Serpentia

Terminus, Emilio, Kerim, Sir Garth, Quintus, Doriana, Shakram, Alaric, Rougen, Robert, Theobald

I
m Frühling des Jahres 1178 treffen die schottischen Brüder Terminus und Theobald MacLochlann in der Levante ein. Sie verließen Schottland, da beide sehr schlechte Erinnerungen mit ihrer Heimat verbinden: Ihre Eltern und auch alle anderen Einwohner ihres Geburtsortes waren Diener eines Dämons, der sich Charnas nannte, und sie mußten während ihrer Jugend viel Böses erdulden. Schließlich kam es sogar zu einer Opferzeremonie, in der Theobald gezwungen werden sollte, seinen älteren Bruder zu töten. Diese aber wurde glücklicherweise von einem Tytalus unterbrochen, der die Dämonisten erschlug. Nur die beiden Brüder wurden verschont; als der Magier bei Terminus die Gabe feststellte, nahm er ihn sogar als Lehrling an. Während sein älterer Bruder also zum Magus ausgebildet wurde, lernte Theobald, verschiedene Waffen zu gebrauchen, sodaß er nun als dessen Leibgrog fungiert. Ein weiterer Nachteil Schottlands als Heimat sind wohl seine ständigen Regenfälle gewesen, da Terminus´ Magie während eines Regenschauers nicht wirkt.
Auf der Suche nach einem Bund begeben sich die Brüder zunächst nach Al-Arama, wo gerade ein Tribunal stattfindet.
Dort begegnet Terminus Emilio, einem jungen Flambeau aus Crux Liberandi, einem Kreuzfahrerbund. Auch er ist auf der Suche nach einer neuen Heimat. Die beiden schließen sich zusammen, bekommen aber zunächst nur ablehnende Antworten. Erst als sie mit Interrogeo, dem Hauptquaesitor des Tribunals, reden, erfahren sie von einem lange verlassenen Bund, den man aber vielleicht wieder aufbauen könnte. Allerdings hat Interrogeo dessen genauen Standort vergessen und verweist sie daher an Silva Creat, einen alten, unverständlichen Bonisagus, dessen Heimat Sardonyx wohl früher gute Beziehungen zu dem untergegangenen Bund unterhielt. Dieser kann dann auch tatsächlich weiterhelfen: Der Bund, den man damals Serpentia nannte, ist von besonderen Schlüsseln verschlossen, einer von ihnen befindet sich irgendwo in Damaskus. Außerdem kann er ihnen sagen, daß sich Serpentia am Fuß des Anti-Libanon befindet. Genaueres wisse er auch nicht, aber er wünscht ihnen viel Glück bei der Suche. Erfreut über die Möglichkeit, einen eigenen Bund aufzubauen, beschließen Terminus und Emilio sofort, mit ein paar Grogs nach Damaskus aufzubrechen, um dem Schlüssel von Serpentia nachzuspüren.

In Damaskus ereignet sich zum Zeitpunkt von Terminus´ und Emilios Ankunft etwas sehr Ungewöhnliches: Als Sir Garth, ein alternder irischer Ritter, der auf Kreuzfahrt ins Heilige Land kam, dann aber dem Alkohol verfiel, wieder einmal volltrunken aus einer Kneipe in Richtung seines Zimmers wankt, kommt er an einem kleinen Tempel vorbei, der bisher immer verschlossen war. Doch an diesem Abend steht seine Tür einen Spalt offen und ein Lichtstrahl scheint einladend auf die Straße. Neugierig geworden, betritt Sir Garth den Tempel. Dort steht als einzige Ausstattung ein kleiner Tisch, auf dem ein gläserner Schlüssel in Form eines geflügelten, feuerspeienden Drachens liegt. Neben dem Tisch steht die durchscheinende Form einer schönen blassen Frau mit rabenschwarzen Haaren, die ihn auffordert, den Schlüssel an sich zu nehmen, ihn gleichzeitig jedoch warnt, daß damit große Verantwortung auf ihn zukäme. Dennoch, so sagt sie, würde sie ihm den Schlüssel anvertrauen. Sir Garth, von der geisterhaften Erscheinung ernüchtert, nimmt an und die Frau verschwindet. Mit dem Schlüssel, von dem er nicht weiß, zu welchem Schloß er paßt, geht Sir Garth zu der Herberge, in der lebt, und

legt sich schlafen.
Ohne sein Wissen wird er auf seinem Nachhauseweg von zwei Langfingern, Quintus und Shakram, beobachtet. Quintus Maximus ist ein junger Italiener, dem allerdings seine Diebereien schon ein Brandmal auf der Stirn und eine fehlende rechte Hand eingebracht haben; obwohl er schon seit längerem in Damaskus lebt, stammt er eigentlich aus einer römischen Gaunersippe. Shakram hingegen ist ein stellungsloser Gelehrter, den die Abenteuerlust aus Indien nach Arabien verschlagen hat, und der eine Unmenge an Sprachen sprechen und schreiben kann. Die beiden können sehen, wie Sir Garth den Tempel betritt und den Schlüssel erhält. Als sie jedoch versuchen, ihm dieses gläserne Ding zu stehlen, müssen sie feststellen, daß sie nicht in der Lage sind, den Schlüssel auch nur zu berühren. So kommt Sir Garth mit dem Kleinod unbehelligt an seinem Heimatgasthof an.
Als Terminus und Emilio sich mit der Hilfe des Karawanenführers Kerim, der mit seinem auffälligen roten Haar ein Nachfahre von Feuerdjinns ist, in Damaskus etwas umhören, erfahren sie von einem immer verschlossenen Gebäude: Dem sogenannten Schlüsseltempel.
Als sie aufgeregt dorthin gehen, finden sie einen kleinen Menschenauflauf vor: Die Tür des Tempels steht seit Menschengedenken das erste Mal weit offen, was viele Leute anlockt. Auch Terminus und Emilio schauen sich das kleine Haus an, können aber nicht herausfinden, was hier geschehen ist. Beim Verlassen des Gebäudes allerdings werden sie von Quintus und Shakram, die die Neugier zurückgebracht hat, angesprochen, denn die haben das fast schon verzweifelte Interesse der zwei auffälligen Männer durchaus bemerkt.
Gegen ein kleines Entgelt berichten sie den Magiern auch bereitwillig von den Ereignissen der letzten Nacht, wobei sie den Diebstahlsversuch natürlich unterschlagen. Schließlich sind sie auch bereit, Terminus und Emilio zu Sir Garth zu führen, der immer noch in seiner Herberge im Bett liegt und seinen Rausch ausschläft.
Als die beiden Magier Sir Garth eröffnen, daß sein Schlüssel die Tür zu einer potentiellen Heimat und vielleicht sogar einer Aufgabe öffnet, ist dieser sofort bereit, bei der Suche mitzumachen. Auch Quintus und Shakram hat die Neugierde gepackt, sie wollen sich ebenfalls der Gruppe anschließen. Terminus und Emilio ist das nur recht: Der neue Bund wird schließlich fähige Consortis brauchen.
Kerim schlägt eine Route in den Anti-Libanon vor, die an dem Dorf El Jeraida oder St. Corona vorbeiführen wird.
Als sie nach dreitägiger Reise dort ankommen, finden sie ein relativ großes Dorf mit einer hübschen Kirche und einer sehr starken christlichen Aura vor. Einige der Christen beschließen, die Gelegenheit auszunutzen und zum hiesigen Priester zu gehen, um ihre Sünden zu beichten. Als allerdings Emilio im Beichtstuhl sitzt und dem Pater nebenher berichtet, daß er Magier ist, fordert dieser von ihm, solch teuflischen Kräften ein für allemal abzuschwören. Emilio weigert sich, es kommt zum Streit, und der Priester ruft die Macht des Höchsten an, Emilio die Sicht zu rauben, bis dessen Verblendung vergangen sei. Der junge Flambeau erblindet prompt und reagiert darauf etwas unbeherrscht, indem er blindlings eine Feuerlanze nach seinem Beichtvater wirft. Dabei beschimpft er den Priester lauthals als Dämonisten. Auf diese Attacke hin, die völlig ins Leere schlägt, wird Emilio von einem Blitz getroffen, sodaß er schwerverletzt aus dem Beichtstuhl wankt und dabei immer noch etwas von dämonischen Kräften murmelt.
Sir Garth, der noch in der Kirche ist, um seine Buße abzubeten, bekommt alles mit und entschließt sich, seinem Kreuzrittergefährten Emilio gegen den vermeintlichen Teufelsanbeter zu helfen: Er zieht sein Schwert und schlägt dem – wie er glaubt – falschen Priester den Kopf ab.
Daraufhin verdüstert sich der Himmel und ein trockenes Gewitter beginnt, dessen Zentrum die Kirche ist. Das Gebäude selbst fängt an, sich mit haarfeinen schwarzen Rissen zu überziehen, ein Prozeß, der aufhört, als Emilio die Kirche verläßt. Während der Flambeau noch von dem heilkundigen Grog Alaric notdürftig versorgt wird, entdecken die Einwohner von St.Corona ihren toten Priester. Aufgebracht beschließen sie, die Mörder zur Rechenschaft zu ziehen, sodaß Terminus und die anderen mit Emilio in die Wüste flüchten müssen, verfolgt von den wütenden Dörflern.
Während der Flucht macht Emilio Bekanntschaft mit Terminus´ ständigem Begleiter: Einem kleinen Dämon, der sich Pip nennt und von Charnas geschickt wurde, um ein Auge auf den ihm damals in Schottland versprochenen Magier zu haben – ohne Terminus´ Einverständnis allerdings, denn der haßt alles Dämonische. Pip bietet Emilio an, ihm das Augenlicht wiederzugeben, unter der Bedingung, daß der Flambeau im Gegenzug etwas gegen die verfolgenden Dörfler tut. Ohne Zögern stimmt Emilio zu, und tatsächlich ist die Blindheit von einem Augenblick zum anderen verschwunden. Er beginnt sofort, zu zaubern, und diesmal trifft sein Feuerball in die Mitte des Pulks der Verfolger und tötet einige der Dörfler. Diese, entsetzt über die teuflische Macht, wenden sich um und fliehen.
Während der nächsten Rast allerdings gibt es ein wildes Wortgefecht zwischen Kerim und Emilio über den Sinn dieser Angriffe, das schließlich darin endet, daß sich einige der Grogs, hauptsächlich Rougen, gegen den Flambeau wenden und ihn nach kurzem Kampf überwältigen. Terminus beschließt, ihn auf magische Weise schlafend zu halten und in Al-Arama dann an einen Quaesitor zu übergeben.
Sir Garth, entsetzt über seinen Irrtum, will sich in Tripolis einem Gottesurteil stellen. Den folgenden Zweikampf gewinnt er aber trotz seiner Trunksucht leicht. Dabei sehen Terminus und die anderen das erste Mal, welch ein Meister Sir Garth beim Führen des Schwertes ist. Als Buße für den versehentlichen Mord wird der Ritter in eine Grenzfestung, Krak d´Aureaux, geschickt.
In Al-Arama wird Emilio von Interrogeo nach einer kurzen Befragung der Iter Magorum erklärt, den der Quaesitor auch gleich mittels eines Blitzschlages durchführt.
So ist zunächst die Suche nach Serpentia gescheitert, aber Terminus und die anderen haben nicht vor, so leicht aufzugeben.

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Marganma

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