Serpentia

Sommer 1201 - Bundleben

Nachdem Andrew und Rhys von ihrer Expedition zurück sind, und auch Ramitep wieder da ist, will sich der Rat noch einmal mit Hugo unterhalten. Wie es scheint, hat er Informationen über Andrew an William Harper weitergegeben. Es stellt sich heraus, daß Hugo bei Gwyns Hochzeit mit Andrew Sohn Neacal gesprochen hat – mittlerweile ist allerdings bekannt, daß der angebliche Neacal in Wirklichkeit Harper selbst war.
Während der Befragung zeigt sich jedoch, daß Hugo sehr störrisch und uneinsichtig ist. Es ist offensichtlich, daß er Andrew hasst. Wie es scheint, hat er sich schon bei ihrer ersten Begegnung in Andrews Frau Melisende verliebt. Er ist völlig verbittert, weil sie sich nicht für ihn entschieden hat.
Hugos Haß macht, wie allgemein bekannt ist, vor Rufmord und wahrscheinlich auch Kollaboration mit Feinden nicht halt. Daher beschließt der Rat, daß es besser sei, wenn er keinen Kontakt mehr zur Außenwelt hat, und stellt ihn unter dauerhaften Hausarrest.

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Ende Somer bittet Tina um eine Bundsitzung. Es geht um hermetische Politik: Al-Arama und ihr Verbündeter, der griechische Bund Sobrietas, wirken steigenden Druck auf Serpentia aus, endlich ein Handelsabkommen abzuschließen. Darin sollen den beiden älteren Bünden mehrere Monopole zugestanden und Serpentias eigene Verbindungen auf das levantinische Tribunal beschränkt werden. Das würde zu einem enormen Rückgang der Einnahmen und des politischen Einflusses führen.
Tina hat einen alternativen Vorschlag: Von Seite des römischen Handelsbundes Sol Argenteus – fraglos der mächtigste Handelsbund des Ordens – ist Serpentia ein Abkommen angeboten worden. Nicht nur mit ihnen, sondern auch mit Nadir, einem jungen Bund, der in Persien liegt. Laut Tinas Aussage hätte ein Bündnis mit den Italienern große Vorteile: Keine weiteren finanziellen Einbußen, die Chance, auf der höchsten Ebene der hermetischen Politik mitzumischen, und vielleicht die Möglichkeit, irgendwann al-Aramas Position übernehmen zu können. Wenn Serpentia an dem Bündnis mit al-Arama festhält, sagt sie, würde es immer nur ein geringerer Partner der Levantiner und der Griechen sein – das Bündnis mit den intriganten Italienern verspricht mehr Gewinn, birgt aber natürlich ein größeres Risiko in sich. Schließlich ist Sol Argenteus als überaus intrigant verschrieen.
Es folgt eine längere Beratung. Rhys, Dáirine und Imogen sprechen sich für ein Bündnis mit den Italienern aus, Bernward und Ramitep sind strikt dagegen. Andrew ist die ganze Sache ziemlich egal. Nun hängt die Sache an Frederik, der sich zunächst für al-Arama entscheidet, dann aber von Rhys und Imogen überredet wird, seine Stimme umzuwerfen. Schließlich entscheidet der Rat von Serpentia mit vier zu zwei Stimmen, sich mit den Italienern zu verbünden. Genauere Verhandlungen sollen auf dem Tribunal im Frühling 1202 folgen.

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Nachdem diese Entscheidung gefallen ist, hat Tina noch ein Problem: Die Schotten von Solis Defectio haben nicht genug Geld, um große Warenmengen aus Serpentia anzukaufen. Daher wurde jetzt ein Consortium gegründet, das den Ankauf finanziert. Einer der Plätze in diesem Consortium ist für einen Serpentianer vorgesehen. Tina schlägt Rhys´ Neffen Kyle vor, der einigermaßen intelligent und vertrauenswürdig zu sein scheint, aber weder Englisch kann noch Ahnung vom Handel hat. Andrew hingegen hält seinen Sohn Arthur für den richtigen Mann für diese Position – immerhin ist er Händler, und er kennt sich mit dem englischen Markt aus. Allerdings traut Tina Arthur nicht, egal, wie kompetent er sein mag.
Der Rat verfügt nach kurzer Beratung, daß Arthur den Bund in dem Consortium vertreten soll. Allerdings wird ihm Kyle als Gehilfe (und als Aufpasser) an die Seite gestellt.

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Andrew stellt ein paar Nachforschungen über Liber Petri an. Ihm ist aufgefallen, daß von den drei Männern, die damals gemeinsam in die Pyrenäen gezogen sind, zwei verheiratet waren und ihre Frauen verloren hatten – Alocar und der heilige Raymondo de Igualada.
Tatsächlich war auch Liber Petri verheiratet: Seine Frau hieß Sarah und starb bei einem Brand. Ihr hermetischer Name war Petra Ex Tytalus. Die beiden hatten ein Kind, Nicola, das aber tot geboren wurde. Merkwürdigerweise sucht Liber Petri aber jetzt noch seiner Tochter Sarah…

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Dáirine bekommt im Sommer ein Kind, einen kräftigen Jungen. Der Kleine erhält den Namen ihres verstorbenen Lehrmeisters, Caionlean.

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Frederik öffnet seinem Lehrling Deborah die Kunst Corpus. Bernward Olfson sitzt – wie üblich – daneben und lauscht aufmerksam.

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Marganma

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