Tag wollen die beiden aufbrechen.
Währenddessen erfährt Andrew bei den Zwergen, daß die Natur eines Schwertes von drei Teilen geformt wird: Dem Erz, dem Schmied und dem Träger. Im Fall dieses Schwertes hat der Schmied einen entsetzlichen Haß gegen Feen jeglicher Art verspürt und ihn die Klinge (und wahrscheinlich auch die anderen sechs) hineingearbeitet. Jared, der Zwergenschmied, rät zunächst, die Klinge zu zerstören, gibt dann aber zu, daß man dem Herz des Eulbergs möglicherweise mehr Frieden bringen kann, wenn man die Klinge einschmilzt und neu schmiedet. Dazu sollten aber alle sieben Schwerter eingeschmolzen werden. Zwar können die Zwerge dies nicht selbst tun, da müßte ein menschlicher Schmied ans Werk, aber sie versprechen, soweit zu helfen, wie sie können. Andrew seinerseits nimmt sich vor, sich irgendwann einmal um die Sache zu kümmern – wenn er Zeit dafür findet…
Am nächsten Tag brechen Ruairigh und Sir Maolorain auf. Kurz darauf unterhalten sich die anderen Ritter von Serpentia über die Geschichte, die Sir Maolorain bei dem Festmahl erzählt hat: Er war zu Gast bei der Hochzeit des Rosenprinzen mit der wunderschönen Aischa, als sich etwas schreckliches ereignete: Der Himmel verdüsterte sich, ein Sturm zog auf, und aus dessen Mitte kam ein Riese geschritten, hoch wie acht Männer, griff sich die Braut und verschwand wieder, bevor noch die Eide gesprochen waren. Sieben wurden ausgeschickt, um sie zurückzuholen: Sir Blasius vom Goldenen Horn, der mysteriöse Sir Quidad, Sir Henry, alt und erfahren, die Brüder Hinz und Kunz, noch Knappen, eine merkwürdige Gestalt, deren Aussehen und Namen sich niemand zu merken vermochte und Marakor die Geißel, Erster Grenzwächter des Reichs der Fünf Rosen. Nach einigem Hin und Her beschließen Sir Lucien, Sir Quintus, Colleen und Andrew, sich ebenfalls auf den Weg zu machen, um Aischa zu retten: Schließlich soll sie den Rosenprinzen heiraten – er hätte es wohl kaum verdient, so einfach davonzukommen. Außerdem schuldet Aischa ihnen dann einen Gefallen….
So brechen die vier in Begleitung von Aella auf, um sich auf die Suche nach dem Sturmriesen, der Aischa entführt hat, zu machen. Zunächst begeben sie sich ins Reich des Goldenen Frühlingswaldes, wo sie erfahren, daß Sturmriesen häufig in Herbstreichen angesiedelt sind. Da das benachbarte Herbstreich als Anlaufpunkt eher ungeeignet ist, beschließen die Ritter, lieber mit dem Wagenhaus zu fahren, das ganz in der Nähe im Reich der Windpappeln öfter vorbeigefahren kommt.
Im Wagenhaus erfahren sie, daß das nächste geeignete Reich wohl die Windtannen wären. Es hält sich auch gerade ein winziger Gnom in der Schankstube auf, der von dort kommt. Er gehört zur königlichen Marine, einer der dortigen Ruderer, ist aber bei einem starken Wind aus dem fliegenden Boot gefallen und will jetzt wieder nach Hause. Sein Name lautet „Eins-links“. Er bestätigt, daß bei den Windtannen Sturmriesen leben, und daß sie so ziemlich alles fressen, was ihnen vor ihr Maul kommt – auch Menschen. Aber Eins-links kann ihnen helfen, einen satten Sturmriesen zu finden. Zur zusätzlichen Beruhigung und Bestechung bestellt Andrew noch ein paar Windbeutel bei der Wirtin des Wagenhauses.
Nach einem längeren Gespräch mit einigen Reisenden aus „Japan“, die merkwürdige Geräte bei sich führen, die ständig Blitze durch die Gegend werfen, lernen die Ritter Lugrio den Narren kennen, der offenbar auf der Suche nach Sir Ruairigh, dem Helden von Morgenrot, ist, da er etwas für ihn hätte. Er wird darüber informiert, daß Ruairigh gerade mit seinem Schwiegervater Sir Maolorain auf einer Queste sei.
Schließlich trifft das Wagenhaus bei den Windpappeln ein. Mit der Hilfe von Eins-links, der hier sein Boot recht schnell wiederfindet, können die Gefährten einen Riesen ausfindig machen, der gerade gegessen hat. Das Gespräch mit ihm – man nennt ihn „Lauft-weg“ – ist allerdings nicht sehr ergiebig: Der Riese ist ein sehr einfältiges Geschöpf, dessen Gedanken nicht weit über das nächste Essen hinausreichen. Andere Sturmriesen kennt er keine, außer seinem Vater. Nachdem klar wird, daß von ihm nicht mehr viel zu erfahren ist, wenden sich die Ritter ab, um ein Nachtlager in sicherer Entfernung von ihm aufzuschlagen. Dort treffen sie den sprechenden Kater Mohrle, der von seinem Bauernhof vertrieben wurde, nachdem ein Riese ihn zerstört hat. Dabei ist auch seine junge Herrin Mariala entführt worden. Interessiert horchen die Gefährten auf: Schon wieder eine entführte Maid! Ob ein Zusammenhang besteht? Sie beschließen, sich die Heimat des Katers einmal genauer anzuschauen – er gibt an, sie läge in den Karpaten. Das gehört zu den Menschenreichen, wie Andrew sich erinnert, stammt Alkmene aus dieser Gegend.
Bevor sie das Reich der Windtannen jedoch verlassen können, kommen sie zu einer dichten Wand aus alten und hohen Tannen, wo ihnen ein Wächter ein Rätsel stellt, daß Sir Quintus aber sofort beantworten kann. Außerhalb der Feenreiche treffen sie einige Bauern, die zunächst Angst vor den gerüsteten Fremden haben, ihnen dann aber von dem Überfall des Riesen und Marialas Entführung erzählen. Auch hier tobte ein heftiger Sturm, als der Riese auftauchte. Einer der Bauern führt die Ritter zu dem niedergetrampelten Hof. Dort ist es nicht weiter schwierig, die Spuren des Riesen zu verfolgen. Sie enden bei ein paar verdorrten Bohnenranken, die sehr hoch und zäh gewesen sein müssen. Möglicherweise ist der Riese an ihnen emporgeklettert. Bei den Ranken findet sich eine Schote mit zehn Bohnen, die jeweils einen Bauern Herbam-Vis enthalten. Zwar könnte Andrew damit eine hohe und feste Ranke entstehen lassen, aber er ist sich keineswegs sicher, ob diese magische Ranke dann in dieselbe Gegend führt wie die des Riesen. Die Ritter beschließen, zunächst in die Reiche zurückzukehren und dort einen Bohnenexperten zu suchen.
Nachdem sie wieder im Feenreich sind, erfahren sie von dem Tannenwächter einen Weg zu einer Bohnen- und Kräuterexpertin. Es geht zunächst durch einen sommerlichen Tannenwald, bis die Ritter, Aella und Mohrle (der sie begleitet hat) auf einer duftenden Kräuterwiese stehen. In einiger Entfernung sehen sie eine kleine Hütte stehen. Dort erwartet sie eine unangenehme Überraschung: Der Garten ist zertrampelt, die Hütte durchwühlt und durcheinandergebracht. Von der Einwohnerin ist keine Spur zu finden, dafür kann Aella einige von den Eindringlingen finden. Es waren offenbar sechs oder sieben, zu Pferde.
Doch als die Gefährten die Spuren verfolgen, kommen sie an die Grenze des Reiches, wo sie sich verlieren. Aella versucht ihre besondere Fähigkeit zu nutzen und erhält einen verwaschenen Eindruck von Reitern, die durch ein sonnendurchflutetes Grasland preschen. Möglicherweise handelt es sich bei diesen Reitern um Stahldornenelfen. Wie man ihnen folgen kann, erfährt Aella allerdings nicht.
Etwas ratlos beginnen die Ritter, sich mit den umherfliegenden Bienen und Libellen zu unterhalten. Von ihnen erfahren sie, daß die sieben Reiter tatsächlich Dornenelfen waren, die der Herrin des Landes übel mitgespielt haben – sie hätten sie verdorren lassen. Um ihnen zu folgen, bräuchte man einen Grashalm oder etwas ähnliches aus dem Reich, in das man wolle.
Sir Lucien macht sich daran, die Pferdeäpfel der verschwundenen Reiter auf Halme hin zu untersuchen, während die anderen sich noch einmal der Hütte zuwenden. Dort finden sie tatsächlich einen verdorrten Kohlkopf unter dem umgestürzten Tisch. Als sie ihn gießen, entwickelt er sich weiter zu einem Kind, einem kleinen Mädchen, das rasend schnell wächst, bis sie etwa sieben Jahre alt zu sein scheint. Sie stellt sich ihnen als Kräuter-Mitzi vor und erzählt, daß Marakor (denn niemand anders war es) ihr all ihre Bohnen gestohlen hätte. Was er damit wollte, hat er nicht gesagt, aber die Gefährten haben eine Vermutung. Aber aus den magischen Bohnen, die die Serpentianer bei sich haben, kann sie ihnen solche herstellen, deren Ranken bis in den Himmel wachsen.
Während die Ritter darauf warten, daß Mitzi mit der Zubereitung der Bohnen fertig wird, tauchen zwei kleine Gestalten auf: Hinz und Kunz, die Knappen, die zur Suche nach Aischa aufgebrochen waren, sind ebenfalls auf der Suche nach magischen Bohnenranken. Die Ritter bieten ihnen an, sie zu begleiten, was die Knappen auch gerne annehmen. Sie scheinen etwa fünfzehn zu sein und einer Unterart von Gnomen anzugehören. Hinz ist ruhig und vernünftig, während Kunz draufgängerisch und übermütig wirkt.
Nachdem Mitzi sieben der Bohnen präpariert hat (sechs für die Ranke und eine siebte für den Notfall), gibt sie den Gefährten außerdem noch drei Verwandlungstränke mit. Sie sollen sie Sir Ruairigh geben, wenn sie ihn treffen, und ihn ermahnen, sie diesmal auch einzusetzen. Dann kehren sie zurück in die Karpaten, wo sie an der selben Stelle wie der Riese ihre Bohnen in die Erde pflanzen. Der Effekt ist dramatisch: Innerhalb weniger Minuten ist eine riesige Rankensäulen aus dem Boden gewachsen, die gut zu erklettern ist – wenn auch nicht für die Pferde. Kurzerhand läßt Andrew die Tiere schweben, und so klettern die Gefährten die Ranke empor.
Immer höher und höher windet sich die Ranke, bis sie schließlich in die Wolken hinein ragt. Als die Gefährten jedoch ebenfalls in die weiße Wand klettern, hören sie über sich Geräusche, und auf einmal fällt eine Gestalt an Andrew vorbei. Geistesgegenwärtig gelingt es dem Magier, den Fallenden mit einem Zauber aufzufangen. Es handelt sich um einen Zwerg mit kupferroten Haaren und einem gepflegten Bart. Kaum daß er sicher auf der Ranke ist, tauchen mehrere Luftschiffe auf, auch sie von Zwergen bemannt. Ihr Anführer stellt sich als Hauptmann Schulz von der Kupferstadt vor. Wie es scheint, hat die wachsende Ranke die fliegende Stadt der Zwerge gerammt, und nun wurde eine Patrouille losgeschickt, um nach dem Rechten zu sehen. Die Ritter entschuldigen sich für die Ungelegenheiten und erklären die Situation, woraufhin sie in die Kupferstadt zur weiteren Klärung eingeladen werden.
In der riesigen, fliegenden Stadt treffen die Gefährten zunächst auf Major Schneider, der erklärt, Professor Maier würde sich sicher gern mit ihnen unterhalten. Während die Ritter auf den Gelehrten warten, geht Aella mit dem aufgefangenen Zwerg, der sich als Gefreiter Ludwig Brück vorstellt, um sich um die Pferde zu kümmern. Dabei erfährt sie, daß dem Militär in der Kupferstadt ein hoher Rang gebührt. Alles ist sehr hierarchisch und diszipliniert, was Aella, die die lockereren Sitten von Serpentia gewohnt ist, manchmal sehr merkwürdig erscheint.
Währenddessen erfahren die anderen von Professort Maier, daß auch in der Kupferstadt eine junge Frau entführt worden ist: Atraxa Schmitz, ein Fürstentochter und begabte Sängerin. Der Riese tauchte ebenfalls aus einem Sturm auf, aber hier gab es einige Merkwürdigkeiten: Die Zwerge vermuten, daß er aus dem Windsteinland kam, denn dieses ebenfalls fliegende Reich hätte sich zu diesem Zeitpunkt in der Nähe der Kupferstadt befinden sollen. Zudem ist bei seinem Angriff ein Stein in der Stadt gelandet, der wohl aus dem Windsteinland stammen könnte. Andrew bittet darum, sich diesen Stein anschauen zu dürfen. Professor Maier erklärt, daß einige politische Fraktionen möglicherweise Einwände haben könnten – er muß das erst mit seinem Vorgesetzten, dem Herzog Schmitz, abklären.
Aber er kann einige andere interessante Dinge über das Windsteinland berichten. So wurde es ursprünglich von drei Personen besiedelt: Tremos Hochfels aus dem Haus Bonisagus, Malefix Krausbart aus dem Haus Verditius und Esrea Sonnenwind aus dem Haus Merinita. Nachdem Tremos Hochfels starb, übernahm sein Sohn Herod Hochfels mit dem Beinamen Wolkenkönig die Herrschaft, seine Ehefrau war (oder ist) Lady Shalia, eine Elfe. Außerdem wird noch von Abrax und Theodor Krausbart aus dem Haus Verditius berichtet.
Da sich an diesem Abend nicht mehr viel untersuchen läßt, begeben sich die Ritter und Aella zur Ruhe. Am nächsten Morgen sind sie zum Frühstück bei Herzog Schmitz geladen, aber als sie ankommen, sind nur die Herzogin und Professor Maier anwesend. Der Herzog befindet sich immer noch in einer Besprechung über das weitere Vorgehen wegen der Entführung seiner Tochter. Aber ein anderer Gast ist anwesend: Sir Quidad, der ebenfalls auf der Suche nach Aischa war. Er ist am letzten Abend auf der Spur des Riesen mit einem Adler eingetroffen. Er kann den anderen erzählen, daß er unterwegs Ruairigh auf dem Schneemarkt getroffen hat. Lugrio der Narr befand sich bei ihm, nicht jedoch Sir Maolorain. Ruairigh machte einen sehr niedergeschlagenen und traurigen Eindruck, sodaß Sir Quidad ihn zunächst zu Freunden im Buchenhain brachte und ihm versprach, ihm bei der Rückreise in die Menschenreiche zu helfen. Die Ritter sind etwas besorgt um Ruairigh und überlegen, aufzubrechen, um ihm zu helfen. Nebenher berichtet Sir Quidad auch noch, daß die Mühlengnomin Lucy ebenfalls von dem Riesen entführt wurde. Genau wie Atraxa hat auch Lucy eine sehr schöne Stimme.
Schließlich, als die anderen fertig gefrühstückt haben, stürmt Herzog Schmitz wutschnaubend ins Zimmer: Der Rat hat beschlossen, nur noch diesen einen Tag mit der Suche nach Atraxa zu verbringen. Immerhin hat er eine Erlaubnis, den Stein zu sehen, für die Gefährten erwirkt.
Als Andrew sich mit dem Stein unterhält, erfährt er, daß dieser Stein einst ein metallenes Gefäß umschloß, in dem eine Art Windelementar eingesperrt war. Durch ein Erdbeben konnte sich der Elementar befreien, der Behälter wurde gesprengt und fiel auf die Kupferstadt. Mittels einer arkanen Verbindung kann Andrew den Rest des Behälters ausfindig machen, nicht jedoch das Windsteinland. Da die Ritter ohnehin beschlossen haben, zunächst nach Ruairigh zu sehen und auch keine anderen Spuren haben, bitten sie die Zwerge, sie dorthin auf den Erdboden zurückzubringen. Herzog Schmitz stimmt zu: Er ist ohnehin der Meinung, die Gefährten sollten die Kupferstadt so schnell wie möglich verlassen, da einige der anderen politischen Fraktionen sonst versuchen könnten, sie wegen der Sache mit der Bohnenranke festzusetzen.
Die Abreise erfolgt relativ hektisch; Sir Quidad (dessen Adler wieder weggeflogen ist) beschließt, die Gefährten zunächst zu begleiten. Unterwegs aber wird das Luftschiff, die Forelle, von Bronzezwergen angegriffen und geentert. Während des folgenden Kampfes wird Colleen schwer verletzt. Dann schießen die Feinde auch noch mit einer Art Katapult auf die Forelle, was das Schiff zum Abstürzen bringt. Glücklicherweise besteht es aus Metall, sodaß Andrew den Absturz abfangen kann. Dennoch ist es eine harte Landung, und Sir Lucien, der gerade noch in einen Kampf verwickelt war, wird ebenfalls verletzt.
Zusammen mit Ludwig Brück, dem einzigen überlebenden Kupferzwerg, fliehen die Gefährten mit Hinz, Kunz und Sir Quidad von dem Wrack der Forelle, denn die Bronzezwerge sind nicht weit. Sir Quidad kennt die Gegend und führt die anderen zu einer sicheren Höhle, wo Aella und er Colleen und Sir Lucien versorgen. Dennoch werden die beiden noch einige Zeit brauchen, bis sie sich völlig erholt haben. Sir Quidad schlägt vor, sie bei einigen Bekannten von ihm in der nahen Waldstadt unterzubringen.
So geschieht es dann auch, und Andrew, Sir Quintus, Sir Quidad, Aella, Hinz und Kunz brechen ohne das Ehepaar in Richtung Buchenhain auf. Auch Ludwig Brück wird sie begleiten, da er im Moment keine Möglichkeit sieht, zur Kupferstadt zurückzukommen. Da sie die Spur des Sturmriesen verloren haben, wollen sich Andrew und Sir Quintus nun zunächst um Ruairigh kümmern. Aber als sie im Buchenrain ankommen, ist der Ire nicht mehr dort: Nur ein Hauch seiner traurigen Musik ist in der Luft verblieben.
Im nächsten Dorf erhalten die Gefährten Auskunft, allerdings nur gegen kleine Dienstleistungen: So müssen sie den Boden fegen, ein Hemd nähen und eine Tür streichen und mit Scharnieren nebst einem Schloß versehen. Immerhin erfahren sie, daß Ruairigh und Lugrio hier waren und zum Reich der Klingenden Silberwiesen weitergereist sind. Um dorthin zu kommen, genügt es, an einem bestimmten Hügel ein trauriges Lied zu pfeifen. Außerdem stellt sich heraus, daß Marakor und seine Spießgesellen ebenfalls hier waren, sich aber nicht sonderlich beliebt gemacht haben. Wo die sieben Dornenelfen hingegangen sind, wissen die Dörfler nicht.
Als Aella sich an diesem Abend schlafen legt, hat sie einen prophetischen Traum: Sie sieht eine riesige Säule, die mehrere Gestalten emporklettern: Eine sehr große, zwei kleinere, die aber schon weit oben sind, und dahinter sieben andere. Als sie ihren Traum erzählt, sind die anderen teils beruhigt und teils besorgt: Beruhigt, weil Ruairigh aus irgendwelchen Gründen auf derselben Spur zu sein scheint wie sie, besorgt, weil sich Marakor hinter ihm befinden mag. Schnell brechen sie zu den Klingenden Silberwiesen auf. Dort können sie in einiger Entfernung schon eine riesige Ranke erkennen, die sich noch frisch in den Himmel windet. Als sie darauf zuhalten, kommt ihnen Semper Advenit entgegen, das Pferd, mit dem Ruairigh aufgebrochen ist. Der Wallach scheint genau zu wissen, wo er hin will, und nach kurzem Zögern geben die Serpentianer ihre Pferde ebenfalls frei, um ihm zu folgen. Die Ranke, die von einem heftigen Sturm umtost ist, wären sie wohl nur unter größsten Schwierigkeiten hochzuschaffen.
Der Aufstieg erweist sich als ebenso mühsam wie riskant: Der ständige Wind macht das Emporklettern schwierig, und etwa auf der Hälfte wird Sir Quidad weggerissen und verschwindet im Sturm, ohne daß ihm noch jemand helfen kann. Der Rest kann die Ranke erklimmen, bevor sie zu welken beginnt, wenn es auch knapp ist. Sie kommen in einem weiten Brunnenschacht heraus und rasten zunächst in einer größeren Höhle, die seitlich von dem Schacht weggeht.
Als Sir Quintus den Schacht weiter hoch klettert, sieht er neben dem Brunnen die Leichen einiger merkwürdiger schweineähnlicher Gestalten liegen. Bevor er sich wieder zurückziehen kann, tauchen einige lebende dieser „Schweinchen“ auf und verfolgen ihn in den Schacht hinein. Dort fliehen die Gefährten vor ihren zahlreichen Verfolgern und können sich in eine abgeschlossene Höhle retten, wo sie zunächst ausruhen. Dann bohrt Andrew einen Schacht nach oben, der im Keller eines zerfallenen Hauses endet. Wieder ist es Sir Quintus, der sich an die Erforschung macht: Er stellt fest, daß sie sich auf einer Gruppe aus fliegenden Inseln befinden, die eine gewaltige Größe erreichen. Auf der Insel, auf der sie sich im Moment befinden, ist eine Stadt errichtet, die aber verlassen und verwüstet erscheint. Außer gelegentlichen Schweinchen-Patrouillen kann Sir Quintus keine anderen lebenden Wesen entdecken. Auf dem höchsten Punkt dieser Insel steht ein großes Schloß. In einem der Fenster brennt noch Licht.
Nachdem Sir Quintus den anderen berichtet hat, beschließen sie, sich zunächst zu dem Schloß zu begeben, um zu sehen, ob auch dort die Schweinchen hausen oder ob vielleicht noch einige Menschen dort leben. Als sie sich jedoch dem Eingangstor nähern, spürt Andrew, daß er eine Aegis durchschreitet, und prompt können Hinz und Kunz den anderen auch nicht folgen. Die beiden Knappen werden an der Treppe warten, während die anderen – Sir Quintus, Andrew und Aella – das Schloß erforschen. Vor dem großen Tor in der Außenmauer stehen zwei merkwürdige Gestalten Wache: Sie sind vage menschenähnlich, sehen jedoch aus wie weiße Scherenschnitte und scheinen tatsächlich aus Papier zu bestehen. Auf ihren Stirnen ist eine Tulcrus-Rune, wie auch Lin Chou Yüan sie benutzt, geschrieben, und in den Händen tragen sie Hellebarden. Sie versperren den drei Serpentianern jedoch nicht die Tür – im Gegenteil: Das Tor öffnet sich vor ihnen, und eine weitere Papiergestalt mit einer anderen Rune auf der Stirn führt sie ins Innere des Schlosses.
Dort bringt er (es?) sie in einen gemütlich eingerichteten Raum, in dem ein kleines Feuer brennt. Vor dem Kamin sitzt eine schöne junge Frau, die melancholisch in die Flammen starrt, außerdem sind auch Ruairigh und Lugrio der Narr anwesend. Vor allem Ruairigh ist ein wenig überrascht, Andrew, Quintus und Aella hier zu sehen, wenn auch nicht sehr begeistert. Nach seinem Aufbruch von Serpentia haben er und Sir Maolorain zunächst den Schneemarkt besucht, wo Ruairighs Schwiegervater dann eines Nachts plötzlich verschwand. Wohin er ging, konnte niemand sagen, aber die Wirtin der Herberge, in der sie übernachtet hatten, gab Ruairigh eine Haselnuß und wies ihn an, sorgfältig darauf aufzupassen. Vorher schon war Lugrio aufgetaucht und hatte Ruairigh die Scheide seines Schwertes übergeben, das er in Morgenrot verloren hatte. Er behauptete, auch die Klinge zu haben, die er Ruairigh geben würde, wenn dieser eine Queste für ihn erledigen würde. An dem Morgen, als Sir Maolorain verschwand, verlor auch Lugrio etwas: Nämlich seine Stimme. Immerhin konnte er Ruairigh mit Gesten klarmachen, daß er nicht zurück in die Menschenlande könne, solange er die Queste nicht erfüllt hätte. Daraufhin betrank sich der Ire zunächst einmal. Sir Quidad, den er in der Schenke traf, versprach, ihm zu helfen und brachte ihn nach Buchenhain. Von dort aus brachen Ruairigh und Lugrio wieder auf und kamen in das Reich der Klingenden Silberwiesen. Dort trafen sie eine Mondfee namens Lura, die ihnen von einem Riesen erzählte, der Maiden mit schönen Stimmen mit sich nehmen würde. Auf diesen Riesen wartete sie, und er tauchte auch prompt auf. Ruairigh und Lugrio folgten ihm die Bohnenranke empor, verloren ihn dann aber zunächst aus den Augen. Im Schloß angekommen, wurden sie von der Mutter der jungen Frau, die jetzt am Feuer sitzt, empfangen, die ihnen folgende Geschichte erzählte: In diesem Reich geht die Herrschaftsfolge von Vater auf Sohn über, sollte es keinen Sohn geben, so ist der Ehemann der Tochter der nächste rechtmäßige Herrscher. Vor einiger Zeit nun war Herod Hochfels in hohem Alter verstorben und hinterließ nur eine Tochter, Prinzessin Airi. Diese sollte nun, um das Reich zu retten, den Riesen Prinz Njelfe heiraten, aber einige Tage vor der Hochzeit verlor sie ihre Stimme. Jetzt entführt der Riese aus Kummer andere Maiden mit schönen Stimmen, in der Hoffnung, Airis Stimme unter ihren zu finden. Bisher konnte Airis Mutter ihn noch nicht davon abhalten. Die Schweinchen gehören zu dem Riesenprinzen und haben die Stadt besiedelt, nachdem alle anderen Bewohner nach dem Tod des Königs das Windsteinland verlassen haben. Darunter waren auch die Bediensteten des Schlosses, deren Platz nun von den Papierdingern eingenommen wurde.
Einiges von dieser Erzählung kommt den Serpentianern merkwürdig vor, aber im Moment haben sie nicht die Möglichkeit, viel zu tun. Prinzessin Airi – das Mädchen am Feuer – ist schon zu Bett gegangen, und auch den Gefährten wurden Zimmer zugewiesen. In dieser Nacht versuchen sie, das Schloß näher zu erkunden, aber die Papierwächter vertreten ihnen öfter den Weg, und da es sehr viele davon gibt, wollen sie es nicht auf einen offenen Kampf ankommen lassen. Immerhin finden sie heraus, daß der Bergfried besonders gut bewacht wird. Möglicherweise befinden sich die entführten Maiden dort. Außerdem fällt auf, daß die beiden Mäuse, die durch die Zimmer huschen, außergewöhnlich zahm und zutraulich sind. Es gibt auch zwei Katzen: Eine kleine und eine sehr große, ein Kampfkater mit nur einem Ohr, der die Mäuse fressen will.
Andrew und Quintus haben Ruairigh die Verwandlungstränke übergeben, aber als er einen davon ausprobiert, passiert gar nichts. Möglicherweise liegt es an der Aegis, obwohl sie normalerweise magische Gegenstände nicht behindern sollte. Während Ruairigh damit herumprobiert, taucht im Gang plötzlich eine vertraute Gestalt auf: Hugo, der Barde, befindet sich plötzlich im Feenreich! Dabei sollte er eigentlich nur etwas für Gilad aus einem alten Haus in Damaskus holen… Sir Quintus ist jedenfalls nicht sonderlich begeistert über das Auftauchen seines „Hofbarden“.
Am nächsten Morgen werden die neuen Gäste von der Schloßherrin begrüßt. Sie ähnelt im Aussehen Lin Chou Yüan ein wenig – möglicherweise entstammt auch sie dem Land Ch´in. Sie stellt sich als Baronin Candia Weißfels vor und behauptet erneut, Airis Mutter und die Witwe des Königs zu sein. Auch erklärt sie, daß Airi und der Riese Njelfe sich lieben würden – was sich kurz darauf beweist, als der Riese, der seine Größe zwischen der eines großen Mannes und acht Mannslängen ändern kann, die junge Frau zu einem Spaziergang abholt und sie freudig mit ihm geht. Dies wirft einige Theorien, daß Airi ihre Stimme selbst weggeschickt hat, über den Haufen. Nach dem Gespräch mit der Baronin sind die Gefährten zunächst ein wenig ratlos: Es ist klar, daß Candia lügt, aber was geht wirklich vor?
Während sie noch überlegen, was als nächstes zu tun ist, kommt die kleinere Katze zu ihnen und fordert sie mit ausdrucksvoller Mimik und Schweifwedeln auf, ihr zu folgen. Hinter dem kleinen Tier verlassen die Gefährten das Schloß und kommen auf eine hochgelegene Wiese dahinter. Dort steht ein alter Doppelturm, in dem sich eine Eule aufhält, die Sir Quintus ein Amulett gibt, das es ihm ermöglicht, mit den Tieren zu sprechen. Die Eule stellt sich als Theodor Krausbart aus dem Haus Verditius vor, und auch die kleine Katze ist ein verzauberter Mensch: Die Köchin Walthraud. Theodor erzählt, daß vor einiger Zeit Herod Hochfels und seine Frau eine neue Köchin angeheuert hätten, die erstaunliche Gerichte zu bereiten verstand: Candia. Doch die Frau vergiftete den König, seine Frau und den Hofmagier Abrax Krausbart, Theodors Lehrmeister. Ein Teil des Hofstaates wurde in Tiere verwandelt – auch die beiden Mäuse, die in Wirklichkeit die Dienstmädchen Anna und Emma sind. General Zwillich und Haushofmeister Nötz sind ebenfalls Mäuse, und der Koch Willi ist ein Hund. Der zweite Kater gehört zu Candia und heißt Pest, zusätzlich gibt es noch eine Giftschlange, die der Hexe dient. Nachdem diese die königliche Familie vergiftet hatte, legte sie einen Zauber über Airi, damit die Prinzessin ihre Lügenmärchen glaubt. Aber der Zauber wirkt nur tagsüber: Dann sind Airis Augen hellblau. Nachts nehmen sie wieder ihre normale braune Farbe an, und die junge Frau weiß ganz genau, wer sie ist. Wie genau ihre Stimme abhanden gekommen ist, wissen die Tiere auch nicht, aber kurz danach hat der Hofnarr, der nicht verzaubert wurde, das Schloß verlassen. Jetzt stellt sich heraus, daß Lugrio, der Ruairigh hierhergebracht hat, jener Hofnarr ist. Die Prinzessin übergab ihm vor seiner Flucht eine kleine Papiermuschel, in der man tatsächlich Geräusche hören kann – allerdings nicht nur von einer Stimme, sondern von zwei! Offenbar ist Lugrios Stimme ebenfalls von der Muschel eingefangen worden. Zwar scheint es, als hätte die Hexe selbst Airis Stimme gestohlen – das Papier weist deutlich darauf hin -, aber möglicherweise gelang es der Prinzessin, die Muschel wieder an sich zu nehmen und mit Lugrio fortzuschicken.
Der Riese hat die Maiden auf das Geheiß der Hexe entführt, die in Wahrheit seine Mutter ist. Er hat ein recht einfaches Gemüt und mag Airi wirklich gern, aber er gehorcht seiner Mutter aufs Wort. So hat sie ihn angewiesen, die Prinzessin nicht zu küssen, was er bisher auch nicht getan hat. Möglicherweise, so vermuten die Serpentianer, könnte sein Kuß den Bann, der auf ihr liegt, brechen. Immerhin wissen die Tiere, daß er mittlerweile sieben Maiden entführt hat: Zusätzlich zu Aischa, Mariala, Lucy, Atraxa und der Mondfee noch zwei andere: Die Nixe Sechell und die spanische Adlige Estelle. Sie werden im Bergfried in Käfigen gefangengehalten. Aus ihren Stimmen will Candia eine neue für Airi erschaffen.
Die Aegis um das Schloß wurde von Theodors Meister gesprochen. Um in den magischen Schutzschirm eingeladen zu werden, braucht man ein bestimmtes Amulett. Lugrio besitzt eins davon, und Ruairigh ebenfalls. Da er es nicht sehr dringend benötigt, gibt er es an Andrew weiter, der jetzt seine Magie auch im Schloß wirken lassen kann. Während Ruairigh mit Sir Quintus, Hugo, Aella, einigen Tieren und dem Verständigungsamulett zum Schloß zurückkehrt, um dort weitere Nachforschungen anzustellen, bleibt Andrew mit Ludwig beim Turm zurück. Dort versucht er – allerdings vergeblich -, in die alte Bibliothek des Bundes zu kommen. Allerdings ist sie zu gut gesichert, und so muß er diesen Versuch gegen Abend aufgeben. Immerhin finden sich in dem alten Labor noch fünf Tränke, mit denen mit sich in eine Ratte verwandeln kann, die der Magier vorsorglich mitnimmt.
Die anderen lassen sich von den Mäusen und Walthraud ein wenig durchs Schloß führen. Die allgegenwärtigen Papierwächter machen ihnen tagsüber viel weniger Schwierigkeiten als nachts, und so kann Sir Quintus sogar Candias persönlichen Raum unter dem großen Gästegebäude finden. Er ist laut der Tiere immer abgeschlossen, und auch jetzt versucht Quintus nicht, heimlich einzudringen. Währenddessen erleben die anderen, wie Airi und der Riese zurückkehren. Sie können kurz mit Njelfe sprechen, erfahren aber wenig. Allerdings stellen sie fest, daß der Riese wohl eigentlich ein gutes Herz hat.
Schließlich treffen sich alle in einer versteckten Höhle im Palastgarten wieder. Hier planen sie ihr weiteres Vorgehen: Zunächst werden Hugo und Ruairigh die Verwandlungstränke von Kräuter-Mitzi nutzen und in den Bergfried fliegen, um dort nach den Maiden zu sehen. Danach werden sich Andrew und Quintus unter dem Schloß durchgraben, um Candias verschlossenen Raum einmal genauer zu untersuchen.
Erst gegen Abend geht es los: Dann trinken Hugo und Ruairigh jeweils die Hälfte eines Verwandlungstranks und werden zu Eulen. Um sicher zu gehen, daß nichts schiefgeht, bekommt Ruairigh das Übersetzungsamulett mit, und Hugo wird das Einladungsamulett überlassen. Problemlos gelangen die beiden Eulen in den Bergfried, und dort finden sie tatsächlich sieben stumme Frauen in verschiedenen Vogelkäfigen in einem riesigen Raum. Als Hugo jedoch Aischa sieht, ist er von der Schönheit dieser Magierin so betört, daß er zu ihr fliegt und sich das Amulett widerstandslos vom Bein nehmen läßt. Da sie jetzt wieder zaubern kann, verläßt sie ihren Käfig und versucht, allein zu fliehen. Ruairigh versucht sie zu überzeugen, noch eine Weile zu warten, damit alle fliehen können, aber die anderen sind Aischa egal. Also nimmt Ruairigh ihr das Amulett nach längerem Kampf wieder ab, woraufhin Aischa stürzt – glücklicherweise genau in das kleine Becken der Wassernixe Sechelle, sodaß ihr nichts passiert. Aber der Lärm hat den Riesen auf den Plan gerufen, der jetzt nach dem Rechten sieht. Nach einigem Suchen entdeckt er Aischa im Nixenbecken. Glücklicherweise wundert er sich nicht allzu sehr, wie sie dorthin gekommen ist, sondern beschränkt sich darauf, sie wieder in ihren Käfig zu setzen und trocken zu pusten. Nachdem er gegangen ist, verlassen auch Ruairigh und Hugo den Bergfried wieder.
Zurück bei den anderen erhält Andrew das Einladungsamulett zurück. Er macht sich mit Sir Quintus auf den Weg in den Garten, da er mit seinem Gang unter der Einladungshöhle beginnen will. Zunächst klappt alles nach Plan, und die beiden Männer erreichen Candias Zimmer. Dort jedoch werden sie von einem Sturm an scharfkantigen Papierzetteln attackiert, von denen die meisten allerdings an Andrews Parma oder seinem Schild hängenbleiben. Dennoch bleibt nur wenig Zeit für eine Untersuchung des Raumes: Nur ein paar verschlossene Fläschchen kann der Magier einsammeln. Sir Quintus, der nicht über eine Parma verfügt, bleibt außerhalb des Raumes.
Gerade als Andrew dabei ist, zu gehen, ertönt ein helles Ratschen, und eine Lanze aus festem Papier schießt aus der dem Gang gegenüberliegenden Wand. Zwar gelingt es Andrew, den Gang so schnell zu schließen, daß ein Teil der Lanze darin steckenbleibt, aber dennoch wird er von ihr getroffen und leicht verletzt. Gemeinsam verlassen die beiden Männer diesen Teil der Burg wieder. Andrew kehrt zu den anderen zurück, aber Sir Quintus will noch einmal in die Stadt gehen, um seine Rüstung zu holen, die er dort versteckt hat.
Aber das Glück ist ihm zunächst nicht hold: Er wird von drei Dornenelfen aufgehalten, die immer noch in der Stadt sind, da sie die Burg wegen der Aegis nicht betreten können. Sie nehmen ihn gefangen und wollen ihn zu ihrem Anführer bringen, aber unterwegs werden sie von einer Horde Schweinchen überfallen und Sir Quintus kann fliehen. Allerdings wird er von drei der Schweinchen verfolgt. Im Zweikampf tötet er ihren Anführer, woraufhin die anderen beiden Krieger nach kurzer Überlegung erklären, er müsse der neue Unterchef sein – schließlich hat er den alten getötet. Er muß sich nur noch von dem Großen Chef – dem Riesen Njelfe – bestätigen lassen. Bevor er das in Angriff nimmt, will Quintus jedoch immer noch seine Rüstung holen. Aber er muß feststellen, daß die Dornenelfen ausgerechnet in dem Haus, in dem die Gefährten ihre Sachen versteckt haben, untergekommen sind. Gruulka, eines der beiden Schweinchen – die sich selbst „Orks“ nennen -, erzählt dem Ritter, daß die Elfen zwei kleine Gefangene haben. Offenbar sind Hinz und Kunz erwischt worden und befinden sich jetzt in Marakors Gewalt.
Da Sir Quintus allein nicht viel gegen sieben Stahldornenelfen ausrichten kann, kehrt er zunächst mit Gruulka zur Burg zurück, um Njelfe um eine Bestätigung seines Titels zu bitten.
Währenddessen haben Andrew und Ruairigh beschlossen, nicht länger zu zögern, sondern Airi noch in dieser Nacht aus der Gewalt ihrer Stiefmutter zu befreien. Dazu verwandeln sie sich mit dem letzten von Mitzis Tränken in Hunde. Willi, der Koch, ebenfalls ein Hund, bekommt einen der Rattentränke umgebunden, zusammen mit einer Nachricht, die der Prinzessin den Plan erklärt. Aber als die drei Hunde ungehindert von den Papierwächtern, die Tiere normalerweise nicht beachten, in Airis Zimmer kommen, liegt die junge Frau in tiefem Schlummer und ist nicht zu wecken. Schließlich jedoch findet Willi einen mit Tulcrus-Runen beschriebenen Zettel unter ihrem Bett. Es gelingt ihm, das Blatt zu zerfetzen. Aber kaum ist Airi erwacht, als die auch in diesem Zimmer stationierten Papierwächter die drei Hunde angreifen. Es kommt zum Kampf, bei dem das Bett Feuer fängt. Da Willi unter dem brennenden Bett eingeklemmt ist, verwandelt sich Andrew zurück, hebt das Bett an und erklärt Airi schnell ihr Vorhaben.
Nachdem die Prinzessin den Trank getrunken und sich in eine Ratte verwandelt hat, verlassen sie den brennenden Raum. Aber auch im Vorzimmer stehen fünf Papierwächter, die zwar nicht auf die Tiere reagieren, wohl aber auf Andrew. Der fordert die anderen auf zu fliehen, er werde schon irgendwie nachkommen. Aber Ruairigh beschleicht auf dem Gang ein ungenehmes Gefühl: Immerhin ist der Magier schon verletzt und durch etliche Sprüche ziemlich erschöpft. Als er in das Vorzimmer zurückkommt, sieht er Andrew in einer großen Blutlache am Boden liegen, durchbohrt von einer Hellebarde. Rasch verwandelt auch er sich in einen Menschen und wirft den jetzt aufmerksam gewordenen Papierwächtern seine Haselnuß entgegen. Und tatsächlich – wie er es schon vermutet hat, steht statt der Haselnuß plötzlich Sir Maolorain im Zimmer und beginnt, aus den Wächtern Papierschnipsel zu machen. Währenddessen kümmert sich Ruairigh um Andrew, der noch am Leben ist, aber heftig aus seiner tiefen Wunde blutet und das Bewußtsein verloren hat.
In der Zwischenzeit ist es Sir Quintus gelungen, den Riesen zu wecken und sich von ihm als Unterführer der Orks bestätigen zu lassen. So treffen Ruairigh und Sir Maolorain ihn mit Gruulka im Hof bei Aella, Ludwig und Hugo. Auch Willi der Hund und Airi die Ratte sind anwesend. Während sich Aella um Andrew kümmert, sieht der Rest, daß der gesamte Turm, in dem sich Airis Zimmer befand, begonnen hat zu brennen. Schließlich bemerkt es auch Njelfe: Hastig kommt der Riese aus dem Bergfried gestürmt und versucht, seine geliebte Prinzessin zu retten. Doch als er sie nicht finden kann, nimmt er an, daß sie in den Flammen umgekommen wäre und beginnt, die Burg auseinander zu nehmen.
Ruairigh, Sir Quintus und Gruulka stürmen zu ihm, um ihn zu beruhigen, denn in seinem Wutausbruch könnte er die Windbehälter, die die Inselgruppe in der Luft halten, lostreten. Ein solcher Windbehälter war es auch, der in der Kupferstadt eingeschlagen hat: Offenbar ist es nicht das erste Mal, daß der Riese herumwütet. Doch es dauert eine Weile, bevor sie, Njelfe beruhigen können und ihn überzeugen, daß seine Geliebte noch am Leben ist – nur im Moment eine Ratte. Während der Riese auf den Sonnenaufgang wartet, überzeugt Sir Quintus ihn, die sieben Maiden aus seinem Bergfried freizugeben. Schließlich haben sie Airis Stimme mittlerweile gefunden. Nach kurzem Zögern stimmt Njelfe zu und holt die Maiden aus ihren Käfigen. Die befreite Nixe wird kurzerhand in einen Bierkrug gesteckt.
Mittlerweile macht sich Ruairigh daran, Airi und Lugrio ihre Stimmen wiederzugeben. Dazu muß er erst die eine, dann die andere mit einem passenden Lied aus der Papiermuschel hervorlocken, was ihm hervorragend gelingt. Gerade als die Sonne aufgeht, erhält Airi nicht nur ihre Stimme, sondern auch ihre menschliche Gestalt wieder – und der Bann beginnt, erneut zu wirken. Njelfe, der sie jetzt endlich sieht, ist über ihre Rettung so erleichtert, daß er sie in die Arme schließt und küßt. Damit jedoch bricht er den Zauber der Hexe, und Airi wendet sich von ihm ab.
In der Zwischenzeit hat Andrew das Bewußtsein wiedererlangt. Es geht ihm trotz der schweren Wunde erstaunlich gut, und er entschließt sich, Sir Quintus, Gruulka und Njelfe in die Stadt zu begleiten, wo diese die Dornenelfen vertreiben und Hinz und Kunz befreien wollen. Mit Hilfe einiger weiterer Orks gelingt das auch problemlos, allerdings können Marakor und seine Spießgesellen entkommen. Hinz und Kunz sind bis auf einige blaue Flecken unversehrt.
Mittlerweile hat Ruairigh sich um die befreiten Maiden gekümmert. Aischa allerdings hat mehr Interesse an einem anderen Retter: Dem edlen Sir Maolorain, der sie wohl ebenfalls sehr anziehend findet. Als Quintus und die anderen mit Hinz und Kunz aus der Stadt zurückkehren, kommt er allerdings mit ihnen: Noch gilt es, die Hexe Candia und die gestohlenen Stimmen der sieben Maiden zu suchen. Sie ist schnell gefunden: Sie befindet sich im Nebenraum neben dem Zimmer, in das Andrew und Quintus eingedrungen sind. Es handelt sich hier wohl um ihr Labor.
Als die Gefährten es betreten, bietet sich ihnen ein kurioser Anblick: Sieben goldene Lichtkugeln fliegen durch die Luft und schnattern und zetern, was das Zeug hält. Die bedrängte Hexe hat sich in eine Ecke zurückgezogen, hält sich verzweifelt die Ohren zu und schlägt ihren Kopf gegen die Wand. Offenbar hat das Stimmengewirr sie in den Wahnsinn getrieben. Die Gefährten unterstützen ihre Bemühungen, das Bewußtsein zu verlieren, durchaus erfolgreich und fesseln die Ohnmächtige dann. Nach einigem Wirrwarr können den Maiden dann auch die passenden Stimmen wiedergegeben werden.
Danach beruhigen sich die Gemüter wieder ein wenig. Allerdings macht Airi klar, daß sie Njelfe nicht liebt und eigentlich auch nicht heiraten will. Aber der Riese bleibt nicht lang allein: Lura, die Mondelfe, möchte ihn gerne heiraten. Zunächst zögert er noch, aber nachdem er sie singen gehört hat, stimmt er zu.
In den nächsten Tagen gelingt es Andrew, die Bibliothek des Bundes doch noch zu öffnen. Dort findet er eine Beschreibung, wie der König des Windsteinlandes bestimmt wird: Er muß aus Tremos Hochfels´ Blutlinie sein und vor dem Hauptstein unter dem Bergfried zum König gekrönt werden. Es steht nirgendwo direkt geschrieben, daß der König ein Mann sein muß, wie es die Überlieferung behauptet. So wird Airi zum König des Windsteinlandes gekrönt, das nun endlich wieder einen Herrscher hat.
Njelfe erklärt sich bereit, die Maiden wieder nach Hause zu bringen. Aischa allerdings wird von Sir Quintus, Hugo, Aella, Hinz und Kunz in die Fünf Reiche eskortiert, während Ruairigh und Sir Maolorain mit Lucy, der Mühlengnomin reisen werden. Andrew und Ludwig schließlich werden Atraxa Schmitz in ihre Heimat begleiten. So trennen sich die Wege der Gefährten: Ruairigh kehrt ohne weitere Zwischenfälle in den Goldenen Frühlingswald zurück. Andrew lernt in der Kupferstadt vor seinem Abschied noch die Oper kennen. Da Ludwig Brück in allen Ehren aus dem Dienst entlassen wird, begleitet er den Magier nach Serpentia, um sich dort als Grog anheuern zu lassen. Da Andrew aber noch auf die Suche nach Sir Quidad gehen möchte, machen sie auf ihrer Heimreise einen kleinen Umweg, bis auch sie bei Fionnuala eintreffen. Sir Quidad ist tatsächlich schon vor ihnen.
Bevor Aischa und die anderen die Windsteinstadt verlassen, hat Andrew ihr noch erklärt, daß sie Serpentia für die erfolgte Rettung einen Gefallen schuldig sei. Er würde die Sache als erledigt betrachten, wenn sie in nächster Zeit einmal mit ihrem Lehrling und dessen Bruder zum Schneemarkt reisen würde. Dies ist mit Rhys abgesprochen: Er hofft, dort mit seinen Söhnen sprechen zu können.
Quintus, Hugo und die anderen werden auf ihrem weiteren Weg von Gruulka, der Orkin, begleitet, die eine starke Zuneigung zu Hugo gefaßt hat. Auch sie will in Serpentia als Groga anheuern.
Im Reich der Fünf Rosen wird Sir Quintus dem Rosenprinzen von Hugo eine halbe Stunde lang mit sämtlichen Taten und Ehrentiteln angekündigt, was der Feenherrscher mit beißender Ironie zur Kenntnis nimmt. Immerhin ist er offiziell sehr dankbar für Aischas Rettung, überhäuft Quintus und die anderen mit kostbaren Geschenken und lädt sie zur Hochzeit in einiger Zeit ein. Inoffiziell scheint er nicht allzu beglückt über Aischas Rückkehr zu sein…
Schließlich treffen alle Reisenden – auch Colleen und Lucien, die sich von ihren Wunden erholt haben – beinahe zeitgleich im Goldenen Frühlingswald ein. Hinz und Kunz sind im Windsteinland geblieben, wo es ihnen sehr gut gefallen hat. Bevor sie sich endgültig auf den Heimweg machen, erfährt Andrew noch von Sir Quidads Fluch: Der Ritter kann keine Queste zum Ende bringen. Daher hat er auch keinen besonders guten Ruf. Auf Dauer wird man ihm wohl helfen müssen…
Anfang Winter kehren sie endlich heim, begleitet von Ludwig Brück und Gruulka und im Besitz von vier neuen Büchern, die ihnen Theodor Krausbart geschenkt hat. Auch das Sprachenamulett wurde ihnen überlassen. Eine recht gute Ausbeute für eine Expedition…

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Marganma

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