Serpentia

Würfelspiele

Sommer 1189

Andrew, Alen, Alenka, Colleen, Sir Lucien, Dáirine, Athanasius

Ende des Sommers erhält Andrew einen Brief von Orson aus Tripolis: Alocar ist dort gesehen worden! Zusammen mit Dáirine, Sir Lucien, Colleen, Alenka, Athanasius und Alen begibt er sich in die Stadt, um den Gerüchten auf den Grund zu gehen.
Als sie in Tripolis ankommen, ist die Stadt im Spielfieber: Ein englischer Adliger, Sir Christopher, hat ein großes Würfelturnier angesetzt, dessen Sieger ein riesiges Schwert mit einem großen Rubin im Knauf gewinnen wird. Als die Gefährten dieser Sache nachgehen, stellen sie fest, daß Sir Christopher das Schwert von zwei sehr merkwürdigen Gesellen bekommen hat: Einem Rattengesicht mit einer Narbe und einem Mann mit sehr feinen Zügen, glatt wie eine Puppe. Das Schwert hat Sir Christopher offenbar verändert und gewalttätiger gemacht als zuvor.
Schnell stellt sich heraus, daß die Waffe einem riesenhaften Wikinger namens Scathelock gestohlen wurde, der sie jetzt wiederhaben will. Neben seiner Größe fällt der Mann dadurch auf, daß er niemals etwas ohne Gegenleistung, so sinnlos sie auch sein mag, für jemand anderen tut, und daß sich ihm die Frauen vor die Füße werfen, ohne daß er es sonderlich beachtet. Gemeinsam dringen er, Andrew und Alenka mit Hilfe einer Wache, die sich um die Ehefrau des Ritters sorgt, in Sir Christophers Haus ein. Es gelingt ihnen, zum Schwert vorzudringen, woraufhin Scathelock, der es an sich nimmt, losgeht, um die Diebe zu strafen. Während des darauffolgenden Gemetzels stellen Andrew und Alenka fest, daß der Puppengesichtige ein Dämon ist, aber kein sonderlich gefährlicher. Schwerer wiegt da schon, daß auch Alocar sich unsichtbar in dem Haus aufgehalten hat und den Rubin aus dem Schwert stehlen konnte.
Auf den Kampf aufmerksam geworden, tritt die Stadtwache auf den Plan und verhaftet Scathelock wegen des Gemetzels, das dieser angerichtet hat. Allerdings verfügt der Wikinger über übernatürliche Kräfte, er kann sich in einen riesigen weißen Bären verwandeln. Mit der Kraft dieses Tieres ist es ihm ein leichtes, zu fliehen.
Am nächsten Tag finden die Gefährten eine Spur von Alocar: Als sie sie verfolgen, finden sie schon bald den ermordeten Körper eines kleinen Mädchens auf. Dies bringt Colleen und Andrew dazu, an der Identität des Mörders zu zweifeln: Alocar hat bisher noch nie einem Mädchen etwas getan. Die vielen Raben, die in der Stadt zu sehen sind, bringen Colleen auf eine Idee: Vielleicht wollte der Herr der Raben Andrew in eine Falle locken, indem er dafür sorgte, daß Alocar hier gesehen wird. Immerhin residiert Gerbert von Köln seit dem Fall von Jerusalem in Tripolis. Obwohl er im Augenblick nicht da ist, kann er jeden Moment wiederkommen. So könnte der Herr der Raben sich Andrews entledigen, ohne ihn selbst zu töten….
Dennoch gibt es noch ein weiteres Geheimnis, das den Jerbiton in der Stadt hält. Die Herausforderung, es zu lösen, hat offenbar den Tytalus in ihm geweckt. Seitdem das Würfelfieber Tripolis befallen hat, gibt es immer mal wieder Leute, die tot umfallen, ohne das irgendein Grund dafür bestände. Eine genaue Untersuchung der Leichen ergibt nur, daß sie alle seltsam abgewetzte Fingerkuppen haben – als hätten sie sehr lange und ausdauernd gewürfelt. Eine Umfrage bei den Bekannten der Toten ergibt, daß sie mit einem Fremden mit Allerweltsgesicht gespielt hätten, der einen sehr alt aussehenden Knochenwürfel dabei gehabt hätte. Nach einiger Zeit können sie diesen Mann auch auftreiben: Er hat den Würfel von einem ihm Unbekannten mit länglicher Nase und rundem Gesicht bekommen, der ihm nur zur Auflage gemacht hätte, beim Endspiel mit diesem Würfel zu kommen.
Trotz des Todes von Sir Christopher wird das Endspiel nämlich in der dafür vorgesehenen Halle morgen stattfinden. Wirklich besorgt werden die Gefährten, als sie feststellen, daß es nicht nur den einen Knochenwürfel gibt, sondern drei davon, und daß alle drei eine mystische Verbindung zu der Halle aufweisen. Die beiden anderen Würfel können über diese Verbindung leicht gefunden werden: Auch sie befinden sich im Besitz von extrem unauffälligen Männern, die sie mit derselben Bedingung erhalten haben wie der erste – allerdings von dem Mann mit dem Rattengesicht, der Scathelock das Schwert stahl und von diesem umgebracht wurde.
Da die Zeit knapp wird, begeben sich die Gefährten noch in dieser Nacht zu der Halle. Orson und ein paar Wachsoldaten begleiten sie, und so kommen sie problemlos in das weitläufige Gebäude, wo auf einer Empore der Tisch steht, an dem das Endspiel stattfinden soll, zusammen mit einem Würfelbecher und einem Würfeltablett.
Als sich die Gefährten ein wenig umsehen, erscheint plötzlich wieder der puppengesichtige Dämon und bedroht sie. Dabei macht er jedoch einen Fehler, und so kann Andrew erkennen, daß sich etwas wirklich wichtiges auf dem Tisch befinden muß. Als er mit einem Kreuz in der Hand darauf zutritt und betet, verschwindet das Tablett, und in einer Ecke an der Decke der Halle beginnt eine seltsame, feurige Form zu zucken. Die Wachsoldaten fliehen, und auch die Gefährten wollen sich gerade durch ein Loch in der Wand zurückziehen, als das Feuer wieder erlischt und das Würfeltablett zu Boden klirrt.
Andrew hebt das Instrument des Bösen auf. Als er feststellt, daß er es nicht zerbrechen kann, geht er damit zu einer Kirche, wo es nach einer großzügigen Menge Weihwasser und einer Segnung des Priesters zu Staub zerfällt. Auch die Würfel werden so vernichtet, der Priester soll die Reste Gerbert übergeben. Das große Würfelspiel von Tripolis wird wohl doch nicht stattfinden.
Als Andrew zurück zu seinem Quartier kommt, findet er eine kleine Kiste vor, in der sich neben einem Brief seines Lehrmeisters ein Fingerknochen befindet. Alocar schreibt, diesmal habe er ihr noch Einhalt geboten, das nächste Mal wäre sein Schüler auf sich selbst gestellt. Offenbar war Angelica wieder einmal aktiv! Andrew bringt ihren Fingerknochen sofort in eine Kirche und zerstört ihn dort, wobei er ein grausames Lachen hört. Immerhin hat der arme Priester jetzt noch etwas, was er Gerbert übergeben kann…
Danach machen sich Andrew und Colleen an die Verfolgung von Alocar, dessen Lager über den Brief als arkane Verbindung zu finden ist. Auch Dáirine möchte sie begleiten, was aber an ihren mangelnden Reitfähigkeiten scheitert. Sie ist daraufhin erbost genug, um in Orsons Gestalt aufzutreten und den Torwachen aufzutragen, sie sollten Andrew zur Wache schicken, der jungen Frau (also ihr selbst) wäre etwas passiert…
Andrew und Colleen treffen Alocar tatsächlich an. Während Meister und Schüler einmal mehr über den Glauben diskutieren, versucht Colleen, Alocar zu töten, was ihr aber nicht gelingt: Ihr Schwert gleitet einfach an dem Magier ab.
Immerhin behauptet der langjährige Dämonist, bevor er umkehren könne, müsse er noch etwas erledigen. Andrew widerspricht ihm, und erfährt daraufhin, daß Alocar glaubt, der Meister seines Schicksals zu sein. Schließlich wird der Ältere des Gesprächs überdrüssig und hindert Andrew durch die Drohung, Colleen zu verletzen, daran, ihm zu folgen.
Bei ihrer Rückkehr erhalten sie die Nachricht der Torwache, woraufhin Andrew den armen Orson für nichts und wieder nichts aus dem Schlaf reißt. Bei dem späteren Gespräch entschuldigt sich Dáirine für ihren „Scherz“ und Andrew dafür, daß er sie wie ein Kind behandelt hat.
Immer noch wegen der infernalen Überreste besorgt, rufen die beiden Magier Henry herbei. Wenn er sie Gerbert von Köln übergibt, sollte das weniger Fragen herausfordern, und das letzte, was irgend jemand braucht, ist, daß Gerbert auf diesen „Andreas“ aufmerksam wird…
Bevor er die Stadt verläßt, hat Andrew noch ein langes Gespräch mit Orson, bei dem dieser endlich erfährt, daß sein Bekannter ein Magier ist. Dies scheint ihn allerdings nicht sehr zu stören – Hauptsache, er wird nie mehr mitten in der Nacht geweckt…
*

Als Henry aus Tripolis zurückkehrt, hat er von Gerbert noch etwas über die Würfel erfahren: Offenbar hat es sich bei ihnen um jene Würfel gehandelt, mit denen die Soldaten Roms sich unter Christi Kreuz die Zeit vertrieben….

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Marganma

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