Serpentia

Unruhe und Bacchanal, Teil 2

Herbst 1213

Frederik, Konrad, Lacus, Jochen, Luca, Aella, Ludwig, Padraig, Hamid, Salvatore

In der Nacht passiert nicht mehr viel, außer das alle wirres Zeug träumen. Frederik rennt irgendwie durch Schwarzenbruck und sucht blindlings nach etwas. Aella folgt Frederik und sieht, wie er an allen möglichen Gefahren vorbeistolpert. Auch Jochen hat den Eindruck, dass Frederik ihm davon trudelt. Paddy träumt von einem Serail, aber die wunderschöne Frau, die er im Arm hat, ist plötzlich Gwyn. Konrad läuft mit Andrew durch Gebirge, Andrew redet und hat einen offenen Bruch am Bein. Hamid träumt von Leuten, die innerlich brennen, und die ihn anfassen wollen. Lacus sucht nach jemandem, der ertrinkt, bis ihm auffällt, der er derjenige ist, der ertrinkt. Und Ludwig versenkt ein brennendes Schiff und muss sich Igor nennen lassen.

Am Morgen geht es erstmal zum Kollosseum. Das ist relativ klein, aber trotzdem noch groß genug. Sie treffen Obaid al-Bakka, der hier alles organisiert, und den Geist eines anderen Organisators, der Lacus mit „Bacchus zum Gruß“ empfängt. Obaid erzählt, dass heute abend ein Theaterstück aufgeführt und diverse Gedichte rezitiert werden, außerdem gibt es Tanz und Gesang. Und natürlich Wein. Für die Christen. Und für die Moslems, die sich gerade möglicherweise ein bisschen krank fühlen. Nur zu medizinischen Zwecken, versteht sich.
Die Leute haben schon einen Podest aufgebaut, auf dem das Theaterstück stattfinden soll. Morgen werden dann dort die Gaukler auftreten. Frederik bemerkt an dem Tisch, der darauf steht, eine Blutrinne. Aella berührt den Tisch daraufhin und hat die Vision von einer jungen Frau, die bei einem Ritual darauf vergewaltligt wird.
Da alle befürchten, dass dieses Schicksal demnächst auch Rajiya drohen wird, muss sie so schnell wie möglich in Sicherheit gebracht werden.

Aber wie soll das passieren? Zunächst soll Aella Kontakt zu Rajiyas jüngerer Schwester Rahina aufnehmen. Das klappt auch soweit recht gut, Rahina ist bereit, ihre Schwester zu überreden, gemeinsam die Stadt zu verlassen und ihren Bruder zu suchen.
Allerdings macht Rajiya diesem Plan einen dicken Strich durch die Rechnung, als sie am ersten Festtag auf dem Marktplatz auftaucht und ihre Anhänger anstachelt, mit Gewalt auf die „Sünder“ loszugehen. Eine größere Eskalation wird zwar vermieden, weil Frederik Rajiya in eine Debatte verwickelt und Hamid die Marktwachen frühzeitig auf den Plan ruft, aber trotzdem gibt es genug Unruhe, dass einige Soldaten und Offiziere auftauchen und anfangen, die Rädelsführer zu verhaften. Darunter sind auch Rajiya, Frederik und Jochen.

Nun zieht eine größere Menschenmenge in Richtung Palast, wo die Verhafteten erstmal festgehalten werden sollen. Das bringt allerdings Padraig auf eine Idee: Diejenigen, deren Verwandte wohlhabend und/oder einflußreich sind, werden dort schnell wieder ausgelöst. Es ist zu erwarten, dass auch Rajiyas Vormund bald dort auftauchen wird, aber bevor er eintrifft, nimmt Padraig sein Aussehen an, um das Mädchen aus der Haft herauszuholen.
Das klappt auch ziemlich gut: Während einige Serpentianer den Vormund draußen ablenken, gelingt es Paddy, seinen Platz einzunehmen und große Verwirrung zu stiften, sodass er den Palast schließlich mit Rajiya und Rahina im Schlepptau verlassen kann.
Bei der Ablenkung befiehlt der Vormund allerdings Salvatore, doch zu den Schaustellern zu gehen und dort ein bisschen zu feiern. Salvatore ist dem nicht abgeneigt und macht sich auf den Weg. Dort, bei den Zelten, wird er durch Alkohol und Frauen so lang abgelenkt, dass er das ganze Fest durchzecht und erst danach völlig pleite und ohne recht Erinnerung wieder zu sich kommt.

Währenddessen haben Frederik, Paddy und die anderen Rajiya mühsam überzeugt, die Stadt mit ihnen zu verlassen, weil sie dort nicht sicher ist. Das sie nicht wissen, was die hiesigen Dämonisten auffahren werden, um rechtzeitig an ihr perfektes Opfer zu kommen, brechen sie sofort auf.
Unterwegs werden sie nur kurze Zeit später von einem einzelnen Dämon angegriffen, der versucht, Rajiya zurück zu holen, aber es gelingt Lacus relativ leicht, ihn zu vernichten.
Auf der folgenden Reise durchs Gebirge geschieht zunächst nicht sehr viel, aber die Gruppe fühlt sich von einer Herde Bergziegen beobachtet. Die Tiere nähern sich jedoch zunächst nicht, aber sie folgen der Gruppe.
Kurz bevor sie auf bekanntes Gebiet gelangen, werden Frederik und die anderen jedoch von ein paar Dörflern und drei Rittern angegriffen. Offenbar hat jemand diese Leute überzeugt, dass die Serpentianer Rajiya entführt und mit Magie gefügig gemacht haben. Allerdings wirkt es eher so, als wären diese Leute selbst mit Magie beeinflusst worden, denn sie lassen sich partout nicht davon überzeugen, dass Rajiya und Rahina freiwillig bei der Gruppe sind.
Es kommt zum Kampf. Hier greifen jetzt die seltsamen Ziegen ein: Scheinbar haben sie etwas gegen die Ritter und ihre Gefolgsleute. Lacus und Frederik sind von dieser Unterstützung jedoch gar nicht angetan und greifen nun ihrerseits die Baphomet-Ziegen an. Nach einer etwas konfusen Schlacht werden die infernalen Ziegen geschlagen, die Ritter und die Dörfler sind verletzt, tot oder völlig demoralisiert und den Serpentianern ist nicht viel passiert. Sie vermuten, dass die Baphomet-Ziegen nicht sehr begeistert davon sind, wenn Charnas-Anhänger auf ihrem Gebiet irgendwelche Ziele verfolgen – es ist ja schon länger bekannt, dass die beiden Dämonen sich eher feindlich gesonnen sind.

Schließlich erreicht die Gruppe Serpentia, mit Rajiya, aber ohne Hektor. Frederik, Lacus und Padraig erfahren von Andrew, dass das „perfekte Opfer“ im Charnas-Kult eine bestimmte Art von Opfer bezeichnet: Eine Person, die 13 Jahre lang in Folge jeweils in einem jeweils dreitägigen Ritual vorbereitet wird und der danach die Erinnerung an diese Rituale genommen wird. Zusätzlich zur Erinnerung verschwinden auch alle Narben und körperlichen Hinweise auf dieses Ritual. Nur die Gefühle, die mit dem Ritual verbunden waren, verschwinden nicht
Das hat Rajiya offenbar schwer zu schaffen gemacht, da sie sich nach dem Herbstfest zwar jedes Mal sehr schlecht und schmutzig gefühlt hat, es aber keinerlei Hinweise darauf gab, warum eigentlich. Von ihren Verwandten wurde sie wegen ihrer Stimmungsschwankungen für „verrückt“ oder mindestens „schwierig“ gehalten.
Als die Magier ihr anbieten, ihr Gedächtnis wieder herzustellen, stimmt sie nach kurzem Zögern zu. Das Ritual funktioniert, aber nachdem sie sich höflich bedankt hat und in den Garten gegangen ist, entfährt ihr ein so lauter magischer Schrei, dass einige der Umstehenden noch tagelang ein Klingeln in den Ohren haben.

Während sich einige Leute im Bund um Rajiya und ihren mittlerweile eingetroffenen Bruder Rasul kümmern, brechen Frederik, Lacus und Padraig in Begleitung von Andrew wieder auf, um nach Koussara zurückzukehren und weiter nach Hektor zu suchen. Andrew geht es zwar noch nicht wieder gut, aber er will auf jeden Fall mitkommen, wenn es um Charnas geht. Außerdem nehmen sie noch drei Salomoniter mit.
In Koussara können sie allerdings nicht mehr viel tun: Das Herbstfest ist vorbei und der Ort ist wieder zur Ruhe gekommen. In dem alten Kolosseum herrscht jetzt jedoch eine mächtige infernale Aura: Es sieht so aus, als hätten die Dämonisten ihr Ritual abgewandelt und eben ohne Rajiya durchgeführt. Es hat aber wohl gereicht, nur Hektor zu opfern, um hier eine infernale Regio entstehen zu lassen.
Die Salomoniter können hier auch nicht sehr viel tun. Eigentlich müsste man den ganzen Ort weihen, segnen, eine Kirche drauf bauen und ein paar mächtige Reliquien hier lagern – aber das wird wohl am Festort einer muslimischen Stadt etwas schwierig.
Immerhin ist Rajiyas Vormund tot. Er wurde im Rahmen der Feierlichkeiten umgebracht, niemand weiß so recht, wieso oder warum.
Der Zirkus hat die Stadt direkt nach dem Herbstfest ebenfalls verlassen.
Also kehren die Magier und ihre Gefährten wieder nach Hause zurück und beschließen, die Situation in Koussara im Auge zu behalten und auf jeden Fall zum nächsten Herbstfest zu gehen.
In der Zwischenzeit wird sich Rasul mit seinen beiden Schwestern auf die Hadj begeben

Comments

Marganma

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.