Serpentia

Zehn Ballen Leinen

Herbst 1200

Andrew, Sir Quintus, Lin Chou Yüan, Lin Chou Tian, Aella, Pierre

Kurz nach der Schlacht läßt Tina eine Ratssitzung einberufen: Es geht um die im Augenblick eher strapazierte Finanzlage des Bundes. Um neue Quellen aufzutun, schlägt sie vor, einen alten Plan in die Tat umzusetzen – von dem schottischen Bund Solis Defectio aus soll ein Hermesportal in die Nähe von London geöffnet werden. So können levantinische Waren an einem lebendigen Markt ohne größere Transportkosten verkauft werden, was einen gewaltigen Profit verspricht.
Dafür muß allerdings das Hermesportal gesprochen werden. Andrew ist der Meinung, den Spruch 15. Ordnung mit ein wenig Vis von einer Spruchrolle ablesen zu können. Allerdings ist Vis genau das Problem – für das Hermesportal allein bräuchte Serpentia 15 Bauern Terram-Vis, dazu noch einmal drei oder vier, um Andrew die notwendige magische Energie für diesen mächtigen Zauber zu geben.
Tina hat allerdings ein wenig mit Solis Defectio hin- und hergefeilscht, und der andere Bund ist bereit, Serpentia das Vis vorzuschießen. Für die 18 geliehenen Bauern sollen sie dann im Lauf der Jahre 24 wieder zurückerhalten, und zwar 4 pro Jahr. Die Magier sind einverstanden, und so macht sich Andrew Anfang Herbst auf, um den Spruch in Solis Defectio zunächst zu kopieren.
Mitte Herbst ist er mit dieser Arbeit fertig, und nachdem er aus Tripoli zurück ist, will er sofort aufbrechen. Er plant, der Stadt Harrogate einen kurzen Besuch abzustatten, um nähere Informationen über Sir Nigel of Harrogate zu bekommen. Der Ritter war vor einem Jahr als Arthurs Gast auf Gwyns Hochzeit aufgetaucht, und Andrew vermutet, daß er eine Verbindung zu dem Doppelgänger haben könnte.
Außer Andrew kommen auf dieser Reise noch Sir Quintus, Pierre, Aella, Lin Chou Yüan und dessen Nicht Lin Chou Tian mit. Auf der Reise nach Harrogate machen die Gefährten zunächst in York Station, in der Hoffnung, dort schon etwas über Sir Nigel erfahren zu können. Tatsächlich hält sich der Ritter in der Stadt auf, aber viel Neues wissen die Yorker über ihn nicht zu berichten.
Während die Gefährten noch in einer Schenke sitzen und über die Situation beraten, öffnet sich die Tür und ein schwerverletzter Wachmann schwankt herein. Der Mann stirbt nur wenige Sekunden später. Da Andrew und die anderen wissen, daß er zusammen mit einer anderen Wache unterwegs war, machen sie sich sofort auf die Suche. Der zweite Mann ist schnell gefunden: Nur wenige Querstraßen entfernt liegt er im Straßendreck – jemand hat ihm die Kehle durchgeschnitten. Aella kann die Spuren des Mörders finden und verfolgen: Sie führen zurück zur Herberge. Dort entdecken Aella und die anderen im Zimmer des Händlers Martin einen blutigen Dolch und blutbesudelte Kleider.
Die hinzugekommene Stadtwache verhaftet den Händler trotz seiner Unschuldbeteuerungen und führt ihn unsanft hinaus. Aber die Serpentianer sind nicht überzeugt: Der angebliche Mörder wirkte nicht wie ein Mann, der zwei geschulte Wachen aus dem Hinterhalt ermorden kann. Bei seinen Unterlagen finden sie Hinweise daraus, daß er zehn Ballen damaszenisches Leinen für Sir Nigel of Harrogate in einem Warenhaus aufbewahrt. Das erscheint seltsam – Leinen aus Damaskus hat keinen besonderen Wert.
An dem Dolch des sterbenden Wachmannes klebt noch ein wenig Blut, das Andrew nun benutzt, um die Spur des wahren Mörders zu finden. Der hält sich zusammen mit einem Gefährten in einer Schenke auf. Die Serpentianer beschließen, die beiden gefangen zu nehmen: Pierre und Quintus wollen dem Mörder folgen, während Tian und Aella dem anderen Mann hinterherschleichen. Andrew und Lin gehen, um sich mit dem Kommandanten der Stadtwache zu unterhalten, bevor der den höchstwahrscheinlich unschuldigen Martin totschlägt. Leider gelingt es den beiden nicht, Zweifel zu sähen.
Währenddessen geraten Aella und Tian in Schwierigkeiten: Es gelingt ihnen zwar, ihren Mann einzufangen, aber dabei werden sie leider von der Stadtwache erwischt und eingesperrt. Da keine der beiden Frauen Englisch versteht, können sie den Wachen auch nicht klar machen, daß ihr Gefangener ein Mörder ist.
Quintus und Pierre haben weniger Probleme – sie nehmen den Mörder gefangen und schleppen ihn dann zunächst zur Herberge. Dort erfährt Andrew, der mit Lin schon wieder zurück ist, von dem Mann, daß er selbst – „Sir Andrew Owen Fitzpatrick“ – den beiden Männern den Auftrag für den Mord erteilt haben soll. Offenbar sollte der Verdacht absichtlich auf Martin gelenkt werden, um etwas aus seinem Warenhaus zu entwenden. Nach getaner Arbeit wollten sich die Mörder in sechs Wochen in der Herberge „Zum Grünen Fisch“ in London mit ihrem Auftraggeber treffen.
Nach diesem Geständnis schleifen Andrew und die anderen den Mann auf die Wache, damit er Martin entlastet. Es gelingt ihnen, den Kommandanten von der Unschuld des Händlers zu überzeugen. Dabei erfähren die Serpentianer, daß Aella und Tian verhaftet worden sind und der Spießgeselle des Mörders laufen gelassen wurde. Nach einer wütenden Strafpredigt an die unfähigen Wachen gelingt es Andrew, die beiden Frauen aus dem Gefängnis zu holen.
Danach machen sich die Gefährten auf zu dem Lagerhaus, in dem Martin seine damaszenischen Leinenballen gelagert hat. Dort erwischen sie den zweiten Mörder und können auch ihn auf die Wache bringen.
Am nächsten Morgen unterhalten sich die Serpentianer mit dem freigelassenen Martin, der einigermaßen erleichtert über seine Rettung ist. Er wird nervös, als die Sprache auf seine Leinenballen kommt, und ist nur zögernd bereit, Andrew und den anderen seine Waren zu zeigen. Dabei entdeckt Quintus, daß zwischen einem der Leinenballen noch ein anderes Stück Stoff liegt. Kurz entschlossen bringt er es an sich.
Martin bemerkt den Verlust und gerät beinahe in Panik. Offenbar handelt es sich um eine wichtige Reliquie, die er für Sir Nigel of Harrogate besorgen sollte. Die Serpentianer versprechen, sich danach umzuschauen, und verabschieden sich zunächst von dem schwitzenden Händler.
Außerhalb seiner Sichtweite untersuchen sie das entliehene Tuch, können aber nichts besonderes daran feststellen. Mit einem kleinen Trick gelingt es ihnen, Martin seine angebliche Reliquie zurückzugeben. Danach sehen sie noch kurz zu, wie die beiden Mörder ordnungsgemäß aufgehängt werden – Andrew plant, seinen Doppelgänger in ihrer Gestalt zu treffen. Da wäre es ungünstig, wenn die echten Mörder zwischenzeitlich auftauchen würden.
Nach der Hinrichtung verlassen die Serpentianer York und brechen auf in Richtung London, um ein Hermesportal zu sprechen…

Comments

Marganma

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.