Serpentia

Sommer, Herbst, Winter 1193 - Bundleben

Sommer 1193

Ende des Sommers kommt Semper Vincit wieder einmal vorbei. Diesmal ist er nicht allein: Der wandernde Magus Nicolai begleitet ihn. Beide Männer haben ernste Mienen, als sie ankommen. Semper Vincit bittet sofort um ein Gespräch mit dem Rat – seinem Tonfall ist anzumerken, daß es um nichts angenehmes gehen wird.
Als alle anwesenden Magier versammelt sind, eröffnet der Tremere, daß er wüßte, daß es sich bei Alkmene um eine Diedne handelt. Daß sie sterben müsse, stünde außer Frage, aber noch haben die Serpentianer eine Chance, ihren Ruf zu retten und einer genauen Untersuchung zu entgehen: Sie müssen Alkmene selbst erschlagen. Da sie sehen, daß die Entscheidung schwer fällt, verlassen Semper Vincit und Nicolai die Ratshalle, um Llwellyn und den anderen Bedenkzeit zu geben.
Als die beiden draußen sind, beginnen die Serpentianer zu beraten: Da es gar nicht in Frage kommt, Alkmene zu töten, muß sie irgendwie aus dem Bund geschafft werden. Allerdings ist dies ohne Vis nicht machbar. Während Llwellyn, Andrew und die anderen gerade noch überlegen, wie sie am unauffälligsten welches heranschaffen, kehren Semper Vincit und Nicolai zurück. Sie wirken beide deutlich entspannter als vorher.
Der Tremere erklärt, den Codex gebrochen und sie bei ihrer Beratung belauscht zu haben. Allerdings, so meint er, wären ihre Bemühungen unnötig: Er habe durchaus nicht vor, der jungen Diedne etwas anzutun. Tatsächlich gehört sein Begleiter Nicolai ebenfalls diesem Haus an. Bevor er ihnen dieses Geheimnis anvertrauen konnte, mußten sie einer Prüfung unterzogen werden, wie weit sie gehen würden, um die Diedne in ihrer Mitte zu schützen. Jetzt, wo sie sich als loyal erwiesen haben, kann Semper Vincit sie in das Geheimnis der Levante einweihen: Es gibt immer noch einen Bund hier, in dem viele Mitglieder des ausgestoßenen Hauses leben!
Nun kann der Tremere auch die wahre Geschichte des Schisma-Krieges erzählen: Als damals die Ordensmagier in den Bund Verbena eindrangen, waren die Diedne gewarnt und hatten die Festung schon verlassen. Katarina Ex Flambeau gehörte zu einer Verschwörung, die den Krieg in der Levante beenden und die größtenteils völlig unschuldigen und friedfertigen Diedne schützen wollte. Ebenfalls beteiligt waren Opera Ex Guernicus und Semper Vincits Lehrmeister Puer. Der riesige Feuerball, den Katarina auslöste und der sie ihr eigenes Leben kostete, tötete tatsächlich die Feinde der Levante: Zumindest vom Standpunkt der Verschwörer aus.
Die geflohenen Diedne gründeten einen neuen Bund, den sie Maeror nannten. Dieser Bund besteht heute noch, und Nicolai ist eines der Mitglieder. Es gab und gibt etliche andere Bünde, die über Maeror Bescheid wissen, darunter auch Sardonyx. Silva Creat selbst war ein Diedne, und auch jetzt gibt es dort noch mehrere. Honoria, die aus Operas Linie stammt, ist ebenfalls eingeweiht.
Semper Vincit erklärt, daß es ein Hermesportal von Maeror nach Serpentia gibt. Es ist hinter einer der Türen verschlossen, die demnächst geöffnet werden können. Mit der Ankunft von Alkmene habe er nun plötzlich die Chance gesehen, die Serpentianer einzuweihen. Ansonsten hätte das Hermesportal einfach geschlossen werden müssen.
Alkmene ist natürlich sehr erleichtert, daß niemand sie töten will, und unterhält sich lange und intensiv mit Nicolai. Die anderen Magier müssen diese Neuigkeiten erstmal verdauen…

*

Herbst 1193

Seitdem er Anfang Sommer mit in das Phänomen des Weißen Zwielichts gezogen wurde, ist Cyriano sehr still und zurückhaltend gewesen und hat sich immer mehr in seinem Labor verkrochen.
Eines Tages meldet seine Leibgroga Sheherazan den anderen Magiern, daß Cyriano in Terminus´ Labor gegangen wäre und nun nicht mehr herauskäme. Als Llwellyn und die anderen nachsehen, stellen sie fest, daß nun auch der Verditius in jenem Limbo schwebt, der Terminus gefangen hält. Offenbar hat das Phänomen Cyriano schwerer getroffen als gedacht.
Nur wenige Tage nach diesem Zwischenfall folgt Sheherazan ihrem Magier in den Limbo. Ohne die Aufgabe, ihn zu schützen, fühlt sie sich nicht mehr recht am Platz in Serpentia….

*
Ansonsten vergeht der Herbst recht friedlich: Andrew öffnet seinen Lehrlingen die Kunst Rego, Dáirine beschäftigt sich damit, mehr über Djinns zu lernen, und Alkmene richtet sich in Mentalias altem Labor ein.
*
Mitte Herbst kommt Seans Tochter Bina zu Besuch. Sie verbringt viel Zeit mit Padraig und Gwyn. Oft sind die drei in dem Tochterdorf von St. Blasius, Secundus anzutreffen. Dabei zeigt sich, daß der junge Gwyn recht gut mit Mädchen auskommt und auch sehr interessiert an ihnen ist. Außerdem beschäftigt er sich mit Gesteinsformationen, was Padraig aufzuregen scheint….
*

Winter 1193

Der Winter vergeht ziemlich ereignislos. Alkmene schreibt ein Buch über die Kunst Herbam, Andrew und Llwellyn forschen zusammen einen Spruch, der es ihnen ermöglicht, mit Steinen zu reden.

*
Conviva, die letzte Magierin von Hora, kommt zu Besuch nach Serpentia. Sie hat eine Bitte: Es ist ihr zu riskant, ihre und Friedrichs Tochter Sina weiterhin auszubilden. Im Moment lebt sie in den Hügeln um Hora und jagt Dämonen, was nicht die richtige Umgebung für ein dreizehnjähriges Mädchen sei, zumal sie kaum dazu kommt, irgendeine Art von Lehre fortzuführen. Daher wäre es sehr freundlich, wenn sich die Serpentianer Sinas annehmen und vielleicht einen neuen Lehrmeister für sie finden würden. Llwellyn und die anderen sagen zu, zumal sie sich noch an den Brief von Luna im Frühling erinnern, die gerade einen Lehrling suchte… Als Tochter von Friedrich ist Sina auch nicht ganz unbegabt in Ignem.
Conviva verläßt den Bund kurz darauf wieder – ihr Krieg gegen die Dämonen duldet keinen Aufschub. Sie scheint in den letzten Jahren sehr fanatisch geworden zu sein.

*
Ende Winter bringt Dáirine ihre Tochter Bridged zur Welt, ein kleines rothaariges Mädchen. Die Kleine ist gesund und munter und hat ein ausgesprochen sonniges Gemüt, nicht einmal die Fee Alastriona kann sie erschrecken.

Comments

Marganma

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.