Serpentia

Unter Venedig

Herbst 1209

Andrew, Frederik, Bernward, Jochen, Aaron, Zafira, Jessica, Gwy, Arthur

Wir brechen Anfang Herbst auf, noch etwas früh für die Hochzeit. Nachdem wir durch al-Arama gegangen sind, kommen wir in Sol Argenteus an. Gwyn und Padraig haben keine Nachricht hinterlassen, und da sie sich noch nicht gemeldet haben, sind wir etwas besorgt. Die Magier in Sol erzählen uns, dass gestern etwas Seltsames passiert ist: In einem Viertel in Venedig sind alle Dinge, die verschlossen waren, auf einmal aufgesprungen. Da Gwyn und Paddy behauptet haben, irgendwas auf der Spur zu sein, bin ich etwas besorgt. Frederik findet heraus, dass Lionel verletzt, aber noch am Leben ist.

Am nächsten Morgen lassen wir unseren Troß in Sol zurück und reiten schon mal vor. Dort sucht Bernward noch mal nach Lionel und findet heraus, dass er in dem Viertel ist, wo alle Türen geöffnet wurden, ist. Frederik ruft ihn zu sich, aber er kommt eine ganze Weile nicht herbei.
Weil ich nervös bin, gehe ich in eine Kirche, um dort zu beten. Dort hat ein Kampf stattgefunden. Der Priester erzählt mir, dass die Kirche überfallen wurde, aber dass sich ein paar mutige Männer in den Weg gestellt haben. Als einer davon niedergestochen wurde, sind alle Schlösser aufgegangen.

Ich erkundige mich nach den Leuten und werde zu ihnen geführt. Es sind Paddy, Gwyn und die anderen. Gwyn ist schwer verletzt, Paddy schläft und wacht nicht auf.
Lionel holt die anderen. Als er wieder zurückkommt, erzählt er mir, dass sie Cara gefunden haben. Es geht ihr ziemlich schlecht, sie liegt wohl im Sterben. Die Haushälter, die sich um sie gekümmert hat, erzählt mir, dass vor kurzem ein Mann da war, der mich beschrieben hat und meinte, ich würde demnächst kommen, um nach meiner Enkelin zu sehen.

Bevor ich weiter fragen kann, sehe ich, dass jemand an Caras Bett steht. Er stellt sich als Gabriele vor und meint, er hätte ein Problem, weil Caras Seele in die Hölle fahren sollte, obwohl sie in den Himmel gehört. Er fragt sich, wer ihr das angetan hat, und ob es jetzt mehr Ärger macht, wenn sie lebt oder stirbt. Ich sage ihm, es wäre besser, wenn sie lebt, und ihm fällt kein sinnvolles Gegenargument ein. Allerdings sei ihre Seele verschmutzt. Ich frage ihn, wer er ist, und er behauptet, er sei eine Art Buchhalter.

Dann wirft er eine Münze – einen altrömischen Silberling – und ein Buch erscheint. Er schaut etwas nach, dann fast er mit seiner Hand in Caras Brust. Das scheint ihr unangenehm, sie erwacht und schreit. Bevor ich ihn davon abhalten kann, zieht er die Hand wieder heraus. An ihr klebt schwarzer Schleim, aber Cara atmet wieder leichter. Er geht dann. Jessie verfolgt ihn zwar, aber er verschwindet in der Menge; und das nicht auf natürliche Art und Weise.

Währenddessen hat Frederik Gwyn den Heilhonig, den wir mitgebracht haben, gegeben. Daraufhin geht es ihm schon besser. Als er Cara schreien hört, läuft er aus dem Zimmer und trifft Gabriele auf dem Flur. Der meint zu ihm, dass sie sich noch einmal wiedersehen würde; er kennt auch Frederiks Namen.

Zafirah untersucht Cara, und es geht ihr tatsächlich besser. Sie ist ziemlich verängstigt, aber ich werde noch mit ihr sprechen müssen. Aber zunächst müssen wir uns um Paddy kümmern, der ist mit normalen Mitteln nicht wach zu kriegen. Auch Magie bringt nichts. Frederik untersucht seinen Geist und behauptet, es wäre nichts mehr da – aber nachdem sowohl Bernward als auch ich noch einmal nachschauen, stellen wir fest, dass Frederik offenbar nach etwas anderem gesucht hat als nach Paddys Geist, der ist nämlich noch da (Bernward meint, Frederik hätte vielleicht nach gesundem Menschenverstand gesucht).

Es scheint kein magischer Einfluss auf Paddy zu liegen. Vielleicht kann Frederik nachts mal in den Träumen nachschauen, aber im Augenblick sieht es nicht aus, als wäre Paddys Leben in Gefahr.
Cara erzählt mir, dass sie mit den beiden Alocars längere Zeit herumgereist ist; offenbar hat mein Lehrmeister vor irgendetwas Angst. Immerhin fand sie ihn nett. Er hat ihr Süßigkeiten gegeben, vermutlich hat das sie am Leben gehalten, aber auch ihre Seele verschmutzt.
Ihrem Vater, meinem Sohn, geht es soweit gut, aber er ist an der Hand verletzt. Ich erinnere mich, dass der Priester erzählt hat, dass auch Alocar eine vernarbte Hand hatte – was treiben die da?

Bernward verfolgt die arkane Verbindung zu einem Ort in Venedig. Als wir dorthin fahren wollen, meint der Gondoliere, dass das ein schlechtes Viertel sei, das von einem Verbrecher namens Lorenzo kontrolliert wird. Er hat ein Schwert. Na gut, wir fahren in das Viertel und tarnen uns als generische Unterschicht-Italiener. Zafirah will eine Frau bleiben; allerdings kriege ich nur eine ziemlich häßliche Frau mit leichtem Bartflaum hin.

Als wir in die Nähe des fraglichen Hauses kommen, schicke ich Jessica (die als Mann getarnt ist) vor, um sich dort umzuschauen. Zu blöd, dass sich Konrad bei seinem mysteriösen Unternehmungen mit Imogen den Fuss verknackst hat und jetzt nicht dabei ist – bin ich mal wieder ohne Leibgrog unterwegs. Das ist normalerweise kein Problem, aber ich habe schlechte Erfahrungen mit Messerstechern gemacht. Vor allem mit italienischen Messerstechern.

Das Haus ist relativ verwahrlost, in den Nachbarhäusern wohnen Leute. Da in einem Haus Ruhe ist, verstecken sich Frederik und Bernward mit dem Rest dort; ich gehe direkt hinein. Dort ist aber nicht Alocar, sondern nur eine junge Frau namens Simona, die dort lebt und arbeitet (nun ja).
In der Ecke hat jemand etwas ausgebuddelt – einen Schlüssel, wie Simona erzählt. Außerdem ist in dem Haus auch noch ein Flacon, den Alocar dort vergraben hat und der der Focus von Bernwards Zauber ist. Offenbar finden wir ihn nicht ganz so einfach.
Wir gehen erstmal zu einer Herberge. Simona nehmen wir mit, die tut mir leid. Lorenzo kann sich ja gern bei mir beschweren kommen.

Bevor wir schlafen gehen, kommt Zafirah zu mir und erzählt mir, dass sie von der Dämonin Aleyafur eine Kontaktperson genannt bekommen hat – falls wir gar nicht mehr weiterkommen… Eigentlich will ich diese Möglichkeit nicht nutzen /(sie auch nicht), aber… ich will nicht darüber nachdenken. Diese Brücke verbrennen wir, wenn wir da hin kommen.

Nachts taucht Frederik in meinem Traum auf – er möchte nicht allein in der Traumwelt herumreisen, er hat Angst, dass wieder irgendwer auftaucht und ihn zu Fehlern verleitet. Scheinbar hat er tatsächlich was gelernt.
Wir finden heraus, dass Paddys in einer Alptraumschleife gefangen ist. Bevor wir ihn retten, verfolgen wir noch die Spur der Person (?), die ihm das angetan hat, aber nach einer Weile wird der Widerstand zu stark und Frederik kommt nicht weiter. Immerhin sehen wir, dass in diesem magischen Strang auch noch andere Alpträume hängen.

Zurück bei Paddys Traum gelingt es uns, den Alptraum zu unterbrechen und zu unseren Körpern zurückzukehren. Gerade als wir aufwachen, riechen wir beide Rauch – das Haus brennt! Wir fliehen aus dem brennenden Haus, versuchen es zu löschen, und dann taucht eine drei Meter große Katze auf und fängt an, Menschen im Kanal zu ertränken. Aufder Straße flieht ein Mann vor einem Skelett mit einem Schwert.

Frederik weckt uns dann alle auf. Das Gasthaus steht noch, nichts brennt, aber wir haben alle dasselbe geträumt. Auch in anderen Häusern sind Leute wach und zünden Laternen an. Frederik und ich wollen noch mal nach Paddy schauen, vielleicht ist er aufgewacht. Oder er hängt wieder in der Traumschleife.
Bei der Kirche finden wir alle wach, wenn auch etwas erschrocken. Paddy erzählt uns noch, dass sich die Verschwörer, die sie verfolgt haben, in einem Haus treffen (Idara gibt mir eine genauere Beschreibung). Offenbar war die Gruppe dabei, irgendein Portal zu öffnen – zwei Schlüssel hat sie schon. Allerdings haben sie den zweiten Schlüssel erst geholt, nachdem alle verschlossenen Dinge aufgegangen sind. Das gesuchte Portal hat sich dabei also wohl nicht geöffnet.

Als wir zurückkommen, berichtet Simona, dass sie schon seit zwei Tagen seltsame, lebendige Träume hat; seitdem alles aufgegangen ist.

Am Morgen gehen wir erst mal zu den Savonaroles und treffen dort Arthur. Er wird erstmal auf Stand gebracht, was Gwyn und die Kultisten angeht. Danach spekulieren wir herum, was Alocar eigentlich will – möglicherweise verfolgt er immer noch seinen selten dämlichen Plan, Michelle wieder zurückzuholen. Und ebenfalls möglicherweise möchten die Kultisten ein Portal in den Himmel zu öffnen. Immerhin hat Alocar offenbar keine Mühen gescheut, uns auf die Schlüssel aufmerksam zu machen: Cara war in der Kirche mit Schlüssel 1, der Flakon mit Alocars Blut in der Hütte mit Schlüssel 2.

Wir probieren dann noch aus, wohin die arkane Verbindung von dem Flakon mit Alocars Blut hinführen – irgendwo zum Markusdom. Bernward zerstört dann die Verbindung des Blutes zu Alocar, und probiert aus, ob er noch eine weitere Spur von Alocar findet. Tatsächlich findet er auch eine: Auf einer Insel vor der Stadt. Wir beschließen, erst mal nach da zu fahren.

Der alte Mann, der uns dorthin übersetzt, erklärt uns, dass die Insel verflucht sein soll. Wir fahren natürlich trotzdem hin. Dort finden wir ein Gebäude, aber wir sind nicht die ersten: Vorher sind schon acht bis zehn andere hineingegangen. Wir zerstören ihre Ruderboote.
Unter der Insel gibt es einen Tunnel, der in Richtung Venedig führt und der ziemlich lang zu sein scheint. Also folgen wir in das Gebäude – dort liegen vier der Kultisten, tot. Sie wurden wohl von drei Skeletten erschlagen, haben diese aber auch überwältigt.

Im Gang werden wir von einem Bogenschützen angegriffen, der allerdings niemanden richtig trifft. Ich versenke ihn in einer Grube und frage ihn aus. Er erzählt, dass jetzt noch 5 Kultisten übrig sind, die gerade versuchen, den Traumdämonen Naraku wieder zu erwecken. Der liegt in einem Gefängnis unter dem Markusdom, wo er früher gefangen wurde. Es scheint dort auch noch Wächter zu geben. Erstaunlicherweise weiß ausgerechnet Arthur das alles. Ich glaube, ich muss mal mit dem Jungen reden.

Schließlich erreichen wir Venedig und kommen in eine Kammer. Dort war eine Platte mit vier Nägeln in den Boden genagelt, aber die Nägel sind herausgezogen. Drei davon liegen noch herum. Ich nehme einen in die Hand und spüre ein angenehmes Kribblen. Vermutlich sind die Nägel irgendwie heilig. Frederik nimmt sich den zweiten, Gwy den dritten.

Hastig eilen wir nach unten. Dort ist ein langer, langer Gang. Von irgendwo hören wir rituelles Gemurmel. Als wir den Gang entlanggehen, flimmert plötzlich die Luft und wir sehen einen Raum vor uns. Dort sind fünf Leute mit einem Ritual beschäftigt, einer murmelt, der Rest wiederholt und hält Schalen mit einer Flüssigkeit.
Ich schlage einen der Kultisten zu Boden, die Flüssigkeit aus seiner Schale kippt um und läuft auf den Ritualführer zu. Der fängt an zu brennen.
Jessica schießt einem weiteren Kultisten seine Schale aus der Hand, auch hier läuft die Flüssigkeit ins Zentrum. Bernward versucht einen Zauber, aber der funktioniert irgendwie nicht. Frederik und Gwy beten.

Da ich das unheimlich finde, trete ich auf den Ritualführer zu und berühre ihn an der Brust mit dem Kreuz und bete. Gwy tut dasselbe in seinem Rücken. Er schreit auf, krallt sich in meine Schultern und reißt das Fleisch auf, allerdings nicht lang, dann bricht er zusammen. Der Rest der Dämonisten fällt ohnmächtig zusammen.

Als wir sie gerade untersuchen, hört Jessica von oben einen Schrei – es ist Alocar Cailean. Wir eilen nach oben. Dort sind beide Alocars – mein Sohn kniet, eine Hand auf dem Boden, unter der Hand ein Pergament. Der vierte Nagel wurde durch seine Hand und das Pergament getrieben.
Mein Lehrmeister steht neben ihm. Er sieht nicht sehr gut aus: Die Wunde in seiner Seite ist ausgefranst, seine Hände sind nur noch Knochen. Er behauptet, er hätte das alles nur veranstaltet hat, um die Seele meines Sohnes zu retten – er fühlt sich irgendwie für ihn verantwortlich, weil ich ihm seinen Namen gegeben habe.
Es ist schwierig, ihm zu glauben, aber ich habe das Gefühl, er sagt die Wahrheit. Wir haben dann noch ein sentimentales Gespräch über Verzeihung, bevor Gabriele auftaucht und meinen Lehrmeister zurück in die Hölle bringen will.

Es fällt mir schwer, ihn einfach gehen zu lassen, aber er ist durch eigene Entscheidung in der Hölle gelandet und ich kann ihn davor nicht beschützen. Das will er auch gar nicht.

Gabriele geht auf ihn zu und wirft wieder seine Münze. Diesmal fängt Arthur sie auf und will sie auch erstmal nicht wieder hergeben; was er sich auch immer davon verspricht. Gabriele meint, er solle sie hergeben, ansonsten würde er ihn mit in die Hölle nehmen – verfrüht hin oder her. In der Hölle würde er aber wahrscheinlich ohnehin landen. Ich muss wirklich mal mit dem Jungen reden!

Nachdem Gabriele dann mit Alocar verschwunden ist, wollen wir erst mal die Priester des Marcusdoms verständigen. Jessica und Zafirah bringen meinen Sohn unauffällig nach Hause, Frederik und Gwy warten mit Jochen unten und passen auf die bewußtlosen Kultisten auf.

Danach passiert nicht mehr viel: Die Priester des Doms kümmern sich um Kultisten und Tor, und wir gehen zu den Savonaroles zurück. Ich habe noch ein relativ schwieriges Gespräch mit Alocar Cailean, aber er ist mein Sohn, und ich liebe ihn, auch wenn ich ihn nicht weiter ausbilden kann.

Ich lasse eine Messe für die Seele meines Lehrmeisters lesen.

Schließlich heiratet Arthur Petronella Savonarole im Marcusdom. Danach reisen wir zurück, und nach drei Tagen bringe ich Alocar zu den Salomonitern. Er wird dort erst mal als Novize bleiben, zumindest für einige Zeit.

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Marganma

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