Serpentia

Spiele im Wald der Feen

Herbst 1178

Terminus, Ulf Ulrich, Tarbonne, Rougen, Henry

Da nun zumindest eine Visquelle erfolgreich erschlossen wurde, beschließt Terminus, die Suche nach einer zweiten selbst zu leiten. Neben dem Schlangental hatte Maeve nämlich noch einen zweiten Ort erwähnt, den Feenwald, der sich innerhalb des normalen Walds von Serpentia verbirgt. Dorthin will Terminus nun ziehen, sein Bruder aber möchte lieber nicht mitkommen, da er fürchtet, daß seine äußerst düstere Ausstrahlung die Feen abschrecken könnte.
Kurz bevor die kleine Gruppe aufbricht, kommt Anne, die Köchin des Bundes, zu Terminus. Da sie einiges über Feen weiß, kann sie ihm eine Menge gute Ratschläge mitgeben, unter anderem den Hinweis, daß man sich bei dem Schönen Volk besser nicht bedankt. Terminus, beeindruckt von soviel Umsicht, nennt sie „einen Ausbund an Wissen und Weisheit“.
Mit Terminus kommt neben ein paar Grogs auch Ulf Ulrich, ein junger dänischer Frauenheld und Alleskönner, der erst vor kurzem zum Bund gestoßen ist.
Als die Gruppe in den Wald eindringt, der übrigens überraschend europäische Züge trägt, bemerken sie recht schnell ein sehr neugieriges Eichhörnchen, das ihnen auch noch freundlich zuzwinkert. Dann läuft es davon, aber nicht so, daß man ihm nicht folgen kann. Das tun dann auch alle, und recht bald geraten sie auf einen Pfad, der immer breiter wird, je weiter sie gehen. Auch die Bäume fangen an, seltsame Merkmale wie Gesichter oder verschiedene Früchte an demselben Baum zu entwickeln. Schließlich springt das Eichhörnchen von seinem Ast auf den Boden und verwandelt sich dort in eine hübsche junge Frau, die sich den verblüfften Menschen als Windling von den Feen des Goldenen Frühlingswaldes vorstellt. Dann meint sie, die Besucher wären gerade zur rechten Zeit gekommen, und lädt sie ein, ihre Königin kennenzulernen.
Da das genau das ist, was Terminus möchte, folgt er Windling gerne tiefer in den Wald hinein. Nach ein paar Minuten – oder Stunden? – erreichen sie eine große Lichtung, wo sich alles mögliche Feenvolk tummelt: Trolle und Gnome, Blumenfeen mit durchscheinenden Flügeln und Satyre mit Bocksbeinen, winzige Pilzlinge und riesige Wolkenwichte. Über ihnen allen thront eine wunderschöne, elegante Frau mit bodenlangem goldenen Haar, reich gekleidet und nur an ihrer überirdischen Schönheit als Fee erkennbar. Neben ihr steht ein gewaltiger Luftdjinn, über und über mit Silber geschmückt. Windling führt Terminus zu ihrer Königin, während sich der Rest unter das feiernde Feenvolk mischt.
Terminus wird freundlich von der Herrscherin Fionnuala begrüßt. Wie schon Rotgold und ihre Schlangen, so hielten auch die Feen guten Kontakt zu dem alten Serpentia und sind auch gerne bereit, sich mit dem neuen Bund anzufreunden. So führen also Terminus und sie eine längere Unterredung, bei der der Magier erfährt, daß Maeve wohl Feenblut in ihren Adern hatte.
Ulf Ulrich und die anderen feiern in der Zwischenzeit mit den einfachen Feen. Sie alle haben so viel Spaß, daß sich ihre Freude dadurch äußert, daß sie immer jünger werden. Besonders ausgeprägt ist es bei Tarbonne und Ulf Ulrich: Der sonst so mürrische Provencale wird zu einem Burschen von vielleicht 18 Jahren, während sich der lebenslustige Däne sogar zu einem etwa sechsjährigen Kind verjüngt.
Während die anderen sich amüsieren, erfährt Terminus den Grund für die Feierlichkeiten: Es steht das Große Spiel bevor, bei dem die Feen vom Goldenen Frühlingswald gegen die Feen des Fallenden Herbstlaubes antreten. Dem Sieger des Spiels winken die Früchte des Frühlingsbaumes, acht rotbäckige Äpfel, und die des Herbstbaumes, acht kleine Totenschädel. Fionnuala erzählt dem Magus auch, daß die Einwohner des alten Bundes ihnen immer bei dem Spiel geholfen und dafür die Hälfte des Preises bekommen hätten, da die Früchte wohl irgendeine magische Substanz enthielten. Terminus ist sich sicher, daß er die Visquelle damit gefunden hat und bietet sofort seine Hilfe bei dem Spiel an. Fionnuala nimmt erfreut an, als Lohn sollen Terminus und die Seinen dasselbe erhalten wie die anderen Menschen schon früher.
Bei dem Spiel handelt es sich um eine Mischung aus Schlagball und einem Gestampfe: Es gibt einen Ball, den beide Teams versuchen, über die Ziellinie des anderen zu bringen. Dabei ist jeglicher Waffeneinsatz gestattet, allerdings keine Magie, es sei denn, es ist lustig. Jede Seite stellt einen Schiedsrichter, wenn die beiden uneinig sind, entscheidet das Publikum durch Lärm.
Auf der Seite der Feen von Goldenen Frühlingswald treten Tarbonne, Henry und Rougen mit Ulf auf den Schultern an. Terminus wird Schiedsrichter und setzt durch, daß das Zweiergespann als ein Spieler gilt. Da jede Seite fünf Spieler stellt, stoßen noch zwei Feen dazu: Ein edler Sidhe-Ritter und ein Luftdjinn. Auf der anderen Seite stehen ein Schwarzfeuerdjinn, ein Troll, ein Irrlicht, ein Kobold und ein Kelpie. Der Ritter und das Kelpie kennen sich, sie standen sich schon des öfteren bei diesem Spiel gegenüber.
Schließlich beginnt das Spiel und nach viel Gejohle und Gegröle, einigen seltsamen Schiedsrichtersprüchen, einem plattgesessenen Irrlicht und einem im fairen Duell besiegten Kelpie siegen letztendlich die Menschen und Frühlingsfeen 6 : 5.
Bei der anschließenden Feier redet Terminus wieder mit Fionnuala, die ihm noch ein paar recht rätselhafte Hinweise geben kann: So sind nicht alle Schlüssel zum Bund so, wie man sie erwarten würde, auch Freundschaft wäre eine Art Schlüssel. Über die Freundschaft weiß sie ohnehin noch einiges zu sagen: Freunde findet man an den ungewöhnlichsten Orten, aber man muß ihnen auch beistehen. Außerdem kann sie weiterhelfen, was die Sache mit Joannas Schlange im Kopf angeht, sie erzählt Terminus von zwei Möglichkeiten, in die Schatten zu gehen: Zum einen der Saphirspiegel, zum anderen die Wandler. Allerdings will sie diese beiden Begriffe nicht näher erläutern.
Vor lauter Freude über die neuen Informationen begeht Terminus einen Fehler: Er bedankt sich überschwenglich, obwohl Tarbonne noch versucht, ihn mit einer Ohrfeige davon abzuhalten. Diese aber kommt zu spät: Die Feenkönigin ist verärgert. Bei den Feen gilt nämlich die Sitte, daß ein Dank etwas ist, was man mit einem Geschenk erwidern muß.
Also schenkt Fionnuala Terminus die Jugend: Der gestandene Körper des Tytalus wird immer jünger, bis er schließlich die Form eines zehnjährigen Knaben hat. Ungeschickterweise findet Terminus keine bessere Art, seiner Frustration Luft zu machen, als sich nochmals zu bedanken. Daraufhin wird er noch ein wenig weiter verjüngt, bis er zu einem vierjährigen Kind geworden ist.
Etwas belämmert ziehen die Besucher dann schließlich von dannen, nachdem sie ausgemacht haben, daß sie auch am nächsten Großen Spiel teilnehmen können. Und während die Grogs und Ulf Ulrich beim Verlassen des Waldes wieder zu ihrem ursprünglichen Alter zurückkehren, bleibt Terminus in seinem kindlichen Körper gefangen. Glücklicherweise besitzt er aber immer noch den Geist eines Erwachsenen.

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Marganma

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