Serpentia

Wie man ein Feenherz erobert

Frühling 1191

Nakatia, Mesinga, Sir Quintus, Colleen, Dáirine, Alenka

Um die Zeit des Frühlingsfestes herum beschließt Dáirine, dem Feenwald wieder einmal einen Besuch abzustatten. Nakatia, Sir Quintus und Colleen sowie die Leibgrogs Alenka und Mesinga kommen auch mit.
Dort angekommen, werden sie freundlich empfangen. Während sich die meisten Serpentianer bei der spontanen Willkommensfeier austoben und einschließlich Nakatia und Samt immer jünger werden, wird Sir Quintus von dem waffenkundigen Sir Coll mit Beschlag belegt. Dáirine hingegen unterhält sich mit Sir Bealach, einem neu an Fionnualas Hof angekommenen Ritter, der recht gut aussieht und auch sehr charmant ist.
Während des Festes verwandelt Nakatia Samt in eine menschliche Frau, und gemeinsam toben sich die beiden dann mit dem Satyr Pheran aus. Auch Alenka hat angenehme Gesellschaft: Der füchsische Ciaran macht ihr den Hof und verführt die verheiratete Frau, die davon recht begeistert zu sein scheint. Colleen verabschiedet sich derweil von Sir Lucien, der von einer winzigen Fee um Hilfe gebeten wurde, da ihr Fingerhut verschwunden sei….
Die Feier geht bis in den tiefen Abend hinein, aber schließlich legen sich nach und nach alle zum Schlafen nieder. Am nächsten Morgen jedoch wartet eine böse Überraschung auf sie: Die Königin sitzt leblos auf ihrem Thron, ganz von Rauhreif überzogen, und auch ansonsten ist es im Wald ungewöhnlich kühl. Die Feen sind sehr aufgeregt, denn offensichtlich ist der Königin ihr Herz – das Herz des Goldenen Frühlingswaldes – gestohlen und sie selbst vergiftet worden. Ihr Kämpfer, Sir Larmaine, hat auch sofort einen Verdacht, wer dahinter stecken muß: Die Herbstfeen natürlich, mit denen sie schon lange in Fehde leben! Als dann auch noch Silvana, die frühere Wolfsgefährtin von Mentalia, bestätigt, daß die Spuren des Diebes in diese Richtung führen, gibt es fast kein Halten mehr: Ein Krieg gegen diese feigen Diebe muß geführt werden!
Besonnenere Köpfe wie Nakatia, Dáirine und Sir Bealach jedoch raten dazu, zunächst herauszufinden, wer denn nun wirklich das Herz, die goldene Rose, gestohlen hat. Der Reif, der Fionnuala überzieht, scheint ihnen mehr ein Hinweis auf Winterfeen zu sein. Schließlich wird beschloßen, mit dem Angriff noch zu warten. Die im Herbstwald nicht sofort als Gegner zu erkennenden Menschen von Serpentia wollen der Spur der Rose – winzigen goldenen Blüten, die immer wieder aus dem Boden wachsen – folgen und das Herz zurückbringen. Damit könnte auch der Giftfluch, der auf der Königin liegt, wieder rückgängig gemacht werden.
Bei der Verfolgung des Diebes geraten die Gefährten schnell in den Herbstwald, der in der Nähe des Frühlingswaldes liegt. Dort können sie zunächst unerkannt reisen, werden schließlich aber doch von einer Patrouille aus Rittern und Trollen angehalten und gebeten, doch dem Prinzen der Feen vom Fallenden Herbstlaub ihre Aufwartung zu machen. Dieser, Prinz Mardian, erweist sich als recht guter Gastgeber. Auf seine Fragen jedoch, woher und wohin, antworten Nakatia und Dáirine eher ausweichend. Immerhin findet er heraus, daß sie einen Dieb verfolgen, der der Königin des Frühlings etwas Wertvolles gestohlen hat. Sofort bietet er an, den Menschen einen Führer mitzugeben, der sie sicher durch sein Land geleitet. Da sie ihn nicht verärgern wollen, nehmen die Gefährten an und machen sich am nächsten Tag in Begleitung von Lady Brionne, einer Elfenritterin, wieder an die Verfolgung.
Tatsächlich führt die Spur der goldenen Rose wieder aus dem Herbstwald heraus und weiter in Richtung Winter. Dabei gelangen die Gefährten an den Rand des Waldes und können in einiger Entfernung auf der schneebedeckten Ebene ein kleines Feuer mit blauen Flammen ausmachen. Sir Quintus, der das Lager ausspioniert, entdeckt dort einen einzelnen kleinen Troll, der einem Menschen vielleicht gerade bis zur Brust reichen würde. Aus seiner Jacke heraus scheint etwas goldenes zu leuchten: Offenbar handelt es sich hier tatsächlich um den Dieb. Während die Gefährten noch diskutieren, ob der Kleine ein Schnee- oder Eistroll ist und wie sie nun weiter vorgehen sollen, entdecken Mesinga und Sir Quintus in dem Gestrüpp, das sie umgibt, einen weißen Schemen. Als der Ritter geht, um herauszufinden, was es damit auf sich hat, sieht er sich plötzlich Silvana, der weißen Wölfin, gegenüber. Sie greift ihn an und kann ihn schwer verwunden, bevor Mesinga und Colleens Knappe Gareth zu Hilfe eilen. Auch Nakatia kommt hinzu, um die schwere Blutung an Sir Quintus´ Kehle zu stoppen und ihn zu verbinden.
Colleen, Dáirine und Alenka beschließen daraufhin, nicht in diesen Kampf einzugreifen, sondern sich lieber um den Troll zu kümmern. Als Colleen sich ihm jedoch im vollen Galopp nähert, wächst der Kleine plötzlich zu einer Größe von drei Manneslängen heran und holt sie mit einem wohlgezielten Schlag seiner ebenfalls riesenhaft gewordenen Keule vom Pferd. Im Schnee bleibt sie benommen liegen, während nun Alenka ihrerseits angreift. Aber auch sie ist dem Troll allein nicht gewachsen und wird von den Eislanzen, die er ihr entgegenschickt, schwer verwundet. Auch die hinzukommende Dáirine und der heranstürmende Gareth können das Ungeheuer nicht überwinden, obwohl Colleen wieder zu sich gekommen ist und den Riesen behindert. Schließlich scheint diesen der Kampf zu langweilen, und er ruft einen heftigen Eissturm herbei, in dessen Schutz er sich zurückzieht.
Glücklicherweise endet der Sturm schon nach wenigen Minuten, und die Verwundeten werden zum Waldrand zurückgebracht, wo sich Nakatia um sie kümmert. Nach einigem Hin und Her beschließen Dáirine und Colleen, zusammen mit Lady Brionne den Troll weiter zu verfolgen, während Nakatia und Mesinga (die den Wolf mittlerweile vertrieben hat) mit den Verwundeten zurückreisen sollen. Gareth will trotz seiner Verletzungen nicht von Colleens Seite weichen, was ihm auch gestattet wird.
Nach einigen Stunden Reise über die Ebene wird der Schnee immer tiefer, und schließlich entdecken die Reisenden wieder das blaue, Kälte verströmende Feuer des Trolls. Diesmal greifen sie ihn nicht sofort an, sondern versuchen, mit ihm zu verhandeln. Er ist dem auch gar nicht abgeneigt und durchaus bereit, für einen angemessenen Preis die Rose wieder herzugeben. Offenbar hat er sie im Auftrag des Königs der Eisigen Speere und seiner Tochter, der Prinzessin der Frostlanzen, gestohlen. Da aber Borgil, so sein Name, als Schneetroll für niemanden mehr Loyalität empfindet als für sich selbst, ist er einem guten Handel nicht abgeneigt.
Nach einem Wettbieten mit Lady Brionne, die natürlich sehr an der Rose interessiert ist, gelingt es Dáirine, Borgil zu überzeugen, das Herz des Frühlingswaldes ihr zu überlassen. Dafür muß sie ihm neben einigen vishaltigen Äpfeln auch ihre langen roten Haare überlassen. Immerhin schwört er bei seinem Namen, diese nicht gegen sie zu verwenden. Da der abrupte Aufbruch von Lady Brionne nichts Gutes für die Rückreise durch den Herbstwald verspricht, überläßt auch Colleen ihre Haare dem Troll (der ihr denselben Eid leistet wie Dáirine), um einen anderen Weg zurück zum Frühlingswald zu erfahren.
Auf diesem Rückweg läßt Dáirine ihre Haare wieder wachsen, wobei es zu einem kleinen magischen Mißgeschick kommt und sie plötzlich einen wunderhübschen Bart und beneidenswert viele Haare auf der Brust bekommt… Immerhin stellt sie dabei fest, daß sie jetzt eine verborgene weiße Strähne in ihrer Mähne besitzt, und auch bei Colleen wird sich wohl eine entwickeln, wenn deren Haar wieder länger wird. Vielleicht ist das eine Art Unterpfand für den von Borgil geleisteten Schwur.
Der Weg, den der Troll ihnen genannt hat, führt sie tatsächlich zurück in den Frühlingswald, wo die anderen schon eingetroffen sind. Dort ist mittlerweile der ganze Wald im tiefsten Herbst, und stellenweise liegt sogar Schnee. Die große Lichtung ist von frostigem Reif überzogen, und auf Fionnualas Gestalt hat sich eine feste Eisschicht gebildet.
Als jedoch Colleen und Dáirine die goldene Rose durch den Wald tragen, kehrt der Frühling zurück, es wird wärmer und neue Blätter sprießen an den vormals toten Ästen der Bäume. Auf der Lichtung schmilzt der Reif, als sie sie betreten, und bei der Berührung der goldenen Rose zerbirst das Eis, das Fionnuala umfangen hält. Die Feenkönigin ergreift die leuchtende Blume, und es gibt eine gewaltige Explosion von blendendem goldenen Licht, die sie einhüllt. Als die Gefährten wieder sehen können, ist der Wald, wie er immer war: Von Licht und Farben erfüllt, warm und voller Geräusche.
Fionnuala dankt den Serpentianern für ihre Hilfe und verspricht, auch ihnen in der Gefahr beizustehen. Zunächst jedoch gibt es ein rauschendes Fest, um die Wiederkunft des Frühlings zu feiern. Wie schon bei ihrer Ankunft amüsieren sich die Serpentianer prächtig, aber die Feierlichkeiten werden durch einen abgehetzten Boten aus dem Bund unterbrochen: Es gibt Schwierigkeiten im Tal, und jeder Magier wird sofort gebraucht…

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Marganma

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