Serpentia

Verschiedene Skelette

Sommer 1198

Bernward, Dáirine, Frederik

Während sich Rhys und Andrew in Prag aufhalten, taucht Besuch im Bund auf: Herimano, der spanische Flambeau, will Andrew – mit dem er einen längeren Briefwechsel geführt hat – endlich persönlich kennenlernen. Er ist zwar enttäuscht, daß der Jerbiton nicht da ist, beschließt aber, ihm nach Prag hinterherzureisen. Vorher jedoch will er eine Weile als Gast in Serpentia verweilen.
Zusätzlich zu diesem Besuch ist auch Fortis, der Quaesitor anwesend – in der letzten Zeit sind er und Alkmene gute Freunde geworden, und er hält sich oft in Serpentia auf.
Zu dieser Zeit bemerkt Tarila, Bernwards Ehefrau, im Wald seltsame Gestalten, die sich mit einigen Seilen auf die Jagd nach der Windwölfin gemacht haben – erfolglos. Sie weiß, daß ihnen etwas gefehlt hat, kann aber nicht genau sagen, was. Am nächsten Tag beschließen Bernward und Frederik, sich ein wenig im Wald umzuschauen. Dort begegnet ihnen ein Skelett, das mit einem rostigen Kurzschwert bewaffnet ist und sie scheinbar angreifen will. Die Magier ziehen sich zunächst zurück, um später mit einer größeren Mannschaft wiederzukommen. Unglücklicherweise ist Nakatia gerade nicht im Bund – sie ist zusammen mit Alkmene und Ramitep nach Damaskus gereist, um dort ein wenig in der Bibliothek zu schmökern…
Während sich die beiden Magier in Wald aufhalten, erscheint ein weiterer Besucher: Alessandro, der Dämon, den Patrick vor einiger Zeit zum Austausch von Kochrezepten eingeladen hatte. Dáirine lädt in noch einmal offiziell in den Bund ein, worauf er sofort beginnt, sich mit Herimano herumzustreiten, der ihn für eine Fee hält.
Nachdem Frederik und Bernward zurück sind, nehmen sie sich die erste Troßeinheit und die Lanzknechte und brechen sofort wieder auf, um mit dieser Streitmacht den Wald zu durchkämmen. Aber bis zum Abend haben sie keinen Erfolg: Sie finden weder Spuren in der Erde noch andere Anzeichen von Skeletten. Andererseits ist der Wald auch ziemlich groß. Als sie sich trennen, um den Skeletten eine Falle zu stellen, nutzt ihr unbekannter Gegner die Gelegenheit, sie mit falschen Hornsignalen zu verspotten. Schließlich beschließen die Magier am Abend, zum Bund zurückzukehren. Da erreicht Bernward eine Nachricht von Dáirine: Sein Lehrling Kathleen ist verschwunden und muß sich irgendwo im Wald aufhalten. Frederik macht sich mit einem Großteil der Grogs auf den Rückweg, während Bernward einen Großteil der Nacht damit verbringt, nach Kathleen zu suchen. Schließlich stellt er fest, daß sein Peilspruch offenbar abgelenkt wird und er nicht in der Lage ist, das Mädchen sinnvoll zu finden. Erst früh am Morgen kehrt er nach Serpentia zurück.
Gegen Mittag tauchen zwei Skelette vor den Mauern des Bundes auf. Eines von ihnen erklärt mit weiblicher Stimme, der ein französischer Akzent deutlich anzuhören ist, daß sich Kathleen in ihrer Gewalt befinde und sie diverse Gegenstände im Austausch gegen das Mädchen fordern würden: Ein steinernes Schachspiel, ein Faß Whisky, ein Skelett, ein Buch über die Kunst Vim von einem Bonisagus und eine Falkenfeder. Der Austausch solle morgen stattfinden. Danach wenden sich die Skelette vom Bund ab und verschwinden wieder im Wald, verfolgt von Sir Quintus und einigen Magiern. Allerdings trennen sich die beiden Skelette, und als die Menschen einem davon weiterhinfolgen, werden sie von diesem und einem weiteren Skelett angegriffen. Es gelingt den Leibgrogs, die Angreifer zu zerschlagen, wobei allerdings Olf verletzt wird. Dabei stellt sich heraus, daß die Skelette zwar nicht sehr gut kämpfen können, aber ungewöhnlich hart sind – so, als bestünden sie in Wahrheit nicht aus Knochen, sondern aus Stein. Eine kurze Untersuchung bestätigt diese Vermutung.
Während Dáirine die Skelette jagt, beschäftigen sich Frederik und Bernward mit den merkwürdigen Forderungen. Nach einigem Überlegen kommt ihnen die Idee, daß sich diese Gegenstände auf die älteren Magier des Bundes beziehen könnten: Das Schachspiel auf Andrew, das Whiskyfaß auf Rhys, das Skelett auf Nakatia, das Buch auf Benedikt und die Falkenfeder auf Terminus. Allerdings fehlen einige: Aladin wurde ausgelassen, genau wie Julius. Da Frederik und Bernward nicht bereit sind, tatsächliche Verbindungen zu irgendwelchen Leuten herzugeben, machen sie sich an die Arbeit: Während Bernward ein Schachspiel aus Stein formt, geht Frederik nach Solis Defectio und besorgt sich dort ein Fäßchen Whisky. Dort bekommt er auch von Malfaitar eine magisch erschaffene Falkenfeder geschenkt. Danach macht er sich daran, ein Skelett zu herzustellen, während Bernward schnell einen Index zu seinen beiden Vim-Büchern verfaßt: Immerhin ist er ein Bonisagus…
Schließlich sind die Vorbereitungen abgeschlossen, und pünktlich am nächsten Mittag stehen wieder zwei Skelette vor dem Bund. Sie lassen sich die Gegenstände unter höhnischen Kommentaren der weiblichen Stimme übergeben und fordern die Magier dann auf, ihnen zu folgen. Wieder trennen sich die Skelette, eines trägt die Gegenstände davon, das andere soll Bernward, Frederik und Dáirine zu Kathleen führen. Als sie jedoch an der vorhergesehenen Stelle ankommen, müssen sie feststellen, daß sie betrogen worden sind: Dort steht zwar ein Mädchen, das Kathleen sehr ähnelt, aber eine grünliche Haut und leere Augen hat. Offenbar handelt es sich um eine am Pflanzplatz gewachsene Doppelgängerin.
Als ihnen dies klar wird, brechen die Magier hektisch zum Pflanzplatz auf. Immer in den Nächten des Vollmonds wächst dort, was auch eingepflanzt wird, und es ist die dritte Nacht des Vollmonds: Möglicherweise plant die Herrin der Skelette irgendeine Teufelei.
Kurz vor Sonnenuntergang treffen sie an dem Pflanzplatz ein. Dort müssen sie feststellen, daß eine der mächtigen Eichen, der Wächter dieses Platzes, von den Steinskeletten gefällt worden ist. Immerhin haben auch diese Verluste erlitten: Vier von ihnen liegen zerschmettert um den Stamm herum. Hastig machen sie die Magier daran, den Boden des Platzes abzusuchen. Dabei findet Frederik ein eingegrabenes Steinskelett, das er hastig wieder ausgräbt. Doch bevor er die Suche fortsetzen kann, versinkt die Sonne und die Magier spüren, wie ihre Parma zu schwinden beginnt. In diesem Moment wallt plötzlich dichter Nebel auf die große Lichtung, aus dem das Geräusch von Schritten klingt. Frederik, Bernward und Dáirine ziehen sich zunächst zurück, aber Sir Quintus bleibt und beobachtet die Lichtung weiterhin. Er sieht, wie sich mehrere Gestalten aus dem Nebel schälen: Drei weitere Skelette, eine Frau und ein rothaariges Mädchen – Kathleen. Die Frau ist bleich und hat das Aussehen einer kürzlich verstorbenen Toten. Sie ist augenscheinlich verärgert, das die Serpentianer ihren dramatischen Auftritt durch ihre Flucht verdorben haben und zieht sich selbst ebenfalls zurück. Quintus verfolgt sie ein Stück und kann beobachten, wie sie eine Parma Magica spricht und danach beginnt, mit Kathleen eine Partie Schach zu spielen.
Währenddessen sind Dáirine, Frederik und Bernward mit ihren Leibgrogs zu der Lichtung zurückgekehrt, wo sich mittlerweile die ersten Pflanzenskelette aus der Erde graben und sie angreifen. Allerdings sind sie ebenso miserable Kämpfer wie die Steinskelette und nicht ansatzweise so hart, sodaß die Grogs – unterstützt von einigen Sprüchen Dáirines – wenig Probleme mit ihnen haben. Immerhin wachsen ständig neue aus der Erde, sodaß die Serpentianer schwer beschäftigt sind. Nach einiger Zeit kehrt auch die Untote zurück und erklärt triumphierend, die Skelette würden sie alle töten – obwohl sie es ja eigentlich auf jemanden anders abgesehen hätte.
Dann aber entschlüpft ihr Kathleen und rennt auf die Magier zu. Sie schickt ihre verbliebenen vier Steinskelette (das von Frederik ausgegrabene hat sich wieder zu ihr gesellt) dem Mädchen hinterher und zieht sich selbst unter gellendem Gelächter zurück. Es gelingt Bernward, ihre Stimme magisch gut genug zu imitieren, daß er die Steinskelette wegschicken kann, und Kathleen kommt wohlbehalten bei den Magiern an. Gegen Morgen schließlich hört der Ansturm der Pflanzenskelette auf, und die Serpentianer können sich um die verbliebenen Steinskelette kümmern. Die Frau jedoch ist und bleibt verschwunden.
Dáirine kam sie ein wenig bekannt vor, und bei genauerem Nachdenken meint sie, daß es sich bei ihr um Elaine du Brac, Alocar d´Alencons Lehrmeisterin, gehandelt haben könnte. Allerdings war diese bei der letzten Begegnung in Frankreich deutlich zerfallener als dieses Mal, sodaß sich Dáirine nicht sicher sein kann.
Bei der Suche nach der Verschwundenen finden einige Grogs noch ein letztes Steinskelett, das auf einem der nahen Hügel in einer heldenhaften Pose erstarrt ist.
Fionnuala wird von den Ereignissen in Kenntnis gesetzt. Sie erklärt, daß ein neuer Wächter für den Pflanzplatz gefunden werden würde, wofür sie allerdings möglicherweise die Hilfe der Serpentianer bräuchte, die diese ihr auch gern zusichern.
Nachdem Rhys und Andrew zurück sind, stellt sich heraus, daß die Steinskelette ursprünglich von Rhys gebaut wurden, der den Plan hatte, sie irgendwann als Gambiteinheit zu verwenden. Er hatte sie außerhalb des Bundes vergraben; außer Nakatia wußte niemand darüber Bescheid. Von zwölf Skeletten, die er erschuf, sind zehn zerstört, eines stand auf dem Hügel, nur das letzte ist verschwunden…

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Marganma

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