Serpentia

Sommer 1197 - Bundleben

Mitte Sommer kommt Farina al-Azaed im Bund zu Besuch. Sie ist Frederiks Cousine und will ihm und Dáirine eine Einladung überbringen: Im Herbst findet das Große Teppichrennen statt, ein großes Treffen aller möglicher Djinnbeschwörer und anderer Magier aus der Levante und darüber hinaus. Auch Rhys als Princeps des Bundes und der junge Quaesitor Fortis sind herzlich eingeladen, genauso wie jeder andere, der mitkommen möchte. Das Treffen findet nur alle neun Jahre statt, und außer Magiern sind natürlich auch deren Familien und Freunde gern willkommen. Rhys, Dáirine und Frederik nehmen die Einladung erfreut an.

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Ende Sommer ist es wieder soweit: Andrew wird wieder ins Weiße Zwielicht gehen, 25 Monate nach dem letzten Mal. Er bittet Rhys darum, diesmal innerhalb der Aegis bleiben zu dürfen – er will wissen, was dies für Auswirkungen auf alle anderen Beteiligten haben wird. Das weißleuchtende Tor hatte sich bisher jedesmal erst außerhalb der Aegis gebildet.
Rhys und die anderen stimmen zu, und der rote Salon wird hergerichtet. Planmäßig beginnen Andrews Augen, weiß zu leuchten. Außerhalb der Aegis sammeln sich etliche magische Tiere, allerdings bei weitem nicht mehr so viele wie beim ersten Mal. Frederik, der die Aegis überwacht, kommt schnell zu der Überzeugung, daß sie nicht wirklich in Gefahr ist. Solange Andrew innerhalb des Bundes ist, treten die anderen Phänomene nicht auf: Niemand wird mit ins Zwielicht gezogen, Terminus´ Labor leuchtet nicht heller als sonst, und es entstehen auch keine Tore.
Allerdings gibt es doch einen unangenehmen Zwischenfall: Frowin, Friedrichs Tochter, ist der Meinung, daß ihr Vater vielleicht zurückkommt, wenn Andrew – der ihn ja schließlich das erste Mal mit ins Zwielicht gezogen hatte – tot wäre. Also schleicht das zehnjährige Mädchen mit einem großen Küchenmesser in den roten Salon, in dem zu diesem Zeitpunkt niemand Wache hält. Glücklicherweise bemerkt Ramitep die Kleine, kann aber nicht mehr verhindern, daß sie Andrew ihr Messer tief in die Brust stößt. Danach allerdings gelingt es ihm, Frowin so festzuhalten, daß sie nicht mehr an das Messer gelangt.
Die hastig herbeigeholten Heiler sind sich einig, daß sie im Moment nichts für Andrew tun können. Als sie das Messer herausziehen, dringt statt Blut nur weißes Licht aus der tiefen Wunde, und so etwas können weder Deborah noch Hélène noch Nakatia behandeln. Immerhin stellen die Frauen fest, daß Frowin Andrews Herz verfehlt hat und der Magier gute Chancen hat, die Verletzung zu überleben.
Frowin wird zunächst Deborah unterstellt, die auf sie aufpassen soll. Was weiterhin aus ihr werden soll, ist noch ziemlich unklar. Sie hat die Gabe eines Alchemisten, die nicht unbedingt allzu kompatibel mit hermetischer Magie zu sein scheint.
Etwa einen Tag nach seiner Verletzung kommt Andrew aus dem Weißen Zwielicht zurück. Es gelingt Hélène und Deborah, ihn so gut zu behandeln, daß er von der Wunde am nächsten Tag kaum noch etwas spürt…

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Kurz nach diesem Vorfall bringt ein Mercere einen Brief an Frederik in den Bund. Der Absender ist Liber Petri, und der Inhalt des Schreibens ist überaus merkwürdig: Der Criamon bezieht sich darin größtenteils auf Ereignisse, die nicht oder noch nicht geschehen sind. Außerdem erwähnt er, daß er seinen Lehrling, Sarah, beim Durchschreiten eines Portals verloren hätte. An den Seiten und unter dem Brief sind immer wieder die Worte „Hilf Mir“ geschrieben.
Als Frederik Andrew diesen Brief zeigt, erinnert sich der Jerbiton, daß er zu der Zeit, in der Liber Petri zu Besuch in Serpentia war, einen seltsamen Traum hatte: Vor ihm liefen zwei Personen – ein Mann und ein Mädchen – durch Bodennebel. Als er die beiden erreichte, berührte er das Mädchen an der Schulter. Sie drehte sich um, schrie auf und flog davon. Andrew selbst wurde in eine andere Richtung weggeschleudert und wachte auf. Der Beschreibung nach hat es sich bei den Gestalten aus seinem Traum um Liber Petri und Sarah gehandelt.
Frederik will nach Schottland aufbrechen, um noch einmal mit dem Criamon zu sprechen. Da Andrew ihn begleiten will, müssen sie noch ein wenig warten: Schließlich möchte der Jerbiton zu Sines Hochzeit im Bund sein, und die ist in ein paar Tagen…

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Endlich ist es soweit: Sine, Rhys´ und Tinas älteste Tochter, heiratet Cedric, den Sohn des Schmiedes Harold. Es gibt ein großes Fest mit viel Whisky und etlichen Betrunkenen – darunter auch die beiden frischgebackenen Schwiegerväter…

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Am Tag nach der Hochzeit stellt Ruairigh fest, daß Simone de Cerceilles, die Witwe eines normannischen Ritters, die ihm und Tina in der Verwaltung hilft, verschwunden ist. Sie hat ein Pferd und ihre drei kleinen Töchter genommen und hat den Bund verlassen.
Bei der größeren Suchaktion finden sie Alen, Pierre und Heracles die vier auf der Straße nach Baalbek. Simone erklärt ihnen, daß im Bund gottlose Dinge stattfinden würden – Frauen in Waffen, Magier, Kinder ohne den Segen der Ehe und anderes mehr. Sie will nicht, daß ihre Töchter davon angesteckt werden und weigert sich, jegliche Hilfe anzunehmen.
Zunächst lassen die Serpentianer sie ziehen, aber in der folgenden Bundsitzung wird ihnen klar, daß Simone zuviel Wissen über den Orden des Hermes und Serpentia besitzt, als daß man sie einfach gehen lassen könnte. Daraufhin bricht Rhys mit einer größeren Menge Vis auf, um das Gedächtnis der Frau und ihrer Töchter an den Aufenthalt im Bund zu löschen.
In Baalbek angekommen finden er und seine Begleiter – Karl, Pierre und noch einige andere Grogs – Simone in einem Ordenshospiz wieder. Ihre mittlere Tochter, die fünfjährige Michelle, ist nicht bei ihr, offenbar ist sie davongelaufen. Rhys löscht nun zunächst das Gedächtnis von Simone und ihrer ältesten Tochter Marie. Die kleine Adrienne, knapp zwei Jahre alt, kann noch nicht richtig sprechen und ist daher keine Gefahr.
Michelle ist mittlerweile wieder auf dem Rückweg zum Bund. Sie wollte nie aus Serpentia weg und wurde von ihrer Mutter für ihre „Gottlosigkeit“ streng bestraft. Es ist ihr gelungen, bei einem freundlichen jüdischen Händler, Elia Ben Eleazar, und dessen kleiner Karawane unterzukommen. Sie hat ihnen erzählt, daß sie von Sklavenhändlern gefangengenommen worden sei, die ihre gesamte Familie getötet hätten.
Die Serpentianer verfolgen den jüdischen Händler bis zu ihrer Karawanserei zurück. Dort trennt er sich von der kleinen Michelle, die zusammen mit seinen Wachen Aaron und Hans Achmed zurückbleibt. Hans Achmed, der unglückliche Bogenschütze, kennt Serpentia natürlich, wenn auch nicht Michelle.
Nachdem die beiden das kleine Mädchen beim Rat abgeliefert haben, stellt sich heraus, daß Michelle nicht wieder zurück zu ihrer Mutter will. Schließlich erlaubt der Rat ihr, zu bleiben. Sie wird in Zukunft bei Hugo leben können. Aaron läßt sich als Grog anheuern, aber Hans Achmed schlägt das Angebot, wieder in Serpentias Dienste zu treten, aus: Er kehrt lieber nach Damaskus zurück.

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Rhys und seine Frau Tina leiden in der letzten Zeit immer wieder unter Alpträumen. Nach einem besonders schlimmen beschließt der Magier, mit einem Traumdeuter zu sprechen. Levi Ben Eleazar, ein Jude, weist ihn darauf hin, daß seine Träume möglicherweise eine Ursache außerhalb seiner selbst haben könnten: Vielleicht ein ruheloser Geist oder so etwas?
Nach einem längeren Gespräch mit Andrew kommt der Ire darauf, daß es vielleicht etwas mit Frederiks Traummagie zu tun haben könnte. Darauf angesprochen, gibt der auch zu, seine Träume seit letztem Winter zu verdrängen. Jetzt träumt er gar nicht mehr – er scheint es verlernt zu haben. Levi Ben Eleazar kann ihm dabei auch nicht helfen, dafür würde es einen echten Traummagier brauchen. Leider befindet sich niemand dieser Zunft zu diesem Zeitpunkt in Damaskus, aber der Traumdeuter verspricht, die Ohren offen zu halten…

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Marganma

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